Lithium

Lithium (von altgriechisch λίθος líthos, deutsch ‚Stein‘, Aussprache [ˈliːtsi̯ʊm oder [ˈliːti̯ʊm) ist ein chemisches Element mit dem Symbol Li und der Ordnungszahl 3. Es ist ein Element der 1. IUPAC-Gruppe, der Gruppe der Alkalimetalle, und gehört zur zweiten Periode des Periodensystems der Elemente. Lithium ist ein Leichtmetall und besitzt die geringste Dichte der unter Standardbedingungen festen Elemente.

Als Spurenelement ist Lithium in Form seiner Salze ein häufiger Bestandteil von Mineralwasser. Im menschlichen Organismus sind geringe Mengen Lithium vorhanden; das Element ist jedoch nicht essenziell und hat keine bekannte biologische Funktion. Einige Lithiumsalze haben aber eine medizinische Wirkung und werden in der Lithiumtherapie bei bipolaren AffektstörungenManieDepressionen und Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt.

Der Altersforscher Michael Ristow zeigte 2011 einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Gehalt an Lithium in der Umwelt und der Lebenserwartung des Menschen: in einer japanischen Bevölkerungsstudie bestand danach zwischen einem höheren Gehalt von Lithium und einer höheren Lebenserwartung ein statistisch signifikanter Zusammenhang; des Weiteren verlängerten hohe Lithiumkonzentrationen die Lebenserwartung des Fadenwurms und Modellorganismus Caenorhabditis elegans. Aufgrund der zahlreichen Effekte auf die menschliche Gesundheit wird diskutiert, ob Lithium womöglich ein essentielles Spurenelement darstellt.


Lithiumtherapie

Bei der Lithiumtherapie wird Lithium in Form einiger seiner Salze bei bipolarer StörungManie oder Depressionen einerseits als Phasenprophylaktikum, andererseits auch zur Steigerung der Wirksamkeit in Verbindung mit Antidepressiva eingesetzt. Eine weitere Anwendung ist die vorbeugende Behandlung bei Cluster-Kopfschmerz.


Dr. med. Michael Spitzbart

Dr. med. Michael Spitzbart bezeichnet Lithium als ein essentielles Spurenelement und den 48. Baustein (neben seinen klassischen 47 Vitalstoffen), das in winzigen Mengen eine wichtige Rolle für die Gehirngesundheit, die Neurogenese (Neubildung von Nervenzellen) und den Schutz vor Entzündungen und Demenz spielt. Da Lithium in Standard-Blutbildern meist nicht gemessen wird, bleibt ein Mangel oft unentdeckt.

In weiten Teilen Europas sind die Böden und das Trinkwasser lithiumarm. Die künstliche Beigabe von Stoffen im europäischen Trinkwasser beschränkt sich fast ausschließlich auf Fluorid (z. B. in Teilen von Großbritannien und Irland zur Kariesprävention) oder Chlor (zur Desinfektion). Es gibt weltweit aktuell kein einziges Land, das eine gesetzliche oder flächendeckende künstliche Anreicherung (Fortifikation) von Leitungswasser mit Lithium betreibt. 


Anarchist Marxist: Auf den Punkt.

Vagabund – Alternative Berichterstattung [The Anarchist Marxist – AM]

Lithium hat keine Lobby. Es ist kein patentierbares Medikament, das Pharmaunternehmen verkaufen können. Es ist kein trendiges Superfood, das Influencer bewerben. Es ist ein natürlicher, günstiger Stoff, der in der Erde vorkommt. Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen Lithium im Trinkwasser und einer höheren Lebenserwartung zeigen – aber Korrelation ist nicht Kausalität. Die japanische Bevölkerungsstudie von 2011, auf die sich Befürworter immer wieder berufen, beweist nicht, dass Lithium der Grund für die längere Lebensdauer ist. Sie zeigt lediglich, dass in Regionen mit höherem Lithiumgehalt die Menschen länger leben. Aber was ist mit anderen Faktoren? Ernährung, Lebensstil, genetische Prädispositionen, Umweltbedingungen – all das wurde nicht ausreichend kontrolliert.

Lithium ist kein harmloses Spurenelement. Es ist kein Wundermittel. Und es ist schon gar keine Lösung für die Gesundheitsprobleme unserer Gesellschaft. 

Die Diskussion um Lithium als „essentielles Spurenelement“ und Lebensverlängerer ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Wissenschaft missbraucht, vereinfacht und zu Marketingzwecken instrumentalisiert wird. Was als revolutionäre Erkenntnis verkauft wird, ist in Wahrheit ein Haus aus Karten, das auf dünnen Studien, übertriebenen Interpretationen und einer gefährlichen Ignoranz gegenüber den Risiken aufgebaut ist.

Und selbst wenn Lithium einen Effekt hätte: Die Dosis macht das Gift. Die in der Studie beobachteten Lithiumkonzentrationen im Trinkwasser lagen im Mikrogramm-Bereich. Doch schon leicht erhöhte Dosen können toxisch wirken. Die therapeutische Breite von Lithium ist extrem schmal – der Unterschied zwischen einer wirksamen und einer gefährlichen Dosis ist minimal. Eine flächendeckende Anreicherung des Trinkwassers wäre ein unberechenbares Experiment mit unkalkulierbaren Risiken.

Eine Zwangsmedikation über das Trinkwasser wirft ernsthafte ethische Fragen auf. Wer entscheidet, welche Dosis „sicher“ ist? Wer haftet, wenn Menschen Schaden nehmen? Und was ist mit Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen kein Lithium vertragen? Sollten sie gezwungen werden, ihr Leitungswasser zu filtern – oder gar teures Mineralwasser kaufen, um einer ungewollten Medikation zu entgehen?


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