Die Verbindung zwischen Jeffrey Epstein, Harvard-Professor Martin Nowak und der Vision eines Neandertaler-Babys ist ein viel komplexeres und dunkleres Kapitel, das erst durch die Epstein-Akten ans Licht kam. Die Enthüllungen über die Epstein-Nowak-Verbindung zeigen auf, dass die Idee, einen Neandertaler zu „erschaffen“, nicht nur eine Fantasie war, sondern von einem mächtigen und skrupellosen Finanzier tatsächlich als konkretes Projekt angestrebt wurde. Die maßgebliche Rolle spielte hier Martin Nowak, der durch Epsteins Geld und Einfluss in eine ethisch highly questionable Position gebracht wurde. Die Pläne waren tief in Epsteins dubiouses Netzwerk und seine persönlichen Obsessionen verstrickt und haben das Leben und die Karriere von Martin Nowak schwer beschädigt.
Martin Nowak

Nowak in Harvard im Jahr 2014
Martin Andreas Nowak (* 1965 in Klosterneuburg) ist ein österreichisch-US-amerikanischer Mathematiker und Biologe. Er ist Professor an der Harvard University. Nowaks Forschungsinteressen sind Evolutionsdynamik, Evolution und Behandlung von Krebs, Infektionsdynamik, Quasispeziestheorie, Genredundanz, Evolutionäre Spieltheorie, Dynamik von Adaptionen, endliche Populationen, evolutionäre Graphentheorie, evolutionäre Mengenlehre, Evolution von Sprache, Kooperation, Fairness und Reputation, Indirekte Reziprozität, Gruppenselektion, Ursprung der Evolution, und die Evolution der Eusozialität.
Verbindungen mit Jeffrey Epstein
In den frühen 2000er-Jahren knüpften Nowak und der amerikanische Investor Jeffrey Epstein Kontakt. 2003 förderte Epstein Nowaks Forschungsprogramm über Evolutionsdynamiken mit insgesamt 6,5 Millionen US-Dollar, nachdem anfangs sogar von 30 Millionen US-Dollar die Rede gewesen war. Im selben Jahr verfasste Nowak auch mehrere Seiten für ein Buch, das Epstein anlässlich seines 50. Geburtstages erhielt, und schrieb darin von einem „Epstein Institute“ in Harvard. Zu diesem Zeitpunkt war Epstein noch kein verurteilter Straftäter.
Nowak hielt aber auch nach Epsteins Verurteilung 2008 engen persönlichen und finanziellen Kontakt aufrecht. Nowak setzte sich in diesem Zusammenhang für Epsteins Rehabilitation ein. Insgesamt besuchte Epstein zwischen 2010 und 2018 noch 40-mal den Lehrstuhl von Nowak, häufiger in Begleitung von jungen Frauen. Er hatte ein eigenes Büro am Lehrstuhl und bis zu Protesten 2014 auch eine eigene Seite auf der Homepage von Nowaks Lehrstuhl, welche zu Epsteins privater Webseite verlinkte.
Nach dem verstärkten Bekanntwerden von Epsteins Verbrechen ab 2019 wurde auch Nowak im Mai 2020 beurlaubt. Im März 2021 wurde entschieden, dass Nowak weiter in Harvard bleiben kann, aber sein Forschungsprojekt aufgelöst wird und er zwei Jahre lang keine Betreuung von Studenten übernehmen darf. 2023 wurden die Sanktionen der Universität gegen Nowak wie vereinbart aufgehoben. Im Zuge der Veröffentlichung der Epstein-Akten wurden 2026 auch Mailverläufe zwischen Nowak und Epstein veröffentlicht. In einem von diesen schreibt Epstein von „Folter“, wobei der Kontext nicht ersichtlich ist.
Svante Pääbo

Svante Pääbo (* 20. April 1955 in Stockholm) ist ein schwedischer Mediziner und Biologe. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Pääbo hatte entscheidenden Anteil an der Entwicklung neuer Methoden und Etablierung wissenschaftlicher Standards in der Forschung mit ADNA (ancient DNA). Seiner Arbeitsgruppe gelangen mit der Sequenzierung des Neandertalergenoms und Entdeckung des Denisova-Menschen wichtige Beiträge zur evolutionären Genetik des Menschen. Für seine Forschungen auf dem Gebiet der Paläogenetik wurde ihm im Jahr 2022 der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen.
George M. Church (Molekularbiologe)

George M. Church, 2012
George McDonald Church (* 28. August 1954, MacDill Air Force Base, Tampa, Florida) ist ein US-amerikanischer Molekularbiologe an der Harvard University. Church konnte wesentlich zur Genom-Forschung beitragen. So entwickelte er Techniken zur DNA-Sequenzierung und hat damit, dass er 2006 das Personal Genome Project ins Leben gerufen hat, die Entwicklung des Gebiets der persönlichen Genomik (personal genomics) befördert. Auch konnte er der synthetischen Biologie wichtige Impulse geben.
Epsteins Neandertaler-Pläne: Forscher aus Leipzig involviert? | Vertraulich-Clips
https://www.youtube.com/watch?v=_XSKKzm68ec
(https://youtu.be/_XSKKzm68ec?si=DzOsSm07rMUiRGDY)