Das Gesetz, der Ziegenhain, zu Vaals

Ein Hain, auch Gehölz und Wäldchen genannt, ist ein kleiner Wald.

Das Böckewäldchen, das Ziegenwäldchen (nederlands: Bokkebosje / limburgisch: Bokkeböschje) ist ein Hügel in der Gemeinde Vaals im niederländischen Südlimburg. Er liegt südlich von Vaals, nordöstlich von Wolfhaag und nordwestlich des Vaalserbergs. Er ist ein Ausläufer des Vaalserbergs, jedoch durch eine Senke im Gebirgskamm von diesem getrennt. Der Gemmenicherweg verläuft durch diese Senke. Blickt man vom Hügel nach Südosten, sieht man das Huis de Wilgen am Rande des Preusbos am Hang des Vaalserbergs. Nördlich und westlich des Hügels liegt die Senke des Selzerbeek-Tals. Der steile Hügel ist bis auf den Gipfel, wo eine kleine Baumgruppe steht, unbewaldet und bildet so ein markantes Wahrzeichen in der Landschaft. Zur Zeit des Charlemagne (Karls des Großen) wurde auf dem Hügel Recht gesprochen. Nach dem Bokkebosje wurde das Aggene Banket, im ehemaligen Zentrum von Vaals, in Holset, zum Gerichts. Aggene Banket ist ein nationales Denkmal in der Nähe von Holset in der niederländischen Provinz Limburg. Das Fachwerkhaus diente früher als Sitz des Amtsgerichts. Der Hof befindet sich am Oude Akerweg (Hausnummer 20) zwischen Vijlen und Holset. Das Holset-Ratsgericht war das Hauptgericht für Einrade, Vaals und Vijlen. Es wurde erstmals 1634 urkundlich erwähnt. 1656 unterstand die Herrschaft Holset der Verwaltung des Vogts der Staaten von ‘s-Hertogenrade. Vermutlich wurde in dieser Zeit in Aggene Banket Recht gesprochen. Das Stadtwappen von Vaals, in dem Holset abgebildet ist, entstand ursprünglich als Siegelstempel dieses Ratsgerichts. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.

Bockreiter ‘Ziegenreiter

Die Bockreiter (Bokkenrijders in Niederländisch und Bokkeriejersj in Limburgisch) waren der Überlieferung nach eine Bande, die zwischen 1730 und 1780 im Raum Limburg, in Herzogenrath und Schinnen aktiv war. Limburg stellte damals noch ein zusammengehöriges Gebiet dar, während es heute auf drei Staaten aufgeteilt ist: BelgienDeutschland und Niederlande. Einer der Anführer der Bockreiter war der „Schwarze Kapitän“. Da die Bockreiter oft ihre Beute an die Armen verschenkten, wurden sie auch Robin-Hood-Bande der Niederlande genannt. Es gab – grob betrachtet – zwei Bockreiterperioden, eine um 1740 und eine weitere etwa um 1770. Die erste Bockreiterbande entstand in Wolfhagen, einem Teil der Gemeinde Schinnen. Der Anführer hieß Geerling Daniels. Ein besonders berüchtigter Bockreiter dieser Zeit war der Franzose Jacques du Jardin, ein ehemaliger Soldat, der seinen Lebensunterhalt als Spielmann verdiente (er spielte Geige). Sein Spitzname war „de Keukelaer“. Er wurde 1751 auf dem Danikerberg (der Grenze zwischen Geleen und Schinnen) gehängt. Im niederländischen Freizeitpark Efteling steht das Mad House Villa Volta, welches die Taten der Bande ebenfalls thematisiert.

Als Packziege wird eine als Tragtier benutzte Hausziege bezeichnet. In den Gebirgsregionen des Balkans werden Packziegen schon seit Jahrhunderten eingesetzt. Die Verwendung von Packziegen in anderen Regionen Europas und in Nordamerika wurde in den 1980er und 1990er Jahren durch John Mionczynski aus Wyoming populär gemacht. Interessierte Ziegenhalter organisieren sich in Verbänden wie der North American Packgoat Association oder der British Harness Goat Society. Eine ausgeruhte Packziege ist in der Lage, bis zu 30 Kilogramm oder maximal einem Viertel ihres Körpergewichts über mehrere Kilometer zu tragen. Die Ziegen eignen sich insbesondere im Gebirge als Packtier für kleine Lasten. Dort erreichen sie bei mehrtägigen Wanderungen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von zwei bis drei Kilometer pro Stunde. Als Herdentiere folgen ausgebildete Packziegen dem Treck und müssen nicht an der Leine geführt werden. Bevorzugt setzt man kastrierte Ziegenböcke als Packtiere ein, da sie zum einen größer werden als weibliche Ziegen, zum anderen durch die Kastration sowohl den unangenehmen aber typischen Bockgeruch als auch das Aggressionsverhalten von intakten Böcken verlieren. Neben rassereinen Tieren werden Kreuzungen aus verschiedenen Rassen zum Packen eingesetzt, wobei oft eine Kreuzung aus Milch- und Fleischziegenrassen bevorzugt wird. Die Milchziegenrassen haben den großrahmigeren Körperbau, durch die Einkreuzung der Fleischziege erhält man mehr Muskelaufbau und Knochenstärke.

Die Nutzung der Ziege als Zugtier war bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Europa weit verbreitet. Die erstaunlich kräftigen, genügsamen und robusten Ziegen wurden vor Kutschen und Wagen gespannt und, falls keine größeren Tiere verfügbar waren, auch zum Pflügen verwendet. In bergigem Gelände dienten Ziegen als Lasttiere. Das Reiten auf einer Ziege (riding the goat) findet man in vielen verballhornenden Abbildungen über die Freimaurerei. Aussenseiter sollten glauben, dieses merkwürdig anmutende Ritual gehöre zum Aufnahme-Ritus. In Wahrheit gehörte es nie dazu, vielmehr wurde damit auf lustige Weise der Spekulation entsprochen, in den freimaurerischen Tempeln würden alte heidnische Bräuche gepflegt. Die alten Griechen, so erläuterte man wichtig, stellten ihren Gott Pan mit Hörnern und Klauen in einem zottigen Pelz dar. Frühe Christen benutzten Pan-Darstellungen, um Satan zu symbolisieren und bei dieser symbolischen Dämonologie machte man gern Anleihen, um böse Eigenschaften in einem Sinnbild zu vereinen. Im Mittelalter glaubte man dann, Hexen wurden auf Ziegenböcken reiten, wir kennen das von der nordischen Walpurgisnacht. Mit diesem abschreckenden Bild schmückte man gern demagogische Abschreckungsgerüchte gegen die Freimaurer. Die Freimaurer nahmen diese “Vorwürfe” lächelnd auf und integrierten sie humorvoll in ihren profanen Kosmos. Hunderte von selbstironischen Darstellungen zieren Postkarten und Comics.

Mit dem Namen Baphomet oder Bafomet wurde in südfranzösischen Protokollen des Templerprozesses ein angeblich von den Tempelrittern verehrtes Idol bezeichnet.

Freimaurer und der Illuminatenorden zu Aachen

Das Auge der Vorsehung (auch allsehendes Auge, Auge Gottes oder Gottesauge) ist ein Symbol, das gewöhnlich als das Auge Gottes interpretiert wird, das alles sieht. Dargestellt wird es als ein von einem Strahlenkranz umgebenes Auge und ist meist von einem Dreieck umschlossen, das auf die Trinität verweist. Dieses Dreieck schließt auch die Aspekte mit ein, die der Zahl Drei nachgesagt werden, die von alters her als Annäherung an die Kreiszahl bekannt war und daher als heilige, „göttliche“ Zahl galt.

Der Dom St. Marien zu Aachen, kurz der Aachener Dom, ist die Bischofskirche des Bistums Aachen und das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt Aachen. Der Dom steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria. Der Katschhof ist ein zentral gelegener, öffentlicher Platz in der Aachener Altstadt. Der Name leitet sich von Kaxhoff, später Kackshoff oder laut Oppenhoff von Katzhoff ab und bezeichnet damit den Ort des ehemaligen Prangers (KatzKaks). Zwischen 1847 und 1902 wurde der Katschhof zu Ehren des Aachener Bürgermeisters Gerhard Chorus Chorusplatz genannt, danach erfolgte wieder der alte historische Name und die zuführende Straße erhielt stattdessen den Namen Ritter-Chorus-Straße. Durch die Lage zwischen dem Aachener Dom und dem Aachener Rathaus sowie der nach einem mittelalterlichen Grundriss nachempfundenen Bebauung strahlt er eine besondere Atmosphäre aus. Größere Ereignisse wie beispielsweise Konzerte, Wochenmärkte, Stadtfeste und auch der alljährliche Aachener Weihnachtsmarkt finden hier statt.

Darstellung des Auge der Vorsehung, das allsehendes Auge, am Domhof zu Aachen

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Das Auge des Re (auch Auge des Aton, östliches Auge) symbolisierte im Alten Ägypten die Sonnenscheibe der Sonnengötter, beispielsweise von Re (geschrieben auch Ra), Amun-ReRe-Harachte und Aton. Die zugehörige Hieroglyphe zeigt das Horusauge ikonografisch gespiegelt: Aus Sicht des Anblickenden als linkes Auge; aus Sicht des Sonnengottes jedoch das rechte Auge.

Der Aachener Dom und der Domhof bilden zusammen eines der historisch bedeutendsten Architekturensembles Europas. Während der Dom als UNESCO-Welterbestätte weltbekannt ist, bietet der Domhof einen einzigartigen, ruhigeren Einblick in die bewegte Geschichte des Gebäudes. Darstellung des allsehenden Auges am Domhof zu Aachen

Der Illuminatenorden (lateinisch illuminati ‚die Erleuchteten‘) war eine kurzlebige Geheimgesellschaft mit dem Ziel, durch Aufklärung und sittliche Verbesserung die Herrschaft von Menschen über Menschen überflüssig zu machen. Der Orden wurde am 1. Mai 1776 vom Philosophen und Kirchenrechtler Adam Weishaupt in Ingolstadt gegründet und existierte bis zu seinem Verbot 1784/85 vornehmlich im Kurfürstentum Bayern. Zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien ranken sich um das angebliche Fortbestehen dieser Gesellschaft und ihre angeblichen geheimen Tätigkeiten, darunter die Französische Revolution, der Kampf gegen die katholische Kirche und das Streben nach Weltherrschaft. Heutige Verschwörungstheoretiker bringen das Symbol mit Geheimgesellschaften in Verbindung, besonders mit der 1776 von dem Ingolstädter Professor Adam Weishaupt gegründeten bayerischen Geheimgesellschaft der Illuminaten. Ein Zusammenhang zwischen dem Siegel der Vereinigten Staaten und den Illuminaten lässt sich nicht nachweisen. Bis zu ihrem Verbot 1784/1785 durch den bayerischen Kurfürsten Karl Theodor hatten die Illuminaten höchstens 2500 Mitglieder und gewannen diese meistens aus deutschen Freimaurerlogen. Viele wurden verhaftet, unter der Angabe, sie seien „notorische Freidenker“. Unter dem Freimaurer Johann Joachim Christoph Bode fand 1785 die Ordenstätigkeit in der Weimarer Minervalkirche ihr Ende.


Feudalismus

Feudalismus (wie „feudal“ zu lateinisch feudum/feodum ‚Lehen‘), auch Feudalsystem oder Feudalität genannt, bezeichnet in den Sozial-Rechts- und Geschichtswissenschaften vor allem die Gesellschafts- und Wirtschaftsform des europäischen Mittelalters (6. bis 15. Jh.), doch bestand er mindestens bis ins 18. Jahrhundert.

Geschworenengericht

Ein Geschworenengericht bzw. Schwurgericht ist ein Gericht, in dem Geschworene an der Entscheidung (ganz oder zum Teil) beteiligt sind. Die Geschworenen sind keine Juristen, sondern meist unbeteiligte Bürger, die durch Abstimmung ein Urteil fällen. Dabei bewerten meist die Geschworenen die Sachlage des Falles, der Richter dagegen die Rechtslage. Der Name Geschworener kommt daher, dass diese Bürger traditionell auf das Recht bzw. Gesetz und ihr Gewissen schwören mussten.

Laathof (Feudalrecht)

Laatbankstraat

Im Ancien Régime war ein Laathof (auch Cijnshof oder lateinisch: Curia) ein Gericht einer niederen Herrschaft, das nach dem Gutsherrensystem organisiert war und über ein eigenes Gericht verfügte. Laathof bezeichnete auch diesen Hof: ein Gericht oder Hof eines Laats. Die Unterscheidung zwischen Laat-, Cijns- und Leenhöfen ist nicht immer eindeutig; die Begriffe werden synonym verwendet.

Laat (Feudalrecht)

Im frühen Mittelalter bezeichnete man als *laat* (mittelniederländisch: *laet*) einen teilweise unfreien Bauern innerhalb eines nach dem Gutsherrensystem organisierten Herrschaftsbereichs, der sich mehr oder weniger freiwillig unfrei gemacht hatte, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Auf der Grundlage eines Rechtsvertrags mit einem (großen) Grundbesitzer, wie beispielsweise einem Bischof, König, Grafen oder Lehnsherrn, erhielt er ein Stück Land leihweise und war verpflichtet, es zu bewirtschaften und Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Torfabbau, Erzbergbau und Ähnliches zu betreiben; im Gegenzug durfte er einen kleinen Anteil des Ertrags behalten. Die Verknüpfung von Rechten und Pflichten mit der Vergabe eines Lehensgrundstücks war Bestandteil des mittelalterlichen Feudalsystems. Im Feudalsystem stellte das Laat die niedrigste Form der Belehnung dar.

Ein Laat war ein höriger Bauer oder Halbfreier, der nicht völlig frei war. Er bewirtschaftete Land (ein Laatgut), das einem Grundherrn gehörte. Halbfreie Bauern (Lasse/Laten): Diese Gruppe stand rechtlich zwischen freien Bauern und Leibeigenen. Es handelte sich oft um ehemals freie Bauern, die ihr Land an einen Grundherrn abgaben, es aber weiter bewirtschafteten (zinspflichtig).

Die Leibeigenschaft oder Eigenbehörigkeit bezeichnet eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit in Europa verbreitete persönliche Befugnis eines Leibherrn, über Leibeigene (auch genannt Eigenleute) zu verfügen. Sie ist Teil der feudalistischen Gesellschafts- und Wirtschaftsform des europäischen Mittelalters. Die durch die Leibeigenschaft entstehenden Belastungen lösten immer wieder Erhebungen und Aufstände aus, die sogenannten „Bauernkriege“, wie den Deutschen Bauernkrieg.

Als Hörige werden mittelalterliche Bauern (seltener auch andere soziale Gruppen, beispielsweise Waldschmiede oder andere Handwerker) auf Herrenhöfen bezeichnet, die sich in Abhängigkeit von einem Grundherrn (z. B. Ritter) befanden. Die Hörigkeit wurde an die Kinder vererbt.

Schepenbank ‘RatsgerichtSchöffengericht

‘Schepenbankstraat’

Im Mittelalter und im Ancien Régime war eine Schepenbank eine Verwaltungsinstitution mit besonderen, vom König oder Lehnsherrn des jeweiligen Gebiets verliehenen Befugnissen. Der Begriff setzt sich aus „Schepen“, der Bezeichnung für eine Person in einem Verwaltungsamt, und „Bank“, wörtlich Sitz oder Versammlungsort, zusammen. Die genauen Aufgaben und Befugnisse einer Schepenbank variierten je nach Lehnsherr, Gebiet und im Laufe der Zeit. Das Konzept war jedoch ab etwa 1100 in den Niederlanden weit verbreitet. Zu ihren Hauptaufgaben gehörten die niedere Gerichtsbarkeit, die Aufrechterhaltung der Ordnung, die Verwaltung sowie die Beglaubigung und Aufbewahrung privatrechtlicher Dokumente. Dieses Verwaltungsorgan gilt als Vorläufer der heutigen Bürgermeister- und Ratsherrenkammern in Belgien und den Niederlanden, doch unterscheiden sich die Aufgaben und Befugnisse der heutigen Kammern deutlich von denen der Schepenbank. Unter dem Einfluss der Französischen Revolution von 1789 und dem Ende des Ancien Régime verschwanden die Magistratsgerichte. In den Niederlanden geschah dies während der französischen Kolonialzeit (1795–1814).

Ein Schöffengericht ist im Allgemeinen ein Gericht, bei dem Schöffen mitwirken. Jedoch wird nicht unbedingt jedes Gericht, an dem Schöffen mitwirken, auch so genannt.

Schepen‘ -> Schöffe und Schöffen

Ein Schöffe (von althochdeutsch sceffino oder scaffin, der Anordnende; mittelhochdeutsch scheffe(ne) oder schepfe(ne)), auch Schöppe (niederdeutsch) und Schöpfe (oberdeutsch), war im hohen und späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit eine Person, die mit Aufgaben in der Rechtsprechung, aber auch – da damals judikative und exekutive Gewalt nicht getrennt waren – mit Verwaltungsaufgaben betraut war.

Schöffen (von althochdeutsch sceffino „Anordnender“) sind in Deutschland und Österreich ehrenamtliche Richter, die im Hauptverfahren von Strafprozessen mitwirken. Bis 1924 gab es auch in Deutschland Geschworenengerichte. Seither kommt dem Namen Schwurgericht nur noch eine historische Bedeutung zu. Sachliche Unterschiede zur zuständigen „normalen“ großen Strafkammer des Landgerichts sind damit nicht mehr verbunden. Die Besetzung des Schwurgerichts besteht aus drei Berufsrichtern und zwei Schöffen. Dabei sind Schöffen keine Geschworenen mehr.

Bank‘ -> Dingstuhl -> Gericht

Ein Gericht ist ein Organ der Rechtsprechung (Judikative). In der Rechtsgeschichte sind etliche Formen als Vorläufer der heutigen Gerichte bekannt. Als Dingstuhl wurde ein Gerichtsstuhl oder eine Gerichtsstätte bezeichnet, später auch ein Gerichts- beziehungsweise Verwaltungsbezirk. Beispielsweise hießen im Kurfürstentum Köln und im benachbarten Herzogtum Jülich sowie im Land van Rode Verwaltungsbezirke unterhalb der Amtsebene Dingstühle. Besonders verbreitet war die Bezeichnung in der Eifel und rund um Bonn. Dingstuhl (letzeburgisch: Dënzelt) nennt man auch ein gotisches Gerichtsgebäude in Echternach.

Lex Ripuaria

Ripuarien (auch Ribuarien) war ein merowingischkarolingisches Territorium im Frühmittelalter. Das Gebiet, das in historischen Quellen als Land (terra), Provinz (provincia), Herzogtum (ducatus), (Groß)Gau (pagus) und Grafschaft (comitatus) erscheint, reichte im Süden bis zur Mosel und zu den Ardennen, im Westen bis an die Maas und den Kohlenwald, im Norden bis an die Waal, ostwärts grenzte es an das Stammesherzogtum Sachsen.

Als Rheinfranken (auch ripuarische/ribuarische FrankenRipuarier/Ribuarier oder Ripuaren/Ribuaren, von altfränkisch rīp- ‚Ufer‘; im Raum Köln auch als Kölner Franken bezeichnet) wird in der Geschichtswissenschaft traditionell eine von zwei beziehungsweise drei Gruppen der Franken bezeichnet. Diese stiegen in der Übergangszeit zwischen Spätantike und Frühmittelalter zum mächtigsten germanischen Stamm in West- und Mitteleuropa auf. Der Teilstamm der Rheinfranken soll sich durch die Vereinigung einzelner kleinerer Volksgruppen im 4. Jahrhundert gebildet haben; sein Hauptsiedlungsgebiet habe entlang des Rheins gelegen (daher der Name). Entlang des Flusses hätten sich die Rheinfranken von Köln über Mainz bis nach Worms und Speyer ausgebreitet. Demgegenüber hat Matthias Springer allerdings die Ansicht vertreten, dass es sich bei der vermeintlichen Zwei- oder Dreiteilung der Franken und damit auch bei den Rheinfranken um ein Konstrukt der Forschung handelt, das auf einer Missdeutung der späteren mittelalterlichen Quellen beruhe.

Ripuarisch (von lateinisch ripa ‚das Ufer‘) – auch RipwarischRibuarisch oder Nordmittelfränkisch – ist eine kontinentalwestgermanische Dialektgruppe. Es ist die Eigentliche der drei großen Rheinisch genannten Sprachgruppen, unter denen es räumlich und im Dialektkontinuum des Rheinlandes eine Mittelstellung einnimmt zwischen dem Niederrheinischen am Niederrhein, das wie die niederländische Sprache zum Niederfränkischen zählt, und dem südlich angrenzenden moselfränkischen Dialektraum, welcher wie die ripuarischen Dialekte in manchen Fällen der westmitteldeutschen Sprachengruppe zugerechnet wird. Der ripuarische Sprachraum umfasst die Umgebung der Städte KölnBonn und Aachen. Sprachgeschichtlich wie phonetisch am nächsten verwandt ist das Südniederfränkische, eine in Nordbelgien und der südostniederländischen Provinz Limburg sowie einem schmalen Streifen von Heinsberg bis zum Niederrhein in Deutschland verbreitete niederfränkische Varietät. Diese genießt in den Niederlanden den offiziellen Status als Minderheitensprache nach der EU-Charta. Die letzten Städte und Dörfer die noch Ripuarisch sprechen. Im Land van Rode. Köln, Aachen, Herzogenrath, Merkstein, Alsdorf, Ubach, Wels, Roerdorp, Vaals, Gulpen, Margraten, Bocholtz, Simpelveld, Kerkrade.

Die Lex Ripuaria (auch Lex Ribuaria) ist eine Sammlung von in Latein verfassten Gesetzestexten, die Anfang des 7. Jahrhunderts während der Herrschaft des austrasischen Königs Dagobert I. für das Gebiet des Herzogtum Ripuarien erschienen ist. Die Lex Ribuaria ist eine Sammlung germanischer Gesetze aus dem 7. Jahrhundert, die Gesetze der Ripuarischen Franken. Die Gesetzessammlung orientierte sich am Gesetz der salischen Franken (Lex Salica) aus den Jahren 507 bis 511, betonte aber traditionelles fränkisches Recht. Demgegenüber enthielt die Lex Salica auch noch umfassende gesetzliche Regelungen für die römische bzw. galloromanische Bevölkerung. 

Jahrhundertelang war Vaals eine protestantische Enklave in der Region

Protestanten onderdrukt in Vaals, 1764. 
Unterdrückung der Protestanten in Vaals, 1764

Im Abschnitt „From Zero to Now“ spricht Martin van der Weerden über die vielseitige Geschichte dieser Region. Diesmal geht es um Vaals, das ab Mitte des 17. Jahrhunderts Teil der Niederländischen Republik wurde. Eine protestantische Insel in einem katholischen Umfeld. Während des Friedens von Münster (1648) und der daraus resultierenden Vereinbarungen kam es zu einer recht verwirrenden Teilung Süd-Limburgs. Ein Teil wurde zu Staats, benannt nach den Generalstaaten der Protestantischen Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Aufgrund der großen Macht Hollands in dieser Republik wurden diese Gebiete auch niederländisch genannt. Der andere Teil unserer Region blieb beim katholischen Königreich Spanien. Die Wünsche der lokalen Bevölkerung wurden damals nicht berücksichtigt.

Unterdrückte Protestanten

Im niederländischen Vaals waren verschiedene protestantische Kirchen erlaubt. Das Ergebnis war, dass unterdrückte Protestanten aus den umliegenden katholischen Gebieten, darunter Aachen und Wittem, nach Vaals kamen und dort zu einem wichtigen Faktor der Gesellschaft wurden. Die ehemalige reformierte Kirche in der Kopermolen, heute ein Kulturzentrum, ist ein greifbarer Beweis dafür.

Gewalt

Das Verhältnis zum katholischen Umfeld führte zu Spannungen und Gewaltausbrüchen, etwa gegen Protestanten, die mehr oder weniger heimlich in Vaals in die Kirche gehen wollten. Um 1800 führten die französischen Revolutionäre auch in unseren Gebieten die Gleichstellung der Religionen ein, wodurch sich die Spannungen zwischen den verschiedenen Religionen allmählich verringerten.

Forschung

Dr. Thomas Richter von der RWTH in Aachen hat zu diesem Thema promoviert. Durch die Nutzung oft ungenutzter Quellen entdeckte er, dass Katholiken und Protestanten im Allgemeinen friedlich nebeneinander lebten. Doch oft brauchte es nicht viel, um Dinge in Brand zu setzen. Auch im 17. und 18. Jahrhundert kam es immer wieder zu Gewaltausbrüchen.

Südostlimburgischer Dialekt

Südostlimburgisch (niederländisch: Zuidoost-Limburgs) ist ein Sammelbegriff für die in Niederländisch-Limburg gesprochenen Ripuarian-Dialekte. In den Niederlanden und Belgien wird diese Gruppe oft unter dem Oberbegriff Limburgisch zusammengefasst. Limburgisch ist in den Niederlanden als Regionalsprache anerkannt und genießt daher einen gewissen Schutz gemäß Kapitel 2 der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen.

Völzer plat

Das Völser Platt ist ein Ripoarischer Dialekt, der in Vols gesprochen wird, einer Stadt in der Nähe von Ocher, die im Niederländischen eher einem „Löcher“ gleicht. Die Sprachgrenze zu den Limburger Dialekten, auch als Jenannt-Isoglosse bekannt, verläuft westlich und innerhalb des sogenannten Vols-Gebiets. Diese Grenze wird Benrather-Linie genannt. Das Völser Platt weist große Ähnlichkeit mit dem Öcher und dem Kirchröadsj auf. Kennmerk vom Vaalser Platt ist der isch/misch Klang, den wir sprechen. In lemiers, drei kilometer entfernt von Vaals, sagt man schon ‘ich’, aber wir sagen ‘isch’. Was Aufällt das wir eigentlich keinen Buchstaben G in userer Sprache kennen. Das G wird durch einen Kehlkopflaut ersetzt. ‘In Oche zaat mer, dat ‘t beste Öcher plat jekalld weat i Vols.’ -> ‘In Aachen sagt man, das, das Beste Öcher Platt in Vaals gesprochen wird.’


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