Hohes Venn

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Karte des Hohen Venns

Das Hohe Venn (gesprochen: Fenn) (französisch Hautes Fagnes, niederländisch Hoge Venen) ist eine grenzübergreifende, schildförmig gewölbte Hochfläche in Deutschland und Belgien mit einer Ausdehnung von über 600 km². Davon liegen 133 km² in Deutschland. In Belgien sind rd. 54 km² (5.368 ha) Vennfläche in staatlichen Besitz als domaniale Naturschutzgebiete des Hohen Venns unter Naturschutz gestellt, nachdem es 2018 auf belgischem Staatsgebiet um 5 km² gewachsen ist. 2021 wurde seitens der belgischen Forstverwaltung (Forstämter Malmedy, Elsenborn und Eupen) vorgeschlagen, das Naturschutzgebiet Hohes Venn um weitere 840 ha auf 6.211 ha zu vergrößern. Aktuell (2022) durchläuft das Vorhaben die Realisierungsphase.

Große Flächen sind als Hochmoor ausgebildet, wovon sich auch der Name ableitet: Venn, Fenn (niederländisch Veen) für Moor. Mit 694 m O.P. ist die Botrange sowohl die höchste Erhebung im Hohen Venn als auch der höchste Berg in Belgien.

Geologisch gehört das Hohe Venn zum linksrheinischen Teil des Rheinischen Schiefergebirges, wie auch die angrenzenden Ardennen und die Eifel sowie der südlich der Mosel gelegene Hunsrück.

Naturräumlich bildet es die Haupteinheit 283 als Teil der Ardennen/Westeifel (Haupteinheitengruppe 28).

Seit 2008 steht der belgische Teil des Hohen Venns auf der belgischen Tentativliste von UNESCO-Welterbe-Stätten.

Vennhochfläche bei Mützenich

Palsen zwischen Mützenich und der belgischen Grenze

Das Naturschutzgebiet Vennhochfläche bei Mützenich liegt im Gebiet der Stadt Monschau, zwischen Mützenich und der belgischen Grenze.

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Wanderweg entlang der Hill

Datei:Grand Fagne bei Noir Flohay.jpg

Vennhochfläche Noir Flohay

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Sonnenaufgang im Wallonischen Venn

Mützenich (Monschau)

Kirche St. Bartholomäus

Mützenich ist ein nordwestlicher Stadtteil von Monschau in der Städteregion Aachen und neben RückschlagRuitzhofRoetgen/Lammersdorf und Münsterbildchen eine von fünf deutschen Exklaven zwischen Deutschland und Belgien.

Kaiser Karls Bettstatt in Mützenich

Das Bett Karls des Großen (im Deutschen: Kaiser Karls Bettstatt) ist ein Quarzitblock, dessen Form stark an ein großes Bett erinnert.

Mützenich ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, Radfahrer, Jogger und Ski-Langläufer. Viele Wanderwege führen in das Hohe Venn, ein Hochmoor auf etwa 600 bis 650 Meter Höhe, und in das Naturschutzgebiet Gebirgsbach Rur. Ein markanter Punkt ungefähr einen Kilometer nördlich des Ortes ist Kaiser Karls Bettstatt unweit des Stelings, von wo aus einer der Hauptwege ins Hohe Venn führt. Die Legende besagt: Als Kaiser Karl der Große sich eines Tages auf der Jagd verirrte, soll er an diesem Quarzitblock sein unfreiwilliges Nachtlager aufgeschlagen haben. Mit etwas Fantasie sind Einkerbungen zu erkennen, wo ein Körper mit Kopf und Füßen aufgelegen haben könnte. Nach diesem Abdruck hätte diese Gestalt allerdings fast drei Meter groß sein müssen.

Auch für die Namensgebung Mützenichs muss, mit einem Augenzwinkern, Karl herhalten: Als ihm, auf der Bettstatt liegend, einer seiner Bediensteten gegen die Kälte eine Kopfbedeckung hinhielt, soll er entgegnet haben: „Mütze nich“. In dem in Mundart abgehaltenen Dorflied E Dörpsche lid im Monscher Land („Ein Dörfchen liegt im Monschauer Land“) wird hingegen die Namensfindung auf den oft strengen Westwind zurückgeführt, der den Menschen die Mützen wegriss: „un daropp ewischlisch, häisst dat Dorp nu Mötzenisch“ („und darum ewiglich heißt das Dorf nun Mützenich“).

Richelsley ‘Kreuz im Venn

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Der Richelsley, auch Richel Ley geschrieben, ist ein 80 Meter langer und bis zu 12 Meter hoher devonischer Konglomeratfelsen, dessen Gestein ursprünglich als schotterartiges Sediment vor über 400 Millionen Jahren am Grund eines Meeres unweit der damaligen Küste abgelagert wurde. Seinen Namen soll der Fels im 12. Jahrhundert vom Richwin, dem Gründer der Burg Richwinstein, das heutige Kloster Reichenstein, erhalten haben. Fälschlicherweise wird er in diversen Schriften auch als Megalith bezeichnet. Es handelt sich allerdings um eine natürliche Felsformation, die nach Verwitterung und Erosion des umgebenden Gesteins in ihrer heutigen Form und Ausdehnung stehen und erhalten blieb. Sie liegt in Belgien, in der Region der Wallonie, in der Provinz Lüttich, im Gebiet der Fazilitäten-Gemeinde Waimes am Rande des Hohen Venn nahe der Deutschen Grenze bei Kloster Reichenstein (Monschau).

Bekannt geworden ist der Richelsley unter anderem durch ein 6 Meter hohes und ca. 1,4 Tonnen schweres, mächtiges Kreuz, das fest im Gestein verankert auf dem Kamm des Felsens steht. 31 Stufen führen hinauf zum Kreuz, in das kreuzförmige Ornamente eingeschnitten sind.

Der Roman Das Kreuz im Venn von Clara Viebig, erschienen um 1908, machte den mitten im Wald liegenden Richelsley und das Kreuz auch über die Eifel hinaus bekannt.

Naturschutzgebiet Perlenbach-Fuhrtsbachtal

Das Perlenbachtal

Das Naturschutzgebiet Perlenbach-Fuhrtsbachtal-Talsystem ist ein 331 Hektar großes Naturschutzgebiet in der Städteregion Aachen, das durch Niedermoorvegetation sowie Nassgrünlandbrachen mit Seggenrieden und Röhrichtbeständen auffällt. Es befindet sich auf einer Höhe von 465 bis 615 m ü. NHN bei Monschau, westlich von Kalterherberg sowie südlich des Ortes Höfen und gehört damit zur Monschauer-Hellentaler Waldhochfläche. Das Gebiet umfasst die zwei je rund fünf Kilometer langen und etwa 25 bis 100 Meter breiten Täler des Perlen- und Fuhrtsbachs.

Klüserbachtal und Schwarzbachtal

Das Naturschutzgebiet Klüserbachtal und Schwarzbachtal liegt im Gebiet der Stadt Monschau, westlich von Kalterherberg. Der Schwarzbach ist ebenso wie der in ihn mündende Klüserbach bei Ruitshof ein Grenzbach zu Belgien.

Schwarzbachsee

Datei:Schwarzbach pond and peat bog (Kuchelscheid, Belgium) (7244879924).jpg

Der Schwarzbachsee im Hohen Venn bei Küchelscheid

File:Étang de Schwarzbach.jpg - Wikimedia Commons

Baraque Michel

Gebäudekomplex Baraque Michel 2019
Kapelle Fischbach (2021)

Die ehemalige Herberge Baraque Michel (die deutsche Bezeichnung Michelshütte ist heute ungebräuchlich) ist eine zu Jalhay in Belgien gehörende ehemalige Herberge im Hohen Venn, die 1811/1812 von Michel Henri Schmitz, einem aus dem Rheinland stammenden Steinmetz, gegründet wurde. Derzeit wird in den Gebäuden eine Gastronomie mit angeschlossener Bäckerei betrieben.

Datei:Baraque Michel von Michel H. Schmitz 1812 - heute Herberge Bäckerei Hohes Venn Belgien - Foto Wolfgang Pehlemann P1310351.jpg

Baraque Michel

Botrange

Baltia-Hügel auf der Botrange

Baltia-Hügel auf der Botrange

Die Botrange ([botˈʁɑ̃ʒ], so auch der Name im 19. Jahrhundert im Deutschen Reich) im Gemeindegebiet von Weismes in der ostbelgischen Provinz Lüttich, ist mit 694,24 m O.P. die höchste Erhebung Belgiens und liegt im Hohen Venn. Der auf der Botrange aufgeschüttete Baltia-Hügel (nach dem belgischen General-Leutnant und General-Gouverneur für die Ostkantone, Baron Herman Baltia benannt) wurde angelegt, um Belgiens höchsten Punkt auf 700 m Höhe zu bringen.

Datei:Signal de Botrange - panoramio.jpg

Signal de Botrange

Vennbahn

Datei:Bf. Kalterherberg am Vennbahnradweg 2012.JPG

Bahnhof Kalterherberg in Küchelscheid mit Draisinen (2012)

Die Vennbahn (Linie 48) ist eine ehemalige Eisenbahnstrecke zwischen Aachen und Ulflingen (frz. Troisvierges) in Luxemburg über Monschau und St. Vith mit Anschlüssen nach Stolberg (Rheinland)EupenMalmedyJünkerath und Prüm. Infolge der Grenzziehung und der Gebietsabtretungen nach dem Ersten Weltkrieg wechselte die ursprünglich deutsche Trasse in einigen Abschnitten ihres Verlaufs von Aachen nach Ulflingen von deutschem auf belgisches Staatsgebiet. Ursprünglich verband die Vennbahn die Industriezentren von Aachen-Rothe Erde auf dem kürzesten Wege mit Luxemburg. Der Gleiskörper ist größtenteils entfernt und auf dem Bahndamm wurde ein Fernradweg gebaut.

Datei:Sourbrodt, Gare.jpg
Der einst bedeutende belgische Bahnhof Sourbrodt nach der Fassadenrenovierung
Vennbahn-Radweg bei Ondenval in Belgien
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Restgleis und Radweg in Kalterherberg, Gleis wird ab hier für eine touristische Draisine genutzt (2012)

Vennbahn Wachgebäude

Das Wachgebäude „PD25bis“, aus Backsteinen in einfachsten Formen errichtet und direkt an der Trasse der Vennbahn gelegen, diente ursprünglich dem Personal der Eisenbahn als Schutzraum. Kurz vor Kriegsbeginn 1940 hatte die belgische Armee in der Nähe dieses Gebäudes – wie an vielen anderen strategisch wichtigen Punkten wie Brücken und Viadukten auch – Vorbereitungen für Sprengungen getroffen und dazu einen tiefen Schacht ausgehoben und mit annähernd 500 Kilogramm Sprengstoff gefüllt. Für den Fall des deutschen Angriffs sollte die Sprengung einen großen Schienenstrang hinterlassen und den deutschen Vormarsch bremsen. Hier war am 10. Mai 1940 Korporal Charles Devisser mit seiner 5. Kompagnie des ersten belgischen Grenzschutz-Radfahrerbataillons stationiert, um diesen Abschnitt gegen die bevorstehende deutsche Invasion zu verteidigen.

Während nach überlieferter Darstellung der Ereignisse Charles Devisser in seiner Stellung am Posten „PD25bis“ in Kämpfe mit den deutschen Angreifern verwickelt und dabei verwundet wurde, ermöglichte er seinen Kameraden die Flucht und rettete ihnen damit ihr Leben, während er selbst am Sicherheitsposten verwundet zurückblieb. Er wurde zunächst ins Krankenhaus nach Bütgenbach gebracht, erlag aber später seinen Verletzungen im Krankenhaus von Schleiden.

Korporal C. Devisser starb für sein Vaterland. Der Korporal Charles Devisser vom Radfahrerbataillon war einer der ersten belgischen Soldaten, die beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Belgien am 10. Mai 1940 den Tod fanden. Er stand an besagtem Tag Wache am Posten Pd25bis,unweit vom „Grünen Kloster”, zwischen dem Lager Elsenborn und Küchelscheid. Während Charles Devisser seinen Kollegen die Flucht ermöglichte, blieb er selbst am Sicherheitsposten schwer verwundet liegen. Er wurde ins Krankenhaus nach Bütgenbach gebracht, erlag aber etwas später seinen Verletzungen im Krankenhaus von Schleiden. Seine Einheit ehrte bisher ihren Kameraden mit einer jährlichen Kranzniederlegung am Denkmal.

Die seltsamen Wendungen der Vennbahn

Die Geschichte der einzigartigen belgisch-deutschen Grenzsituation

Tim Trachet

Foto

Die Geschichte ist manchmal näher, als man denkt: Hinter scheinbar gewöhnlichen Orten verbergen sich überraschende und unerwartete Geschichten, eine geheimnisvoller als die andere. Diese Woche nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch Belgien und erzählen Ihnen die Geschichte dieser kleinen Ecke. Heute: die kuriosen Wendungen der Vennbahn, die Geschichte der einzigartigen Situation an der belgisch-deutschen Grenze.

Fährt man von Eupen (der Hauptstadt des deutschsprachigen Belgiens) in die deutsche Stadt Monschau, durchquert man die beeindruckende Landschaft des Hohen Venns und überquert bei Mützenich die deutsche Grenze. Beim Verlassen von Mützenich passiert man einen unscheinbaren Bahnübergang. Ohne es zu merken, befindet man sich kurzzeitig wieder auf belgischem Gebiet. Die stillgelegte Bahntrasse, heute ein Radweg, bildet einen schmalen Streifen belgischen Territoriums.

Es wird noch verrückter. Die schnellste Route von Monschau in die deutsche Großstadt Aachen ist die moderne Bundesstraße 258. Kurz hinter Monschau verläuft diese Straße etwa drei Kilometer durch einen Wald auf belgischem Gebiet. Dennoch handelt es sich um eine deutsche Straße, und man kann sie während der Durchfahrt durch Belgien nirgends verlassen. Sobald man die deutsche Grenze wieder überquert hat, führt die Straße durch drei weitere unscheinbare, schmale Streifen belgischen Territoriums. Um also von einem Teil Deutschlands zum anderen zu fahren, muss man achtmal die Grenze überqueren!

Einige – aber nicht alle – Karten zeigen merkwürdige Linien, die nahe der deutschen Gemeinden Monschau und Roetgen von der belgischen Grenze verlaufen. Grenzen, die über die Grenze hinausreichen, oder besser gesagt: schmale Korridore belgischen Territoriums.

Es geht dabei um die Trasse einer Eisenbahnlinie, die sich durch das heutige Grenzgebiet schlängelte. Sie verlief von Aachen durch das (deutschsprachige) Belgien nach Troisvierges in Luxemburg, 125 Kilometer entfernt. Die Bahnlinie erhielt den deutschen Namen Vennbahn, nach dem Hohen Venn.

Foto Het volledige traject van de Vennbahn (in het rood)

Die gesamte Strecke der Vennbahn (rot markiert)

Die Vennbahn lässt sich leicht erkunden. Entlang der Strecke verläuft nun ein Radweg. Man kann bequem 125 Kilometer durch drei Länder radeln: Belgien, Deutschland und Luxemburg. Ein besonders schönes und genussvolles Erlebnis. Die Besonderheit: Auf dem nördlichen Abschnitt der Strecke, zwischen den belgischen Dörfern Raeren und Sourbrodt, überquert man mehrmals die deutsche Grenze und bleibt dennoch in Belgien.

Die Bahnstrecke stammt aus den 1880er Jahren, als die heutigen Ostkantone noch zu Deutschland gehörten. Sie verlief quer durch Deutschland bis zur luxemburgischen Grenze. Dadurch erhielten die Einwohner von Eupen, Sankt Vith und Monschau bessere Verbindungen nach Aachen.

Die Vennbahn war jedoch in erster Linie von wirtschaftlicher Bedeutung. Sie ermöglichte es den Bergwerken bei Aachen, die bedeutende luxemburgische Eisenindustrie mit Kohle zu versorgen, und im Gegenzug wurde das luxemburgische Eisenerz nach Deutschland transportiert. Darüber hinaus verbesserte sie die Verbindungen zwischen dem Ruhrgebiet und dem damaligen deutschen Lothringen. Auch militärisch spielte die Vennbahn eine wichtige Rolle: Ein Teil der deutschen Truppen, die im August 1914 in Belgien einmarschierten, wurde über diese Bahnlinie transportiert.

Es ist kein Wunder, dass die Belgier nach dem Krieg die Kontrolle über die Eisenbahn beanspruchten. Der Versailler Vertrag (1919) sprach Belgien die Ostkantone und damit den größten Teil der Vennbahn zu. Die kurvenreiche Strecke führte jedoch auch durch Gebiete, die zu Deutschland gehörten. Der Vertrag sah vor, dass eine internationale Kommission die neue Grenze „unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage und der Verbindungswege“ festlegen sollte. Die Belgier interpretierten dies so, dass die gesamte Bahnstrecke durch belgisches Gebiet verlaufen musste.

Die Kommission erzielte einen Kompromiss, der zu der gegenwärtigen, kuriosen Situation führte. Der gesamte Landstreifen, auf dem die Bahnstrecke zwischen dem Grenzübergang Raeren und der luxemburgischen Grenze verlief, wurde belgisches Territorium, selbst dort, wo die Bahnstrecke die deutsche Grenze überquerte.

Infolgedessen wurden mehrere Teile Deutschlands, wie beispielsweise das bereits erwähnte Mützenich, entlang der neuen Grenze von belgischem Territorium umschlossen. Sie wurden zu deutschen Enklaven (oder Exklaven, je nach Sichtweise) innerhalb Belgiens. Glücklicherweise hatte dies für die Bewohner kaum oder gar keine Auswirkungen, da sie die Bahnübergänge weiterhin ohne Formalitäten passieren konnten.

Für die Vennbahn selbst bedeutete dies eine große Veränderung. Die Bahnstrecke mit ihren Bahnhöfen und der dazugehörigen Infrastruktur wurde nun von der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS betrieben. Güterzüge hielten nicht mehr in deutschen Städten, Personenzüge hingegen schon, da ein Großteil der Fahrgäste Deutsche waren.

Zu diesem Zweck wurde eine geeignete Regelung getroffen. Die Zahlung konnte in belgischer oder deutscher Währung erfolgen. Passagiere, die in Deutschland ein- oder ausstiegen, wurden nicht vom belgischen Zoll kontrolliert. Umgekehrt wurde das Gepäck von Reisenden von und nach Belgien in einem separaten Abteil eingeschlossen. Belgische Reisende unterlagen ohnehin nicht dem deutschen Recht.

Militärgüter und Truppen konnten prinzipiell problemlos über die Eisenbahn transportiert werden. Dies war für das belgische Armeelager in Elsenborn von großer Bedeutung. Doch kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland wurden die Militärtransporte eingestellt, um den mächtigen Nachbarn nicht zu provozieren.

Die Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre minderte die Bedeutung der Vennbahn. Protektionistische Maßnahmen führten zur Einstellung der Kohle- und Eisenerztransporte zwischen Deutschland und Luxemburg. Während des Zweiten Weltkriegs konnten die Deutschen die Bahnstrecke wieder vollumfänglich nutzen, doch nach Kriegsende wurde der südliche Abschnitt durch die Ardennenoffensive schwer beschädigt. Er wurde nie vollständig wiederhergestellt.

Foto De spoorlijn bij Raeren. Op dit traject is de spoorweginfrastructuur bewaard, maar in de praktijk rijden er geen treinen meer.

Die Bahnstrecke bei Raeren. Die Bahninfrastruktur auf diesem Abschnitt ist erhalten geblieben, aber in der Praxis verkehren dort keine Züge mehr.

Die Bahnstrecke verfiel zusehends. Der Verkehr nach Luxemburg war bereits vor dem Krieg eingestellt worden, und der Rest sollte folgen. Militärtransporte nach Elsenborn wurden noch bis Ende 1999 durchgeführt. Versuche, dort eine Touristenbahn einzusetzen, scheiterten.

Nur der nördlichste Abschnitt der Bahnstrecke zwischen Aachen und Raeren ist heute noch für Züge befahrbar, allerdings nur aus strategischen Gründen. Sollte es auf der Strecke Eupen–Aachen zu Störungen kommen, könnten Züge hier durchfahren.

Offiziell sind fünf deutsche Gebiete noch immer durch die belgische Eisenbahnlinie vom Rest Deutschlands getrennt. Eine geografische Anomalie ohne jegliche Konsequenzen. Belgien könnte diese Gebiete ohne Weiteres an Deutschland abtreten, doch kein Land gibt sein Territorium einfach so auf.

Belgien hat unterdessen einen Abschnitt der Vennbahn an Deutschland zurückgegeben. Südlich von Sankt Vith, unweit des Autobahnübergangs E42, verläuft die Strecke einige hundert Meter durch Deutschland, vorbei am Dorf Hemmeres. Auch dieser unscheinbare Weiler war einst durch die Vennbahn vom Rest der Heimat abgeschnitten, doch das ist nun nicht mehr der Fall. Warum?

1949 erlaubten die Alliierten Belgien als Entschädigung für die Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs die Annexion mehrerer Gebiete Deutschlands. Es handelte sich dabei um eher unbedeutende Landstriche entlang der Grenze. Darunter war auch Hemmeres mit nur wenigen Dutzend Einwohnern. Der dortige Abschnitt der Vennbahn bildete die neue Grenze zu Deutschland.

Doch 1958 gab Belgien den Großteil dieser Gebiete an das damalige Westdeutschland zurück, das zu einem befreundeten Verbündeten geworden war. Auch Hemmeres fiel an Belgien zurück. Die junge Bundesrepublik erhielt umgehend die angrenzende, damals bereits stillgelegte Bahnstrecke.

Wer auf der Vennbahn Rad fährt, wird das kaum bemerken. Ob deutsche oder belgische Grenzen – sie haben im Zeitalter der Europäischen Union und des Schengen-Abkommens an Bedeutung verloren. Doch es ist eine Kuriosität. Die Situation ist weltweit einzigartig.

Montjoie ‘Monschau

Monschau Stadtpanorama

Monschau [‘mon.ʃaʊ, auch ‘mɔn.dʒaʊ̯] (bis 1918 Montjoie) ist eine Stadt an der Rur in der Eifel. Sie liegt in Nordrhein-Westfalen und gehört zur Städteregion Aachen. Die Stadt liegt zwischen den Berghängen des Naturparks Hohes Venn-Eifel in der Rureifel, die ihren Namen nach dem Fluss Rur trägt.

Monschauer Heckenland

Als Kulturlandschaft Monschauer Heckenland werden die Eifelhöhen und Dörfer um Monschau in der Städteregion Aachen auf einer Fläche von 94 km² ausgewiesen, in denen sich historische Heckenkonstruktionen aus dem 17. Jahrhundert in großer Zahl erhalten haben. Dabei handelt es sich einerseits um individuell geformte Rotbuchen-Hausschutzhecken und andererseits um Flurhecken auf freiem Feld zur Einfriedung von Äckern, um das Vieh fernzuhalten. Das Paradebeispiel für ein Monschauer “Heckendorf” ist Höfen, das zweifach im Rahmen des Wettbewerbs Unser Dorf soll schöner werden ausgezeichnet wurde; auch KonzenKalterherbergMützenichRohren und Imgenbroich zählen dazu. Einbezogen in das Gebiet werden auch Teile der Gemeinden Simmerath – beispielsweise die Ortsteile Eicherscheid und Kesternich – sowie Roetgen.

Kloster Reichenstein

Das Kloster Reichenstein, vollständig Monasterium Immaculati Cordis Mariae Reichsteri ‚Kloster des unbefleckten Herzens Mariae von Reichenstein‘, ist seit 2017 ein Benediktinerkloster im Monschauer Stadtteil Kalterherberg in der Eifel. Im 12. Jahrhundert war dort ein Prämonstratenserkloster auf dem Platz einer Höhenburg aus dem 11. Jahrhundert. Nach der Auflösung infolge der französischen Säkularisation kam das Gut Reichenstein in private Hände. 2008 erwarb die der Priesterbruderschaft St. Pius X. nahestehende französische Abtei Notre-Dame de Bellaigue die Gebäude, um dort ein Benediktinerkloster zu gründen. Das Kloster liegt auf einem Hügel tief im Tal der Rur, ca. 30 km südlich von Aachen, ca. 5 km westlich der Stadtmitte von Monschau, fast unmittelbar an der belgischen Grenze in der Städteregion Aachen.

Norbertuskapelle

Die Norbertuskapelle ist eine denkmalgeschützte Kapelle in Monschau, einer Stadt in der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen. Das Bauwerk ist unter der Nummer 380 in der Denkmalliste der Stadt eingetragen. Die Kapelle gehört zur Pfarrgemeinde St. Lambertus in Kalterherberg im Bistum Aachen der römisch-katholischen Kirche in Deutschland.

Rückschlag

Rückschlag ist ein Gehöft nahe dem Monschauer Stadtteil Konzen in der Städteregion AachenNordrhein-Westfalen auf ca. 550 m ü. NHN. Das lediglich 1,5 ha große Gebiet ist die kleinste der fünf de-jureExklaven Deutschlands und von belgischem Staatsgebiet umgeben. Die Exklave entstand durch den Verlauf der Vennbahn, dem heutigen Vennbahnradweg, die sich unmittelbar neben Rückschlag befindet und deren Trasse belgisches Hoheitsgebiet ist. Zum Stadtgebiet von Monschau gehören ferner Mützenich und Ruitzhof zu exterritorialem deutschen Gebiet, sowie weiter nördlich davon die Exklaven Roetgen/Lammersdorf und Münsterbildchen als Teile der Ortschaften Roetgen und Lammersdorf. Am 1. Januar 1972 kam Rückschlag durch das Aachen-Gesetz zusammen mit der Gemeinde Konzen zu Monschau. Das Gebäude, ein im ortstypischen Fachwerkstil erstellter Winkelbau, wurde laut Hausinschrift in der Giebelfassade im Jahr 1877 erbaut. Es befindet sich, wie laut Kaufvertrag das gesamte Grundstück, seit 1929 im Besitz der Familie Call. Die Adresse des Gebäudes ist Auf Aderich 33.

Kalterherberg

Kalterherberg ist ein südwestlicher Stadtteil von Monschau in der Städteregion Aachen. Der Name geht auf die Lage der Örtlichkeit zurück. Direkt am Hohen Venn gelegen, bekommt diese hochgelegene Gemeinde an der Grenze zwischen Belgien und Deutschland bei typischer Westwetterlage als erster Wind und Wetter ab. Haushohe Buchen-Windschutzhecken verschaffen Abhilfe; Kalterherberg ist ein typisches Beispiel für das Monschauer Heckenland.

St. Lambertus ‘Eifeler Dom

St. Lambertus am Abend (2011)

St. Lambertus ist die römisch-katholische Pfarrkirche des Monschauer Stadtteils Kalterherberg, sie wurde benannt nach dem ersten einheimischen Bischof Lambert von Lüttich und wird als eine von mehreren Kirchen auch als Eifeldom bezeichnet. Die Kirche ist als Baudenkmal geschützt.

Küchelscheid

Küchelscheid im hohen Venn

Küchelscheid ist ein Dorf in der Gemeinde Bütgenbach im Osten Belgiens mit 77 Einwohnern (2020). Das Dorf liegt direkt an der Grenze zum deutschen Ort Kalterherberg zwischen dem Schwarzbach und der Rur und gehört zum Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Zwischen der Rur und dem Breitenbach liegt Leykaul. Über Küchelscheid führt die einzige Verkehrsverbindung zur deutschen Exklave Ruitzhof. Nahbei befindet sich der Bahnhof Kalterherberg der stillgelegten Vennbahnstrecke, die zum Vennbahnradweg umgebaut wurde und in das RAVeL-Netz integriert ist. Seit 1998 steht in Küchelscheid eine Messstelle der Wetterstation Kalterherberg der Schweizer Gesellschaft Meteosat, die für ihre Minustemperaturrekorde in der Eifel bekannt ist.

Ruitzhof

Ruitzhof ist eine zu MonschauKalterherberg (Städteregion AachenNordrhein-Westfalen) gehörende Siedlung, die aus einer Gruppe von Gehöften und Wohngebäuden besteht. Der Ort liegt ca. 550 m ü. NHN. Südlich verläuft der Schwarzbach, der die Grenze zu Belgien bildet und in die östlich fließende Rur mündet. Seit 2004 wurde der Großteil der land- und forstwirtschaftlichen Flächen der Exklave zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

Familie Els

Ruitzhof geht zurück auf einen ursprünglich zum Kloster Reichenstein gehörenden Pachthof, erstmals erwähnt im Jahre 1501. Nachdem Reichenstein im Jahre 1802 aufgelöst wurde und bis auf Ruitzhof im Jahre 1808 verkauft wurde, ersteigerte der Pächter Johann Els das Gehöft samt 106 Magdeburger Morgen, entspricht 25 ha Ackerland. Vom Ruitzhof hatten wir ein unvergessliches Panorama auf die Eifel und den „Eifeldom“ mit seinen Doppeltürmen.

Hermann-Josef Els

Unser gemütliches Zuhause liegt direkt an der deutsch/belgischen Grenze, ausserhalb von Kalterherberg, am Waldrand des Naturschutzgebietes „Hohes Venn“ und dem Nationalpark Eifel. Im Ruitzhof. Auf unserem Hof leben wir, Anja und Hermann-Josef Els, gemeinsam mit unseren Pferden und unserem Hund. PKW-Stellplätze liegen direkt am Haus. Ihre Zweiräder können Sie in unserer Garage unterstellen. In der unmittelbaren Umgebung erleben Sie die Natur von ihrer schönsten Seite. Ob Sie gerne wandern, Rad fahren oder reiten – das Hohe Venn und der Naturpark Eifel liegen direkt vor der Haustür. Auch einem entspannten Stadtbummel in Aachen, Malmedy oder Eupen steht von unserem Hof aus nichts im Wege. Als ortskundige und naturverbundene Menschen stehen wir Ihnen selbstverständlich auch gerne bei der Planung Ihres Urlaubes mit Rat und Tat zur Seite.

Ferienwohnung in Kalterherberg/Küchelscheid

Leykaul (Belgien)

Leykaul

Leykaul ist ein Dorf im Osten Belgiens mit 49 Einwohnern (2020). Das Dorf gehört zum Gebiet der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und liegt unmittelbar an der Grenze zum deutschen Ort Kalterherberg. Seit der Gemeindefusion von 1977 gehört es mit seiner ehemaligen Stammgemeinde Elsenborn zu Bütgenbach. Schiefersteingruben haben dem Ort zwischen der Rur und Breitenbach den Namen „Leykaul“ gegeben. Nur ein Haus liegt auf deutschem Gebiet und gehört verwaltungsrechtlich zur Gemeinde Monschau, Stadtteil Kalterherberg. Ohne eigene Kirche und zudem deutschsprachig war man Teil der Pfarre von Kalterherberg.

Jagdhaus Leykaul ‘Villa Dinkel’

Jagdhaus Leykaul, spätere Villa Dinkel. Wechselte mehrmals die Zugehörigkeit zu Belgien und Deutschland.

Der Chefarzt des Luisenhospitals in Aachen, Dr. Dinkler, besaß auf Leykaul einen kleinen Gutshof und ein Wochenend- und Ferienhaus, im Volksmund “Dinklers Villa” genannt. Diese Liegenschaften wären normalerweise mit dem Weiler Leykaul und dem Kreis Malmedy Belgien zugefallen. Der Arzt muss aber ausgezeichnete Verbindungen zur Versailler Friedenskonferenz verfügt haben, denn es ist ihm gelungen, eine Exklave zu schaffen, so dass wenigstens seine Villa deutsch blieb, während der Gutshof mit Ländereien an Belgien abgetreten wurde!

Nach dem 2. Weltkrieg kam es an der deutsch-belgischen Grenze zu geringfügigen Korrekturen, die am 28. August 1958 offiziell vollzogen wurden. Dabei sollte vermieden werden, dass deutsche Staatsbürger die Nationalität wechselten. Nun war in den 30er Jahren auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Haus Brandenburg erbaut worden, das auch ständig bewohnt wird, was aber bei Ferienhaus Dinkler nicht der Fall ist.

So wurden dann die Leykauler Straße und die Villa auf der Westseite belgisch, während Haus Brandenburg mit Bering bei Deutschland verblieb. Die Gemeinde Kalterherberg hat anschließend in großzügiger Weise einen Verbindungsweg von der Hauptstraße bis an das deutsche Wohnhaus gebaut.

Die Dinkler’sche Exklave

Das Haus “Brandenburg” wurde in den 1930er Jahren auf der anderen Seite der Leykaulerstraße erbaut und dauerhaft bewohnt, was beim Ferienhaus “Villa Dinkler” nicht der Fall war. Im Jahr 1958 wurden viele Grenzkorrekture…

Elsenborn

St. Bartholomäus

Elsenborn ist ein Dorf in Belgien und seit der Gemeindefusion von 1977 ein Ortsteil der Gemeinde Bütgenbach in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Der Ort zählt 941 Einwohner (2019).

Truppenübungsplatz Elsenborn

Der Truppenübungsplatz Elsenborn ist ein militärisch genutztes Gelände nördlich des Ortes Elsenborn in Belgien, eines Ortsteils der Gemeinde Bütgenbach in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Er ist ohne die zusätzlichen Sicherheitszonen 28 km² groß und wurde 1895 für das preußische VIII. Armee-Korps angelegt, als Elsenborn Teil der preußischen Rheinprovinz und damit Teil des Deutschen Kaiserreichs war. Heute steht er neben den Truppenübungsplätzen (Training Aeras) in Bervelo bei Leopoldsburg (ca. 55 km²), Lagland bei Arlon (ca. 26 km²) und in Marche-en-Famenne den belgischen und ausländischen Armeen innerhalb Belgiens zur Verfügung. Dem Truppenübungsplatz unmittelbar angeschlossen ist das Lager Elsenborn (Camp Elsenborn) der stationierten bzw. übenden Soldaten.

Bütgenbach

Bütgenbach – Ortszentrum (2016)

Bütgenbach ([ˈbʏtçənˌbax], Bütchenbachfranzösisch Butgenbach) ist eine deutschsprachige Gemeinde in der Provinz Lüttich und eine der neun Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien mit einer Einwohnerzahl von 5652 (Stand 1. Januar 2024) auf einer Gesamtgemeindefläche von 97,31 Quadratkilometern. Das Dorf Bütgenbach bildet seit 1977 mit ElsenbornBergKüchelscheidLeykaulNidrum und Weywertz die Großgemeinde Bütgenbach.

Camping Küchelscheid

Geschichte: In Bearbeitung

Welche Zukunft für den Camping Küchelscheid?

Arno Colaris

Nach einem Brand auf dem ehemaligen Camping „La Vallée“ in Küchelscheid deutet alles auf Brandstiftung hin. Das Empfangsgebäude brannte komplett nieder und ein weiteres, rund 20 Meter entfernt stehendes Gebäude wurde ebenfalls durch Flammen stark in Mitleidenschaft gezogen.

Das ehemalige Haupthaus des Campings „La Vallée“ in Küchelscheid brannte durch das Feuer am 9. November komplett nieder. Es wird von Brandstiftung ausgegangen.

Die Brände hatten am Abend des 9. November einen grenzüberschreitenden Feuerwehreinsatz zur Folge. Die Feuerwache Büllingen der Hilfeleistungszone DG und die Löschgruppe Kalterherberg begaben sich gemeinsam zum Einsatzort. Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass das einzige Haupthaus des Campings bis auf die Bodenplatte abbrannte. Beim Eintreffen vor Ort befand es sich bereits in Vollbrand. Das Nebengebäude wurde abgelöscht.

Ein technischer Defekt als Brandursache kann ausgeschlossen werden, weil die Anlage seit Jahren ohne Stromversorgung ist. Die polizeilichen Ermittlungen laufen.

Eigentümer ließ Verkaufstermin platzen.

Der Küchelscheider Campingplatz gibt seit vielen Jahren ein trostloses Bild ab und stellt ein öffentliches Ärgernis dar. Er war 2014 aufgrund von Sicherheitsmängeln und der fehlenden Genehmigung für eine dort betriebene Pizzeria von Amts wegen geschlossen worden. Mit dem Eigentümer, Karl Wenzel, der die Schließungsbegründung bestritten hat, entspann sich ein jahrelanger Rechtsstreit. Inmitten verlassener Caravans hat sich die Natur ihren Platz zurückerobert. Laut Anwohnern wird die Anlage inzwischen sogar auf einschlägigen Plattformen als „lost place“ beworben. Mehrere Klagen über die dortigen Zustände bei der Umweltpolizei seien leider ohne Folgen geblieben.

Bütgenbachs Bürgermeister Daniel Franzen bedauert, dass ein Verkauf der Anlage kurz vor Abschluss gescheitert ist. „Es gab im vergangenen Jahr einen seriösen Kaufinteressenten aus den Niederlanden, der ein absolut schlüssiges Konzept für die Wiederbelebung des Campingplatzes vorgelegt hat. Leider hat der Eigentümer den Notartermin jedoch im letzten Moment platzen lassen.“

Investoren haben Kaufinteresse bekundet.

Seit Jahresbeginn sei nun ein neuer Immobilienmakler mit dem Verkauf der Anlage beauftragt. „Es haben sich Interessenten gemeldet und es hat auch bereits Kontakte mit der Forstverwaltung gegeben.“ Bei dem Rickshelder Weg, der den Campingplatz durchquert, handelt es sich nicht um einen öffentlichen Weg, sondern um einen Forstweg, der sich im Eigentum des Staatswaldes bzw. der Wallonischen Region befindet. „Das macht den Verkauf der Anlage nicht unbedingt einfacher, aber ich hoffe, dass bald Vollzug gemeldet werden kann. Dafür müsste das Areal aus meiner Sicht erst komplett geräumt werden“, so Daniel Franzen abschließend.

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