Spionage ist die meist verdeckte, mit nachrichtendienstlichen Mitteln und Methoden betriebene Beschaffung von Staatsgeheimnissen oder anderen Informationen über politische, militärische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und andere Themen meist durch ausländische Nachrichtendienste oder in deren Auftrag. Sie dient in der Regel dem Erkenntnisgewinn und der frühzeitigen Erkennung von Gefahren, um diese abwehren zu können. Eine Person, welche Spionage betreibt, nennt man Spion. Ein besonders früher häufig gebrauchter deutscher Begriff ist Kundschafter (zum Beispiel in der damaligen DDR euphemistisch ergänzt zu „Kundschafter des Friedens“). Fast alle Staaten betreiben Spionage (z. B. Deutschland durch den Bundesnachrichtendienst, BND), bestrafen aber die gegen das eigene Land gerichtete Spionage (z. B. Deutschland nach §§ 93 bis 101a StGB, siehe Landesverrat). Des Weiteren gibt es im Bereich der Wirtschaft, der Firmen und Konzerne die Wirtschaftsspionage und es gibt den Beruf des (Privat-)Detektivs, der sich auch nachrichtendienstlicher Techniken und Methoden bedient. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist entsprechend auch von Ausspionieren und Bespitzeln die Rede.
Um die Jahrhundertwende ließen sich im europäischen Raum bereits etwa 17 militärische Nachrichtendienste nachweisen. Dazu gehörten unter anderem: der Secret Intelligence Service, der Security Service im Vereinigten Königreich, der aus der Ochrana hervorgegangene Militärnachrichtendienst des Russischen Kaiserreichs, das österreichische k.u.k. Evidenzbüro und weitere. Von besonderem Gewicht zur Entwicklung und deutlicheren Qualifizierung nachrichtendienstlicher Arbeit war der Russisch-Japanische Krieg 1905/1906, der bereits einige wesentliche Elemente des späteren Ersten Weltkrieges in sich barg. So gab es die ersten bedeutenden Spionageaktivitäten bereits lange vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Allein in den Jahren 1907 und 1908 wurden in Deutschland wegen des Spionageverdachts 66 Personen festgenommen und davon 12 wegen des Deliktes der Spionage gerichtlich verurteilt.
Lange vor dem Zweiten Weltkrieg bereiteten sich in Deutschland die entsprechenden Einrichtungen des Reichswehrministeriums wie die Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht, des Auswärtigen Amtes, des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS (SD), der Politischen Polizei, der Gestapo, des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) gezielt auf die nachrichtendienstliche Aufklärung seiner Gegner, deren Bekämpfung aber auch die Spionageabwehr vor. In den Jahren zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg existierten allein auf deutschem Territorium über 80 nachrichtendienstlich arbeitende Organisationen unterschiedlicher Struktur und politischer Ausrichtung. Neben der klassischen Spionagetätigkeit erlangten dabei neue Methoden, die auf dem rasanten technischen Fortschritt beruhten, zunehmende Bedeutung. Hierzu zählten zum Beispiel die Fernmeldeaufklärung sowie die Kryptographie bzw. Steganographie und ihre Entschlüsselung mithilfe von rechnergestützten Verfahren. Solche Aktivitäten übten einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Weltkriegs aus; die Öffentlichkeit erlangte indes erst Jahrzehnte später davon genauere Kenntnis (z. B. Operation Ultra).
Trotz des Zusammenbruchs im Zweiten Weltkrieg blieben die zuvor deutscherseits von der Abteilung Fremde Heere Ost aufgebauten Spionagenetze im Ostblock teilweise intakt und wurden danach im Kalten Krieg – vermittelt vom ehemaligen Abteilungsleiter Reinhard Gehlen – vom amerikanischen Geheimdienst bzw. später dem Bundesnachrichtendienst genutzt. In dieser Zeit kam es zu einer massiven gegenseitigen Spionage zwischen den Vereinigten Staaten und ihren Alliierten einerseits sowie der Sowjetunion und der Volksrepublik China und deren Verbündeten andererseits. Insbesondere die Geheimnisse um den Bau von Kernwaffen und die militärische Aufklärung waren dabei von gegenseitigem Interesse.
Eine wesentliche Rolle hierbei spielte auch die Funkspionage beider Seiten. So wurden Richtfunk-Verbindungen von und nach West-Berlin sowie innerhalb Westdeutschlands durch Horchposten entlang der innerdeutschen Grenze systematisch abgehört. Federführend auf Seiten der DDR waren hierbei das Ministerium für Staatssicherheit und der Militärische Nachrichtendienst der Nationalen Volksarmee. Die größte Abhörstation der Sowjetunion befand sich in unmittelbarer Grenznähe auf dem Brocken im Harz und wurde bald nach der Wende abgebaut. Das amerikanische Gegenstück in Bad Aibling blieb hingegen weiterhin in Betrieb. Nach dem Ende des Kalten Krieges konzentrierte sich die Spionage vermehrt auf Informationen aus der Industrie (Wirtschaftsspionage, siehe unten), wobei immer wieder auch der Verdacht der „Spionage unter Freunden“ geäußert wird.
In jüngerer Zeit hat der Einsatz von speziellen Aufklärungssatelliten die Spionagetechnik weiter verfeinert. Ein ganz neu entstandener Spionagezweig ist die Cyberspionage, die die weltweite Vernetzung von Informationen im Zuge der Globalisierung ausnutzt, nicht zuletzt durch das Internet.
Liste der Nachrichtendienste
Dies ist eine Liste von gegenwärtigen und historischen Nachrichten- und Geheimdiensten, sortiert nach Ländern.
National Security Agency ‘NSA‘
Die National Security Agency (deutsch Nationale Sicherheitsbehörde), offizielle Abkürzung NSA, ist der größte Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten. Die NSA ist für die weltweite Überwachung, Entzifferung und Auswertung elektronischer Kommunikation zuständig und in dieser Funktion ein Teil der Intelligence Community, in der sämtliche Nachrichtendienste der USA zusammengefasst sind. Die NSA arbeitet mit Geheimdiensten verbündeter Staaten zusammen. In Deutschland bestanden von 2007 bis 2013 die Hauptaufgaben in Strategic Mission J (Wirtschaftsspionage) und Strategic Mission K (Überwachung der politischen Führungspersonen). Die NSA operiert sowohl unter der Aufsicht des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten als auch als Mitglied der United States Intelligence Community unter Aufsicht des Office of the Director of National Intelligence. Der Direktor der NSA ist gleichzeitig der Kommandant des United States Cyber Command und der Chef des Central Security Service. In Deutschland ist die NSA für ihre offizielle Tätigkeit (NSA/CSS Representative Europe office, NCEUR) in den Patch Barracks in Stuttgart-Vaihingen ansässig. 1989 berichtete das Magazin Der Spiegel über die umfangreichen Lauschtätigkeiten der NSA in Deutschland, welche damals den illegalen Bau einer Chemiefabrik in Libyen aufdeckten (Siehe Imhausen-Chemie). Bereits 1976 hatte der ehemalige NSA-Agent Winslow Peck auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main erklärt, dass die NSA in Europa „über einen immensen elektronischen Spionageapparat (verfügt), mit dessen Hilfe nicht nur Informationen über den Ostblock, sondern auch über westeuropäische Regierungen gesammelt werden“. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden im Sommer 2013 ist sie Gegenstand einer globalen Überwachungs- und Spionageaffäre. Der daraufhin eingesetzte 1. Untersuchungsausschuss der 18. Wahlperiode des Deutschen Bundestages (NSA-Untersuchungsausschuss) untersuchte von März 2014 bis Juni 2017 „Ausmaß und Hintergründe der Ausspähungen durch ausländische Geheimdienste in Deutschland“.
Central Intelligence Agency ‘CIA‘
Die Central Intelligence Agency (zu deutsch Zentrale Nachrichtendienstagentur), offizielle Abkürzung CIA, ist ein Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten. Im Gegensatz zu den anderen US-Nachrichtendiensten, insbesondere der National Security Agency (NSA), liegt der Schwerpunkt der CIA eher in der Beschaffung von Informationen von und durch Menschen (Human Intelligence, HUMINT) als durch Technik (Signals Intelligence, SIGINT).
Die CIA ist ein Geheimdienst mit Sitz in Langley, Virginia. Im Gegensatz zu einem Nachrichtendienst, dessen Aufgabe die reine Gewinnung von geheimen Informationen ist, gehören zu den Aufgaben der CIA nicht nur Spionage und Analyse von Informationen, um sie der US-amerikanischen Regierung zur Verfügung zu stellen, sondern auch Geheimoperationen im Ausland.
Im Gegensatz zur National Security Agency (NSA) liegt der Beschaffungsschwerpunkt der CIA weniger auf technischer Informationsgewinnung (Signals Intelligence), als primär auf der Nutzung menschlicher Quellen (Human Intelligence).
Mossad
Mossad (hebräisch המוסד למודיעין ולתפקידים מיוחדיםⓘ/? haMosad leModi’in waLeTafkidim Mejuchadim, deutsch ‚Institution für Aufklärung und besondere Aufgaben‘, eigentlich Mosad Merkazi leModi’in uLeTafkidim Mejuchadim ,Zentraler Nachrichten- und Sicherheitsdienst‘, kurz המוסד haMosad, deutsch ‚die Institution‘) ist der israelische Auslandsgeheimdienst. Neben dem Mossad gibt es in Israel den Inlandsgeheimdienst Schin Bet (Shabak) und den Militärgeheimdienst Aman. Früher gab es noch einen vierten Geheimdienst, Lakam, welcher zur Unterstützung des israelischen Nuklearprogramms gegründet worden war und 1986 aufgelöst wurde. Die Direktoren von Schin Bet, Mossad und Aman bilden das 1949 gegründete Komitee der Direktoren der Nachrichtendienste (Va’adat Rashei Hasherutim, VARASH). Früher gehörten diesem neben Ministeriumsvertretern auch der Generalinspektor der israelischen Polizei und der Direktor von Nativ an. Auch andere jüdische Organisationen wurden „Mossad“ genannt, unter anderem der Mossad le Alija Bet, der vor Gründung des Staates Israel die heimliche Immigration nach Palästina organisierte. Das offizielle Motto des Mossad ist: Wo nicht weiser Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viele Ratgeber sind, findet sich Hilfe (Sprüche 11,14 EU).
Der Beschluss, Geheimdienste zu gründen, wurde im Juni 1948 auf Initiative von Reuwen Schiloach (Reuven Shiloah), Chef der politischen Abteilung der Jewish Agency, und Isser Be’eri (Birenzweig, genannt großer Isser), vorher Leiter des Nachrichtendienstes der Haganah (Shai) getroffen. Es wurde ein militärischer Nachrichtendienst gegründet, geleitet von Isser Beeri (mit Chaim Herzog als Stellvertreter), ein Inlandsgeheimdienst (Schin Bet) unter Leitung von Isser Harel (damals Isser Halperin, kleiner Isser genannt) und Yosef Yizraeli; zudem der Auslandsdienst, damals noch die Abteilung Wissen (Daat) im Außenministerium unter Reuwen Schiloach, mit den Abteilungen Sammlung – damals noch überwiegend in Europa – und Analyse. 1949 wurde außerdem noch die gemeinsame Leitungsstelle der Geheimdienste Vaarash gegründet, damals von Schiloach geleitet.
Nach Recherchen des israelischen Experten Ronen Bergman hat der Mossad bis 2018 mindestens 3000 Menschen getötet. Bei den Opfern habe es sich nicht nur um Zielpersonen gehandelt. Auch viele Unbeteiligte, die lediglich „zur falschen Zeit am falschen Ort“ waren, wurden zu Opfern. Während der zweiten Intifada gab es Tage, an denen vier bis fünf gezielte Tötungen angeordnet wurden.
Geheimdienste und Epstein
FBI und das CIA
FBI-Akten: In den Dokumenten tauchen wiederholt Hinweise auf, dass Epstein Kontakte zu US-Geheimdiensten pflegte. Ein FBI-Vermerk aus den Akten legt nahe, dass Epstein „für amerikanische Nachrichtendienste und verbündete Dienste“ arbeitete – möglicherweise als Informationslieferant für den Mossad, aber auch für US-Behörden.
CIA-Spur: Bisher gibt es keine direkten Beweise für eine formelle CIA-Anbindung Epsteins. Allerdings spekulieren ehemalige Geheimdienstmitarbeiter wie der Ex-CIA-Offizier John Kiriakou, dass Epstein aufgrund seiner globalen Kontakte zu Politikern, Milliardären und Geheimdienstlern als „nützlicher Idiot“ für mehrere Dienste fungiert haben könnte – also als jemand, der unbewusst oder bewusst Informationen sammelte und weiterleitete.
„Kein klassischer Agent“: Experten betonen, dass Epstein kein ausgebildeter Geheimdienstoffizier war, sondern eher ein „Netzwerker“, der durch seine Verbindungen zu Mächtigen (wie Trump, Clinton, Prinz Andrew oder Barak) strategisch wertvolle Insiderinformationen liefern konnte.
Mossad
Die jüngsten Veröffentlichungen der Epstein-Akten enthalten explosive Hinweise auf mögliche Verbindungen des Finanziers zu israelischen Geheimdiensten. Ein vertraulicher Informant des FBI behauptete in einem internen Dokument, Epstein sei als „co-opted Mossad agent“ (also ein angeworbener oder „umgedrehter“ Agent) für Israel tätig gewesen. Der Informant gab an, dass Epstein „als Spion ausgebildet“ worden sei – unter der Aufsicht des ehemaligen israelischen Premierministers Ehud Barak, der eng mit Epstein befreundet war. Der US-Anwalt Alan Dershowitz, der Epstein juristisch vertrat, soll laut FBI-Akten Telefonate mit Epstein geführt und die Inhalte anschließend an den Mossad weitergegeben haben. Ein Informant berichtete, Dershowitz habe „nach Gesprächen mit Epstein Notizen gemacht und diese an den Mossad übermittelt“. In einer E-Mail aus dem Jahr 2018 schrieb Epstein an Barak scherzhaft: „You should make clear that I don’t work for Mossad :)“ – eine Aussage, die viele Beobachter angesichts des Kontexts als ironisch oder sogar als indirektes Eingeständnis werten.
Die israelische Regierung bestreitet offiziell jede Verbindung Epsteins zum Mossad. Ehemalige Premierminister wie Naftali Bennett und Benjamin Netanyahu bezeichneten die Vorwürfe als „unbegründet“ und Teil einer „Hetzkampagne“.
Fazit
Trotz der brisanten FBI-Memos gibt es keine gerichtsfesten Beweise, dass Epstein offiziell für den Mossad, die CIA oder das FBI arbeitete. Die israelische Regierung und US-Behörden bestreiten eine systematische Zusammenarbeit.
..,-