Der deutsche Tornister, das Felleisen ‘Affe’

Vorreiter des ‘Rucksackes’ so wie wir ihn alle heute kennen.

Felleisen

Ein Felleisen ist ein meist lederner Rucksack, wie er früher u. a. von Handwerksgesellen auf der Stör getragen wurde.

Tornister ‘Affe

Tornister M34 der Wehrmacht von 1940. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits das Nachfolgemodell M 39 produziert.
Rückseite eines Tornisters M34. An der Lasche des Tornisterbodens fehlt auf dem Foto der Koppelhaken, mit dem der Tornister an der Koppelrückseite stabilisiert werden konnte.

Der Tornister ist eine vorwiegend im militärischen Bereich verwendete Rucksackform. Charakteristisch war für sie eine Fell- oder Stoffbespannung, genäht über einen rechteckigen Holz- oder Kunststoffrahmen, militärische Tornister haben heute keinen Rahmen mehr. Das Innere ist meist mit Stoff ausgeschlagen. Bis in die jüngere Vergangenheit wurde der Tornister im Volksmund aufgrund seiner Fellbespannung auch als Affe bezeichnet. Das Wort Tornister ist mittelgriechischen Ursprungs (τάνιστρον tánistron „Futtersack der Reiter“). Der Begriff gelangte zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus der Soldatensprache in die Gemeinsprache. Es ist umgebildet aus dem gleichbedeutenden Tanister, der im ostmitteldeutschen Sprachgebiet bereits für das 17. Jahrhundert bezeugt ist. Das aus dem Slawischen entlehnte Wort (vergleiche tschechisch tanystra, slowakisch tanistra und ungarisch tanisz[t]ra „Ranzen“) hat die ältere einheimische Bezeichnung Habersack abgelöst (daraus entlehnt das französische havresac).

In den 1970er und 1980er Jahren war ein historischer Tornister ein seltenes und daher angesagtes Accessoire innerhalb der nichtangepassten, oppositionellen Jugendkultur in der DDR, der Blueser- oder Kundenszene. Der fellbespannte Affe wurde öffentlich im Alltag oder auch beim Trampen zu Konzerten und Begegnungen getragen.

..,-

Creative Commons License
Except where otherwise noted, the content on this site is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0 International License.