Lehm, Ton und Feuerstein in der Niederländischen Region Limburg
Grund warum die Hunnen in Limburg waren
Die Region Limburg in den Niederlanden ist geologisch und historisch bedeutend für ihre Vorkommen von Lehm, Ton und Feuerstein, insbesondere im Süden der Provinz. Diese Materialien haben die Landschaft und die Besiedlungsgeschichte seit Jahrtausenden geprägt. Im niederländischen Limburg, besonders bei Rijckholt, wurden bereits vor über 5000 Jahren Feuersteinbergwerke betrieben. Dieser Feuerstein war ein wichtiges Rohmaterial für bandkeramische Schuhleistenkeile. Der Boden im Süden Limburgs besteht oft aus einer Mischung aus Mergel, Ton, Schluff und Lehm.
Lehm (von mittelhochdeutsch leim, wie „Leim“, von mittelhochdeutsch līm, zu einer indogermanischen Wurzel *lei-, „schleimig, glitschiger Boden, über etwas hinstreichen“, gehörig[1]) ist eine Mischung aus Sand (Korngröße > 63 µm), Schluff (Korngröße > 2 µm) und Ton (Korngröße < 2 µm). Er entsteht entweder durch Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen oder durch die unsortierte Ablagerung der genannten Bestandteile. Unterschieden werden je nach Entstehung Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm (Gletscher), Lösslehm (Löss) und Auenlehm (aus Flussablagerungen). Lehm ist weit verbreitet und leicht verfügbar, er stellt (gebrannt oder ungebrannt) einen der ältesten Baustoffe dar.
Ton (von frühneuhochdeutsch tahen, than für ‚Tonerde, Lehm‘) ist ein natürlich vorkommendes, vorwiegend anorganisches Material, das hauptsächlich aus Tonmineralen besteht, bei ausreichenden Wassergehalten generell plastisch verformbar ist und spröde wird, wenn es getrocknet oder gebrannt wird. Obwohl Ton in der Regel Schichtsilikate enthält, kann er andere Materialien enthalten, die ihm Plastizität verleihen und aushärten, wenn sie getrocknet oder gebrannt werden. Als assoziierte Phasen kann Ton Materialien enthalten, die ihm keine Plastizität verleihen, z. B. Quarz, Calcit, Dolomit, Feldspat sowie organische Stoffe. Anders als frühere Definitionen legt diese Definition der AIPEA (Association Internationale Pour L’Etude Des Argiles) und der CMS (Clay Minerals Society) keine exakte Korngröße der Tonbestandteile fest, da verschiedene Disziplinen hier eigene Festlegungen getroffen haben. Als Tonpartikel gelten in den Geowissenschaften, entsprechend der Norm EN ISO 14688, Partikel < 2 µm (teilweise auch < 4 µm[3]) und in der Kolloidchemie < 1 µm. Nicht zu den Tonen zählen künstlich hergestellte Materialien mit Toneigenschaften sowie Materialien mit vorwiegend organischen Bestandteilen wie Torf und einige Böden, auch wenn diese ebenso wie Ton plastische Eigenschaften aufweisen und natürlichen Ursprungs sind.
Feuerstein, auch Flint oder Silex, ist ein Kieselgestein und besteht nahezu ausschließlich aus Siliciumdioxid (SiO2). Das Siliciumdioxid liegt hierbei in Form von sehr feinkörnigem (mikrokristallinem) Quarz (Chalcedon) und Mogánit oder in Form von Opal vor. Hinzu kommen akzessorische Minerale, zum Beispiel Hämatit, die dem Gestein eine bestimmte Farbe verleihen können. Bevorzugt werden solche Bildungen als „Feuerstein“ bezeichnet, die diagenetisch in feinkörnigen marinen Kalksteinen entstanden sind. Der Name „Feuerstein“ verweist auf seine historische Bedeutung für das Feuermachen. Die „Feuersteine“, die in modernen Feuerzeugen eingesetzt werden, sind allerdings aus einer Metalllegierung (Cer-Eisen, siehe Auermetall), werden Zündsteine genannt und zerspant. Daneben werden in Feuerzeugen Piezokristalle angeschlagen, um elektrische Funken zu erzeugen. Als Feuerstein im engeren Sinne gelten jedoch nur diagenetische SiO2-Aggregate, die Ablagerungen des untersten Tertiär (Danium) und der Oberkreide entstammen. Typische Fundplätze sind u. a. die Ostseeküste (Baltischer Feuerstein), die Kreidefelsen von Rügen, die Maastrichter Region und die Burgunder Region. Diagenetische SiO2-Aggregate aus älteren Ablagerungen (in Mitteleuropa insbesondere aus dem Jura, Keuper, Muschelkalk und Zechstein) werden als Hornsteine bezeichnet.
Historische Quellen belegen, dass die Hunnen um die Mitte des 5. Jahrhunderts (genauer gesagt um 451 n. Chr.) Einfluss in der Region Limburg und den umliegenden Gebieten hatten. Ihr Einflussbereich erstreckte sich bis in die Gebiete des heutigen Limburg und Teile des Rheinlands, was um 457/458 auch zum Fall Kölns beitrug. Die Hunnen waren ein Nomadenbund aus Zentralasien, der im 5. Jahrhundert bei der europäischen Bevölkerung Angst und Schrecken verbreitete. Der Name “Hunnen” hat in der Region Spuren hinterlassen, etwa in Bezeichnungen wie der “Hunenborg” (eine Ringwallanlage), auch wenn dies oft volksetymologische Benennungen aus späterer Zeit sind.
Die Langobarden siedelten vor ihrem Zug nach Italien im 5. und 6. Jahrhundert im mittleren Donauraum, aber während ihrer Wanderung aus dem Norden zogen sie durch Gebiete, die angrenzten, oder waren in germanischen Stammesbündnissen aktiv. Laut historischen Quellen (wie “Nederlandsche Oudtheden”) saßen die Langobarden früher nahe den Brukterern (an der Ems/Weser) und wanderten von dort in Richtung Donau und später Italien. Sie waren Teil der großen germanischen Völkerwanderung, die auch die Region Limburg und das Maasland durchliefen oder beeinflussten, bevor sie 568 n. Chr. nach Italien einfielen.
Die Region Limburg war in dieser Zeit (5.-6. Jh.) ein stark umkämpftes Gebiet zwischen abziehenden Römern, einfallenden Hunnen und nachrückenden germanischen Stämmen wie den Ripuarischen Franken ‘Rheinuferfranken‘ und Langobarden.
Hunnen
Hunnen ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe zentralasiatischer Reitervölker mit nomadischer, später halbnomadischer Lebensweise. Ihre genaue Herkunft und Ethnizität ist in der modernen Forschung umstritten. Die wenigen Sprachüberreste erlauben keine präzise Zuordnung: Einige Forscher gehen davon aus, dass die Hunnen eine Turksprache oder eine andere altaische Sprache sprachen. Andere Forscher gehen von einer heute ausgestorbenen Sprache aus bzw. bezweifeln die Möglichkeit einer exakten Zuordnung. Eine Studie aus dem Jahr 2025 favorisiert die Zugehörigkeit zu einer heute ausgestorbenen paläosibirischen Sprache. Ebenso ist unsicher, ob der Begriff Hunnen eine klar umrissene Gruppe von Stämmen bezeichnete. In der modernen Forschung wird vielmehr oft angenommen, dass es sich bei der Bezeichnung Hunnen um einen in der eurasischen Steppenregion verbreiteten Prestigenamen für ansonsten heterogen zusammengesetzte Gruppen nomadischer Reiterkrieger handelte. In diesem Sinne wurde der Begriff Hunne von einigen oströmischen Geschichtsschreibern als ethnographischer Begriff für ganz verschiedene später auftauchende Reitervölker aus dem eurasischen Steppenraum benutzt. Fest steht nur, dass die in spätantiken Quellen als „Hunnen“ bezeichneten Stämme um die Mitte des 4. Jahrhunderts im Raum zwischen den Flüssen Don und Wolga lebten und schließlich nach Westen vorstießen, wobei sie nicht unter einheitlicher Führung agierten. Sie fielen ab 375/76 mit dort unbekannter Reiterkampftechnik in Europa ein (siehe Völkerwanderung) und spielten in der spätantiken Geschichte noch bis ins späte 5. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Im frühen 5. Jahrhundert errichteten sie an der Donau ein Steppenreich zwischen West- und Ostrom. Unter Attila erreichte ihre Macht den Höhepunkt, wobei die Hunnen allerdings ökonomisch stets auf erzwungene römische Tributleistungen angewiesen waren. Nach Attilas Tod 453 und dem Zerfall seines Reichs zerstreuten sich die Hunnen wieder weitgehend; hunnische Hilfstruppen in oströmischen Diensten und als hunnisch bezeichnete Gruppen im nördlichen Schwarzmeerraum sind jedoch noch im 6. Jahrhundert belegt.
Hüne
Ein Hüne (Plural: Hünen) ist ein übermenschlich großes und starkes Wesen, ein Riese. Im übertragenen Sinne wird der Begriff auch oft für einen groß gewachsenen und athletischen Mann verwendet. Hüne lässt sich auf das mittelhochdeutsche hiune und das niederdeutsche hûne mit der Bedeutung Riese zurückführen. In diesem Sinne geht unter anderem auch die Bezeichnung des Hünengrabs der Megalithkulturen auf die Vorstellung zurück, es handele sich dabei um ein „Grab für Riesen“.
Hügel ‘Heuvel‘
Ein Hügel oder eine Anhöhe ist eine natürlich entstandene oder anthropogen geschaffene, wenig gegliederte Landform, die sich freistehend über ihre Umgebung erhebt und sich durch ihre geringere Höhe und Flächenausdehnung vom Berg unterscheidet. Ein Hügel ist normalerweise nicht wesentlich länger als breit, sonst wird die Erhebung als Höhenrücken bezeichnet. Solche niedrigen Erhebungen bedingen noch kein Gebirgsklima. Eine vom Umland abweichende natürliche Vegetation ist bei freistehenden Hügeln azonal (Wasserhaushalt, Böden, Untergrund) bedingt. Nur bei Vorgebirgs-Hügeln der kollinen Höhenstufe sind extrazonal klimabedingte Unterschiede vorhanden. Es gibt keine allgemeingültige Definition; die Festlegung ist vom jeweiligen Autor abhängig. Gemeinhin wird jedoch meistens ein relativer Höhenunterschied von höchstens 200 m zwischen Gipfel und Umland vorausgesetzt. Die englischsprachige Übersetzung Hill ist in der Regel auf die Form der Erhebung bezogen und weniger auf die Höhe, sodass etwa zwei amerikanische Autoren die maximale Höhe bei 2000 ft (ca. 610 m) angesetzt haben. Ein Bezug zur absoluten Meereshöhe wird nicht hergestellt. Eine größere Zahl benachbarter Hügel wird Hügelland genannt.
Erdwerk
Als Erdwerk werden in der Archäologie signifikante Bauten aus Erde bezeichnet, also Grabungen und Aufschüttungen unterschiedlicher Größe, Form und Funktion, die in der Regel zu militärischen und/oder kultischen Zwecken angelegt wurden. Insbesondere sind dies Wall–Graben-Anlagen in Europa, aber auch hügel- oder pyramidenförmige Erdanhäufungen, wie beispielsweise die Mounds in Nordamerika. Zu den Grabungen und Aufschüttungen kommen häufiger Palisaden hinzu. In der Archäologie finden die Termini Erdwerk und Grabenwerk sowie Einhegung meist synonym Verwendung.[2] In Mitteleuropa sind Erdwerke seit der ältesten Epoche der Bandkeramik bekannt und bilden ein Phänomen, das sich in beinahe allen Abschnitten des europäischen Neolithikums wiederfindet. Erdwerke können Einbauten aus Holz oder Stein enthalten. Die größten bekannten Erdwerke sind Grenzsicherungsanlagen, wie beispielsweise der Obergermanisch-Raetische Limes. Es lassen sich neben Befestigungsanlagen aber auch Erdwerke mit einem zivilen und kultischen Zweck nachweisen. Erdwerke sind heute meistens nicht mehr an der Erdoberfläche sichtbar, so werden jungsteinzeitliche Erdwerke beispielsweise durch Luftbildarchäologie anhand von Bewuchsanomalien oder Bodenmerkmalen auf Ackerflächen entdeckt, Gräben können bei Schräglicht aus der Luft entdeckt und beobachtet werden. Im neuzeitlichen Festungsbau bezeichnet der Terminus Erdwerk eine aus Erde aufgeschüttete Befestigungsanlage.
Grabhügel
Ein Grabhügel ist Teil eines Dolmens. Der Dolmen besteht aus großen, aufrecht stehenden Steinen (den „Säulen“ oder „Stützsteinen“), auf denen Decksteine ruhen. Die Stützsteine sind in der Regel weitgehend parallel angeordnet. Zwei Stützsteine und ein Deckstein bilden zusammen ein „Joch“ oder „Trilithon“. Das Joch oder mehrere Joche werden durch Abschlusssteine verschlossen. Die Zwischenräume zwischen diesen Steinen wurden mit kleineren Steinen, den Füllsteinen, aufgefüllt. Der Eingang befindet sich oft in der Mitte der Längsseite und enthält in manchen Fällen Torsteine. Das gesamte Bauwerk war von einem Grabhügel bedeckt. Dieser bedeckte nicht immer das gesamte Bauwerk; in manchen Fällen blieben die Decksteine sichtbar. Heutzutage sind die Grabhügel vieler Dolmen verschwunden. Sie wurden aus verschiedenen Gründen abgetragen. Beispielsweise ist der Boden oft fruchtbar und wurde als Ackerland genutzt. In anderen Fällen wollten Schatzsucher Zugang zum Dolmen erlangen, oder man wollte ihn für wissenschaftliche Forschungszwecke untersuchen. Der Grabhügel wurde aus verschiedenen Materialien errichtet. So wurden beispielsweise Erde und/oder Grassoden verwendet. Häufig finden sich darin auch Findlinge, die vermutlich dazu dienten, den Hügel vor dem Wegwehen zu bewahren.
Hügelgrab
Ein Hügelgrab oder ein Grabhügel (lateinisch tumulus, Plural tumuli; griechisch τύμβος tymbos) ist eine gestreckte, runde oder ovale Erdaufschüttung. Darin befinden sich Grablegen oder andere Vorzeitmonumente. Bei den Gräbern kann es sich um Körperbestattungen (ggf. im Baumsarg), Urnengräber oder ausgestreuten Leichenbrand handeln. Die Hügel können Einbauten haben, zum Beispiel aus konzentrischen Kreisen, Gebäuden (Grabhügel von Trappendal), steinernen Grabkammern oder Steinkisten. Steinerne Hügel heißen auf Englisch Barrows, auf Französisch Tumuli de pierres und in Dänemark Gravrøser. Die prähistorischen Hügelgräber Nordamerikas werden als Mounds, die für den Osten Niedersachsens charakteristischen Hügelgräber als Buckelgräber bezeichnet.
Die als Hünengrab bekannten und in Norddeutschland, den Niederlanden, Polen und Skandinavien verbreiteten Megalithanlagen oder Großsteingräber befinden sich auch auf manchen Wappen dieser Region. Als Motiv auf dem Wappenschild ist es eine gemeine Figur und kein Heroldsbild.
Hünenbett
Ein Langbett oder Hünenbett (englisch long barrow oder long cairn, niederländisch hunebed; schwedisch långdös; dänisch langdysse) ist eine steinzeitliche Grabstätte in Form eines drei- oder rechteckigen bzw. trapezförmigen Hügels, der intakt mit einer Randsteinkette umgeben ist. Randsteine trapezoider Langbetten sind üblicherweise in der Höhe abgestuft. Der Hügel kann eine megalithische Kammer enthalten oder „(stein)kammerlos“ sein. Ausgrabungen zeigen, dass „kammerlose“ Langbetten meist eine hölzerne Kammer enthielten. Langbetten stammen aus dem späten Neolithikum West- und Mitteleuropas und Skandinaviens bzw. dem zeitgleichen Frühneolithikum der Britischen Inseln[5]. Langbetten sind neben Rundhügeln und wenigen anderen Formen im Verbreitungsgebiet der nordischen Megalitharchitektur anzutreffen. Sie sind zwischen etwa 20 und mehr als 180 Meter lang. Sie sind von Anlagen vom Typ Konens Høj oder vom Niedźwiedź-Typ abzugrenzen. Die ältesten Langhügel weisen Brandgräber auf und sind ohne Steinkammer errichtet. Spätere Dolmen haben Steinkammern. Es sind Reste eines verbrannten Bretterdaches vorhanden.
Findling
Ein Findling ist ein meist einzeln liegender sehr großer Stein, der während der Eiszeiten durch Gletscher transportiert und an seinem heutigen Standort abgelegt wurde. Als das Eis schmolz und der Gletscher sich zurückzog, blieben solche Felsblöcke als Findlinge liegen. Findlinge sind die häufigste Form der erratischen Blöcke. Die Grenze zwischen Findlingen und den kleineren Geschieben ziehen die Geowissenschaften bei einem Volumen von einem Kubikmeter.
Menhir ‘Hinkelstein‘
Menhir ist eine aus dem Bretonischen entlehnte Bezeichnung für einen vorgeschichtlichen, hochragenden Steinblock, der auch als Hinkelstein bekannt ist. In der prähistorischen Archäologie bezeichnet das Wort einen länglichen Einzelstein (bretonisch maen „Stein“ und hir „lang“), der in vorgeschichtlicher Zeit von Menschen aufrecht gestellt wurde. Die Bezeichnung stammt von Théophile Malo Corret de la Tour d’Auvergne.
Dolmen
Ein Dolmen (aus kornisch tolmen „Steintisch“ oder aus bretonisch dolmen „Steintisch“) ist in der Regel ein aus großen, unbehauenen oder behauenen Steinblöcken (Megalithen) errichteter Grabbau der Vorgeschichte. Es besteht aus drei oder mehr aufrecht stehenden Tragsteinen (Orthostaten), auf denen eine oder mehrere Deckplatten ruhen. Dolmen werden traditionell als die einfachste Form eines Megalithgrabes betrachtet. In Europa waren die meisten Dolmen ursprünglich mit Hügeln aus Steinen oder Erde bedeckt. Der Begriff wurde von Théophile Malo Corret de la Tour d’Auvergne eingeführt.
Wächtersteine
Wächtersteine ist ein archäologischer Begriff für ausschließlich paarweise verwendete große Findlinge an den Ecken von rechteckigen und trapezförmigen Hünenbetten der Trichterbecherkultur (TBK). Es handelt sich um auffallend große Blöcke, die entweder die Eckpfeiler eines Hünenbettes bilden oder antenartig aus der Phalanx hervorragen und den Schmalseiten der Einfassung ein monumentales Aussehen verleihen. Einzelne Steine, die in der Nähe belgischer, bretonischer und korsischer Megalithanlagen aufgestellt wurden, heißen dagegen „Menhir indicateur“. Wächtersteine sind für trapezförmige Hünenbetten typischer als für rechteckige und finden sich vereinzelt in Dänemark und Skandinavien, vor allem aber in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen (Salongrab), Sachsen-Anhalt (Drebenstedt, Leetze, Winterfeld) und vereinzelt in Holstein (Hünenbetten „Alter Hau“). In Deutschland finden sich die imposantesten erhaltenen Beispiele an den trapezförmigen Anlagen von Dummertevitz und Nobbin auf der Insel Rügen.
Steinsetzungen
Als Steinsetzungen werden in der Ur- und Frühgeschichte Rahmenanordnungen mehrerer größerer Steine (in der Regel Megalithen), aber auch Steinpflaster verstanden, die von der Jungsteinzeit an bis in die Eisenzeit in verschiedenen Regionen Europas als Grabmarkierung oder Grabüberbau entstanden. Steinsetzungen treten in sehr unterschiedlichen Formen auf: in geometrischen Formen (Kreise, Quadrate und Rechtecke), als U-förmige Setzungen wie Achavanich, als Treuddar (dreieckig) oder Schiffssetzungen Muster darstellend, die eigene Gattungen bilden.
Hunnen Ringwall ‘Hunnenring‘
Bei dem Ringwall handelt es sich um die Überreste einer befestigten Ortschaft („Oppidum“, lat.: Befestigung) des keltischen Stamms der Treverer. Der Dollberg bei Otzenhausen nimmt unter den spätkeltischen treverischen Befestigungen eine Sonderstellung ein. Zunächst als Fliehburg um 400 v. Chr. erbaut, riegelten zwei quer zum Bergsporn verlaufende Abschnittsmauern diesen ab. Vermutlich zwangen klimatische Veränderung zur Abwanderung der Bewohner (Keltenwanderungen) und damit auch zur Aufgabe des Hunnenrings. Einem Hiatus während des ausgehenden 4. Jh. bis zur Mitte des 2. Jh. v. Chr. folgte eine Neubesiedlung. Diese zweite Bauphase beinhaltet nun auch den Ausbau der Befestigungen mit einer allseitigen Schutzmauer hin zu einem Ringwall während des 1. Jh. v. Chr. In jener Zeit beunruhigten zunächst Germaneneinfälle, dann die römische Okkupationslust die keltischen Gebiete. Einer wohl strategischen Neuorientierung ist eine Kürzung des südlichen Teils der Ringmauer zu verdanken, sodass letztendlich drei verschiedene Bauphasen nachzuweisen sind.
Wie auch andere vor- oder frühgeschichtliche Befestigungen wurde er vom Volksmund als „Hunnenring“ bezeichnet, obwohl es keine Zusammenhänge mit den Hunnen gibt. Es wird vermutet, dass der alte Begriff ‚Hunnich‘ (für König) damit zu tun hat. Auch ein sprachlicher Zusammenhang mit ‚Hünen‘ wegen der Größe der Anlage wäre denkbar. Denkbar ist auch die häufig anzutreffende schwärmerisch-historisierende Benennungsweise des frühen 19. Jahrhunderts, als eine Gefühlsmelange aus Romantik und nationalem Impuls zu zahlreichen Wortschöpfungen ähnlicher Art in Deutschland führte. Heute wird der Ort als eine der fünf bekannten stadtähnlichen Siedlungen der Treverer geführt.
Hünenhügel ‘Megalithgrab‘
Ein Großsteingrab oder Megalithgrab, auch Hünengrab oder Hünenhügel, ist eine megalithische Grabanlage. Die meisten Großsteingräber in Norddeutschland wurden in der späten Jungsteinzeit (Spätneolithikum) angelegt. Die in Norddeutschland verbreitete volkstümliche Bezeichnung „Hünengrab“ ist abgeleitet von „Hüne“, was sich auf das mittelhochdeutsche „hiune“ und das niederdeutsche „hûne“ mit der Bedeutung „Riese“ zurückführen lässt. Noch im 17. Jahrhundert bestand auch im Schrifttum die verbreitete Ansicht, es handele sich hierbei um „Gräber für Riesen“.
Megalithik in den Niederlanden
Megalithik in den Niederlanden. Die Megalithik trat in den heutigen Niederlanden während der Jungsteinzeit vor allem im Nordosten auf. Megalithanlagen, also Bauwerke aus großen aufgerichteten Steinen, kommen in verschiedenen Formen und Funktionen vor, hauptsächlich als Grabanlagen, als Tempel oder als Menhire (einzeln oder in Formation stehende Steine). Aus den Niederlanden sind ausschließlich Grabanlagen bekannt. Diese Großsteingräber (niederländisch Hunebedden) sind zwischen 3470 und 3250 v. Chr.[1] von Angehörigen der Westgruppe der Trichterbecherkultur (TBK) errichtet und bis etwa 2760 v. Chr. genutzt worden. Eine Nachnutzung der Anlagen erfolgte nach dem Ende der Trichterbecherkultur im Spätneolithikum durch die Einzelgrabkultur und die Glockenbecherkultur, während der darauf folgenden Frühen Bronzezeit und in geringem Umfang noch bis ins Mittelalter. Von den ursprünglich wohl über 100 Großsteingräbern der Niederlande sind heute noch 54 erhalten. Von diesen liegen 52 in der Provinz Drenthe. Zwei weitere liegen in der Provinz Groningen, davon wurde eines in ein Museum umgesetzt. Hinzu kommt eine Anlage in der Provinz Utrecht, deren Einordnung als Großsteingrab unsicher ist. Zerstörte Großsteingräber sind zudem aus der Provinz Overijssel bekannt. Die Mehrzahl der erhaltenen Gräber konzentriert sich auf dem Höhenzug Hondsrug zwischen den Städten Groningen und Emmen. Die Gräber erweckten bereits früh das Interesse von Forschern. Die erste Abhandlung wurde 1547 publiziert. Große Verbreitung fand ein 1660 veröffentlichtes Buch von Johan Picardt, der die Gräber für Bauten von Riesen hielt. Titia Brongersma führte 1685 die erste bekannte Ausgrabung an einem niederländischen Großsteingrab durch. 1734 wurde ein erstes Gesetz zum Schutz der Gräber erlassen; diesem folgten im 18. und 19. Jahrhundert weitere. Leonhardt Johannes Friedrich Janssen legte 1846 erstmals ein annähernd vollständiges Verzeichnis der Gräber vor. William Collings Lukis und Henry Dryden fertigten 1878 von zahlreichen Gräbern die bis dahin genauesten Pläne an. Die moderne archäologische Erforschung der Großsteingräber wurde 1912 durch Jan Hendrik Holwerda eingeleitet, der zwei Anlagen vollständig ausgrub. Kurz darauf begann Albert Egges van Giffen mit weiteren Forschungen. Er vermaß sämtliche Anlagen, führte zahlreiche weitere Grabungen durch und ließ bis in die 1950er Jahre fast alle Gräber restaurieren. Van Giffen entwickelte für die Großsteingräber auch ein bis heute verwendetes Nummerierungssystem mit einem Großbuchstaben für die Provinz und einer von Norden nach Süden aufsteigenden Nummer (sowie einem Kleinbuchstaben bei zerstörten Anlagen). Seit 1967 gibt es in Borger ein Museum, das ausschließlich den Großsteingräbern und ihren Erbauern gewidmet ist. Die Kammern der Gräber wurden aus Granit–Findlingen erbaut, die während der Eiszeit in den Niederlanden abgelagert wurden. Die Lücken zwischen den Steinen wurden mit Trockenmauerwerk aus kleinen Steinplatten verfüllt. Anschließend wurden die Kammern mit Erde überhügelt. Einige der Hügelschüttungen weisen zudem eine steinerne Umfassung auf. Abhängig davon, ob der Zugang zur Kammer an einer Schmal- oder einer Langseite liegt, werden die Gräber als Dolmen oder Ganggräber bezeichnet. Fast alle Anlagen in den Niederlanden sind Ganggräber, nur bei einer handelt es sich um einen Dolmen. Die Gräber ähneln einander in ihrem Grundaufbau, variieren aber in ihrer Größe sehr stark. Die Kammerlänge reicht von 2,5 m bis zu 20 m. Kleine Kammern wurden in allen Errichtungsphasen gebaut, größere traten erst in späteren Phasen hinzu. Aufgrund ungünstiger Erhaltungsbedingungen konnten aus den Gräbern nur geringe Reste menschlicher Knochen geborgen werden. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Leichenbrand. Zum Sterbealter und zum Geschlecht der Toten sind nur sehr begrenzte Aussagen möglich. Sehr reichhaltig sind hingegen die Beigaben. In einigen Gräbern wurden tausende von Keramikscherben gefunden, die sich häufig zu hunderten Gefäßen rekonstruieren ließen. Weitere Beigaben waren Steingeräte, Schmuck in Form von Perlen und Anhängern, Tierknochen und in seltenen Fällen Gegenstände aus Bronze. Das reiche Formen- und Verzierungsspektrum der Gefäße erlaubte die Unterscheidung mehrerer typologischer Stufen, die Rückschlüsse auf die Bau- und Nutzungsgeschichte der Gräber zulassen.
Grabhügel in der Gemeinde Vaals
Der Grabhügel auf dem Vaalserberg befindet sich in Südlimburg (Niederlande), südlich des Vaals-Flusses. Er liegt auf dem Vaalserberg, etwa 300 Meter nördlich des Dreiländerecks. Es handelt sich um einen einzelnen Hügel aus der Jungsteinzeit und/oder Bronzezeit. Der Grabhügel ist ein nationales Denkmal.
Die Grabhügel des Vijlenerbos befinden sich im südöstlichen und östlichen Teil des Vijlenerbos. Sie liegen südöstlich von Vijlen und westlich von Vaals in der Gemeinde Vaals. Verlässt man den Wald, gelangt man nach Raren. Dort befindet sich ein einzelner Hügel (im Südosten) sowie eine Anlage mit mindestens sieben Grabhügeln, von denen zwei deutlich sichtbar sind (im Osten). Die Grabhügel stammen aus der Bronzezeit. Anhand der Grabhügel im Malensbosch (ebenfalls Teil des Vijlenerbos) lässt sich schließen, dass das Gebiet lange vor der Römerzeit besiedelt war. Diese runden Hügel im Wald sind vermutlich zwischen 3.500 und 5.000 Jahre alt. Die meisten dieser Grabhügel wurden in den 1920er und 1930er Jahren von der deutschen Geologin Liese ausgegraben, einige sind jedoch noch unberührt. Eines der bekanntesten Grabhügel im Malensbos, das „Kindergrab“, ist an einer Seite offen und mit einer Informationstafel versehen. Seinen Namen verdankt es den Milchzähnen, die zwischen den Brandresten gefunden wurden. Weitere Wertgegenstände waren jedoch nicht vorhanden. Da einige Scherben aus römischer Zeit entdeckt wurden, gehen Experten davon aus, dass das Grab von den Römern geplündert wurde.
Grabhügel im Vijlenerbos
( https://www.visitzuidlimburg.de/erlebe-zuid-limburg/attraktion/grafheuvels-in-het-vijlenerbos/60243/ )
Anarchist Marxist: Auf den Punkt.
Vagabund – Alternative Berichterstattung [The Anarchist Marxist – AM]
Limburg, eine Region, die sich stolz als „Tor zu den Niederlanden“ präsentiert, wirbt mit idyllischen Hügellandschaften, mystischen Grabhügeln und dem Erbe „starker Völker“. Doch hinter der romantischen Fassade verbirgt sich eine unangenehme Wahrheit: Was heute als „kulturelles Erbe“ gefeiert wird, war einst ein Schauplatz von Ausbeutung, Krieg und ökologischer Zerstörung – und wird bis heute mit halbgaren Mythen verklärt. Die lokale Folklore liebt es, Orte wie den „Hunnenring“ oder die „Hunenborg“ als Zeugnisse einer glorreichen Vergangenheit zu verkaufen. Doch die historische Realität ist ernüchternd: Die Hunnen, die im 5. Jahrhundert durch Limburg zogen, waren keine edlen Krieger, sondern ein brutaler Nomadenbund, der Europa in Angst und Schrecken versetzte. Ihr „Erbe“ in Limburg? Keine kulturellen Meisterleistungen, sondern Verwüstung. Während die Römer abzogen und die germanischen Stämme um die Vorherrschaft kämpften, hinterließen die Hunnen vor allem eines: verbrannte Dörfer und eine Region im Chaos. Dass ihre Anwesenheit heute mit stolzen Namen wie „Hunnenring“ verbunden wird, ist kein historisches Faktum, sondern eine volksetymologische Farce – ein Produkt der romantischen Verklärung des 19. Jahrhunderts, als Nationalisten und Träumer aus Steinen und Hügeln „heldenhafte“ Geschichten strickten.
Und die „Hünen“? Diese angeblichen „Riesen“ der Vorzeit sind nichts weiter als eine projektive Fantasie späterer Generationen, die sich weigerten zu akzeptieren, dass die Megalithanlagen von ganz normalen – wenn auch fleißigen – Menschen gebaut wurden. Die Bezeichnung „Hünengrab“ ist kein archäologischer Begriff, sondern ein Märchen, das bis heute in Schulbüchern und Touristenführern kolportiert wird. Während die Hunnen durch die Region fegten, wurde in Rijckholt bereits seit Jahrtausenden Feuerstein abgebaut – nicht für poetische Zwecke, sondern für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen. Die Bandkeramiker, die hier vor über 5.000 Jahren schufteten, waren keine ökologisch bewussten Handwerker, sondern Pioniere der Ressourcenausbeutung. Der Boden Limburgs, reich an Mergel, Ton und Lehm, wurde nicht nur für den Hausbau genutzt, sondern auch für die Produktion von Keramik und Ziegeln – eine Industrie, die bereits in der Antike die Landschaft vernarbte.
Limburgs Boden ist reich – an Rohstoffen, an Geschichte, an Mythen. Doch die meisten dieser Mythen sind Lügen, die eine unangenehme Wahrheit verschleiern: Die Region war Schauplatz von Krieg, Ausbeutung und sozialer Ungerechtigkeit. Die Hunnen waren keine Helden, die Hünen keine Riesen, und die Grabhügel keine heiligen Stätten, sondern Denkmäler der Macht. Statt diese Geschichte kritisch aufzuarbeiten, wird sie heute als Touristenattraktion vermarktet. Die Grabhügel im Vijlenerbos sind kein Ort der Andacht, sondern ein Freilichtmuseum der Verdrängung. Und während wir uns an den Legenden von „starken Völkern“ und „mystischen Hügeln“ berauschen, vergessen wir, dass die wahre Geschichte Limburgs eine der Ausbeutung ist – von der Steinzeit bis heute.
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