
Jeffrey Epstein, 27, in einer Kontaktanzeige, die in der Juli-Ausgabe 1980 des Cosmo-Magazins veröffentlicht wurde
Jeffrey Edward Epstein (* 20. Januar 1953 in New York City; † 10. August 2019 ebenda) war ein US-amerikanischer Investmentbanker und verurteilter Sexualstraftäter. 2019 wurde er angeklagt, einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten zu haben. Der Fall Epstein erregte weltweit Aufsehen. Epstein war gut vernetzt und zählte Prominente und hochrangige Politiker zu seinen Bekannten und Freunden. In Untersuchungshaft starb er nach offiziellen Angaben durch Suizid. Die Todesumstände lösten einen Justizskandal aus, gefolgt von Spekulationen über ein mögliches Fremdverschulden („Epstein didn’t kill himself“).

Von links nach rechts: Bill Gates, Terje Rød-Larsen, Jeffrey Epstein, Boris Nikolic und Thorbjørn Jagland
Das Privatleben von Jeffrey Epstein
Das Privatleben von Jeffrey Epstein. Jeffrey Epstein hatte ein hohes Selbstwertgefühl und war dank seiner zwischenmenschlichen Fähigkeiten bestens vernetzt. Er sagte: „Ich habe viele Menschen gesehen, die hart gearbeitet haben, aber harte Arbeit allein führte nicht zum Erfolg. Es kam nicht darauf an, was man wusste oder wie hart man arbeitete. Die Bauarbeiter an der Telegraph Avenue zum Beispiel, die morgens um sieben Uhr anfingen und zwölf Stunden durcharbeiteten, sahen trotzdem weder glücklich noch erfolgreich aus. Und was ich während meiner Zeit an der Dalton School gelernt habe – und das war ein Großteil davon –, ist, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, wer man ist, sondern mit wem man in Kontakt kommt.“ Dokumente, die von den US-Behörden veröffentlicht wurden, legen nahe, dass Epstein möglicherweise mehrere Kinder hatte. Eines seiner Opfer gab an, um das Jahr 2002 ein Mädchen zur Welt gebracht zu haben, als sie 16 oder 17 Jahre alt gewesen wäre. Ghislaine Maxwell habe ihr das Kind jedoch zehn Minuten nach der Geburt weggenommen. In einer E-Mail, die ihm Sarah Ferguson 2011 schickte, gratulierte sie ihm zur Geburt eines Jungen.

Polizeifoto von Jeffrey Epstein (2006)
Wohnsitz
‘Epstein-Insel‘ Little Saint James
Little Saint James ist eine Insel, die zum US-Außengebiet der Amerikanischen Jungferninseln gehört. Sie wurde als Wohnsitz Jeffrey Epsteins bekannt. Die Nachbarinsel Great Saint James liegt gut 230 Meter nordwestlich von Little Saint James und ist von dieser durch den Saint James Cut getrennt. Sie liegt zwischen Little Saint James und der sehr viel größeren Hauptinsel Saint Thomas. 400 Meter südöstlich liegt Dog Island, getrennt durch den Dog Island Cut. Little Saint James gehört ebenso wie Great Saint James und Dog Island zum Distrikt Saint Thomas und damit zum Subdistrikt East End. Die Insel wird am häufigsten als Epstein-Insel bezeichnet.
‘Epstein-Ranch‘ Zorro Ranch
Die Rancho de San Rafael, ehemals bekannt als Zorro Ranch, ist ein großes Privatgrundstück in der Nähe von Stanley, New Mexico, etwa 30 Meilen südöstlich von Santa Fe. Die Ranch erlangte große Bekanntheit durch ihre Verbindung zu dem Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der das Anwesen von Anfang der 1990er Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 2019 besaß.
Epstein-Netzwerk
Das Epstein-Netzwerk bezeichnet ein Netzwerk von Personen, welches sich aus den verschiedenen Kontakten von Jeffrey Epstein ergeben; es handelt sich hier um teils prominente Personen unter anderem aus dem Hochadel, der Politik, Diplomaten, Rechtsanwälte, Unternehmer, Wissenschaftler und Künstler. Erst durch die Teilveröffentlichung der Epstein-Akten am 30. Januar 2026 wurde der große Umfang dieses Netzwerkes einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Da die Namen vieler Personen in den veröffentlichten Akten geschwärzt wurden und nur ein Teil der Akten veröffentlicht wurden, kann man annehmen, dass das Netzwerk noch größer ist.
Transportmittel, die von Epstein und seinem Gefolge genutzt wurden
Dancing Hare
Die Dancing Hare (ursprünglich Lady Aida, dann Lady Ghislaine, dann Lady Mona K) ist eine von Diana Yacht Design entworfene und auf der heute zur Damen Shipyards Group gehörenden Werft Amels Holland gebaute Motoryacht. Die 1986 in Dienst gestellte Yacht ist auf den Marshallinseln registriert. Die Innenausstattung wurde von Jon Bannenberg entworfen.
Limitless
Die Limitless ist eine Yacht. Zum Bauzeitpunkt war sie die größte private Megayacht der Welt. 2017 belegt sie Platz 41 in der Liste der längsten Motoryachten. Die Limitless ist im Besitz des US-Amerikaners Leslie Wexner, Vorsitzender und CEO des Unternehmens L Brands, das unter anderem die Modemarke Victoria’s Secret vertreibt.
JEGE Inc.
JEGE Inc. ist eine Briefkastenfirma und ein Luftfahrtunternehmen, das hauptsächlich mit dem verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein in Verbindung steht. Es wurde genutzt, um Flugzeuge zu verwalten und zu betreiben, die von Epstein und seinen Geschäftspartnern eingesetzt wurden, insbesondere seine private Boeing 727, die in den Medien oft als „Lolita Express“ bezeichnet wurde. Der Name „JEGE“ gilt allgemein als Akronym für „Jeffrey Edward George Epstein“.
Sikorsky S-76 Spirit
Die Sikorsky S-76 Spirit ist ein Mehrzweckhubschrauber mittlerer Größe des Herstellers Sikorsky Aircraft Corporation. Die Maschine wird von zwei Wellenturbinen angetrieben, verfügt über einen Vierblatt-Haupt- und einen Vierblatt-Heckrotor sowie ein Einziehfahrwerk als Landevorrichtung. Der Prototyp absolvierte seinen Erstflug am 13. März 1977.
Jeffrey Epstein bezahlte seiner engsten Vertrauten Ghislaine Maxwell den Pilotenschein und kaufte ihr anschließend einen 4 Millionen Dollar teuren Hubschrauber. Epstein gab viel Geld für eine Sikorsky S-76C aus – mit dem Spitznamen „Air Ghislaine 2“ –, um eine Gruppe Mädchen nach Little St. James auf den Amerikanischen Jungferninseln zu transportieren. Die Registrierungsunterlagen der FAA belegen, dass die S-76 schließlich verkauft wurde. Epstein ersetzte sie durch diesen Bell 430 Executive-Hubschrauber, den Maxwell mutmaßlich ebenfalls geflogen hat und der auch von Epsteins persönlichem Piloten Larry Visoski gesteuert wurde. Auf weiteren exklusiven Fotos ist zu sehen, dass die Bell 430 für rund 6 Millionen Dollar verkauft wird.
Bell 430
Die Bell 222 (englisch: Bell „Triple Two“) war ein von Bell Helicopter hergestellter zweimotoriger ziviler Hubschraubertyp. Sie wurde ab dem Jahr 1992 durch den optisch sehr ähnlichen Typ 230 abgelöst. Im Jahr 1995 wurde die Produktion aufgrund der Einführung des Nachfolgemodells Bell 430 zur Gänze eingestellt. Eine optisch modifizierte Bell 222 erlangte durch die Fernsehserie Airwolf große Bekanntheit. Die Bell 222/230 ist ein amerikanischer zweimotoriger Leichthubschrauber des Herstellers Bell Helicopter. Die Bell 230 ist eine Weiterentwicklung mit anderen Triebwerken und weiteren kleineren Änderungen. Die Bell 430 ist ein achtsitziger, zweimotoriger Hubschrauber des US-amerikanischen Herstellers Bell Helicopter mit Turbinenantrieb.
Cessna 421 Golden Eagle
Die Cessna 421 Golden Eagle ist ein leichtes zweimotoriges Propellerflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Cessna. Sie stellt die mit einer Druckkabine ausgerüstete Variante der älteren Cessna 411 dar und bietet bis zu acht Passagieren Platz.
Gulfstream G550
Die Gulfstream G550 ist ein zweistrahliges Geschäftsreiseflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Gulfstream Aerospace. Es war der erste Businessjet mit einer Reichweite von über 10.000 km. Mit der G500 wurde später auch eine in den Abmessungen unveränderte Ausführung mit geringerer Tankkapazität angeboten. Von 2000 bis 2002 wurde die G550 als GV-SP bezeichnet. Auch heute noch führt die FAA die G550 als „GV-SP (G550)“ und die G500 als „GV-SP (G500)“ in ihren Zulassungslisten. Im Mai 2019 waren demnach 395 GV-SP-Maschinen in den USA registriert, davon sechs Exemplare der Variante G500. Seit der Einführung der G650 im Jahr 2012 hat Gulfstream die Produktion der G550 stetig heruntergefahren. Aber auch nach dem Auslieferungsstart der neuen G500 und G600 im Jahr 2018 wurde das 20 Jahre ältere Muster bis Juni 2021 weiterhin produziert.
Lolita Express
Der „Lolita Express“ ist der in den Medien verwendete Spitzname für eine Boeing 727-100, die Jeffrey Epstein gehörte. Epsteins mutmaßliches Opfer Virginia Giuffre behauptete, an Bord des Flugzeugs von Alan Dershowitz vergewaltigt worden zu sein, was Dershowitz als „ungeheuerliche Lüge“ zurückwies. Giuffre widerrief ihre Anschuldigungen gegen Dershowitz später im Jahr 2022. Epstein reiste häufig mit dem Flugzeug und absolvierte „600 Flugstunden pro Jahr … in der Regel mit Gästen an Bord“. Epstein verkaufte die Maschine im Jahr 2017. Sie war unter dem Kennzeichen N908JE registriert und gehörte der JEGE, Inc. Der Medienname leitet sich von Vladimir Nabokovs Roman aus dem Jahr 1955 ab, der die Obsession eines Mannes und seinen Missbrauch der zwölfjährigen Lolita thematisiert.
Tod von Jeffrey Epstein

Epstein auf seinem letzten Polizeifoto, 8. Juli 2019 (im Alter von 66 Jahren)
Der Tod von Jeffrey Epstein. Der Tod des US-amerikanischen Finanziers und verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein ereignete sich am 10. August 2019. Wärter gaben an, Epstein um 6:30 Uhr morgens leblos in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center in New York City gefunden zu haben. Er hing an der Bettkante seiner Zelle, wo er auf seinen Prozess wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung wartete. Nachdem die Wärter angeblich Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt hatten, wurde er mit Herzstillstand ins New York Downtown Hospital gebracht, wo er um 6:39 Uhr für tot erklärt wurde. Der New Yorker Gerichtsmediziner und der Generalinspektor des Justizministeriums kamen zu dem Schluss, dass Epsteins Tod ein Suizid durch Erhängen war. Epsteins Anwälte fochten die Schlussfolgerung des Gerichtsmediziners an und leiteten eigene Ermittlungen ein, für die sie den Pathologen Michael Baden engagierten.
Nachdem er zunächst Verdacht geäußert hatte, bezeichnete Justizminister William Barr Epsteins Tod als „eine Verkettung unglücklicher Umstände“. Sowohl das FBI als auch der Generalinspektor des Justizministeriums untersuchten die Umstände seines Todes. Die diensthabenden Wärter wurden später wegen mehrfacher Urkundenfälschung angeklagt. Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens warfen dem Bundesgefängnisamt Fahrlässigkeit vor; mehrere Abgeordnete forderten Reformen des Bundesgefängnissystems. Daraufhin entließ Barr den Direktor des Amtes.
Infolge von Epsteins Tod wurden alle Anklagen gegen ihn fallen gelassen, und die laufenden Ermittlungen wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verlagerten den Fokus auf seine mutmaßlichen Komplizen, insbesondere auf Ghislaine Maxwell, die im Juli 2020 verhaftet und angeklagt und am 29. Dezember 2021 in fünf Anklagepunkten im Zusammenhang mit Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung verurteilt wurde. Ein weiterer Komplize, Jean-Luc Brunel, wurde 2020 von den französischen Behörden verhaftet und beging später Selbstmord.
Aufgrund von Verstößen gegen die üblichen Gefängnisvorschriften in der Nacht von Epsteins Tod, dem Ausfall zweier Kameras vor seiner Zelle und seinen Behauptungen, kompromittierende Informationen über einflussreiche Persönlichkeiten zu besitzen, nährte sein Tod Spekulationen und Verschwörungstheorien über einen möglichen Mord. Andere Theorien behaupteten, sein Tod sei vorgetäuscht gewesen. Im November 2019 führte die umstrittene Natur seines Todes zum Meme „Epstein hat sich nicht selbst getötet“. Meinungsumfragen deuten darauf hin, dass nur ein geringer Prozentsatz der Amerikaner an einen Selbstmord Epsteins glaubt; in einer solchen Umfrage gaben 16 % der Befragten an, sie glaubten an einen Selbstmord, 45 % hielten ihn für ermordet und 39 % waren unentschlossen.
Epstein hat sich nicht selbst getötet

Der Satz Epstein didn’t kill himself (englisch für „Epstein hat sich nicht selbst getötet“) steht für die These, der US-amerikanische Finanzier und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein habe nicht wie offiziell dargestellt Suizid begangen, sondern sei in seiner Gefängniszelle ermordet worden, um seine Aussagen vor Gericht zu verhindern. Die teilweise als Verschwörungstheorie angesehene Behauptung verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und gilt als Internetphänomen.
“Epstein didn’t kill himself!” -> “Really?…Who cares?” Zitat: Spencer X
Jeffrey Epstein alias ‘Marius Robert Fortelni‘
Die Epstein-Affäre erweist sich zunehmend als bodenloser Abgrund und offenbart in den Augen mancher eine Form westlicher Heuchelei. Dominique Moïsi fragt: Was wäre, wenn dieses bösartige Genie wissentlich von einem Staat ausgenutzt worden wäre, der Sex zu einer Waffe der Korruption im großen Stil gemacht hat – Russland?
Der Name “Marius Robert Fortelni” (in manchen Quellen auch “Marius Robert Fortelny” geschrieben) ist untrennbar mit dem verstorbenen amerikanischen Finanzier Jeffrey Epstein verbunden. Es handelt sich dabei um einen falschen Namen, den Epstein nutzte, insbesondere auf einem österreichischen Reisepass, der während einer Razzia im Jahr 2019 in seiner New Yorker Wohnung gefunden wurde. Es gibt tatsächlich eine reale Person namens Marius Fortelni, die laut Berichten in den 1980er Jahren in Saudi-Arabien lebte und später als Immobilienentwickler in Southampton (New York) und West Palm Beach (Florida) tätig war – Orte, an denen auch Epstein aktiv war. Ob dieser echte Marius Fortelni mit der Fälschung direkt zu tun hatte oder ob Epsteins Pass einfach seinen Namen stahl, ist Gegenstand von Spekulationen und nicht abschließend geklärt. Das FBI hat sich laut einem Bericht jedoch bemüht, Kontakt mit diesem Mann aufzunehmen.

Der Ausweis lag in einem Safe von Jeffrey Epsteins New Yorker Stadthaus und ist auf den Namen Marius Robert Fortelni ausgestellt. Aus den Epstein-Akten geht hervor, dass Jeffrey Epstein mehrere Pässe beantragte und nach Afrika und in den Nahen Osten reiste.
„Ich bin häufig gezwungen, mit äußerst kurzer Vorlaufzeit internationale Reisen mit Reiserouten zu mehreren Zielen zu planen, was die gleichzeitige Beantragung mehrerer Visa erfordert, was ohne einen zweiten Reisepass unter solch kurzfristigen Bedingungen schlichtweg nicht möglich ist“
So heißt es in dem Schreiben. War Epstein ein russischer Spion? Polen und Norwegen leiten Ermittlungen ein.

Jeffrey Epstein interessierte sich sehr für die höchsten Kreise des Kremls.
Waffenhandel
Der Waffenhandel (english: Weapons trafficking or gunrunning) bezeichnet alle Vorgänge im Zusammenhang mit der Übereignung einer Waffe. Während Jäger, Sportschützen und Sammler heutzutage unter dem Begriff Waffenhandel Betriebe definieren, die Jagd-, Sport- und Schusswaffen verkaufen, findet man den Begriff in der Geschichte hauptsächlich im Zusammenhang mit Waffenschmieden und Waffenexporten und aktuell in den Medien mit Rüstungsexporten und illegalem Drogen- und Menschenhandel. Tausende von Jahren stellten die Menschen ihre Waffen selbst her. Seit der Erfindung des Metalls konzentrierte sich die Waffenherstellung auf bestimmte Orte, die anhand ihrer Rohstofflage (Eisenerz, Kohle, Schifffahrt) prädestiniert waren. Hierzu gehörten im Mittelalter unter anderem Nürnberg, Suhl, Steyr, Lüttich, das Ruhrgebiet, Damaskus und Kyōto. Urkunden belegen, dass bereits im 10. Jahrhundert ein internationaler Waffenhandel existierte, der durch Gesetze und Vorschriften kontrolliert wurde. Der Waffenhandel ist daher unweigerlich mit Waffenexport und Waffenkontrolle verknüpft. Menschen, welche den Waffenhandel betreiben, werden als Waffenhändler bezeichnet. Waffenhersteller sind Personen und Unternehmen, die gewerbsmäßig Waffen herstellen. Waffenexport bezeichnet alle Vorgänge im Zusammenhang mit dem außerstaatlichen Transfer von Waffen.
Rüstungsindustrie
Die Rüstungsindustrie – in Deutschland auch offiziell Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) genannt – ist ein spezieller Wirtschaftszweig. Er besteht aus Instituten, Organisationen und Unternehmen, die militärische Erzeugnisse, Ausrüstung und Material (vgl. auch Wehrmaterial) für Streitkräfte herstellen. Weitere bekanntgewordenen Bezeichnungen sind Wehrtechnikindustrie (kurz: Wehrindustrie) oder Heeresindustrie und im Ausland die englisch defense industry, englisch armaments industry. Der Fokus dieser Industrie liegt dabei primär auf konventionellen Waffensystemen. Für die wirtschaftlichen Zusammenhänge in dieser speziellen Industrie, siehe die Rüstungswirtschaft oder Militärökonomie.
Spionage
Spionage ist die meist verdeckte, mit nachrichtendienstlichen Mitteln und Methoden betriebene Beschaffung von Staatsgeheimnissen oder anderen Informationen über politische, militärische, wirtschaftliche, wissenschaftliche und andere Themen meist durch ausländische Nachrichtendienste oder in deren Auftrag. Sie dient in der Regel dem Erkenntnisgewinn und der frühzeitigen Erkennung von Gefahren, um diese abwehren zu können. Eine Person, welche Spionage betreibt, nennt man Spion. Ein besonders früher häufig gebrauchter deutscher Begriff ist Kundschafter (zum Beispiel in der damaligen DDR euphemistisch ergänzt zu „Kundschafter des Friedens“). Fast alle Staaten betreiben Spionage (z. B. Deutschland durch den Bundesnachrichtendienst, BND), bestrafen aber die gegen das eigene Land gerichtete Spionage (z. B. Deutschland nach §§ 93 bis 101a StGB, siehe Landesverrat). Des Weiteren gibt es im Bereich der Wirtschaft, der Firmen und Konzerne die Wirtschaftsspionage und es gibt den Beruf des (Privat-)Detektivs, der sich auch nachrichtendienstlicher Techniken und Methoden bedient. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist entsprechend auch von Ausspionieren und Bespitzeln die Rede.
Central Intelligence Agency ‘CIA‘
Die Central Intelligence Agency (zu deutsch Zentrale Nachrichtendienstagentur), offizielle Abkürzung CIA, ist ein Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten. Im Gegensatz zu den anderen US-Nachrichtendiensten, insbesondere der National Security Agency (NSA), liegt der Schwerpunkt der CIA eher in der Beschaffung von Informationen von und durch Menschen (Human Intelligence, HUMINT) als durch Technik (Signals Intelligence, SIGINT).
Mossad
Mossad (hebräisch המוסד למודיעין ולתפקידים מיוחדיםⓘ/? haMosad leModi’in waLeTafkidim Mejuchadim, deutsch ‚Institution für Aufklärung und besondere Aufgaben‘, eigentlich Mosad Merkazi leModi’in uLeTafkidim Mejuchadim ,Zentraler Nachrichten- und Sicherheitsdienst‘, kurz המוסד haMosad, deutsch ‚die Institution‘) ist der israelische Auslandsgeheimdienst. Neben dem Mossad gibt es in Israel den Inlandsgeheimdienst Schin Bet (Shabak) und den Militärgeheimdienst Aman. Früher gab es noch einen vierten Geheimdienst, Lakam, welcher zur Unterstützung des israelischen Nuklearprogramms gegründet worden war und 1986 aufgelöst wurde. Die Direktoren von Schin Bet, Mossad und Aman bilden das 1949 gegründete Komitee der Direktoren der Nachrichtendienste (Va’adat Rashei Hasherutim, VARASH). Früher gehörten diesem neben Ministeriumsvertretern auch der Generalinspektor der israelischen Polizei und der Direktor von Nativ an. Auch andere jüdische Organisationen wurden „Mossad“ genannt, unter anderem der Mossad le Alija Bet, der vor Gründung des Staates Israel die heimliche Immigration nach Palästina organisierte. Das offizielle Motto des Mossad ist: Wo nicht weiser Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viele Ratgeber sind, findet sich Hilfe (Sprüche 11,14 EU).
Menschenhandel
Menschenhandel bedeutet, sich einer anderen Person unter Ausnutzung ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Zwangslage oder Hilflosigkeit zu bemächtigen, um sie zu bestimmten Zwecken auszubeuten, etwa zur Zwangsprostitution oder zu anderen erzwungenen Tätigkeiten. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeichnete der Begriff den Handel mit Sklaven. Mit Abschaffung der Sklaverei, gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen infolge der Urbanisierung und vor allem mit der Entwicklung der Dampfschifffahrt breitete sich ab dieser Zeit der schon immer in verschiedensten Formen bestehende Frauenhandel international und interkontinental aus. Anfangs noch als Begleiterscheinung der Prostitution betrachtet, wurden ab Anfang des 20. Jahrhunderts mehrere internationale Abkommen dagegen verabschiedet, die neben Frauen- und Mädchenhandel teilweise bereits den Begriff des Menschenhandels thematisierten. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts folgten weitere Abkommen, in denen der Begriff expliziter hervorgehoben wurde. Obwohl das Phänomen anfangs synonym als „weiße“ und später als „moderne Sklaverei“ (vor allem vom US-amerikanischen Soziologen Kevin Bales) bezeichnet wurde, grenzte die EU-Grundrechte-Charta aus dem Jahr 2000 Sklaverei zusammen mit Leibeigenschaft sowie illegaler Zwangs- und Pflichtarbeit explizit vom Menschenhandel ab. Da der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien bereits zwei Jahre später alle vier Begriffe als Weiterentwicklung des traditionellen Sklaverei-Konzepts bezeichnete, können die Übergänge zwischen den Begriffen als fließend betrachtet werden. Menschenhandel ist von Menschenschmuggel zu unterscheiden, da es sich bei Menschenschmuggel lediglich um die Unterstützung bei der Überschreitung von Grenzen handelt. Menschenhandel gehört inzwischen zu den Erscheinungsformen der organisierten Kriminalität. Es handelt sich um ein globales Phänomen im Spannungsfeld zwischen strafrechtlicher Verbrechensbekämpfung, Migrationspolitik und Menschenrechtsverletzung. Verlässliche Zahlen zum Ausmaß des nationalen und internationalen Menschenhandels gibt es wegen der vielfältigen Erscheinungsformen, unterschiedlicher Erhebungsmethoden und eines großen Dunkelfelds nicht. Ein UN-Bericht von 2014 dokumentiert weltweit 40.177 Beispiele aus 152 Ländern. Danach ist ein Drittel der Opfer von Menschenhandel minderjährig. Die Opfer stammen vor allem aus Afrika, Süd- und Ostasien sowie Osteuropa und werden nach Westeuropa, Nordamerika und auf die Arabische Halbinsel geschleust, 70 Prozent der Opfer sind Frauen, die wenigsten Täter werden verurteilt. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt für das Jahr 2012 die Anzahl der Menschen in Zwangsarbeit auf weltweit über 20 Millionen.
Prostitution
Geschichte der Prostitution. Prostitution wurde in antiken und modernen Kulturen praktiziert. Sie wurde als „ältestes Gewerbe der Welt“ bezeichnet, was jedoch nicht belegbar und höchstwahrscheinlich falsch ist.
Tempelprostitution
Tempelprostitution oder kultische Prostitution ist eine im Altertum vor allem in Indien (→Devadasis), Ägypten, Babylonien (Ištar-Kult), Lydien, Numidien und auf Zypern vermutete Form des kultischen Geschlechtsverkehrs von Priesterinnen oder Tempeldienerinnen, meist einer Gottheit der sexuellen Liebe. Nachdem die Existenz dieser Institution von der Wissenschaft lange Zeit als gegeben angenommen wurde, wird sie im 21. Jahrhundert in Frage gestellt.
Prostitution
Prostitution (von lateinisch prostituere „nach vorn/zur Schau stellen, preisgeben“) bezeichnet die Zurverfügungstellung sexueller Handlungen gegen Entgelt. Seit den 1970er-Jahren wird die Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt unter dem Begriff Sexarbeit subsumiert. Erfolgt die Prostitution unfreiwillig, ist es Zwangsprostitution. Prostitution findet sich in allen Epochen und Kulturen. Die gesellschaftliche Bewertung unterliegt bis heute ungebrochen einem starken Wandel und wird von politisch-weltanschaulichen sowie religiösen Vorstellungen beeinflusst. In der Prostitution tätige Menschen, Prostituierte, gehören in vielen Kulturen einer sozialen Gruppe an, die bis heute von Menschenhandel, Gewalt, Ausbeutung, Diskriminierung, Stigmatisierung und Verfolgung bedroht ist. Über Jahrhunderte sind Prostituierte darüber hinaus der Gefahr von gesellschaftlichen und politischen Anfeindungen ausgesetzt gewesen, bis hin zur Kasernierung, Deportation und Ermordung. Wurden sie vielerorts wahlweise als Kriminelle oder als Opfer abgestempelt, gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts einen Wandel in der öffentlichen Meinung. In westlichen Gesellschaften wenden sich seit dem späten 20. Jahrhundert Prostitutionsverbände und Menschenrechtsorganisationen gegen Diskriminierung.
Bordell
Bordell (von französisch bordel ‚Bretterhütte‘; Synonyme: Eroscenter, Freudenhaus, Etablissement, umgangssprachlich Puff, veraltet Hurenhaus) ist die Bezeichnung für einen Betrieb, in dem Menschen (meist Frauen) sexuelle Dienstleistungen anbieten und ausüben. Bordelle finden sich in manchen Großstädten gehäuft in Rotlichtvierteln. Der rechtliche Rahmen, innerhalb dessen Prostitution und somit Bordelle legal angeboten und ausgeübt werden darf, variiert nicht nur zwischen unterschiedlichen Ländern, sondern unterliegt mitunter auch regionalen Auflagen.
Rotlichtviertel
Als Rotlichtviertel (auch Rotlichtbezirk, in der Schweiz: Rotlichtquartier) bezeichnet man einen Bereich einer Stadt, in dem sich Prostitution und andere Arten des Sexgewerbes konzentrieren. Die zugehörige soziale Umgebung ist das Rotlichtmilieu. Der Begriff Rotlichtviertel wird häufig negativ wertend benutzt.
Rotlicht (Prostitution)
Rotlicht (Prostitution) ist ein Synonym für Prostitution und damit zusammenhängende Sachverhalte wie Rotlichtmilieu, Rotlichtviertel, Rotlichtaffäre und andere.
Zuhälterei
Zuhälterei ist im juristischen Sinne die Ausbeutung einer Person, die der Prostitution nachgeht sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch die gewerbsmäßige Förderung der Prostitution. Eine Zuhälterei betreibende Person wird als Zuhälter bezeichnet. „Zuhälter“ kommt von dem Ausdruck „(mit einem) zuhalten“. Gemeint ist damit seit dem 15. Jahrhundert, eine Beziehung „geschlossen halten“, womit ursprünglich ein außereheliches Verhältnis zwischen Mann und Frau umschrieben wurde. Im Gegensatz zur seit dem Ende des 15. Jahrhunderts belegten Bedeutung von „Zuhälterin“ als Dirne entstand erst im 19. Jahrhundert der (wohl von der Polizei geprägte) Begriff „Zuhälter“ im Sinne von „großstädtischer Dirnenbeschützer“. Umgangssprachliche Bezeichnungen für Zuhälter sind Lude oder Loddel, ironisch wird die Bezeichnung Vollkaufmann verwendet. Euphemistisch wird vom Beschützer der Prostituierten gesprochen. In Österreich bezeichnet man einen Zuhälter umgangssprachlich nach dem Wienerischen Dialekt als „Strizzi“ oder als bairisch „Peitscherlbua“. Im ausgehenden Mittelalter wurde der Zuhälter als Frauenwirt bezeichnet. Frauen, die Aufsicht über Prostituierte in einem Bordell führen, werden umgangssprachlich als Puffmutter bezeichnet. Der Begriff impliziert aber nicht die illegale Ausbeutung der Frauen, wie es beim Begriff „Zuhälter“ der Fall ist. Oftmals handelt es sich dabei um ehemalige Prostituierte.
Mätresse
Mätresse (aus französisch maîtresse ‚Herrin, Meisterin‘), als historischer Begriff in Europa maîtresse en titre, Titularmätresse, maîtresse régnante, regierende Mätresse oder offizielle Mätresse, war die mächtigste Geliebte eines Fürsten oder Prinzen an einem absolutistischen Hof. Die Institution der Mätresse entstand im spätmittelalterlichen Frankreich. Manche Mätressen waren auch politisch aktiv und erlangten erhebliche Macht.