Ein Hain, auch Gehölz und Wäldchen genannt, ist ein kleiner Wald.
Wolfhaag ist ein Weiler in der niederländischen Gemeinde Vaals (Limburg). Er liegt am Südhang des Selzerbeek-Tals am Übergang zum Vijlen-Plateau. Obwohl er nur etwa 160 Einwohner zählt, genießt er landesweite Bekanntheit, da er auf dem Eschberg, besser bekannt als Wolfhaag-Pass, liegt. Unter anderem führt der Radsportklassiker Amstel Gold Race über diese Strecke und durch Wolfhaag. Mehrere Quellen, die den Zieversbeek speisen, entspringen in der Nähe des Weilers. Nachbargemeinden/Weiler/Städte sind Gemmenich (Belgien), Raren und Vaals. Der Gemmenicherweg verläuft in der Nähe von Vaals bis zur Grenze zu Gemmenich in Plombières (Belgien). Der Bokkebosje liegt nordöstlich von Wolfhaag. Im Vijlenerbos bei Wolfhaag steht das Denkmal für Jos Saive, das an ein niederländisches Kriegsopfer des Zweiten Weltkriegs erinnert. Das Jos-Saive-Denkmal ist eine Kriegsgedenkstätte und Feldkapelle in der niederländischen Gemeinde Vaals in Südlimburg. Das Bauwerk steht im niederländischen Teil des Vijlenerbos, zwischen den Grenzmarkierungen 3 und 4, wo Belgien auf der gegenüberliegenden Seite des Weges (südlich) beginnt. Knapp einen Kilometer nordöstlich liegt der Weiler Wolfhaag, und etwa einen halben Kilometer südöstlich und südlich befindet sich Gemmenich.
Das Vijlen-Plateau, auch Vaals-Plateau oder Vijlen-Vaals-Plateau genannt, ist eine Hochebene im Hügelland des südlichen Limburg in den Niederlanden. Sie entstand durch die Erosion umliegender Flüsse und Bäche. Das Gebiet ist eine sanft gewellte Ebene, die allmählich nach Norden abfällt. Sie erstreckt sich von Vijlen im Norden über den Vaalserberg im äußersten Südosten bis nach Cottessen im äußersten Südwesten. Das Plateau ist größtenteils vom Vijlenerbossen (Vijlenerwald) bedeckt. Der Weiler Hilleshagen liegt auf einem Bergrücken nördlich von Vijlen, einem Ausläufer des Plateaus. Die südliche Grenze des Plateaus liegt in Belgien. Manchmal werden der Vaalserberg und die unmittelbare Umgebung als separates Plateau unter dem Namen Vaals-Plateau betrachtet. Die durchschnittliche Höhe des Plateaus beträgt etwa 260 Meter über dem Meeresspiegel. Das Plateau wird im Norden von den Tälern des Lombergbeek und des Selzerbeek begrenzt, jenseits des Baches erheben sich die Hänge des Bocholtz-Plateaus. Im Westen und Süden grenzt es an das Geul-Tal. Westlich des Geul liegt das Crapoel-Plateau. Im äußersten Südosten erstreckt sich das Plateau bis in den Aachener Wald und den Preusbos in Deutschland und Belgien. Nahe Wolfhaag verbindet ein Gebirgspass Vaals in den Niederlanden mit Gemmenich in Belgien. Im Norden befindet sich ein Ausläufer des Plateaus, auf dem das Dorf Vijlen liegt. Emmaus liegt auf diesem westlichsten Ausläufer, nahe Bommerig. Die Hänge sind teilweise von Wäldern bedeckt.
Das Bocholtzer Plateau, auch Baneheide-Plateau genannt, ist eine Hochebene im Hügelland des niederländischen Südlimburg, die durch die Erosion umliegender Flüsse und Bäche entstanden ist. Das Gebiet ist eine sanft gewellte Ebene, die allmählich nach Westen abfällt. Sie erstreckt sich vom Kruisberg zwischen Wahlwiller und Eys im Südwesten bis nach Bocholtz im Osten. Zu den Ortschaften auf dem Plateau gehören Baneheide, Bocholtzerheide, Vlengendaal, Zandberg und Broek. Im Süden grenzt das Plateau an das Selzerbeek-Tal mit dem gleichnamigen Fluss, im Nordwesten an das Eyserbeek-Tal mit dem gleichnamigen Fluss. Im Norden geht das Plateau in das Ubachsberg-Plateau über, und im Westen und Südwesten setzt es sich bis nach Deutschland fort. In Deutschland liegt unter anderem die Stadt Orsbach auf dem Plateau, und auch der Schneeberg gehört zu diesem deutschen Plateau. Südlich des Selzerbeektals erstreckt sich das Vijlen-Plateau. Weiter nördlich geht das Ubachsberg-Plateau in das Spekholzerheide-Plateau über. Nur an einem einzigen Hang liegt der Kolmonderbosch, ein Waldgebiet. Ein weiterer Wald auf dem Plateau ist die Platte Bosch. Am Südhang befindet sich die Abtei St. Benedictusberg.
Die Geschichte der Stadt Aachen umfasst die Entwicklungen auf dem heutigen Gebiet der Stadt Aachen von der ersten Besiedlung bis zur Gegenwart. Sie beginnt bereits in der Jungsteinzeit, als in der Gegend Feuerstein abgebaut wurde. Die Römer bauten auf dem heutigen Stadtgebiet Thermalbäder für ihre Soldaten, die nach dem Rückzug der römischen Truppen im 4. Jahrhundert von den Franken weiter genutzt wurden. Ihre größte Bedeutung hatte die Stadt sicher als De-facto-Residenz von Karl dem Großen und einiger nachfolgender Karolinger sowie später daran anknüpfend als Krönungsort von 30 deutschen Königen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde Aachen zur Kur- und Badestadt ausgebaut und auch deswegen zum beliebten Aufenthaltsort von Kaiser Napoléon, der sich dabei aber auch der karolingischen Wurzeln Frankreichs zur eigenen Herrschaftslegitimierung bediente. Auch heute noch Kurort, ist Aachen durch die ausgezeichnete Technische Hochschule außerdem zu einem modernen Hochtechnologiestandort herangewachsen. Als Freie Städte und Reichsstädte wurden seit dem 15. Jahrhundert jene weitgehend autonomen Stadtgemeinden des Heiligen Römischen Reiches bezeichnet, die im Städtekollegium des Reichstags vertreten waren. Die eigentlichen Reichsstädte unterstanden keinem Reichsfürsten, sondern direkt dem Kaiser, waren also reichsunmittelbar. Dagegen hatten die Freien Städte zwar noch einen Bischof als nominellen Landesherrn, besaßen aber Selbstverwaltungsrechte und Privilegien, die sie den Reichsstädten de facto gleichstellten. Daher entstand im Laufe der Zeit die unkorrekte, volkstümliche Sammelbezeichnung „freie Reichsstadt“, obwohl nur wenige Städte gleichzeitig freie Stadt und Reichsstadt waren. Der Städtetag (historisch) war im 15. und 16. Jahrhundert eine bedeutende Institution der Freien und Reichsstädte im Heiligen Römischen Reich und in anderen Gebieten, in denen deutsches Recht angewendet wurde, ohne dass eine Zugehörigkeit zum Reich bestand, etwa im Deutschordensstaat. Aachener Reich bezeichnet ein Gebiet, das vom Mittelalter an bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die Freie Reichsstadt Aachen sowie ihre nähere Umgebung außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer umfasste. Aachen [ˈaːxn̩] ⓘ (Öcher Platt: Oche; französisch Aix-la-Chapelleⓘ/? [ɛkslaʃaˈpɛl]; niederländisch Akenⓘ/?; lateinisch Aquæ Granni) ist eine kreisfreie Großstadt im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Köln.
Laurensberg ist ein Stadtteil und ein Stadtbezirk von Aachen. Zum Stadtbezirk Laurensberg gehören neben Laurensberg selbst die Stadtteile Orsbach, Seffent, Soers, Vaalserquartier und Vetschau, ferner die Wohngebiete Gut Kullen und Steppenberg sowie Randgebiete des Stadtteils Hörn. Laurensberg ist nicht zu verwechseln mit dem in den 1970er Jahren abgebaggerten Laurenzberg, das zur Stadt Eschweiler gehörte.
Vaalserquartier ist ein zum Aachener Stadtteil Laurensberg gehörender Ort und liegt unmittelbar an der Grenze zu Vaals in den Niederlanden. Vaalserquartier ist über die B 1 und über die N 278 bzw. Maastrichterlaan zu erreichen. Der Name Vaalserquartier geht auf das frühe 14. Jahrhundert zurück und in ihm steckt noch die alte Gliederung des ehemaligen Aachener Reiches, wonach dieses Gebiet eines der sieben so genannten Quartiere vor den Toren der Stadtmauer Aachens war. Sichtbares Zeichen aus jener Zeit ist der noch existierende, aber grundlegend umgebaute und zum Aachener Reich gehörende Wachturm Gut Beeck am Dreiländerweg sowie der Adlerstein am ehemaligen Grenzübergang Kleine Wache. Ebenso finden sich südwestlich von Vaalserquartier noch Reste sowohl des inneren als auch des äußeren Aachener Landgrabens. Bis zur Fertigstellung der heutigen Maastrichter Laan (Maastrichter Allee) im Jahr 1825 hatte sich der Durchgangsverkehr über eine alte Römer-Trasse gequält, die von Aachen kommend in Vaalserquartier von der heutigen Vaalserstraße abzweigte und als Alte Vaalser Straße durch Vaalserquartier durchzog und die vormalige Grenze Kleine Wache passierte, dabei in die auf niederländischer Seite liegende Akerstraat (Aachener Straße) überging und bis Maastricht weiterführte. Bis 1804 war die alte Kirche St. Paulus im benachbarten Vaals als Filialkirche von St. Jakob in Aachen zuständig für die Ortschaften Vaals und Vaalserquartier, danach bis 1951 St. Jakob selbst. Das Haus in der Alten Vaalser Straße Nr. 88 in Vaalserquartier diente von den Anfangsjahren im 13. Jahrhundert bis etwa 1673 als katholische Pastorei der Pauluskirche. Anfangs wurde diese nur von den Vaalser Kaplänen bewohnt und später zu einer katholischen Grundschule umgebaut. Zwischenzeitlich wurden während der Schließungsphasen von St. Paulus die Räumlichkeiten vereinzelt als Ausweichmöglichkeit für Gottesdienste und Taufen genutzt. Die alte Grundschule bestand noch bis etwa 1820 und bis 1907 wohnten hier noch vereinzelt Vikare und Küster von St. Paulus. Danach ging das Haus in Privatbesitz über. Am 1. Januar 1972 wurde Vaalserquartier, das bis dahin politisch der Gemeinde Laurensberg angehörte, zusammen mit dieser Gemeinde in die Stadt Aachen eingegliedert.
Der Schneeberg ist ein 256,5 m ü. NHN hoher und langgestreckter, aber relativ schmaler Höhenzug im Gebiet der nordrhein-westfälischen Großstadt Aachen. Der Schneeberg erhebt sich in der Gemarkung des Aachener Stadtteils Laurensberg und erstreckt sich vom Ortsteil Vaalserquartier in nordwestlicher Richtung hin bis kurz vor den Stadtteil Orsbach. Entlang seiner steileren südwestlichen Flanke verläuft in Richtung Lemiers das Tal des Göhl-Zuflusses Senserbachs, der die deutsch-niederländische Grenze bildet und früher ein Teil des Aachener Landgrabens war. Zur anderen Seite der Bergkuppe, nach Norden und Nordosten hin, fällt das Gelände in Richtung der landwirtschaftlich genutzten Flächen von Laurensberg und Seffent sanft ab und leitet zum Vetschauer Berg (ca.236 m) über. Dem Schneeberg südöstlich vorgelagert ist der Wachtelkopf (ca.235 m), mit dem er durch einen kurzen Wald- und Grasrücken verbunden ist.
Die Liste geteilter Orte zählt Ortschaften auf, die durch politische Grenzen getrennt wurden. Nicht aufgeführt sind Zwillingsstädte, die zwar aneinandergrenzen, aber eigenständige Namen und Geschichte haben.
Ursprünglich war Lemiers eine Siedlung am Senserbach (Selzerbeek), die eng mit dem Aachener Raum verbunden war. Die Entstehung des niederländischen Teils von Lemiers (heute Oud-Lemiers, Gemeinde Vaals) ist eng mit der Grenzziehung im Aachener Grenzraum zwischen den Niederlanden und Preußen verbunden. Es entstand hauptsächlich durch den Teilungsvertrag von 1661 und spätere Festlegungen im 19. Jahrhundert. Im Zuge der „Partage-Trakte“ (Teilung von Ländern über der Maas) nach dem Achtzigjährigen Krieg fiel Vaals und das umliegende Lemiers an die Generalstaaten der Niederlande. Der Senserbach wurde dabei als historische Grenze zwischen den Niederlanden und dem Gebiet um Aachen (später Preußen -> Die Preußen werden von der lokalen Bevölkerung als „fremde Besatzer“ besonders wegen der Konfessionsunterschiede: protestantisches Preußen vs. katholisches Rheinland) wahrgenommen. Korrekt wäre daher Franken (Volk) -> Ripuarische Franken ‘Rheinuferfranken‘) festgelegt. Durch diese Grenze wurde der Ort geteilt. Der westliche, niederländische Teil wurde später als Oud-Lemiers (Alt-Lemiers) bekannt, während der östliche, preußische Teil als Neu-Lemiers (Teil von Aachen) bezeichnet wurde.
Neu-Lemiers ist ein Dorf, das an der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden liegt. Der größere Teil des Dorfes gehört zur Gemeinde Vaals in der niederländischen Provinz Limburg, der kleinere Teil wiederum zum Bezirk Laurensberg innerhalb der Stadt Aachen im Südwesten von Nordrhein-Westfalen. Insgesamt hat Lemiers etwa 1200 Einwohner. Ein Heerweg aus der Römerzeit führte mitten durch den Ortskern und lässt auf eine frühe Besiedelung schließen. An diesem Weg liegt auch eine alte Saalkirche, eine Kapelle aus der Zeit um 1100, die als ältestes bestehendes Gotteshaus in den Niederlanden gilt. Der auf deutscher Seite liegende Teil des Ortes Lemiers gehörte im späten Mittelalter auch zum westlichsten Teil des Aachener Reiches, was heute noch anhand der Grenzsteine, den wegen des eingravierten Aachener Wappentiers so genannten Adlersteinen, noch nachvollzogen werden kann. Hier entlang verlief deshalb auch der Aachener Landgraben vom Senserbach kommend und ab Mamelis abknickend hinauf nach Orsbach. St. Peter (Orsbach) ist eine römisch-katholische Nebenpfarrkirche in Orsbach, einem Ortsteil in Aachen im Stadtbezirk Laurensberg. Die Kirche gehört zur Pfarre Hl. Maria Magdalena/Aachen im Pastoralen Raum Aachen-West/Nordwest, zu der auch die Kirchen St. Heinrich in Horbach, St. Laurentius in Laurensberg, St. Martinus in Richterich, St. Konrad in Vaalserquartier und St. Sebastian in Aachen gehören.
Oud-Lemiers (limburgisch: Lemieësj (auch Lemiesch)) ist ein Kirchdorf, das größtenteils in den Niederlanden (Alt-Lemiers) liegt, in der Gemeinde Vaals, im Süden der niederländischen Provinz Limburg. Ein kleiner Teil von Lemiers liegt auf deutschem Gebiet und gehört zusammen mit dem Dorf Orsbach zur Stadt Aachen im Bezirk Laurensberg. Die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden in Lemiers bildet der Selzerbeek (Senserbach). Eine kleine Brücke über den Bach verbindet die beiden Teile des Dorfes in den beiden Ländern. Das Dorf hat über 780 Einwohner. Der deutsche Teil des Dorfes gehört zum Vaalser Hügelland in der Nordeifel. Der dort gesprochene Dialekt gehört zu den Dialekten, die auch in Kerkrade, Vaals, Simpelveld, Bocholtz, Aachen und Köln gesprochen werden; es handelt sich um eine Ripuarische Variante. Das Vaalser Hügelland is nicht zu verwechseln mit der Gemeinde Heuvelland in Belgien. Heuvelland (deutsch Hügelland) ist eine belgische Gemeinde in der Region Flandern mit 7969 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024). Sie hat keinen eigentlichen Ortskern, sondern besteht aus den acht Ortsteilen Kemmel (mit der Gemeindeverwaltung), Wijtschate (auch Wijtschaete oder Wytschaete; der sowohl von der Einwohnerzahl als auch von der Fläche her größte Ortsteil) sowie De Klijte, Dranouter, Loker, Nieuwkerke, Westouter und Wulvergem. Die St. Katharinenkapelle im Ort Lemiers ist eine römisch-katholische Saalkirche im romanischen Stil. Sie liegt im niederländischen Teil des deutsch-niederländischen Doppelortes Lemiers und gehört damit zur Gemeinde Vaals in der Region Südlimburg in der Provinz Limburg. Die Kirche der Heiligen Katharina und Lucia, auch Pfarrkirche der Heiligen Katharina und Lucia genannt, ist ein Kirchengebäude in Lemiers in der niederländischen Gemeinde Vaals (Südlimburg). Sie liegt an der Provinzstraße 278 zwischen Maastricht und Vaals. Der Provinzstraße 278 geht über in die Fernverkehrsstraße 1 alias Reichsstraße 1 ‘Bundesstraße 1 – B 1‘. 1932 wurden geeignete Straßen zwischen Aachen, Berlin und Königsberg (Preußen) unter der Bezeichnung „Fernverkehrsstraße 1“, ab 1934 „Reichsstraße 1“ zusammengefasst. Die FV1, R1 oder B1 beginnt an der deutsch-niederländischen Grenze bei Vaals (an der Vaalser Straße) und führt über Aachen, Düsseldorf, Dortmund, Braunschweig und Magdeburg in das Zentrum von Berlin. Auf ostpreußischem Gebiet führte die R 1 über Königsberg bis nach Eydtkuhnen (1938–1945: Eydtkau) an der Grenze zu Litauen. Das Gebäude ist ein nationales Denkmal und der Heiligen Katharina und Lucia geweiht. Katharina von Siena (* 25. März 1347 in Siena; † 29. April 1380 in Rom) war eine italienische Mystikerin, Jungfrau und Kirchenlehrerin. In Avignon gelang es ihr 1376, Papst Gregor XI. zur Rückkehr nach Rom zu bewegen. Als 1378 unter Urban VI. eine Kirchenspaltung drohte, wirkte sie für eine Friedenslösung. Katharina wurde 1461 heiliggesprochen, 1939 zur Schutzpatronin Italiens erklärt, 1970 zur Kirchenlehrerin erhoben und 1999 zur Schutzpatronin Europas erklärt. Das Schloss Lemiers (niederländisch Kasteel Lemiers), auch Ig’n Hoes, G’n Hoes oder Gen Hoes genannt, steht im niederländischen Ort Lemiers, einem Teil der Gemeinde Vaals, nordwestlich des Ortskerns am Ufer des Senserbachs, der dort die Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland bildet. Das Schloss liegt damit etwa sechs Kilometer westlich von Aachen. Es ging aus einem wasserumwehrten frühmittelalterlichen Gutshof hervor und steht seit dem 28. Juli 2003 als Rijksmonument unter Denkmalschutz. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen.
Holset (limburgisch: Hozelt) ist ein Dorf im Süden der niederländischen Provinz Limburg. Das Dorf gehört zur Gemeinde Vaals und hat etwa 160 Einwohner. Das Dorf liegt im Tal des Selzerbeek auf einem niedrigen Bergrücken, der sich vom südlich gelegenen Vijlenerbos bis nach Lemiers erstreckt und allmählich abfällt.Dieser Bergrücken trennt den westlich des Dorfes gelegenen Hermansbeek vom östlich gelegenen Zieversbeek.Beide münden bei Lemiers in den Selzerbeek.Holset liegt auf einer Höhe von etwa 190 Metern. Der Weiler Harles befindet sich in der Nähe von Holset.Auch Vijlen, Lemiers und Vaals sind nicht weit entfernt. Holset entstand vermutlich als frühmittelalterliche Trockenlegungssiedlung in einem Waldgebiet. Der Name soll sich von „hulisetum“ (Stechpalmenwald) ableiten. Um 1338 heiratete Johan Cosselaer, ein unehelicher Sohn Herzog Johanns II. von Brabant, Catharina van Holsit, die Tochter von Thomas I. van Holsit.Einige Jahre später, 1344, erwarb dieser Johan Schloss Wittem von Gerard van Julémont für 2.300 Gulden.Von da an durfte er sich Herr von Wittem nennen. 1626 wurden die Herrschaften Holset und Vaals vom König von Spanien, dem Herrn von ’s-Hertogenrade, an Adolf Bertolf van Belven verpfändet.Trotz Protesten von Lord Johan Wilhelm van Schwarzenberg unterstand die Herrschaft Holset mehr als 30 Jahre später, im Jahr 1656, der Verwaltung des Vogts von ‘s-Hertogenrade.Ursprünglich gab es in Holset zwei Gerichte: das Gericht von Holset und das der Herrschaft Einrade.Das Gericht von Holset war das Hauptgericht für Einrade sowie Vaals und Vijlen und tagte in der „Halle“ (erstmals 1634 erwähnt).Die Erinnerung an dieses Gericht lebt in der Bezeichnung Aggene Banket des Bauernhauses nahe dem Oude Akerweg fort. 1665 zählte Holset 14 Familien und 73 Einwohner.Bei einer Volkszählung im Jahr 1807 wurden 40 Häuser und 240 Einwohner gezählt. Steuerrolle oder auch Mietrolle vom Hof van Einrade, 14. Jahrhundert (HCL, Maastricht).
Aggene Banket ist ein nationales Denkmal in der Nähe von Holset in der niederländischen Provinz Limburg. Das Fachwerkhaus diente früher als Sitz ‘Halle‘des Schöppenstuhl ‘Ratsgericht‘ in der Region Vaals. Der Hof befindet sich am Oude Akerweg (Hausnummer 20) zwischen Vijlen und Holset. Das Holseter Ratsgericht war das Hauptgericht für Einrade, Vaals und Vijlen. Es wurde erstmals 1634 urkundlich erwähnt. 1656 unterstand die Herrschaft Holset der Verwaltung des Staatsvogts von ‘s-Hertogenrade. Es wird vermutet, dass in dieser Zeit in Aggene Banket Recht gesprochen wurde. Das Stadtwappen von Vaals, in dem Holset liegt, entstand ursprünglich als Siegelstempel dieses Ratsgerichts. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.
Vaals ([f̠aːɫs] ⓘ oder va:ls; im örtlichen Dialekt Vols vɔls, in den meisten südniederfränkischen Dialekten eher Vaols vɒːɫs) ist eine Gemeinde und ein Ort in dieser Gemeinde. Sie liegt im äußersten Südosten der niederländischen Provinz Limburg, etwa 23 km östlich der Provinzhauptstadt Maastricht und 5,5 km westlich des Stadtzentrums von Aachen. Mundartlich wird Vaals „Vols“ genannt. Die Einwohner nennen sich „Völser“. Die Gegend um Vaals war schon früh besiedelt. Grabhügel aus der Bandkeramischen Kultur (5300 bis 4900 v. Chr.) wurden bei Vijlen und auf dem Vaalser Berg gefunden sowie Reste einer römischen Villa bei Lemiers. In der Römerzeit lag Vaals an einem Kreuzungspunkt zweier Römerstraßen: zum einen dem Alten Aachener Weg von Maastricht nach Aachen und dem Weg von der Abtei Rolduc nach Alt-Moresnet. Darüber hinaus wurden im Jahr 2016 im Rahmen von Tiefbaumaßnahmen Töpferscherben aus karolingischer Zeit geborgen. Urkundlich erwähnt wurde Vaals erstmals 1041 als Vaels (von lat. vallis = ‚Tal‘). Kaiser Heinrich III. schenkte laut dieser Urkunde Ländereien in Holset, Lemiers, Vijlen und Mamelis dem St.-Adalbert-Stift in Aachen, hier dialektisch St. Tolbert genannt. Der Lehnhof St. Tolbert in Vaals (heute der Cohlst–Hof), die „Keimzelle“ der Ortsentwicklung, existiert heute noch und ist Sitz des Heemkundekring Sankt-Tolbert Vaals. Darüber hinaus wurde ebenso die Reichsabtei Burtscheid mit Ländereien in Vijlen und der dortigen mittelalterlichen Kirche belehnt. Vom späten Mittelalter bis zur Napoleonischen Eroberung war Vaals ein Bereich der Herrlichkeit Land van Rode, das wiederum zum Herzogtum Limburg gehörte. Die meisten Ländereien und Gutshöfe von Vaals waren an verschiedene zinsabhängige Grundherren, die sogenannten Laten, übertragen, die sich als Hofgenossenschaft zusammengeschlossen haben und von gewählten Schöffen in der Latbank vertreten ließen, wo das Latrecht gesprochen wurde. Während dieser Periode war die Grenze zum damaligen Aachener Reich durch den Aachener Landgraben befestigt, der vom Vaalserberg kommend hinunter ziehend zum Senserbach, dann weiter über Lemiers bis Mamelis und schließlich hinauf nach Orsbach verlief und an verschiedenen Punkten mit Adlersteinen markiert war. An der Einmündung der Akenerstraat–Alte Vaalser Straße erinnert ein winziges Museum, die Kleine Wache genannt (etwa 1 m²), an die Zeit, als die Grenzen im Gegensatz zu heute noch nicht offen waren. Dieser Grenzverlauf wurde im Bereich des alten Grenzüberganges bis rund um die alte katholische St. Paulus-Kirche von Vaals immer wieder manipuliert, um so die Kirche unrechtmäßigerweise auf Grund und Boden des Aachener Reiches zu integrieren. In der Frühen Neuzeit kam das Herzogtum Limburg und damit auch der Ort Vaals zur Republik der Sieben Vereinigten Niederlande, auch Generalstaaten genannt, die im Rahmen des Westfälischen Friedens von 1648, der sowohl den Achtzigjährigen Krieg als auch den Dreißigjährigen Krieg beendet hatte, aus dem Heiligen Römischen Reich (HRR) ausgeschieden waren. Diese Neuordnung der Länder wurde im sogenannten Partagevertrag von 1661 endgültig bekräftigt und erst anschließend verlief die Grenze von Vaals zum Aachener Reich so, wie sie heute noch Bestand hat. Ebenso seit dieser Zeit wurde Vaals ein Industriestandort, besonders für die Tuch- und Nadelfabrikation. Dabei profitierte der Ort vor allem von dem rigiden Zunftrecht in der benachbarten und nun „ausländischen“ Freien Reichsstadt Aachen mit ihren Einschränkungen bei der Niederlassungsfreiheit, der Technik, der Preisgestaltung und dem Personal. Diese Einschränkungen hatten dazu geführt, dass vor allem Kupferschläger, Nadler und Tuchfabrikanten aus Aachen zu jenen Orten wechselten, wo sie ihr Gewerbe ohne diese Zunftauflagen betreiben konnten. Zugleich war es die Zeit der ersten großen Aachener Religionsunruhen, die eine massive Auswanderung und Vertreibung von Aachener Bürgern mit evangelischem Glauben zur Folge hatte. Aus dieser Zeit stammen die Funde von Goldmünzen aus den Jahren 1454 bis 1466 und Silbermünzen aus den Jahren 1566 bis 1612, die im Jahr 2016 im Rahmen von Grabungen am Von Clermontplein gefunden wurden. Der Fund ist deshalb so wertvoll, da bisher in ganz Zuid-Limburg noch keine derartigen Goldmünzen gefunden wurden. Prägend für die Region war der Aachener Textilfabrikant Johann Arnold von Clermont (1728–1795), der 1761 unter Druck der Gegenreformation seine Heimat verlassen musste. Er erwarb flächendeckend Grundbesitz in und um Vaals und baute und gründete dort mehrere Textil-Betriebe. Seine Produkte fanden europaweit Abnehmer bis hin zum russischen Zarenhaus. Darüber hinaus war Clermont der Erste, der sich maßgeblich mit der Kanalisation der verschiedenen im Ort vorhandenen Bäche beschäftigte, wovon nicht nur die Industrie, sondern auch die gesamte Bevölkerung profitierte und ein Großteil der vormals sumpfigen Wiesenflächen bebaubar wurden. Aber auch andere, mehrheitlich deutsche Unternehmerfamilien, wie beispielsweise Binterim, Peltzer, Troistorff und Tyrell, sorgten in Vaals für einen wirtschaftlichen Aufschwung. In den Jahren 1798 bis 1814 gehörte Vaals zum Kanton Burtscheid und wurde schließlich 1815 durch den Wiener Kongress offiziell niederländisch. Der Regierungsbezirk Aachen wurde Preußen zuteilte und Vaals dem Königreich der Niederlande. Als Belgien sich 1830 für unabhängig erklärte, wurde Vaals von 1830 bis 1839 vorübergehend belgisch und durch den Friedensvertrag von London erneut niederländisch. Seit 1890 führt Vaals in seinem Wappen neben dem Limburgischen Löwen eine Abbildung des heiligen Lambert von Lüttich, der zuvor bereits als der Schutzpatron der Siedlung Holset verehrt wurde. Am 10. Mai 1940 marschierte die deutsche Wehrmacht in Vaals ein. In das Eckhaus Prins-Bernhardstraat/Maastrichterlaan 58, in dem sich heute eine Apotheke und Ärztezentrum befindet, zog die NSDAP-Ortskommandatur ein. Vorher war dort bereits die Ortsgruppe Vaals der niederländischen nationalsozialistischen Bewegung (NSB) beheimatet.
Das Böckewäldchen, das Ziegenwäldchen (nederlands: Bokkebosje / limburgisch: Bokkeböschje) ist ein Hügel in der Gemeinde Vaals im niederländischen Südlimburg. Er liegt südlich von Vaals, nordöstlich von Wolfhaag und nordwestlich des Vaalserbergs. Er ist ein Ausläufer des Vaalserbergs, jedoch durch eine Senke im Gebirgskamm von diesem getrennt. Der Gemmenicherweg verläuft durch diese Senke. Blickt man vom Hügel nach Südosten, sieht man das Huis de Wilgen am Rande des Preusbos am Hang des Vaalserbergs. Nördlich und westlich des Hügels liegt die Senke des Selzerbeek-Tals. Der steile Hügel ist bis auf den Gipfel, wo eine kleine Baumgruppe steht, unbewaldet und bildet so ein markantes Wahrzeichen in der Landschaft. Zur Zeit des Charlemagne (Karls des Großen) wurde auf dem Hügel Recht gesprochen. Nach dem Bokkebosje wurde das Aggene Banket, im ehemaligen Zentrum von Vaals, in Holset, zum Gerichts. Aggene Banket ist ein nationales Denkmal in der Nähe von Holset in der niederländischen Provinz Limburg. Das Fachwerkhaus diente früher als Sitz des Amtsgerichts. Der Hof befindet sich am Oude Akerweg (Hausnummer 20) zwischen Vijlen und Holset. Das Holset-Ratsgericht war das Hauptgericht für Einrade, Vaals und Vijlen. Es wurde erstmals 1634 urkundlich erwähnt. 1656 unterstand die Herrschaft Holset der Verwaltung des Vogts der Staaten von ‘s-Hertogenrade. Vermutlich wurde in dieser Zeit in Aggene Banket Recht gesprochen. Das Stadtwappen von Vaals, in dem Holset abgebildet ist, entstand ursprünglich als Siegelstempel dieses Ratsgerichts. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.
Bockreiter ‘Ziegenreiter‘
Die Bockreiter (Bokkenrijders in Niederländisch und Bokkeriejersj in Limburgisch) waren der Überlieferung nach eine Bande, die zwischen 1730 und 1780 im Raum Limburg, in Herzogenrath und Schinnen aktiv war. Limburg stellte damals noch ein zusammengehöriges Gebiet dar, während es heute auf drei Staaten aufgeteilt ist: Belgien, Deutschland und Niederlande. Einer der Anführer der Bockreiter war der „Schwarze Kapitän“. Da die Bockreiter oft ihre Beute an die Armen verschenkten, wurden sie auch Robin-Hood-Bande der Niederlande genannt. Es gab – grob betrachtet – zwei Bockreiterperioden, eine um 1740 und eine weitere etwa um 1770. Die erste Bockreiterbande entstand in Wolfhagen, einem Teil der Gemeinde Schinnen. Der Anführer hieß Geerling Daniels. Ein besonders berüchtigter Bockreiter dieser Zeit war der Franzose Jacques du Jardin, ein ehemaliger Soldat, der seinen Lebensunterhalt als Spielmann verdiente (er spielte Geige). Sein Spitzname war „de Keukelaer“. Er wurde 1751 auf dem Danikerberg (der Grenze zwischen Geleen und Schinnen) gehängt. Im niederländischen Freizeitpark Efteling steht das Mad House Villa Volta, welches die Taten der Bande ebenfalls thematisiert.
Als Packziege wird eine als Tragtier benutzte Hausziege bezeichnet. In den Gebirgsregionen des Balkans werden Packziegen schon seit Jahrhunderten eingesetzt. Die Verwendung von Packziegen in anderen Regionen Europas und in Nordamerika wurde in den 1980er und 1990er Jahren durch John Mionczynski aus Wyoming populär gemacht. Interessierte Ziegenhalter organisieren sich in Verbänden wie der North American Packgoat Association oder der British Harness Goat Society. Eine ausgeruhte Packziege ist in der Lage, bis zu 30 Kilogramm oder maximal einem Viertel ihres Körpergewichts über mehrere Kilometer zu tragen. Die Ziegen eignen sich insbesondere im Gebirge als Packtier für kleine Lasten. Dort erreichen sie bei mehrtägigen Wanderungen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von zwei bis drei Kilometer pro Stunde. Als Herdentiere folgen ausgebildete Packziegen dem Treck und müssen nicht an der Leine geführt werden. Bevorzugt setzt man kastrierte Ziegenböcke als Packtiere ein, da sie zum einen größer werden als weibliche Ziegen, zum anderen durch die Kastration sowohl den unangenehmen aber typischen Bockgeruch als auch das Aggressionsverhalten von intakten Böcken verlieren. Neben rassereinen Tieren werden Kreuzungen aus verschiedenen Rassen zum Packen eingesetzt, wobei oft eine Kreuzung aus Milch- und Fleischziegenrassen bevorzugt wird. Die Milchziegenrassen haben den großrahmigeren Körperbau, durch die Einkreuzung der Fleischziege erhält man mehr Muskelaufbau und Knochenstärke.
Die Nutzung der Ziege als Zugtier war bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Europa weit verbreitet. Die erstaunlich kräftigen, genügsamen und robusten Ziegen wurden vor Kutschen und Wagen gespannt und, falls keine größeren Tiere verfügbar waren, auch zum Pflügen verwendet. In bergigem Gelände dienten Ziegen als Lasttiere. Das Reiten auf einer Ziege (riding the goat) findet man in vielen verballhornenden Abbildungen über die Freimaurerei. Aussenseiter sollten glauben, dieses merkwürdig anmutende Ritual gehöre zum Aufnahme-Ritus. In Wahrheit gehörte es nie dazu, vielmehr wurde damit auf lustige Weise der Spekulation entsprochen, in den freimaurerischen Tempeln würden alte heidnische Bräuche gepflegt. Die alten Griechen, so erläuterte man wichtig, stellten ihren Gott Pan mit Hörnern und Klauen in einem zottigen Pelz dar. Frühe Christen benutzten Pan-Darstellungen, um Satan zu symbolisieren und bei dieser symbolischen Dämonologie machte man gern Anleihen, um böse Eigenschaften in einem Sinnbild zu vereinen. Im Mittelalter glaubte man dann, Hexen wurden auf Ziegenböcken reiten, wir kennen das von der nordischen Walpurgisnacht. Mit diesem abschreckenden Bild schmückte man gern demagogische Abschreckungsgerüchte gegen die Freimaurer. Die Freimaurer nahmen diese “Vorwürfe” lächelnd auf und integrierten sie humorvoll in ihren profanen Kosmos. Hunderte von selbstironischen Darstellungen zieren Postkarten und Comics.
Mit dem Namen Baphomet oder Bafomet wurde in südfranzösischen Protokollen des Templerprozesses ein angeblich von den Tempelrittern verehrtes Idol bezeichnet.
Freimaurer und der Illuminatenorden zu Aachen
Das Auge der Vorsehung (auch allsehendes Auge, Auge Gottes oder Gottesauge) ist ein Symbol, das gewöhnlich als das Auge Gottes interpretiert wird, das alles sieht. Dargestellt wird es als ein von einem Strahlenkranz umgebenes Auge und ist meist von einem Dreieck umschlossen, das auf die Trinität verweist. Dieses Dreieck schließt auch die Aspekte mit ein, die der Zahl Drei nachgesagt werden, die von alters her als Annäherung an die Kreiszahl bekannt war und daher als heilige, „göttliche“ Zahl galt.
Der Dom St. Marien zu Aachen, kurz der Aachener Dom, ist die Bischofskirche des Bistums Aachen und das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt Aachen. Der Dom steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria. Der Katschhof ist ein zentral gelegener, öffentlicher Platz in der Aachener Altstadt. Der Name leitet sich von Kaxhoff, später Kackshoff oder laut Oppenhoff von Katzhoff ab und bezeichnet damit den Ort des ehemaligen Prangers (Katz, Kaks). Zwischen 1847 und 1902 wurde der Katschhof zu Ehren des Aachener Bürgermeisters Gerhard Chorus Chorusplatz genannt, danach erfolgte wieder der alte historische Name und die zuführende Straße erhielt stattdessen den Namen Ritter-Chorus-Straße. Durch die Lage zwischen dem Aachener Dom und dem Aachener Rathaus sowie der nach einem mittelalterlichen Grundriss nachempfundenen Bebauung strahlt er eine besondere Atmosphäre aus. Größere Ereignisse wie beispielsweise Konzerte, Wochenmärkte, Stadtfeste und auch der alljährliche Aachener Weihnachtsmarkt finden hier statt.
Darstellung des Auge der Vorsehung, das allsehendes Auge, am Domhof zu Aachen

Das Auge des Re (auch Auge des Aton, östliches Auge) symbolisierte im Alten Ägypten die Sonnenscheibe der Sonnengötter, beispielsweise von Re (geschrieben auch Ra), Amun-Re, Re-Harachte und Aton. Die zugehörige Hieroglyphe zeigt das Horusauge ikonografisch gespiegelt: Aus Sicht des Anblickenden als linkes Auge; aus Sicht des Sonnengottes jedoch das rechte Auge.
Der Aachener Dom und der Domhof bilden zusammen eines der historisch bedeutendsten Architekturensembles Europas. Während der Dom als UNESCO-Welterbestätte weltbekannt ist, bietet der Domhof einen einzigartigen, ruhigeren Einblick in die bewegte Geschichte des Gebäudes. Darstellung des allsehenden Auges am Domhof zu Aachen.
Der Illuminatenorden (lateinisch illuminati ‚die Erleuchteten‘) war eine kurzlebige Geheimgesellschaft mit dem Ziel, durch Aufklärung und sittliche Verbesserung die Herrschaft von Menschen über Menschen überflüssig zu machen. Der Orden wurde am 1. Mai 1776 vom Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründet und existierte bis zu seinem Verbot 1784/85 vornehmlich im Kurfürstentum Bayern. Zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien ranken sich um das angebliche Fortbestehen dieser Gesellschaft und ihre angeblichen geheimen Tätigkeiten, darunter die Französische Revolution, der Kampf gegen die katholische Kirche und das Streben nach Weltherrschaft. Heutige Verschwörungstheoretiker bringen das Symbol mit Geheimgesellschaften in Verbindung, besonders mit der 1776 von dem Ingolstädter Professor Adam Weishaupt gegründeten bayerischen Geheimgesellschaft der Illuminaten. Ein Zusammenhang zwischen dem Siegel der Vereinigten Staaten und den Illuminaten lässt sich nicht nachweisen. Bis zu ihrem Verbot 1784/1785 durch den bayerischen Kurfürsten Karl Theodor hatten die Illuminaten höchstens 2500 Mitglieder und gewannen diese meistens aus deutschen Freimaurerlogen. Viele wurden verhaftet, unter der Angabe, sie seien „notorische Freidenker“. Unter dem Freimaurer Johann Joachim Christoph Bode fand 1785 die Ordenstätigkeit in der Weimarer Minervalkirche ihr Ende.
Feudalismus
Feudalismus (wie „feudal“ zu lateinisch feudum/feodum ‚Lehen‘), auch Feudalsystem oder Feudalität genannt, bezeichnet in den Sozial-, Rechts- und Geschichtswissenschaften vor allem die Gesellschafts- und Wirtschaftsform des europäischen Mittelalters (6. bis 15. Jh.), doch bestand er mindestens bis ins 18. Jahrhundert.
Geschworenengericht
Ein Geschworenengericht bzw. Schwurgericht ist ein Gericht, in dem Geschworene an der Entscheidung (ganz oder zum Teil) beteiligt sind. Die Geschworenen sind keine Juristen, sondern meist unbeteiligte Bürger, die durch Abstimmung ein Urteil fällen. Dabei bewerten meist die Geschworenen die Sachlage des Falles, der Richter dagegen die Rechtslage. Der Name Geschworener kommt daher, dass diese Bürger traditionell auf das Recht bzw. Gesetz und ihr Gewissen schwören mussten.
Laathof (Feudalrecht)
‘Laatbankstraat‘
Im Ancien Régime war ein Laathof (auch Cijnshof oder lateinisch: Curia) ein Gericht einer niederen Herrschaft, das nach dem Gutsherrensystem organisiert war und über ein eigenes Gericht verfügte. Laathof bezeichnete auch diesen Hof: ein Gericht oder Hof eines Laats. Die Unterscheidung zwischen Laat-, Cijns- und Leenhöfen ist nicht immer eindeutig; die Begriffe werden synonym verwendet.
Laat (Feudalrecht)
Im frühen Mittelalter bezeichnete man als *laat* (mittelniederländisch: *laet*) einen teilweise unfreien Bauern innerhalb eines nach dem Gutsherrensystem organisierten Herrschaftsbereichs, der sich mehr oder weniger freiwillig unfrei gemacht hatte, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Auf der Grundlage eines Rechtsvertrags mit einem (großen) Grundbesitzer, wie beispielsweise einem Bischof, König, Grafen oder Lehnsherrn, erhielt er ein Stück Land leihweise und war verpflichtet, es zu bewirtschaften und Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Torfabbau, Erzbergbau und Ähnliches zu betreiben; im Gegenzug durfte er einen kleinen Anteil des Ertrags behalten. Die Verknüpfung von Rechten und Pflichten mit der Vergabe eines Lehensgrundstücks war Bestandteil des mittelalterlichen Feudalsystems. Im Feudalsystem stellte das Laat die niedrigste Form der Belehnung dar.
Ein Laat war ein höriger Bauer oder Halbfreier, der nicht völlig frei war. Er bewirtschaftete Land (ein Laatgut), das einem Grundherrn gehörte. Halbfreie Bauern (Lasse/Laten): Diese Gruppe stand rechtlich zwischen freien Bauern und Leibeigenen. Es handelte sich oft um ehemals freie Bauern, die ihr Land an einen Grundherrn abgaben, es aber weiter bewirtschafteten (zinspflichtig).
Die Leibeigenschaft oder Eigenbehörigkeit bezeichnet eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit in Europa verbreitete persönliche Befugnis eines Leibherrn, über Leibeigene (auch genannt Eigenleute) zu verfügen. Sie ist Teil der feudalistischen Gesellschafts- und Wirtschaftsform des europäischen Mittelalters. Die durch die Leibeigenschaft entstehenden Belastungen lösten immer wieder Erhebungen und Aufstände aus, die sogenannten „Bauernkriege“, wie den Deutschen Bauernkrieg.
Als Hörige werden mittelalterliche Bauern (seltener auch andere soziale Gruppen, beispielsweise Waldschmiede oder andere Handwerker) auf Herrenhöfen bezeichnet, die sich in Abhängigkeit von einem Grundherrn (z. B. Ritter) befanden. Die Hörigkeit wurde an die Kinder vererbt.
Schepenbank ‘Schöppenstuhl – Schöffengericht – Ratsgericht‘
‘Schepenbankstraat’
Im Mittelalter und im Ancien Régime war eine Schepenbank eine Verwaltungsinstitution mit besonderen, vom König oder Lehnsherrn des jeweiligen Gebiets verliehenen Befugnissen. Der Begriff setzt sich aus „Schepen“, der Bezeichnung für eine Person in einem Verwaltungsamt, und „Bank“, wörtlich Sitz oder Versammlungsort, zusammen. Die genauen Aufgaben und Befugnisse einer Schepenbank variierten je nach Lehnsherr, Gebiet und im Laufe der Zeit. Das Konzept war jedoch ab etwa 1100 in den Niederlanden weit verbreitet. Zu ihren Hauptaufgaben gehörten die niedere Gerichtsbarkeit, die Aufrechterhaltung der Ordnung, die Verwaltung sowie die Beglaubigung und Aufbewahrung privatrechtlicher Dokumente. Dieses Verwaltungsorgan gilt als Vorläufer der heutigen Bürgermeister- und Ratsherrenkammern in Belgien und den Niederlanden, doch unterscheiden sich die Aufgaben und Befugnisse der heutigen Kammern deutlich von denen der Schepenbank. Unter dem Einfluss der Französischen Revolution von 1789 und dem Ende des Ancien Régime verschwanden die Magistratsgerichte. In den Niederlanden geschah dies während der französischen Kolonialzeit (1795–1814).
Der Schöppenstuhl (mittelhochdeutsch nachgewiesen als scheffenstuol) ist ein historischer Spruchkörper eines Gerichts. Regional wurden gleichbedeutend die Begriffe Schöffenstuhl, Schöppenbank oder Schöppenstube verwendet. Während ein weites Begriffsverständnis als Schöppenstuhl ein jegliches Gericht mit Schöffen verstand, war im engeren Sinne ein Obergericht gemeint, das sich zu Rechtsfragen überregional äußerte und somit als ein Vorbild für Vorabentscheidungsverfahren gelten kann. Die Schöppenstühle im eigentlichen Sinn bildeten sich insbesondere bei Städten, die dem Magdeburger Recht folgten. Schöppenstühle der Städte, die ihr Recht derivativ von den Mutterstädten ableiteten, legten ihre Rechtsfragen dem Schöppenstuhl der jeweiligen Mutterstadt vor. Anders war dies in der Hanse: Auch hier bildeten sich Schöppenstühle, das zentrale Obergericht war allerdings das städtische Ratsgericht in Lübeck. Die Schöppenstühle entfalteten ihre Bedeutung im Hochmittelalter. Schon seit der Zeit Karls des Großen waren Schöffen bekannt. Schöffengerichte oder Schöppenstühle waren mit sieben oder zwölf Schöffen besetzt, die urteilende Funktion hatten. Die Prozessleitung wurde weiterhin von Schultheißen oder Grafen wahrgenommen. Sie fanden sich gerade im mittel- und ostdeutschen Siedlungsgebiet. Mit dem 16. Jahrhundert professionalisierte sich das Gerichtswesen. Zunächst wurde die Aufsicht der Landesherrschaft errichtet, später wurden echte Obergerichte in den Territorien errichtet. Die meisten Schöppenstühle waren im 17. Jahrhundert bereits beseitigt. Als vermutlich letzter Schöppenstuhl wurde durch Verfügung des Weimarischen Staatsministeriums am 12. Mai 1881 der Schöppenstuhl der Universität Jena aufgehoben, nachdem er bereits am 1. Oktober 1879 seine Tätigkeit beendet hatte.
Ein Schöffengericht ist im Allgemeinen ein Gericht, bei dem Schöffen mitwirken. Jedoch wird nicht unbedingt jedes Gericht, an dem Schöffen mitwirken, auch so genannt.
‘Schepen‘ -> Schöffe und Schöffen
Ein Schöffe (von althochdeutsch sceffino oder scaffin, der Anordnende; mittelhochdeutsch scheffe(ne) oder schepfe(ne)), auch Schöppe (niederdeutsch) und Schöpfe (oberdeutsch), war im hohen und späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit eine Person, die mit Aufgaben in der Rechtsprechung, aber auch – da damals judikative und exekutive Gewalt nicht getrennt waren – mit Verwaltungsaufgaben betraut war.
Schöffen (von althochdeutsch sceffino „Anordnender“) sind in Deutschland und Österreich ehrenamtliche Richter, die im Hauptverfahren von Strafprozessen mitwirken. Bis 1924 gab es auch in Deutschland Geschworenengerichte. Seither kommt dem Namen Schwurgericht nur noch eine historische Bedeutung zu. Sachliche Unterschiede zur zuständigen „normalen“ großen Strafkammer des Landgerichts sind damit nicht mehr verbunden. Die Besetzung des Schwurgerichts besteht aus drei Berufsrichtern und zwei Schöffen. Dabei sind Schöffen keine Geschworenen mehr.
‘Bank‘ -> Dingstuhl -> Gericht
Ein Gericht ist ein Organ der Rechtsprechung (Judikative). In der Rechtsgeschichte sind etliche Formen als Vorläufer der heutigen Gerichte bekannt. Als Dingstuhl wurde ein Gerichtsstuhl oder eine Gerichtsstätte bezeichnet, später auch ein Gerichts- beziehungsweise Verwaltungsbezirk. Beispielsweise hießen im Kurfürstentum Köln und im benachbarten Herzogtum Jülich sowie im Land van Rode Verwaltungsbezirke unterhalb der Amtsebene Dingstühle. Besonders verbreitet war die Bezeichnung in der Eifel und rund um Bonn. Dingstuhl (letzeburgisch: Dënzelt) nennt man auch ein gotisches Gerichtsgebäude in Echternach.
Lex Ripuaria
Ripuarien (auch Ribuarien) war ein merowingisch–karolingisches Territorium im Frühmittelalter. Das Gebiet, das in historischen Quellen als Land (terra), Provinz (provincia), Herzogtum (ducatus), (Groß)Gau (pagus) und Grafschaft (comitatus) erscheint, reichte im Süden bis zur Mosel und zu den Ardennen, im Westen bis an die Maas und den Kohlenwald, im Norden bis an die Waal, ostwärts grenzte es an das Stammesherzogtum Sachsen.
Als Rheinfranken (auch ripuarische/ribuarische Franken, Ripuarier/Ribuarier oder Ripuaren/Ribuaren, von altfränkisch rīp- ‚Ufer‘; im Raum Köln auch als Kölner Franken bezeichnet) wird in der Geschichtswissenschaft traditionell eine von zwei beziehungsweise drei Gruppen der Franken bezeichnet. Diese stiegen in der Übergangszeit zwischen Spätantike und Frühmittelalter zum mächtigsten germanischen Stamm in West- und Mitteleuropa auf. Der Teilstamm der Rheinfranken soll sich durch die Vereinigung einzelner kleinerer Volksgruppen im 4. Jahrhundert gebildet haben; sein Hauptsiedlungsgebiet habe entlang des Rheins gelegen (daher der Name). Entlang des Flusses hätten sich die Rheinfranken von Köln über Mainz bis nach Worms und Speyer ausgebreitet. Demgegenüber hat Matthias Springer allerdings die Ansicht vertreten, dass es sich bei der vermeintlichen Zwei- oder Dreiteilung der Franken und damit auch bei den Rheinfranken um ein Konstrukt der Forschung handelt, das auf einer Missdeutung der späteren mittelalterlichen Quellen beruhe.
Ripuarisch (von lateinisch ripa ‚das Ufer‘) – auch Ripwarisch, Ribuarisch oder Nordmittelfränkisch – ist eine kontinentalwestgermanische Dialektgruppe. Es ist die Eigentliche der drei großen Rheinisch genannten Sprachgruppen, unter denen es räumlich und im Dialektkontinuum des Rheinlandes eine Mittelstellung einnimmt zwischen dem Niederrheinischen am Niederrhein, das wie die niederländische Sprache zum Niederfränkischen zählt, und dem südlich angrenzenden moselfränkischen Dialektraum, welcher wie die ripuarischen Dialekte in manchen Fällen der westmitteldeutschen Sprachengruppe zugerechnet wird. Der ripuarische Sprachraum umfasst die Umgebung der Städte Köln, Bonn und Aachen. Sprachgeschichtlich wie phonetisch am nächsten verwandt ist das Südniederfränkische, eine in Nordbelgien und der südostniederländischen Provinz Limburg sowie einem schmalen Streifen von Heinsberg bis zum Niederrhein in Deutschland verbreitete niederfränkische Varietät. Diese genießt in den Niederlanden den offiziellen Status als Minderheitensprache nach der EU-Charta. Die letzten Städte und Dörfer die noch Ripuarisch sprechen. Im Land van Rode. Köln, Aachen, Herzogenrath, Merkstein, Alsdorf, Ubach, Wels, Roerdorp, Vaals, Gulpen, Margraten, Bocholtz, Simpelveld, Kerkrade.
Die Lex Ripuaria (auch Lex Ribuaria) ist eine Sammlung von in Latein verfassten Gesetzestexten, die Anfang des 7. Jahrhunderts während der Herrschaft des austrasischen Königs Dagobert I. für das Gebiet des Herzogtum Ripuarien erschienen ist. Die Lex Ribuaria ist eine Sammlung germanischer Gesetze aus dem 7. Jahrhundert, die Gesetze der Ripuarischen Franken. Die Gesetzessammlung orientierte sich am Gesetz der salischen Franken (Lex Salica) aus den Jahren 507 bis 511, betonte aber traditionelles fränkisches Recht. Demgegenüber enthielt die Lex Salica auch noch umfassende gesetzliche Regelungen für die römische bzw. galloromanische Bevölkerung.
Aachener Gaffelbrief
Aachener Gaffelbrief ist die Bezeichnung für eine historische Verfassung der Freien Reichsstadt Aachen, die erstmals 1450 getroffen wurde und nach mehrmaligen Aktualisierungen bis 1794 Bestand hatte. Der Gaffelbrief spielte eine frühe Rolle in der Demokratisierungsbewegung vor allem der einfachen Bürger und der sich in Zünften organisierenden Gewerbetreibenden, die sich von den mehrheitlich regierenden Patriziern und Aristokraten nicht mehr zeitgemäß vertreten fühlten, und spiegelt dabei auch die historische Entwicklung des Aachener Zunftwesens wider. Die Herkunft des Wortes Gaffel leitet sich von dem Niederdeutschen / Kölschen Wort Gabel ab, womit ursprünglich eine zweizinkige (Fleisch-)Gabel gemeint war.
Jahrhundertelang war Vaals eine protestantische Enklave in der Region

Im Abschnitt „From Zero to Now“ spricht Martin van der Weerden über die vielseitige Geschichte dieser Region. Diesmal geht es um Vaals, das ab Mitte des 17. Jahrhunderts Teil der Niederländischen Republik wurde. Eine protestantische Insel in einem katholischen Umfeld. Während des Friedens von Münster (1648) und der daraus resultierenden Vereinbarungen kam es zu einer recht verwirrenden Teilung Süd-Limburgs. Ein Teil wurde zu Staats, benannt nach den Generalstaaten der Protestantischen Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Aufgrund der großen Macht Hollands in dieser Republik wurden diese Gebiete auch niederländisch genannt. Der andere Teil unserer Region blieb beim katholischen Königreich Spanien. Die Wünsche der lokalen Bevölkerung wurden damals nicht berücksichtigt.
Unterdrückte Protestanten
Im niederländischen Vaals waren verschiedene protestantische Kirchen erlaubt. Das Ergebnis war, dass unterdrückte Protestanten aus den umliegenden katholischen Gebieten, darunter Aachen und Wittem, nach Vaals kamen und dort zu einem wichtigen Faktor der Gesellschaft wurden. Die ehemalige reformierte Kirche in der Kopermolen, heute ein Kulturzentrum, ist ein greifbarer Beweis dafür.
Gewalt
Das Verhältnis zum katholischen Umfeld führte zu Spannungen und Gewaltausbrüchen, etwa gegen Protestanten, die mehr oder weniger heimlich in Vaals in die Kirche gehen wollten. Um 1800 führten die französischen Revolutionäre auch in unseren Gebieten die Gleichstellung der Religionen ein, wodurch sich die Spannungen zwischen den verschiedenen Religionen allmählich verringerten.
Forschung
Dr. Thomas Richter von der RWTH in Aachen hat zu diesem Thema promoviert. Durch die Nutzung oft ungenutzter Quellen entdeckte er, dass Katholiken und Protestanten im Allgemeinen friedlich nebeneinander lebten. Doch oft brauchte es nicht viel, um Dinge in Brand zu setzen. Auch im 17. und 18. Jahrhundert kam es immer wieder zu Gewaltausbrüchen.
Südostlimburgischer Dialekt
Südostlimburgisch (niederländisch: Zuidoost-Limburgs) ist ein Sammelbegriff für die in Niederländisch-Limburg gesprochenen Ripuarian-Dialekte. In den Niederlanden und Belgien wird diese Gruppe oft unter dem Oberbegriff Limburgisch zusammengefasst. Limburgisch ist in den Niederlanden als Regionalsprache anerkannt und genießt daher einen gewissen Schutz gemäß Kapitel 2 der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen.
Völzer plat
Das Völser Platt ist ein Ripoarischer Dialekt, der in Vols gesprochen wird, einer Stadt in der Nähe von Ocher, die im Niederländischen eher einem „Löcher“ gleicht. Die Sprachgrenze zu den Limburger Dialekten, auch als Jenannt-Isoglosse bekannt, verläuft westlich und innerhalb des sogenannten Vols-Gebiets. Diese Grenze wird Benrather-Linie genannt. Das Völser Platt weist große Ähnlichkeit mit dem Öcher und dem Kirchröadsj auf. Kennmerk vom Vaalser Platt ist der isch/misch Klang, den wir sprechen. In lemiers, drei kilometer entfernt von Vaals, sagt man schon ‘ich’, aber wir sagen ‘isch’. Was Aufällt das wir eigentlich keinen Buchstaben G in userer Sprache kennen. Das G wird durch einen Kehlkopflaut ersetzt. ‘In Oche zaat mer, dat ‘t beste Öcher plat jekalld weat i Vols.’ -> ‘In Aachen sagt man, das, das Beste Öcher Platt in Vaals gesprochen wird.’
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