Die Oreschnik (russisch Орешник ‚Haselstrauch‘, NATO-Bezeichnung SS-X-34) ist eine mobile Mittelstreckenrakete aus russischer Produktion, deren Entwicklung unter dem nicht mehr in Kraft befindlichen INF-Vertrag verboten war. Über die Entwicklung der Oreschnik ist wenig bekannt, sie begann vermutlich in den 2010er-Jahren im Rahmen des Programms Kehdr (russisch für Zeder). Auch Teile mit Seriennummern aus dem Jahr 2017 weisen auf eine Entwicklung der Rakete ab 2010 hin. Der erste Teststart erfolgte im Oktober 2023 auf dem Testgelände Kapustin Jar; ein zweiter Teststart wurde im Juni 2024 am selben Ort durchgeführt. Zum Einsatz kam sie ab November 2024 im Kontext des Krieges gegen die Ukraine. Laut Angaben aus US-amerikanischen Sicherheitskreisen besaß Russland bis dahin nur eine geringe Stückzahl und die Rakete befinde sich zum damaligen Zeitpunkt noch in der Testphase.
Die Oreschnik stellt vermutlich eine Weiterentwicklung der Interkontinentalrakete RS-26 Rubesch dar, welche ihrerseits auf der RS-24 Jars basiert. Rüstungsexperten zufolge sei die Oreschnik mit der RS-26 zu 80 bis 90 Prozent identisch. Weiter vermeldete das ukrainische Fachportal Defense Express, dass es in der russischen Rüstungsindustrie gängig ist, dieselbe Waffe doppelt zu benennen. Die Oreschnik ist eine zweistufige Mittelstreckenrakete mit Feststoffraketentriebwerken. Dabei wird vermutlich die erste Raketenstufe der RS-24/26 sowie eine abgeänderte zweite Raketenstufe mit einem neuen Wiedereintrittskörperträger verwendet. Der Transport und Raketenstart erfolgt auf einem LKW vom Typ MZKT-79291. Ausgerüstet ist die Rakete mit bis zu sechs MIRV-Gefechtsköpfen, welche auf individuellen ballistischen Flugbahnen ihre Ziele ansteuern. Jeder einzelne MIRV-Gefechtskopf kann vermutlich mit bis zu sechs Stück Streumunition mit einem Gewicht von 20–50 kg beladen werden, so dass eine Rakete 36 Stück Streumunition gegen sechs Ziele einsetzen kann. Weiter wird über eine Beladung mit MaRV-Gefechtsköpfen oder mit Streumunition mit einem Gewicht von jeweils von 50, 125 oder 250 kg spekuliert. Die Nutzlast der Rakete wird auf 1.200–1.500 kg geschätzt. Die Rakete soll in der Endphase eine Geschwindigkeit von Mach 10 bzw. 12.300 km/h erreichen, was in etwa der typischen Geschwindigkeit einer modernen Mittelstreckenrakete entspricht. Gemäß ersten Auswertungen nach dem Einsatz vom 21. November 2024 wird der Streukreisradius (CEP) der Oreschnik auf 90–250 m geschätzt.
Die Oreshnik (IRBM) hat eine Höchstgeschwindigkeit von über Mach 10 (etwa 7.612 mph oder 12.251 km/h).
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