Bevor Steve Jobs und Steve Wozniak Apple gründeten, erlangten sie Bekanntheit durch den Bau und Verkauf von „Blue Boxes“ – illegalen Geräten, mit denen man Telefonnetze manipulieren und kostenlos Ferngespräche führen konnte. Der Film WarGames aus dem Jahr 1983 machte ein breites Publikum mit der Untergrundkultur des „Phone Phreaking“ der 1970er und 80er Jahre bekannt. Der Protagonist nutzt reale Hacking-Techniken, darunter das „Wardialing“, um nach Modemsignalen zu suchen, und einen physischen Münzfernsprecher-Hack, um kostenlos zu telefonieren. Dies ist ein faszinierendes Stück Technikgeschichte, aber auch einen bedeutenden historischen Irrtum: Apple hat sein erstes Betriebssystem nicht nach der Blue Box benannt.
Phreaking
Phreaking [friːkɪŋ] (von engl. phone, „Telefon“, und freak, „verrückter Typ“) bezeichnet eine Subkultur der Hacker, die sich (ursprünglich) mit Sicherheitsmechanismen der Telefonie auseinandersetzt, insbesondere mit der Manipulation von Telefonverbindungen. In dem modernen Gebrauch schließt das auch Techniken der Kommunikationssicherheit ein, die sich nicht unbedingt auf die Telefonie beziehen, wie beispielsweise Van-Eck-Phreaking. Ursprünglich ermöglichten die Methoden des Phreaking mit Hilfe spezieller Signaltöne eine kostenlose Benutzung analoger Telefonleitungen (Blue Box; siehe auch Red Box speziell für Münztelefone) und halfen darüber hinaus, Telefonkonferenzen zu schalten sowie eine Rückverfolgung der Teilnehmer zu erschweren (Aqua Box) oder Musik über Telefonleitungen zu übertragen (Rock Box). Die unautorisierte Nutzung spezieller kostenfreier Rufnummern für Telefontechniker, über die Verbindungen zu beliebigen Gegenstellen hergestellt werden können, und Ähnliches fallen ebenfalls unter die Techniken des Phreaking.
Wardialing
Beim Wardialing (englisch war dialing) wird mithilfe eines Modems jede Telefonnummer in einem Gebiet oder einem bestimmten Nummernbereich angerufen, in der Hoffnung, auf einen Computer zu treffen, in den man anschließend eindringen kann. Der Name dieser Technik nimmt Bezug auf den Film WarGames – Kriegsspiele von 1983. Darin programmiert der Protagonist seinen Computer, jeden Anschluss in Sunnyvale (Kalifornien) anzurufen, in der Hoffnung, auf einen Computer eines dort ansässigen Computerspiele-Herstellers zu treffen, um noch unveröffentlichte Versionen eines Spiels herunterladen zu können. Vor der Veröffentlichung des Films war die Methode hammer dialing oder demon dialing genannt worden; nachdem schließlich ein Softwarehersteller 1985 die Software War Games Autodialer für Commodore-Computer auf den Markt gebracht hatte, war aber die an den Filmtitel angelehnte Bezeichnung in der Szene allgemein verbreitet. Da an den meisten Telefonanschlüssen kein Computer hing, sondern ein normales Telefon, verursachte Wardialing eine Belästigung der Anschlussinhaber und war in vielen Ländern verboten. Zur Umgehung der entstehenden hohen Kosten wurde oft auf Blueboxing zurückgegriffen. Weil mittlerweile kaum noch Computer mit akustischen Modems an normale Telefonleitungen angeschlossen sind, hat das Verfahren seine Bedeutung verloren. Ein aktuelleres Phänomen ist Wardriving, die Suche nach (offenen) WLANs mit einem Fahrzeug. Mit dem Wardialing vergleichbar sind Port Scans im TCP/IP-Protokoll, die jeden TCP–Port jeder IP-Adresse abfragen, um herauszufinden, welche Dienste verfügbar sind. Im Gegensatz zum Wardialing stellen Portscans allerdings keine Belästigung von Menschen dar.
Classic-Umgebung ‘Blue Box‘
Die falsche Blue Box
Die Classic-Umgebung (englisch Classic Environment), vormals Blue Box, ist eine in Rhapsody/PowerPC, Mac OS X Server 1.0-1.2v3 (Rhapsody-basiert) und Mac OS X bis Mac OS X Tiger (10.4, 2005) integrierte virtuelle Maschine, die zur Ausführung von klassischem Mac OS konzipiert ist.
Blue Box (Phreaking)
Die richtige Blue Box
Eine Blue Box ist ein elektronisches Gerät, das Töne erzeugt, mit denen die In-Band-Signaltöne generiert wurden. Diese wurden früher im nordamerikanischen Fernsprechnetz verwendet, um den Leitungsstatus und die Rufnummer über die Sprachleitungen zu übermitteln. Damals waren Ferngespräche häufig kostenpflichtig und konnten je nach Uhrzeit, Dauer und Zielort des Anrufs erheblich sein. Mit einer Blue Box konnten diese Gebühren umgangen werden, indem ein unbefugter Nutzer, ein sogenannter „Phreaker“, Ferngespräche führen konnte, ohne die Dienste des Netzes zu nutzen. Diese Gespräche wurden dann einer anderen Nummer in Rechnung gestellt oder vom Abrechnungssystem des Telekommunikationsunternehmens als unvollständiger Anruf abgelehnt. Es wurden auch mehrere ähnliche „Color Boxes“ entwickelt, um andere Aspekte des Telefonnetzes zu kontrollieren. Die in den 1960er Jahren erstmals entwickelten und von einer kleinen Phreaker-Szene genutzten Geräte wurden durch die Einführung kostengünstiger Mikroelektronik Anfang der 1970er Jahre so stark vereinfacht, dass sie von jedem mit etwas Lötkenntnissen oder auf einem Steckbrett gebaut werden konnten. Bald darauf wurden bereits fertig montierte Modelle von relativ geringer Qualität angeboten, die jedoch oft Nachbearbeitungen durch den Benutzer erforderten, um funktionsfähig zu bleiben. Mit der Digitalisierung des Fernsprechnetzes wurden die akustischen Ruftonsignale durch Out-of-Band-Signalisierungsverfahren in Form von Common-Channel-Signalisierung (CCS) ersetzt, die digital auf einem separaten, für den Telefonnutzer nicht zugänglichen Kanal übertragen wurde. Diese Entwicklung schränkte die Nützlichkeit der auf akustischen Signalen basierenden „Blue Boxes“ in den 1980er Jahren stark ein, und heute sind sie kaum noch von Nutzen.

Diese Blue Box gehörte einmal Steve Wozniak, dem Mitbegründer von Apple, und ist im Computer History Museum ausgestellt
Blue Box (Phreaking). Eine Blue Box ist eine elektronische Schaltung, mit der ein 2600-Hertz-Ton produziert werden kann. Dieser Ton wurde von CCITT-v5-kompatiblen Vermittlungsstellen (z.B. in den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich) benutzt, um sich untereinander Gesprächsweiterleitungen anzuzeigen. Beim Phreaking wurden damit kostenlose Telefonate erschlichen. Heute eingesetzte Vermittlungstechnik lässt das Blue Boxing generell nicht mehr zu. Entdeckt wurde das Blue Boxing von Joybubbles (Geburtsname Josef Carl Engressia, Jr.). Engressia entdeckte durch Zufall, dass er durch Pfeifen eines viergestrichenen E (e4) kostenlose Telefonate führen konnte. Dieser Ton wurde von der damaligen Telefongesellschaft AT&T in den 1960er Jahren benutzt, um die Leitungsbelegung zu regeln. Der Bastler John T. Draper erweiterte die Methode und ermöglichte eine Subkultur des Hackens. JohnT. Draper nannte sich später Captain Crunch, weil der 2600-Hz-Ton auch mit einer Plastikpfeife aus einer Tüte Cap’n-Crunch-Frühstücksflocken erzeugt werden konnte. Gemeinsam mit Steve Jobs begann Steve Wozniak selbstgebaute Blue Boxes zu verkaufen. Draper wurde kurz darauf vom FBI verhaftet und in der Folge zu einer fünfjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.
Wählte man in den 1960er bis in die 1980er Jahre im US-amerikanischen Telefonsystem eine Telefonnummer, die an der gleichen Vermittlungsstelle (Ortsvermittlungsstelle) wie das eigene Telefon angeschlossen war (also ein Ortsgespräch, englisch local call), wurde die Verbindung direkt in der Ortsvermittlungsstelle hergestellt. Meist waren diese lokalen Gespräche auch kostenfrei, egal wie lange die Verbindung bestand. Beim Wählen einer Telefonnummer, die außerhalb des eigenen Vermittlungsbereichs liegt (also bei einem Ferngespräch, englisch long distance call), wird eine Vorwahl benötigt. Zwischen der rufenden Ortsvermittlungsstelle und der Vermittlungsstelle am Zielort wird dazu eine spezielle Signalisierung verwendet, die den Verbindungswunsch anzeigt. Diese Signalisierung geschah in den 1960er und frühen 1970er Jahren im US-Telefonsystem zunächst mithilfe von 2600-Hz-Impulsen, später mit Mehrfrequenztönen ähnlich dem Mehrfrequenzwahlverfahren eines Tastentelefons, die über eine Fernleitung zur entfernten Vermittlungsstelle übertragen wurden. Die Bluebox machte sich zunutze, dass diese Steuersignale in demselben analogen Sprachkanal übertragen wurden, der auch für die Übertragung des regulären Telefongespräches verwendet wird. Man spricht in diesem Fall auch von einem analogen inband signaling, im Gegensatz zu dem später üblicherweise eingesetzten digital realisierten outband signaling, auch als common channel signalling (CCS) bezeichnet, bei dem die Steuerinformationen zur Vermittlung über eigene, vom Sprachkanal getrennte Datenverbindungen übermittelt werden und Manipulationen mit der Blue-Box-Technik grundsätzlich nicht mehr möglich sind. Durch diese Inband-Signalisierung war es möglich, dass ein Teilnehmer diese von den Vermittlungsstellen zur Kommunikation genutzten Tonfolgen von einem gewöhnlichen Telefon aus senden und so die Vermittlungsstellen beeinflussen konnte. Zunächst erzeugte man mit der Bluebox einen 2600-Hz-Ton, um eine freie Fernleitung zu bekommen, ohne eine Vorwahl zu wählen. Danach wählte man mit 2600-Hz-Impulsen die gewünschte Telefonnummer – das Prinzip war ähnlich der Impulswahl, nur mit Tönen. Dadurch konnte der Zähler an der eigenen Vermittlungsstelle umgangen werden, da dieser nur „normal“ über eine entsprechende Vorwahl gewählte Ferngespräche erfassen konnte. Da Telefongespräche innerhalb derselben Ortsvermittlungsstelle ohnehin gratis waren, waren die so erschlichenen Ferngespräche völlig kostenlos. Nachdem in den Folgejahren das Signalisierungsprotokoll zwischen den Ortsvermittlungsstellen auf ein Mehrfrequenzverfahren umgestellt worden war, baute Draper sogenannte Multi-Frequenz-Geräte, mit denen er die benötigten unterschiedlichen Töne generieren konnte. Diese Geräte wurden zunächst MF-Boxen genannt. Die Bezeichnung Blue Box entstand angeblich, als Draper eine der ersten MF-Boxen dem blinden Jungen Joe schenkte und der die Farbe des Geräts wissen wollte. Weil Draper den Frequenzgenerator in eine alte blaue Kiste eingebaut hatte, nannte Joe das Gerät Blue Box. Später setzte sich der Begriff Blue Box auch als Bezeichnung für die Methode selbst durch und wurde weltweit als Blueboxing bekannt.
The War Game
The War Game (deutsche Alternativtitel: Kriegsspiel und Wargame) ist ein britischer Kurzspielfilm im Stil eines Dokudramas über einen hypothetischen nuklearen Angriff auf Großbritannien während des Kalten Krieges. Peter Watkins drehte den Schwarzweißfilm 1965 für den britischen Sender BBC. Der 1966 im Kino (in der BRD erst 1971) veröffentlichte fiktive Dokumentarfilm erlangte unter anderem Bekanntheit durch eine öffentlich geführte Debatte über die drastische Darstellung der Folgen eines atomaren Krieges sowie der Entscheidung der BBC, den Film nicht auszustrahlen.
WarGames – Kriegsspiele

WarGames – Kriegsspiele ist ein US-amerikanischer Film unter Regie von John Badham mit Matthew Broderick und Ally Sheedy. Er spielt im Jahr 1983 während des Kalten Kriegs und thematisiert die Gefahr eines durch Software-Fehler ausgelösten Atomkriegs zwischen den USA und der Sowjetunion. Der Film hatte am 19. Mai 1983 bei den Filmfestspielen von Cannes Premiere und startete am 7. Oktober 1983 in den bundesdeutschen Kinos.
War Games 2: The Dead Code
War Games 2: The Dead Code ist ein US-amerikanischer Film von Stuart Gillard aus dem Jahr 2008. Die Hauptrollen spielten Matt Lanter und Amanda Walsh. Er lehnt sich mit neuen Charakteren an die Geschichte des 1983 erschienenen Films WarGames – Kriegsspiele an. Der Film wurde in Deutschland am 23. Januar 2009 veröffentlicht.
War Games War Dialing clip
https://www.youtube.com/watch?v=zb1r_uKOew4
( https://youtu.be/zb1r_uKOew4?si=t9lweaKlBX4fk-NR )
“War Games” (1983) How to hack a phone in the 80’s
https://www.youtube.com/watch?v=zkMX4s6ZstQ
( https://youtu.be/zkMX4s6ZstQ?si=NffdGhurxkHHQU9V )
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