Ein unbemanntes Luftfahrzeug oder eine Drohne (englisch unmanned aerial vehicle, kurz UAV) ist ein Luftfahrzeug ohne eine an Bord befindliche Besatzung. Die Steuerung und Navigation erfolgt entweder ferngesteuert, entlang eines vorprogrammierten Flugwegs oder auch vollständig autonom. Unbemannte militärische Luftfahrzeuge sind oft Teil eines umfassenderen Systems (englisch unmanned aircraft system, UAS). Umgangssprachlich werden mitunter auch ferngesteuerte Flugmodelle und Multicopter als Drohnen bezeichnet.
Geschichte unbemannter Kampfflugzeuge (UCAVs)
Die Geschichte unbemannter Kampfflugzeuge (UCAVs) ist eng mit der allgemeinen Geschichte unbemannter Luftfahrzeuge (UAVs) verknüpft. Obwohl die Technologie mindestens bis in die 1940er-Jahre zurückreicht, erfolgte ihr breiter Einsatz in realen Operationen erst in den 2000er-Jahren. UCAVs sind heute ein wichtiger Bestandteil moderner Kriegsführung, unter anderem im syrischen Bürgerkrieg, im Bergkarabachkrieg 2020 und während des russischen Einmarsches in die Ukraine 2022.
Unbemannte Luftfahrt
Als unbemannte Luftfahrt bezeichnet man alle Luftfahrt-Aktivitäten, die mit unbemannten Luftfahrzeugen (im engeren Sinne ausschließlich unbemannt nutzbar) durchgeführt werden.
Loitering Weapon
Als Loitering Weapon oder Loitering Ammunition (englisch für „lungernde Waffe“ oder „lungernde Munition“) werden Lenkwaffen bezeichnet, die zunächst ohne bestimmtes Ziel gestartet werden und anschließend längere Zeit über dem Zielgebiet kreisen. Drohnenpiloten am Boden können der Lenkwaffe per Datenlink ein Ziel zuweisen und die Lenkwaffe greift dieses an. Lenkwaffen können je nach Ausführung auftauchende Ziele auch mittels eigener Sensorik entdecken, bewerten und den Angriff selbstständig ausführen.
Als präzisionsgelenkte Munition (englisch precision-guided munition, PGM; Smart Munition, Smart Bomb oder Guided Bomb Unit kurz GBU) werden selbststeuernde und ferngelenkte Raketen, Flugkörper, Fliegerbomben und Artilleriegranaten bezeichnet, die nach dem Verlassen des Trägersystems beziehungsweise nach dem Abschuss ihre Fluglage gezielt ändern und somit eine gegenüber ungelenkter Munition wesentlich größere Zielgenauigkeit erreichen können.
Fritz X war der gebräuchlichste Name einer ferngelenkten Fallbombe, die im Zweiten Weltkrieg unter Federführung von Max Kramer von der deutschen Firma Ruhrstahl entwickelt wurde. Die Waffe wurde nach Sicht manuell mit einer Funkfernsteuerung ins Ziel geführt (heute als MCLOS bezeichnet) und war für den Einsatz gegen Schiffsziele konzipiert, kam aber auch gegen Landziele zum Einsatz. Die Fritz X war die erste in Serienproduktion hergestellte Lenkbombe der Welt und gilt somit als einer der Vorgänger von Seezielflugkörpern bzw. präzisionsgelenkter Munition.
Zieldarstellungsdrohnen
Zieldarstellungsdrohnen sind unbemannte, ferngesteuerte Luftfahrzeuge, die der realitätsnahen Ausbildung und Übung von Flugabwehrkräften dienen. Durch die Nutzung einer Zieldarstellungsdrohne können Flugabwehrkräfte sehr realitätsnah üben, ein Luftfahrzeug zu erfassen, zu verfolgen und gegebenenfalls abzuschießen, ohne dabei Menschenleben zu gefährden.
Drohnenkrieg
Drohnenkrieg bezeichnet eine Form der Kriegsführung aus der Luft (Luftkrieg), zu Boden (Landkrieg) und zu Wasser (Seekrieg), bei der unbemannte Flugzeuge, Landfahrzeuge, Wasser- oder Unterwasserfahrzeuge eingesetzt werden. Übergeordnet zählen diese Systeme zu den unbemannten Systemen oder bereits zu den autonomen Waffensystemen. Der Begriff „Drohne“ bezieht sich ursprünglich auf Fluggeräte, wird jedoch auch auf land- oder see-basierte Waffensysteme übertragen. Spezielle militärische unbemannte Fluggeräte oder Flugwaffen sind auch als Unmanned Combat Aerial Vehicles (UCAV) bekannt. Sie sind nicht zu verwechseln mit Raketenwaffen. Bei Marschflugkörpern gibt es im Spezialfall jedoch gewisse Übereinstimmungen, z. B. die Fernsteuerung.
Unbemanntes Kampfflugzeug (UCAV) ‘Kampfdrohne‘
Ein unbemanntes Kampfflugzeug (UCAV), auch Kampfdrohne, Jagddrohne oder Gefechtsfeld-UAV genannt, ist ein unbemanntes Luftfahrzeug (UAV), das Waffensysteme wie Luft-Boden-Raketen, Panzerabwehrlenkraketen (ATGMs) und/oder Luftbomben an Außenlastträgern oder im Waffenschacht tragen kann und dadurch taktische Angriffe, sogenannte Drohnenangriffe, durchführen kann. Einige neuere UCAVs verfügen zusätzlich zur Drohnenangriffsfähigkeit über die Fähigkeit zum Luftkampf außerhalb der Sichtweite. Unbewaffnete Kampfdrohnen (UCAVs) werden für Aufklärung, Überwachung, Zielerfassung und -erkundung, Angriffe auf wichtige Ziele und längere Einsätze in der Luft eingesetzt, bevor sie zur Basis zurückkehren müssen. Dies unterscheidet sie von Loitering Munitions und Einweg-Angriffsdrohnen, die als Einwegdrohnen für den direkten Aufprall auf ein Ziel konzipiert sind und beim Aufprall explodieren, sowie von Überwachungsdrohnen, die unbewaffnet und ausschließlich für Luftaufklärung und Informationsgewinnung eingesetzt werden. Im März 2026 gab die britische Regierung bekannt, über Minenräumdrohnen zu verfügen und deren Einsatz in der Straße von Hormus zu erwägen. Diese Fluggeräte haben keinen Piloten an Bord, sondern werden in der Regel in Echtzeit von Bedienern ferngesteuert, wobei der Automatisierungsgrad variiert. Da der Bediener das Fluggerät per Funkfernsteuerung von einem Terminal aus steuert, ist keine Ausrüstung für einen Piloten an Bord erforderlich. Dies führt zu einem geringeren Gewicht und kleineren Abmessungen als bei bemannten Flugzeugen mit gleicher Nutzlast. Viele Länder verfügen über eigene, einsatzbereite unbemannte Kampfdrohnen (UCAVs), und viele weitere haben Kampfdrohnen importiert oder entwickeln diese derzeit. Technologische Fortschritte erweitern die Fähigkeiten von UCAVs rasant, wobei der Fokus auf verbesserter Autonomie und hochentwickelter künstlicher Intelligenz (KI) liegt. Einige UCAVs können komplexe Funktionen wie autonome Sensorfusion, Echtzeit-Zielidentifizierung und dynamische Missionsneuplanung ausführen und so die kognitive Belastung der Bediener reduzieren. Diese Entwicklung ist zentral für die moderne netzwerkzentrierte Kriegsführung, da sich UCAVs nahtlos in kombinierte Architekturen integrieren lassen. Durch den Datenaustausch zwischen verschiedenen Plattformen – von Satelliten bis hin zu Bodeneinheiten – schaffen sie ein integriertes, umfassendes Lagebild, das deutlich schnellere Entscheidungszyklen ermöglicht und damit einen entscheidenden Vorteil in der modernen Strategie darstellt. Ein bedeutender neuer Ansatz ist die Entwicklung von unbemannten Kampfdrohnen (UCAVs) mit Loyal-Wingman-Fähigkeit, die in kooperativen Teams mit bemannten Kampfflugzeugen operieren. Diese Drohnen können risikoreiche Missionen wie elektronische Angriffe, Vorwärtsaufklärung oder Waffeneinsätze durchführen und so die Piloten schützen und die Kampfkraft verstärken. Da die Streitkräfte weltweit zunehmend in unbemannte Systeme investieren und diese einsetzen, beschleunigt sich gleichzeitig ein Wettrüsten bei den Gegenmaßnahmen. Dazu gehört die Entwicklung fortschrittlicher Systeme für die elektronische Kampfführung (EK), Hochenergiewaffen und Drohnenabwehrsysteme zur Störung, Täuschung oder Zerstörung von UCAVs. Dieses Wettrüsten wird sicherstellen, dass das Schlachtfeld der Zukunft durch den Wettbewerb zwischen UCAV-Plattformen und den zu ihrer Bekämpfung entwickelten Maßnahmen geprägt sein wird.
Einweg-Angriffsdrohne (OWA-UAV oder OWA-Drohne)
Eine Einweg-Angriffsdrohne (OWA-UAV oder OWA-Drohne) ist ein selbstzerstörendes unbemanntes Luftfahrzeug (UAV), das ein Ziel durch Aufprall mit einem integrierten Sprengkopf angreift. Gängige Bezeichnungen sind Selbstmorddrohne, Kamikaze-Drohne oder explodierende Drohne. Diese Drohnen zerstören sich selbst, ähnlich wie Loitering Munitions. Loitering Munitions verfügen jedoch typischerweise über eine Steuerung durch einen menschlichen Bediener und die Fähigkeit, Ziele zu verfolgen, bevor sie von einem Bediener ferngesteuert angegriffen werden. Einweg-Angriffsdrohnen hingegen werden oft auf vorprogrammierte Koordinaten gerichtet. Die Leitsysteme von Einweg-Angriffsdrohnen variieren je nach Modell. Ein Typ von Einweg-Angriffsdrohne nutzt Satellitenpositionierung, um statische Ziele anzugreifen, und verfügt nicht über den elektrooptischen Zielsensor oder die Datenverbindungen, die für die Endphasenlenkung durch einen menschlichen Bediener erforderlich sind. Eine weitere Art von Einweg-Angriffsdrohne nutzt künstliche Intelligenz (KI) mit elektrooptischen Zielsensoren für präzisere Angriffe, selbst wenn kein menschlicher Bediener für die Endphasenlenkung zur Verfügung steht. Verteidigungsanalysten beschreiben sie häufig als kostengünstige und langsamere Alternative zu Marschflugkörpern im Vergleich zu herkömmlichen Drohnen. Der Begriff erlangte während des Russisch-Ukrainischen Krieges besondere Bedeutung, insbesondere durch den weitverbreiteten Einsatz der iranischen HESA Shahed 136 durch russische Streitkräfte (unter der Bezeichnung Geran-2).
WW1
Kettering Bug
Der Kettering Bug war ein von 1917 bis 1920 in den USA von Charles Kettering entwickelter und erprobter unbemannter Flugkörper, der heute unter den Begriff Marschflugkörper fallen würde.
Hewitt-Sperry-Automatikflugzeug
Das Hewitt-Sperry-Automatikflugzeug war ein Projekt aus dem Ersten Weltkrieg zur Entwicklung einer fliegenden Bombe, also eines unbemannten Flugzeugs, das Sprengstoff zu seinem Ziel transportieren konnte. Es gilt manchen als Vorläufer des Marschflugkörpers. Finanziert wurde es von der US-Marine und entwickelt von Elmer Sperry.
RAE-Larynx
Die Royal Aircraft Establishment Larynx (von „Long Range Gun with Lynx engine“) war ein frühes britisches unbemanntes Flugzeug, das als gelenkte Seezielflugkörper eingesetzt werden sollte. Die Entwicklung begann im September 1925; es handelte sich um einen frühen Marschflugkörper mit Autopilotsteuerung.
WW2
Fliegende Bombe
Eine fliegende Bombe ist ein bemanntes oder unbemanntes Luftfahrzeug, das einen großen Sprengkopf trägt und ein Vorläufer der heutigen Marschflugkörper ist. Im Gegensatz zu einem Bomber, der Bomben abwirft und anschließend zur Wiederverwendung zu seinem Stützpunkt zurückkehrt, stürzt eine fliegende Bombe in ihr Ziel und wird dabei zerstört. Der Begriff „fliegende Bombe“ wird am häufigsten mit zwei Waffen des Zweiten Weltkriegs in Verbindung gebracht: der deutschen V-1 und der japanischen Ohka. Erstere war unbemannt und gilt als der erste bekannte Marschflugkörper, der jemals im Kampf eingesetzt wurde; letztere beförderte einen Piloten auf einer Kamikaze-Mission.
Die Enzian (Rakete) war eine in Entwicklung befindliche deutsche Flugabwehrrakete während des Zweiten Weltkrieges. Die Rakete war sowohl für den Boden-Luft- als auch den Luft-Luft-Einsatz vorgesehen. Sie wurde in Oberammergau von der Oberbayerischen Forschungsanstalt, einer Zweigstelle der Messerschmitt-Werke, entwickelt und unter anderem in der Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West getestet.
Flakzielgerät 43 ‘Argus As 292 Fernfeurer‘
Die Argus As 292 Fernfeuer war ein zu Aufklärungszwecken und als Luftzieldrohne eingesetztes ferngesteuertes Kleinflugzeug.
Flakzielgerät 76 – FZG 76 – V1 – Fieseler Fi 103 ‘Höllenhund’
Unbemannte Version der Fi 103. Die Fieseler Fi 103 war der erste militärisch eingesetzte Marschflugkörper. Sie wurde als eine der „Wunderwaffen“ in der NS-Propaganda des Zweiten Weltkriegs auch Vergeltungswaffe 1 bzw. nur kurz V1 genannt. Die Entwicklung der Gerhard-Fieseler-Werke in Kassel trug den Tarnnamen FZG 76 für Flakzielgerät 76 und war im Frühjahr 1944 einsatzbereit. Von Juni 1944 bis März 1945 wurden ca. 12.000 Fi 103 von der Wehrmacht hauptsächlich gegen Ziele in England (London) und Belgien (Hafen von Antwerpen) eingesetzt. Das im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums ab Mitte 1942 entwickelte „Ferngeschoß in Flugzeugform“ war mit fast einer Tonne Sprengstoff beladen und wurde daher umgangssprachlich auch „Flügelbombe“ genannt.
Bemannte Version der Fi 103. Reichenberg-Gerät war die Tarnbezeichnung für eine bemannte Fieseler-Fi-103-Version, die im Zuge dieser Entwicklung im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Sie wurde auch als V4 bezeichnet und war eine als Kamikaze-Waffe modifizierte V1 (siehe auch: deutsches Militärprojekt „Selbstopfer“). Die Japaner griffen dieses Prinzip auf und stellten die Yokosuka MXY-7 her.
Die Yokosuka MXY-7 „Ōka“ (japanisch 桜花, „Kirschblüte“) war ein für Kamikaze-Angriffe konzipiertes japanisches Militärflugzeug des Zweiten Weltkrieges. Die Codebezeichnung der Alliierten für diese bemannte Gleitbombe war „Baka“ (japanisch für „Idiot“). Vorne seitlich am Bug war ein fünfgliedriges rosa Logo aufgemalt, das eine Kirschblüte symbolisiert.
Leichter Ladungsträger Goliath
Der Leichte Ladungsträger (Sd.Kfz. 302 bzw. 303) Goliath ist ein deutsches gepanzertes Pioniergerät, das in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs durch Kabelsteuerung Sprengladungen in gegnerische Stellungen lenken konnte. Die gelegentlich verwendete Bezeichnung Kleinstpanzer ist irreführend, da das Gerät nicht über eine Besatzung verfügte.
Mittlere Ladungsträger (Sd.Kfz. 304) „Springer“
Der Mittlere Ladungsträger (Sd.Kfz. 304) „Springer“ war ein selbstzerstörender Sprengpanzer, der im Zweiten Weltkrieg ab 1944 für die deutsche Wehrmacht gebaut wurde. Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte das Heereswaffenamt mit speziellen Fahrzeugen für die Pioniertruppe beschäftigt. Diese sollten zum einen gegen gegnerische Minenfelder und zum anderen gegen Bunker und schwere feindliche Panzerfahrzeuge eingesetzt werden. Aus diesen Projekten gingen die Minenräum-Wagen Borgward B I und Borgward B II, die leichten Ladungsträger „Goliath“ und der schwere Ladungsträger Borgward B IV hervor. Im Jahr 1944 hatte man bereits einige Erfahrungen mit diesen ferngelenkten Fahrzeugen gesammelt und entschied angesichts der Einsatzergebnisse, ein neues Fahrzeug zu entwickeln.
Schwere Ladungsträger (Sd.Kfz. 301) Borgward B IV
Der Schwere Ladungsträger (Sd.Kfz. 301) Borgward B IV (Sd.Kfz. = Sonderkraftfahrzeug) war ein nach Beginn des Zweiten Weltkrieges bei Borgward für die Wehrmacht entwickeltes Kettenfahrzeug, welches ferngesteuert eine Sprengladung an einem Ziel absetzen konnte, die dann per Funk gezündet wurde, nachdem das Fahrzeug den Gefährdungsbereich verlassen hatte.
Fieseler Fi 157
Die Fieseler Fi 157 war ein unbemanntes Versuchsflugzeug, das eine automatische Steuerung besaß. Die Entwicklung dieser Maschine begann beim Fieseler Flugzeugbau Kassel im Juni 1936. Mit einem Trägerflugzeug brachte man die Maschine auf Höhe. Nach dem Ausklinken erfolgte der weitere Flug der Fi 157 mit dem eigenen Antrieb, einem Hirth HM 60 mit 60 PS. Gesteuert wurde das Fluggerät von einer mit Programm-Walzen ausgestatteten Automatik. Da dieses Versuchsflugzeug kein Verlustgerät war, aber weder Fahrwerk noch Kufe besaß, erfolgte die Landung wahrscheinlich mittels Fallschirm. Dieses Flugzeug war nicht für die Serienherstellung gedacht, sondern es sollte nur für die Durchführung von Prinzip-Versuchen dienen. Parallel zum Projekt der Fi 157 wurde im August 1936 mit der Entwicklung des Versuchsflugzeuges Fi 158 begonnen, das von der Formgebung her eine starke Ähnlichkeit zur Fi 157 aufwies.
Lippisch P.15 ‘Diana‘
Die Lippisch P.15 war ein geplantes deutsches Jagdflugzeug für den Zweiten Weltkrieg. Alexander Lippisch entwarf die Li P.15 nach der Inspektion der neuen Heinkel He 162, die seiner Meinung nach verbesserungsfähig war. Die überarbeitete He 162 bestand aus dem Bug der Heinkel 162, den Tragflächen und dem Leitwerk der Me 163C, einem neu konstruierten hinteren Rumpf und einem vom Bf 109 adaptierten Fahrwerk. Als Antrieb sollte ein einzelnes Heinkel HeS 011 A-Turbojet-Triebwerk im hinteren Rumpf dienen, das über zwei in den Tragflächenwurzeln verborgene Lufteinlässe versorgt wurde. Obwohl das Flugzeug nie in Originalgröße gebaut wurde, ist ein ferngesteuertes Modell erhältlich.
Interstate TDR
Die Interstate TDR war ein unbemanntes Fluggerät – heutzutage Drohne genannt. Sie wurde von der Interstate Aircraft and Engineering in El Segundo/Kalifornien im Zweiten Weltkrieg entwickelt. Mit Bomben oder Torpedos bewaffnet war sie für den Einsatz mit der United States Navy geplant. 2.000 Stück wurden bestellt, aber nur etwa 200 wurden gebaut, bevor der Auftrag gestrichen wurde. Einige wurden im Pazifikkrieg gegen Japan eingesetzt, aber anhaltende Entwicklungsprobleme mit dem Flugzeug sowie die Erfolge mit den konventionellen Waffen führten dazu, dass im Oktober 1944 die Entscheidung getroffen wurde, das Programm mit Angriffsdrohnen einzustellen.
Nach 1945
Dornier Aerodyne
Unter der Bezeichnung Aerodyne lief bei Dornier ein unbemannter, flügelloser Senkrechtstarter, von A.M. Lippisch konzipiert und von Dornier im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung entwickelt und gebaut. Lippisch gehörte dabei zum Team. Der Erstflug fand am 18. September 1972 statt. Die Entwicklung endete nach erfolgreicher Schwebeflugerprobung mit dem Fluggerät Aerodyne E1 am 30. November 1972. Zur Weiterführung dieser Experimentalstudie kam es nicht, weil sich kein Bedarfsträger in der Bundeswehr fand, bzw. man wollte die vorgesehene Aufgaben nunmehr mit bemannten Hubschraubern durchführen.
Drohnen der Bundeswehr
Die Drohnen der Bundeswehr sind unbemannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aerial Vehicles, UAV) verschiedener Typen und Klassen, die von der Bundeswehr eingesetzt oder erprobt werden bzw. wurden. Sie tragen vor allem Aufklärungsmittel als Nutzlast oder werden zur Zieldarstellung in der Schießausbildung eingesetzt. Nach einer längeren politischen Debatte fiel 2022 unter dem Eindruck des russischen Überfalls auf die Ukraine die Entscheidung, künftig auch bewaffnete Drohnen einzusetzen. Deutschland war mit Stand 2020 eines von weltweit etwa 100 Ländern, die militärische Drohnen nutzen, darunter waren 40 Länder mit bewaffneten Drohnen. Die deutsche Luftwaffe betreibt Aufklärungsdrohnen der MALE-Klasse, während im Heer und bei der Marine kleine und mittlere Systeme eingesetzt werden.
Drohne-Anti-Radar ‘DAR‘
Die Drohne-Anti-Radar (DAR) war ein Entwicklungsprojekt der Dornier GmbH für ein unbemanntes Fluggerät zum Aufspüren und Bekämpfen feindlicher Radaranlagen, insbesondere solcher zur Flugabwehr, in einem vorgegebenen Zielgebiet. Das Entwicklungsprojekt wurde 1994 beendet und kam als System in Deutschland nicht zur Einführung.
Die Shahed 136 (persisch شاهد ۱۳۶, DMG Šāhed 136, ‚Augenzeuge 136‘, in Russland auch „Geran-2“) ist ein unbemanntes Luftfahrzeug der iranischen Iran Aircraft Manufacturing Industrial Company (HESA). Es handelt sich um eine Einweg-Drohne, die aufgrund ihrer einfachen Konstruktion und geringen Kosten in großen Mengen eingesetzt wird, allerdings nach dem Start nicht mehr zurückgerufen werden kann. Sie kommt im Russisch-Ukrainischen Krieg spätestens seit 2023 zum massiven Einsatz.
Es gibt Hinweise darauf, dass die von Dornier bereits 1985 gefertigte Drohne DAR als Muster für die iranische Entwicklung gelten könnte. Optisch sehen sich beide Drohnen extrem ähnlich, zumal sich auch die Funktionsweise gleicht. Die Entwicklung von Dornier stammt aus den 1980er-Jahren und wurde nach dem Ende des Kalten Krieges nicht weitergeführt. Eine funktionell und äußerlich ähnliche Einweg-Drohne, die israelische IAI Harpy, fand in den 2000er/2010er-Jahren große Verbreitung, die Entwicklerfirma wurde später von China erworben. Danach erfolgte dort die Produktion von Drohnen, die dem Harpy-System ähnelten. Die Harpy soll schließlich von der Islamischen Republik Iran kopiert worden sein, um die Shahed 136 zu entwickeln. Sie wurde in großen Stückzahlen an Russland geliefert und dort auch unter Lizenz in hohen Stückzahlen produziert, wobei es zu einer Vielzahl von Varianten und Weiterentwicklungen (Geran 2) kam. Die USA hat ein ähnlich aussehendes Modell LUCAS (Drohne) gegen den Iran eingesetzt.
Die Gerbera (russisch Гербера) ist eine russische Mehrzweck-Flugdrohne. Sie kann als Kamikazedrohne eingesetzt werden, Aufklärungsmissionen durchführen und Signale weiterleiten, um den Kampfradius anderer Drohnen zu erweitern oder um ihre Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Kampfführung zu erhöhen. Russland setzt die Drohne in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine in großer Zahl ein. Sie soll dabei insbesondere auch der Täuschung und Überforderung der ukrainischen Luftabwehr dienen und Shahed– bzw. Geran-2-Drohnen imitieren.
Rheinmetall KZO
Die KZO (Kleinfluggerät Zielortung; früher Brevel) des Herstellers Rheinmetall ist ein unbemanntes Luftfahrzeug (eine sogenannte Drohne, fachlich ein tactical unmanned aerial system, kurz TUAS), das die Heeresaufklärungstruppe und die Artillerietruppe des deutschen Heeres zur Aufklärung und Zielortung einsetzt. Das Fluggerät bildete auch die technische Basis für eine Drohne zur elektronischen Kampfführung, die jedoch nicht eingeführt wurde.
MQ-20 Avenger ‘Predator C‘
Die MQ-20 Avenger von General Atomics ist eine Drohne, die aus der MQ-9 Reaper entwickelt worden ist. Allerdings wurde der Propellerantrieb durch ein Mantelstromtriebwerk ersetzt. Ursprünglich wurde die Avenger auch als „Predator C“ bezeichnet.
Kratos XQ-58 ‘Valkyrie‘
Die Kratos XQ-58 Valkyrie ist ein experimentelles, unbemanntes Kampfflugzeug (UCAV) mit Tarnkappentechnik, das von Kratos Defense & Security Solutions für das Programm „Low Cost Attritable Strike Demonstrator“ (LCASD) der US-Luftwaffe im Rahmen des Projektportfolios „Low Cost Attritable Aircraft Technology“ (LCAAT) des Forschungslabors der US-Luftwaffe entwickelt und gebaut wurde. Ursprünglich trug sie die Bezeichnung XQ-222. Die Valkyrie absolvierte ihren Erstflug am 5. März 2019 auf dem Yuma Proving Ground in Arizona.
BAE Systems Taranis
Die BAE Systems Taranis ist ein Technologie-Demonstrator für ein britisches UCAV. Sie ist Teil des Strategic Unmanned Air Vehicle (Experimental) (SUAV[E]) Programms, dessen Ziel es ist, ein autonomes unbemanntes Luftfahrzeug mit Tarnkappeneigenschaften zu entwickeln. Weiter dient BAE Taranis zusammen mit dem Dassault Neuron als Technologieträger für das Future Combat Air System. Taranis ist der keltische Gott des Himmels, des Wetters und des Donners.
Suchoi S-70 ‘Ochotnik’
Die Suchoi S-70 Ochotnik (russisch Сухой С-70 Охотник, Jäger) ist ein in der Entwicklung befindliches russisches unbemanntes Tarnkappen–Kampfflugzeug, das im Verband mit der Suchoi Su-57 eingesetzt werden soll.
U-Space
Der U-Space ist der europäische Begriff für ein Verkehrsmanagement für unbemannte Luftfahrzeuge (Unmanned Traffic Management UTM). Er beinhaltet eine Sammlung digitaler und automatisierter Funktionen und Prozesse in einem Luftraum, die zum Ziel haben, der steigenden Zahl ziviler Drohnenoperationen einen sicheren und effizienten Zugang zum Luftraum zu gewähren. Das „U“ im Namen steht dabei für Unbemannt, Urban oder auch Universell.
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