Deutsches Heer in Chile

Faschismus, die höchste Stufe des Kapitalismus

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) legitimierte sich seit ihrer Gründung am 7. Oktober 1949 als antifaschistischer Staat. Der „Antifaschismus“ bildete den staatstragenden Gründungsmythos der DDR. Laut der marxistisch-leninistischen Doktrin war der Faschismus die „höchste Stufe des Kapitalismus“. Mit der Errichtung des sozialistischen Systems sah sich die DDR als der Staat, der die Wurzeln von Faschismus und Militarismus endgültig beseitigt habe.

Deutsche Demokratische Republik (DDR)

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war der östliche der beiden nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen deutschen Staaten, der vom 7. Oktober 1949 bis zur Herstellung der Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 bestand. Die DDR ging aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) hervor, die infolge der Besetzung und Teilung Deutschlands nach 1945 zustande gekommen war. Auf Betreiben der sowjetischen Militärregierung errichtete die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein diktatorisches Regime, das sich als den „real existierenden Sozialismus“ bezeichnete und bis zur friedlichen Revolution im Herbst 1989 existierte. In den vier Jahrzehnten ihres Bestehens blieb die DDR – wie die anderen realsozialistischen Ostblockländer – weitgehend von der Sowjetunion abhängig.

Faschismus

Faschismus (von italienisch fascio „Bund“) war zunächst die Eigenbezeichnung einer politischen Bewegung in Italien, die unter Führung von Benito Mussolini von 1922 bis 1943/45 die beherrschende politische Macht war und ein diktatorisches Regierungssystem errichtete, den Italienischen Faschismus. Ab den 1920er Jahren wurde der Begriff für alle ultranationalistischen, nach dem Führerprinzip organisierten antiliberalen und antimarxistischen Bewegungen, Ideologien oder Herrschaftssysteme verwendet, die seit dem Ersten Weltkrieg die parlamentarischen Demokratien abzulösen suchten. Die Verallgemeinerung des Faschismus-Begriffs von einer zeitlich und national begrenzten Eigenbezeichnung zur Gattungsbezeichnung einer bestimmten Herrschaftsart ist umstritten, besonders für den deutschen NS-Staat. Mit der Beschreibung und Erklärung des Faschismus beschäftigt sich die Faschismustheorie. Als Neofaschismus bezeichnet man im engeren Sinne die von Anhängern des Faschismus getragene politische Bewegung in Italien nach Mussolinis Sturz (Movimento Sociale Italiano 1946–1995 sowie neuere Bewegungen). Im weiteren Sinne werden auch in anderen Ländern bestehende Bewegungen und Parteien der extremen Neuen Rechten so bezeichnet, die sich zum Führerprinzip und zu völkisch beziehungsweise rassisch begründetem Elitedenken bekennen und einen übersteigerten Nationalismus und militanten Antikommunismus beziehungsweise eine latente Gewaltbereitschaft pflegen. In Deutschland trifft dies auf die Neonazis zu.

Faschismustheorien

Faschismustheorien sind wissenschaftliche Theorien, die das historische Phänomen des Faschismus in seinen wesentlichen Merkmalen und Ursachen zu beschreiben und zu erklären versuchen. In den Geschichts- und Sozialwissenschaften wurden dazu verschiedene theoretische Ansätze entwickelt, die sich vor allem in der Einschätzung unterscheiden, welche Merkmale faschistischer Bewegungen als charakteristisch beziehungsweise paradigmatisch anzusehen sind, und welche gesellschaftlichen und historischen Faktoren zur Entstehung dieser Bewegungen geführt haben.

Antifaschismus

Antifaschismus (zusammengesetzt aus griechisch ἀντί antí „gegen“ und Faschismus) bezeichnet eine Haltung, die sich gegen Faschismus richtet. Auch soziale Bewegungen, die sich gegen Faschismus richten, bezeichnen sich als antifaschistisch. Der Begriff entstand 1920 als Selbstbezeichnung von Gegnern des Faschismus in Italien und wurde dann auf den aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Deutschen Reich, gegen den Franquismus in Spanien und ähnliche politische Kräfte in Europa und Lateinamerika übertragen. Aus dieser Widerstandspraxis heraus entwickelten sich seit 1922 verschiedene Faschismustheorien, um eine umfassende politische Alternative zum Faschismus zu begründen. Antifaschismus enthält daher gesellschaftsanalytische und handlungsleitende Aspekte, bezeichnet aber keine einheitliche politische Theorie. Nach einer Definition des Instituts für deutsche Sprache aus dem Jahr 1989 fasst der Ausdruck „ganz allgemein alle gegen den Faschismus sowie gegen neofaschistische und neonazistische Tendenzen gerichteten Kräfte und Bewegungen“ zusammen. Anfang der 1980er Jahre entstand in mehreren westlichen Ländern die aktivistische soziale Bewegung der Antifa, die zum Teil auch gewaltsam gegen rechtsextreme Tendenzen vorgeht.

Antifaschistische Aktion

Antifaschistische Aktion war eine kommunistische Sammelbewegung, die von der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) gegründet wurde. Trotz der gelegentlichen Zusammenarbeit an der Basis mit manchen SPD-Aktivisten richtete sie sich auf Führungsebene gegen die Nazipartei (NSDAP) sowie Organisationen wie die Sturmabteilung (SA) und bekämpfte gleichzeitig scharf die SPD als sogenannte ‘Sozialfaschisten’ und die von ihr dominierte Eiserne Front. Davon wurden neue Gruppen und Netzwerke inspiriert, die das historische Antifa-Logo – die zwei wehenden roten Fahnen – verwendeten.

Erich Ernst Paul Honecker

Erich Ernst Paul Honecker (* 25. August 1912 in Neunkirchen (Saar); † 29. Mai 1994 in Santiago de Chile) war ein deutscher kommunistischer Politiker (KPDSED). Von 1971 bis zu seiner Entmachtung 1989 war er der maßgebliche Politiker der Deutschen Demokratischen Republik. Im Laufe der 1980er Jahre wurden die wirtschaftliche Lage, die Beziehungen zur Führungsmacht Sowjetunion unter Gorbatschow und die innenpolitische Lage der DDR zunehmend schwieriger. Bei seinem offiziellen Besuch in der Bundesrepublik Deutschland im September 1987 wurde Honecker in Bonn von Bundeskanzler Helmut Kohl und in seiner saarländischen Heimat von Ministerpräsident Oskar Lafontaine empfangen. Unter dem Eindruck der friedlichen Revolution in der DDR zwang das SED-Politbüro Honecker am 17. Oktober 1989 zum Rücktritt am Folgetag. Wegen seiner Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen in der DDR kam er 1992 in Berlin vor Gericht; das Verfahren wurde aber aufgrund seiner Krankheit und seiner darauf bezogenen Verfassungsbeschwerde eingestellt. Honecker reiste umgehend zu seiner Familie nach Chile, wo er im Mai 1994 starb.

Strafverfolgung und Flucht nach Moskau. Die Volkskammer der DDR setzte Mitte November 1989 einen Ausschuss zur Untersuchung von Korruption und Amtsmissbrauch ein, dessen Vorsitzender am 1. Dezember 1989 Bericht erstattete. Er warf den bisherigen SED-Machthabern umfassenden Missbrauch öffentlicher Ämter zu privaten Zwecken vor. Zudem habe Honecker seit 1978 jährliche Zuwendungen von rund 20.000 Mark durch die Bauakademie der DDR erhalten. Die Staatsanwaltschaft der DDR leitete daraufhin strafrechtliche Ermittlungen gegen 30 ehemalige DDR-Spitzenfunktionäre ein, unter ihnen zehn Mitglieder des Politbüros. Die meisten davon kamen in Untersuchungshaft, so am 3. Dezember 1989 auch Honeckers Wandlitzer Nachbarn Günter Mittag und Harry Tisch wegen persönlicher Bereicherung und Vergeudung von Volksvermögen. Am selben Tag wurde Honecker vom ZK aus der SED ausgeschlossen. Er schloss sich daraufhin der 1990 neu gegründeten „Kommunistischen Partei Deutschlands“ an, deren Mitglied er von 1992 bis zu seinem Tod war. Am 30. November 1989 wurde dem Ehepaar Honecker die Wohnung in Wandlitz gekündigt und am 7. Dezember 1989 durchsucht. Wegen der aufgeheizten Stimmung lehnten die Honeckers ein Wohnungsangebot am Bersarinplatz ab, beschwerten sich aber mehrfach, man habe sie obdachlos gemacht. Am 5. Dezember 1989 wurde auch gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Honecker sei „verdächtig, seine Funktion als Vorsitzender des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates der DDR und seine angemaßte politische und ökonomische Macht als Generalsekretär des ZK der SED missbraucht“ und „seine Verfügungsbefugnisse als Generalsekretär des ZK der SED zum Vermögensvorteil für sich und andere missbraucht zu haben“. Federführend war bis Januar 1990 das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) der DDR, also der Nachfolger der Stasi, das hierzu einen „Maßnahmeplan im Ermittlungsverfahren gegen Erich Honecker“ erarbeitet hatte, später betrieb die Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen beim Generalstaatsanwalt der DDR das Verfahren. Am 6. Januar 1990 erfuhr Honecker nach einer erneuten Untersuchung durch eine Ärztekommission aus den Abendnachrichten der Aktuellen Kamera des DDR-Fernsehens, dass er Nierenkrebs hatte. Am 10. Januar 1990 entfernte der Urologe Peter Althaus einen pflaumengroßen Nierentumor. Am Abend des 28. Januar 1990 wurde Honecker in seinem Krankenzimmer der Charité festgenommen, am nächsten Tag in das Haftkrankenhaus des Gefängnisses Berlin-Rummelsburg eingeliefert und nach einem Tag wegen Haftunfähigkeit entlassen. Seit seiner Entmachtung erhielt er Unterstützung von Jassir Arafat; spätestens ab der Einlieferung ins Krankenhaus Anfang 1990 unterstützte die PLO ihn mit Geldspenden. Rechtsanwalt Wolfgang Vogel wandte sich im Auftrag Honeckers an die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg und bat um Hilfe. Pastor Uwe Holmer, Leiter der Hoffnungstaler Anstalten in Lobetal bei Bernau, bot daraufhin dem Ehepaar Unterkunft in seinem Pfarrhaus an. Althaus fuhr es noch am Abend des 30. Januar 1990 dorthin. Schon am selben Tag kam es zu Kritik und später zu Demonstrationen gegen die kirchliche Hilfe für das Ehepaar Honecker, da dieses Christen, die sich nicht dem SED-Regime angepasst hätten, benachteiligt habe. Das Ehepaar wohnte dennoch – abgesehen von einer Unterbringung in einem Ferienhaus in Lindow, die im März 1990 schon nach einem Tag wegen politischer Proteste abgebrochen werden musste – bis zum 3. April 1990 weiter bei Holmers. Dann siedelte das Ehepaar Honecker in das sowjetische Militärhospital bei Beelitz über. Bei erneuten Untersuchungen auf Haftfähigkeit stellten dort die Ärzte bei Honecker die Verdachtsdiagnose eines bösartigen Lebertumors. Am 2. Oktober 1990, dem Vorabend der Deutschen Wiedervereinigung, wurden die wirtschaftsstrafrechtlichen Ermittlungsakten im Fall Erich Honecker von der Generalstaatsanwaltschaft der DDR an die der Bundesrepublik übergeben. Am 30. November 1990 erließ das Amtsgericht Tiergarten einen weiteren Haftbefehl gegen Honecker wegen des Verdachts, dass er den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze 1961 verfügt und 1974 bekräftigt habe. Der Haftbefehl war aber nicht vollstreckbar, da Honecker sich in Beelitz unter dem Schutz sowjetischer Stellen befand. Am 13. März 1991 wurde das Ehepaar nach vorheriger Information des Bundeskanzlers Kohl durch den sowjetischen Staatspräsidenten Gorbatschow mit einem sowjetischen Militärflugzeug von Beelitz nach Moskau ausgeflogen.

Ausreise nach Chile. Honecker flog unmittelbar darauf nach Santiago de Chile zu seiner Frau Margot und der gemeinsamen Tochter Sonja, die dort mit ihrem chilenischen Ehemann Leonardo Yáñez und ihren Kindern wohnte. Seine Mitangeklagten wurden dagegen am 16. September 1993 zu Freiheitsstrafen zwischen vier und siebeneinhalb Jahren verurteilt. Am 13. April 1993 wurde ein letzter zur Verfahrensbeschleunigung abgetrennter Prozess gegen Honecker in Abwesenheit des Angeklagten vom Berliner Landgericht ebenfalls eingestellt. Am 17. April 1993, dem 66. Geburtstag seiner Frau Margot, rechnete Honecker in einer Rede mit dem Westen ab und bedauerte seine Genossen, die noch im Gefängnis in Moabit saßen und „dem Klassenfeind trotzten“. Er schloss seine Rede mit den Worten: „Sozialismus ist das Gegenteil von dem, was wir jetzt in Deutschland haben. Sodass ich sagen möchte, dass unsere schönen Erinnerungen an die DDR viel aussagen von dem Entwurf einer neuen, gerechten Gesellschaft. Und dieser Sache wollen wir für immer treu bleiben.“

Tod und Beisetzung. In den letzten Monaten musste Honecker künstlich ernährt werden. Am 29. Mai 1994 starb er im Alter von 81 Jahren in Santiago de Chile. Sein Leichnam wurde im Krematorium des Zentralfriedhofs von Santiago eingeäschert, die Urne nach der Trauerfeier von Margot Honecker wohl mit nach Hause genommen. Die Datenbank des Friedhofs nennt als Tag der Kremierung den 30. Mai 1994 und bestätigt die Mitnahme der Asche nach außerhalb. Nach Aussage des Honecker-Enkels Roberto Yáñez befindet sich die Urne im Besitz eines Freundes der Familie. Während seine Mutter Sonja die Asche ihrer Eltern dem Pazifik übergeben wolle, sei er selbst für eine Beisetzung in Deutschland. Der Berliner Senat lehnte 2018 den Wunsch des Enkels ab, Honecker durch eine Bestattung seiner Asche in der Gedenkstätte der Sozialisten zu ehren.

Sonja Honecker

Sonja Honecker (geborene Sonja Feist, verheiratete Sonja Yáñez Betancourt, verkürzt Sonja Yáñez; * 1. Dezember 1952 in Ost-Berlin; † März 2022 in Santiago de Chile) war eine deutsche Informatikerin und die Tochter von Erich und Margot Honecker. Sie ließ sich im März 1990 angesichts des Zusammenbruchs der DDR zusammen mit ihrem chilenischen Ehemann und ihren Kindern im Heimatland ihres Mannes nieder und ermöglichte dadurch die spätere Aufnahme ihres Vaters in Chile.

Roberto Yáñez Honecker

Roberto Yáñez Honecker (* 10. Oktober 1974 in Ost-Berlin als Roberto Leonardo Yáñez Betancourt) ist ein deutschchilenischer KunstmalerDichter und Songwriter. Er lebt seit 1990 in Chile. Yáñez ist Vater einer 1997 geborenen Tochter und seines Sohnes Roberto Leonardo Yanez Ibanez-Honecker.

Salvador Guillermo Allende Gossens

Salvador Guillermo Allende Gossens [salβaˈðoɾ ɣiˈjeɾmo aˈjende ˈɣosens] (* 26. Juni 1908 in Santiago de Chile; † 11. September 1973 ebenda) war ein chilenischer Arzt und Politiker. Von 1970 bis 1973 war er Präsident von Chile. Seine Präsidentschaft war der Versuch, auf demokratischem Wege eine sozialistische Gesellschaft in Chile zu etablieren. Allende wurde durch einen Militärputsch im Jahr 1973 gestürzt, in dessen Verlauf er sich das Leben nahm.

Putsch in Chile 1973

Putsch in Chile 1973. Am 11. September 1973 putschte das Militär in Chile. Der drei Jahre zuvor demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende nahm sich das Leben, nachdem die Luftwaffe begonnen hatte, den Präsidentenpalast La Moneda zu bombardieren, und Militär in den Palast eingedrungen war. Eine Junta unter der Führung von Augusto Pinochet regierte Chile daraufhin bis zum 11. März 1990 als Militärdiktatur. Er war ein zentrales Ereignis im Kalten Krieg mit ähnlich symbolhafter Bedeutung wie die Revolution in Kuba.

Augusto José Ramón Pinochet Ugarte

Augusto José Ramón Pinochet Ugarte [pinoˈʧet] (* 25. November 1915 in Valparaíso; † 10. Dezember 2006 in Santiago de Chile) war ein chilenischer General und von 1973 bis 1990 Diktator Chiles. Pinochet war am 11. September 1973 maßgeblich an dem von den USA geförderten Militärputsch gegen den demokratisch gewählten marxistisch-sozialistischen Präsidenten Salvador Allende beteiligt. Von diesem Tag an regierte er Chile bis zum 11. März 1990 diktatorisch, zunächst als Vorsitzender einer Militärjunta, ab Juli 1974 als „Oberster Staatschef“ (Jefe Supremo) und seit dem 16. Dezember 1974 als Präsident. Kraft der bei dem Volksentscheid von 1980 angenommenen Verfassung wurde er ab dem 11. März 1981 bis 1989 Präsident der Republik Chile unter der neuen Institutionalität. Auf die enorme Zahl an Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur, darunter ca. 2.000 Morde, mehrere zehntausend Fälle von Folter und etwa Tausend Desaparecidos (gewaltsam „verschwundenen“ Chilenen) reagierte ein Teil der Weltöffentlichkeit mit Anklage und Kritik. Dagegen wurden die wirtschaftsliberalen Strukturreformen, die während seiner Regierungszeit stattfanden, international vor allem von Wirtschaftsexperten aus den USA stark beachtet. 1988 wurde Pinochet aufgrund eines in der Verfassung von 1980 festgelegten Volksentscheides vom chilenischen Volk aus dem Amt gewählt, was den Übergang zur Demokratie zur Folge hatte. 2001 wurde ein Prozess gegen ihn eröffnet, er wurde jedoch aus gesundheitlichen Gründen für nicht verhandlungsfähig erklärt. Er starb, ohne dass er für die Verbrechen während der Militärdiktatur in Chile wie zahlreiche andere südamerikanische Militärs dieser Zeit verurteilt wurde.


Deutsches Heer in Chile

Das deutlich deutsche Erscheinungsbild der chilenischen Armee – mit ihren Spitzhelmen, grauen Uniformen und dem Stechschritt – ist das Ergebnis eines gezielten Modernisierungsprogramms im späten 19. Jahrhundert. Chile heuerte preußische Offiziere an, um sein Militär zu reorganisieren und auszubilden, und übernahm dabei Doktrin, Organisation und Paradeuniformen der kaiserlichen deutschen Armee. Nach dem Sieg im Salpeterkrieg (1879–1883) Ende des 19. Jahrhunderts strebte Chile die Professionalisierung und Modernisierung seines Militärs an, um die regionale Vorherrschaft zu erlangen. Damals galt das preußische (deutsche) Militär weithin als das stärkste und erfolgreichste der Welt. 1886 engagierte die chilenische Regierung den preußischen Hauptmann Emil Körner. Dieser verbrachte Jahre damit, das chilenische Offizierskorps umzuschulen und die Struktur der Armee, die Exerzierstile und die Uniformmuster von französischen Einflüssen auf das deutsche Modell umzustellen. Der steifbeinige, zeremonielle Marschstil (der Stechschritt oder Gänsemarsch) ist ein direktes Erbe der preußischen Militärdrill-Tradition. The Pickelhaube, diese berühmten Spitzhelme wurden von Militärkadetten, der Kavallerie und Artillerieregimentern getragen und waren vor und während des Ersten Weltkriegs in der kaiserlichen deutschen Armee zu finden. Da Chile stark von deutschen Militärmodellen aus verschiedenen Epochen beeinflusst wurde, finden sich in ihrer Ausrüstung Artefakte sowohl des kaiserlichen Preußen als auch der Wehrmacht der 1930er Jahre. In den 1930er Jahren bewunderten Teile des chilenischen Militärs die hochdisziplinierte Wehrmacht und orientierten sich bei der Gestaltung ihrer Uniformen weiterhin am deutschen Vorbild. Der Stahlhelm (der ikonische deutsche Helm aus dem Zweiten Weltkrieg) der Stahlhelm Modell 42 leicht modifiziert und die Uniform der Wehrmacht wird noch heute von Unteroffiziersschulen und einigen Infanterieeinheiten zu zeremoniellen Zwecken verwendet.

Preußische Armee

Die Preußische Armee (Vollform Königlich Preußische Armee, von 1644 bis 1701 Kurfürstlich Brandenburgische Armee) war die Armee des preußischen Staates von 1701 bis 1919. Sie ging aus dem seit 1644 existierenden stehenden Heer Brandenburg-Preußens hervor. 1871 ging sie ins Deutsche Heer ein und wurde 1919 als Folge der Niederlage des Deutschen Kaiserreiches im Ersten Weltkrieg aufgelöst. Die militärische Stärke dieser Armee war Voraussetzung für die Entwicklung Brandenburg-Preußens zu einer der fünf europäischen Großmächte des 18. und 19. Jahrhunderts. Ihre Niederlage zu Beginn der Napoleonischen Kriege 1806 stellte eine Zäsur in ihrer Geschichte dar. Sie leitete eine grundlegende Modernisierung unter Führung von Gerhard von Scharnhorst ein, die die Armee völlig veränderte. Historiker sprechen deshalb von der altpreußischen Armee (1644–1807) und der neupreußischen Armee (1807–1919). Nach der Reform nahm die preußische Armee zwischen 1813 und 1815 an den Befreiungskriegen teil und leistete einen entscheidenden Anteil zur Befreiung der deutschen Staaten von der französischen Fremdherrschaft. Während der Zeit vom Wiener Kongress bis zu den deutschen Einigungskriegen wurde die preußische Armee zum Instrument der Restauration und trug wesentlich zum Scheitern der nationalstaatlich-bürgerlichen Revolution von 1848 bei. Die militärischen Erfolge der preußischen Armee in den Einigungskriegen waren entscheidend für den Sieg der verbündeten deutschen Truppen über Frankreich. Im Kaiserreich bildete sie den Kern des deutschen Heeres. Die Verfassung von 1871 sah vor, dass zu Kriegszeiten die preußischen Armeeverbände in die Verbände des deutschen Heeres integriert werden. Im Ersten Weltkrieg war die preußische Armee damit rechtlich nicht selbständig. Nach Kriegsende musste Deutschland entsprechend den Vorschriften des Versailler Vertrags seine Landstreitkräfte auf 100.000 Mann verkleinern. Die bestehenden Länderarmeen Preußens, BayernsSachsens und Württembergs wurden aufgelöst. Eines der wichtigsten Merkmale der preußischen Armee, das ihr Bild bis in die Gegenwart bestimmt, war ihre bedeutende gesellschaftliche Rolle. Ihr Einfluss auch im zivilen Teil des Staatswesens prägte Preußen als Inbegriff eines militaristischen Staates (vgl. Militarismus in Deutschland).

Die Geschichte der Preußischen Armee war von Wandlungsprozessen unterschiedlicher Intensität geprägt, in deren Folge die Preußische Armee umgruppiert, neu ausgerichtet oder grundlegend reformiert wurde, um die bewaffnete Macht wieder in Einklang mit neu aufgekommenen politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen zu bringen.

Heer (Wehrmacht)

Das Heer war neben Kriegsmarine und Luftwaffe eine der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht und umfasste die große Masse der deutschen Landstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Neben dem Heer gab es auf deutscher Seite jedoch auch die Waffen-SS und die Bodentruppen unter dem Befehl des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring sowie seit 1944 auch den der NSDAP-Parteileitung unterstellten Volkssturm.

Nationalsozialismus und die Wehrmacht. Das Verhältnis zwischen der Wehrmacht (von 1935 bis 1945 die regulären Streitkräfte des nationalsozialistischen Deutschlands) und der NSDAP, die Deutschland regierte, ist Gegenstand einer umfassenden geschichtswissenschaftlichen Debatte. Nach der Machtergreifung strebten die Nationalsozialisten die Kontrolle über alle Bereiche der Zivilgesellschaft und des Staates an, einschließlich des Militärs. Historisch gesehen operierten die deutschen Streitkräfte mit einem hohen Maß an Autonomie, die schrittweise ausgehöhlt wurde, bis sie unter die direkte Kontrolle der Nationalsozialisten gerieten. Nach dem Krieg leugneten und verharmlosten viele ehemalige Nationalsozialisten die von der Wehrmacht begangenen schweren Kriegsverbrechen und ihre Mitschuld am Holocaust. Dies wird als Mythos der „sauberen Wehrmacht“ bezeichnet.

Die Wehrmacht bezeichnete in der Zeit des Nationalsozialismus ab März 1935 die Gesamtheit der deutschen Streitkräfte. Sie ging aus der Reichswehr der Weimarer Republik hervor. Auf die Umbenennung der Reichswehr in Wehrmacht, die mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht und dem Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht[4] begann, folgten Umbenennungen der beiden Teilstreitkräfte Reichsheer in Heer und Reichsmarine in Kriegsmarine. Zugleich wurde als dritte Teilstreitkraft die Luftwaffe gegründet. Die Auflösung der Wehrmacht wurde am 20. September 1945 durch die Proklamation Nr. 2 des Alliierten Kontrollrats angeordnet und durch das Kontrollratsgesetz Nr. 34 vom 20. August 1946 geregelt. Erst ab 1952 kam es in Deutschland zur Wiederbewaffnung nach dem Zweiten Weltkrieg, und zwar 1952 mit der Kasernierten Volkspolizei in der DDR, 1955 mit der Gründung der Bundeswehr in Westdeutschland und 1956 mit der Gründung der Nationalen Volksarmee in der DDR.

Streitkräfte Chiles

Die Streitkräfte Chiles (spanisch Fuerzas Armadas de Chile) bestehen aus den Teilstreitkräften HeerMarineLuftwaffe und der nationalen Polizei (Carabineros de Chile). Im Jahre 2022 umfassten die Streitkräfte der Republik Chile insgesamt 68.500 Soldaten und 44.700 Paramilitärs.

Chilenisches Heer ‘Ejército de Chile

Preußische Uniform mit Pickelhaube. Zeremonie zur Geburt von Bernardo O’Higgins im Jahr 2012

Deutscher Helm und Uniform der Wehrmacht. Unteroffiziersschule des Chilenischen Heeres

Das Ejército de Chile sind die Landstreitkräfte der Republik Chile und mit 37.650 Soldaten die stärkste Teilstreitkraft der Chilenischen Streitkräfte.

Deutscher Helm und Uniform der Wehrmacht. Eine berittene Militärkapelle des chilenischen Heeres im Jahr 2011


Anarchist Marxist: Auf den Punkt.

Vagabund – Alternative Berichterstattung [The Anarchist Marxist – AM]

Antifaschistisch bis zur Pleite – Wie die DDR sich selbst belog

Die Deutsche Demokratische Republik gab sich gern als moralische Festungsmauer gegen den Faschismus. 40 Jahre lang predigte die SED-Führung, der Sozialismus habe die „Wurzeln des Faschismus“ für immer ausgerissen. „Nie wieder Faschismus!“ – Dieser Satz prangte auf Plakaten, in Schulbüchern, in Reden. Die DDR inszenierte sich als den einzigen legitimen deutschen Staat, geboren aus dem Widerstand gegen Hitler. Doch der Gründungsmythos hatte einen Haken: Er war eine Fiktion. Nicht die antifaschistische Bewegung, sondern die Rote Armee und die sowjetische Besatzungsmacht hatten die DDR 1949 aus der Taufe gehoben. Der 8. Mai, der Tag der Befreiung vom NS-Regime, wurde zum Staatsfeiertag stilisiert – während gleichzeitig ehemalige Wehrmacht-Offiziere in der Nationalen Volksarmee (NVA) weiter ihre alten Uniformen trugen. Die Botschaft war klar: Wer die Uniform wechselt, ist sauber. Wer das System kritisierte, war ein „Faschist“. Die DDR war kein antifaschistisches Paradies, sondern ein Staat, der sich in Lügen erstickte – und am Ende sogar den Kapitalismus um Hilfe anflehte, um nicht unterzugehen. Doch der größte Skandal kam erst ans Licht, als die DDR bankrott war. 1989, kurz vor dem Mauerfall, legte Wirtschaftsminister Gerald Schürer einen geheimen Bericht vor, der das Ausmaß der Katastrophe offenlegte: Die Auslandsverschuldung explodierte, die Devisenreserven waren leer, die Wirtschaft am Boden. Die Lösung? Kapitalistische Reformen. Schürer schlug vor, Marktmechanismen einzuführen, private Unternehmen zuzulassen – alles Dinge, die die SED jahrzehntelang als „faschistisch“ verdammt hatte. Die Ironie: Die DDR, die den Kapitalismus als „höchste Stufe des Faschismus“ diffamierte, musste ihn am Ende retten.

Die DDR gab sich als antifaschistischer Musterstaat, als Ort, an dem die „Wurzeln von Faschismus und Militarismus“ für immer ausgerissen seien. Die NVA, die „antifaschistische“ Armee der DDR, trug Uniformen, die unverkennbar an die Wehrmacht erinnerten – von der Schnittform bis zu den Rangabzeichen. Die Begründung der Führung: Man habe „die besten Traditionen der deutschen Arbeiterklasse“ bewahrt. Doch die Realität war eine andere: Während die SED-Führung die BRD als „revanchistisch“ und „militaristisch“ beschimpfte, pflegte sie selbst eine seltsame Liebe zu Uniformen, Hierarchien und – am Ende – sogar zu Diktaturen, die deutsche Militärtraditionen weiterführten. Der Höhepunkt der Heuchelei? Erich Honecker, der letzte DDR-Staatschef, floh 1990 nach Chile – in ein Land, das deutsche Militärtraditionen nicht nur bewahrte, sondern bis heute zelebriert. Chile sie stolz zur Schau stellt. Ein bitteres Ende für den Mann, der die DDR als „antifaschistischen Schutzwall“ gepriesen hatte.


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