Fiat ‘Fehler in allen Teilen’

Fiat (Akronym für Fabbrica Italiana Automobili Torinodeutsch Italienische Automobilfabrik Turin. Auch Akronym für Fehler in allen Teilen) ist eine italienische Automobilmarke des Stellantis-Konzerns, der aus der Fusion von FCA und PSA entstand. Unter der Marke Fiat werden Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge (Fiat Professional) gefertigt und vertrieben, während beispielsweise Fiat Industrial andere Marken nutzte.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden Fiat-Fahrzeuge nach Deutschland exportiert. Aufgrund des Erfolgs gründete Fiat am 5. Mai 1922 die Tochtergesellschaft Deutsche Fiat Automobil-Verkaufs-Aktiengesellschaft. Sitz der Gesellschaft war für viele Jahre Berlin. Ab 1929 wurden durch Übernahme des Heilbronner NSU-Werks auch Fahrzeuge in Deutschland gebaut; dorthin wurde auch der Sitz von Fiat Deutschland verlegt. Die alte NSU existierte weiter; zur Abgrenzung wurde das Fahrzeugwerk fortan NSU-Fiat genannt. Ab 1958 stellte die alte NSU jedoch erneut Personenwagen her und ließ Fiat die Verwendung des Namens NSU gerichtlich verbieten. Fiat vermarktete fortan die Fahrzeuge aus dem Heilbronner Werk unter den Namen Neckar und Jagst. Diese Markennamen wurden jedoch bald aufgegeben und die Fahrzeuge als Fiat verkauft. 1973 wurde die Produktion in Deutschland eingestellt. Jedoch blieben wichtige Abteilungen von Fiat in Heilbronn bis heute präsent. Erst 2007 wurde die Deutschland-Niederlassung nach Frankfurt verlegt. Nach der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles und der Groupe PSA zu Stellantis wurde der Sitz von Frankfurt nach Rüsselsheim verlegt, wo in dem historischen Opel-Areal genug Platz zur Verfügung steht.

Fiat-Nutzfahrzeug

Ein Nutzfahrzeug (Nfz) oder Nutzkraftwagen (Nkw) im Sinne des deutschen KBA ist ein Kraftfahrzeug, das nach seiner Bauart und Einrichtung zum Transport von Personen oder Gütern im Straßenverkehr (oder zum Ziehen entsprechender Anhängefahrzeugen) bestimmt ist, aber kein Personenkraftwagen oder Kraftrad ist. Hierbei zählen also vorwiegend LastkraftwagenOmnibusseZugmaschinen für den Straßentransport (SattelzugmaschinenStraßenschlepper) sowie bestimmte Sonderfahrzeuge (wie Feuerwehr- und Rettungswagen).

Die Iveco S.p.A. (Eigenschreibweise IVECO, Akronym für Industrial Vehicles Corporation) ist ein italienischer Hersteller von Nutzfahrzeugen, der 1975 in Turin gegründet wurde. Die Dachgesellschaft Iveco Group ist an der Borsa Italiana notiert. Iveco entstand 1975 als Zusammenschluss der Lkw-Sparte von Fiat, des italienischen Lkw-Herstellers OM (Officine Meccaniche), des französischen Lkw-Herstellers Unic sowie der deutschen Magirus-Deutz unter Federführung des Fiat-Konzerns, dem das neue Unternehmen zu 80 % gehörte. Zunächst hielt Klöckner-Humboldt-Deutz (der frühere Mutterkonzern von Magirus-Deutz) die restlichen 20 % der Anteile an Iveco; diese gingen jedoch 1980 ebenfalls an den Fiat-Konzern, der fortan Alleineigentümer war. Bereits 1975 war die schon unbedeutend gewordene Nutzfahrzeugsparte des zu Fiat gehörenden Herstellers Lancia in die neue Iveco eingegangen. 1986 wurde die Lkw-Sparte von Alfa Romeo übernommen. Von 2010 an gehörte Iveco nach der Aufspaltung des Fiat-Konzerns zu Fiat Industrial, seit deren Fusion mit ihrer Mehrheitsbeteiligung CNH Global zu CNH Industrial bis 2022 zu eben dieser.

Die Fiat Industrial S.p.A. war ein italienischer Hersteller von LastkraftwagenBaumaschinenLandtechnik sowie Motoren mit Sitz in Turin. Das Unternehmen war börsennotiert und entstand 2010 im Zusammenhang mit der Aufspaltung des Fiat-Konzerns in die Teile Industrie und Automobilherstellung. Das Unternehmen war nicht identisch mit der Fiat S.p.A. Es bestanden jedoch historisch und kooperationsbedingt enge Geschäftsbeziehungen.

Fiat-Personenkraftwagen

Ein Personenkraftwagen (abgekürzt Pkw), in der Schweiz Personenwagen (PW), ist ein mehrspuriges, für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr zugelassenes Fahrzeug mit eigenem Antrieb zum vorwiegenden Zweck der Personenbeförderung. Im Alltag werden Personenkraftwagen auch Auto (kurz für Automobil) bzw. technisch Kraftwagen genannt. Die meisten Pkw werden im Individualverkehr verwendet. Busse und Lastkraftwagen (Lkw) gelten nicht als Pkw.

Fiat 124

Der Fiat 124 ist ein Modell der unteren Mittelklasse der italienischen Automarke Fiat, das in verschiedenen Varianten (Fahrzeugkategorien) zwischen Frühjahr 1966 und Sommer 1985 gebaut wurde. Als Limousine wurde er von Fachjournalisten der europäischen Motorpresse zum Auto des Jahres 1967 gewählt. Fiat vergab Lizenzen zum Bau des 124 in mehrere Länder. Zusammen mit den Lizenznachbauten, darunter rund 17,3 Millionen Exemplare des bis 2014 gebauten Schiguli (Lada), ist der Fiat 124 mit einer Stückzahl von knapp 23 Millionen eine der meistproduzierten Automobilkonstruktionen. Zwischen 2016 und 2020 bot Fiat einen Roadster auf der Basis des Mazda MX-5 von 2016 unter der Modellbezeichnung Fiat 124 Spider an.

NSU-Fiat

NSU-Fiat war eine Vertriebs- und Lizenzproduktionsgesellschaft für Fiat-Automobile in Deutschland. Die Vereinigten Fahrzeugwerke AG Neckarsulm, die durch die erzwungene Übernahme der Schebera Automobilwerke AG in Berlin in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen waren, wurden vom italienischen Fiat-Konzern und der Dresdner Bank gestützt. Im Sommer 1929 gründete man die NSU Automobil AG mit einem Aktienwert von 2,0 Mio. RM, die von NSU das neue Heilbronner Werk und einige NSU-7/34-PS-Wagen übernahm. Davon unabhängig existierte NSU in Neckarsulm weiter, was später zu Namenskonflikten führte (siehe unten). Dieses NSU-Modell wurde noch bis 1931 weitergebaut. Zusätzlich versuchte man, den Fiat 522 als NSU herauszubringen, was jedoch nicht zu den erhofften Ergebnissen führte. 1934 wurde erstmals ein NSU-Fiat 1000 aus eigener Produktion herausgebracht, der eine Lizenzversion des italienischen Fiat 508 Balilla war. Wie das italienische Original erhielt der Wagen 1938 auch einen 1100-cm³-Motor. 1936 kam der NSU-Fiat 1500 und 1937 der NSU-Fiat 500, ebenfalls italienische Lizenzprodukte, dazu. Nebenbei wurden auch Fiat-Wagen aus italienischer Produktion in Deutschland vertrieben. 1941 stellte die Gesellschaft kriegsbedingt ihre Aktivitäten ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg bot man wieder Lizenzfertigungen italienischer Fiat-Modelle an, und zwar folgende:

1958 begann NSU in Neckarsulm mit der Produktion des NSU Prinz. Damit gab es auf dem deutschen Markt zwei Autos von verschiedenen Herstellern mit dem gleichen Markenzeichen. Nach einem Rechtsstreit zwischen FIAT und NSU kam es im Oktober 1959 zu einer gütlichen Einigung. Zum 1. Januar 1960 nannte sich die NSU Automobil AG nun Neckar Automobilwerke AG Heilbronn, vorm. NSU Automobil AG. Zum 1. September 1966 wurde dann auf den Markennamen NSU ganz verzichtet. 1968 verschwand auch der Name Neckar. 1973 stellte die Gesellschaft die Automobilproduktion endgültig ein. Insgesamt wurden hier von 1929 bis 1973 412.085 Fahrzeuge montiert. Die deutsche Vertriebsgesellschaft von Fiat hatte bis 2006 in Heilbronn ihren Sitz und ist weiterhin dort mit zentralen Funktionen präsent, u. a. war dort die FIAT-Bank, später FCA-Bank, obwohl der Geschäftssitz Ende 2007 nach Frankfurt verlegt wurde. Anfangs änderte Stellantis daran nichts, erst 2023 strukturierte es sein Banking um, PSA-Bank und Opel-Bank fusionierten zu Stellantis Financial Service und die FCA-Bank wurde an Crédit Agricole verkauft und firmiert jetzt unter CA Auto-Bank.

Fiat 124 Sport Spider

Der Fiat 124 Sport Spider ist ein Cabriolet-Sportwagen, der von Fiat (1966–1982) und von Pininfarina (1982–1985) vertrieben wurde. Der von Pininfarina entworfene und im italienischen Karosseriebauunternehmen gefertigte Sport Spider mit selbsttragender Karosserie, Frontmotor und Heckantrieb feierte seine Premiere im November 1966 auf dem Turiner Autosalon. Das Design stammte von Tom Tjaarda. Fiat vermarktete das Fahrzeug später als Spider 2000 (1979–1982). Nach der Einstellung der Produktion durch Fiat führte Pininfarina die Produktion des Modells unter eigener Marke als Pininfarina Spider Azzurra für den nordamerikanischen und Pininfarina Spidereuropa für den europäischen Markt drei weitere Jahre lang, von August 1982 bis 1985, fort. 2015 wurde auf der Los Angeles Auto Show ein Nachfolger des Fiat 124 Spider präsentiert.

Fiat 124 Sport Coupe

Das Fiat 124 Sport Coupé ist ein zweitüriges, viersitziges Stufenheck-Coupé, das vom italienischen Automobilhersteller Fiat in drei Generationen zwischen 1967 und 1975 produziert wurde. Es wurde erstmals auf dem Turiner Autosalon 1966 vorgestellt und basierte auf der Fiat 124 Limousine. Sein Vierzylinder-Motor aus Aluminium und Gusseisen mit zwei obenliegenden Nockenwellen, der sogenannte „Lampredi-Motor“, wurde vom ehemaligen Ferrari-Ingenieur Aurelio Lampredi entwickelt. Die erste Generation (AC) verfügte ursprünglich über einen 1438-cm³-Motor, der in der zweiten Generation (BC) durch ein 1608-cm³-Aggregat ergänzt wurde. Die dritte Generation, der CC, wurde zunächst offiziell mit dem 1.592-cm³-Motor und später mit dem 1.756-cm³-Motor angeboten (obwohl einige frühe CCs noch mit Restbeständen des 1.608-cm³-Motors ausgestattet waren). Zur Ausstattung gehörten ein Fünfganggetriebe (sehr frühe AC-Modelle hatten allerdings ein Vierganggetriebe), Scheibenbremsen an allen vier Rädern, Doppelquerlenker-Vorderachse, ein Vergaser pro Zylinder (zwei Doppelvergaser von Weber oder Solex bei der BC-Serie mit 1.608-cm³-Motor – außer bei der US-Version, die aufgrund von Abgasnormen eine reduzierte Vergaserabstimmung erhielt), eine elektrische Kraftstoffpumpe (bei der CC-Serie) und Schraubenfedern. Das Fiat 124 Sport Coupé wurde in Spanien in Lizenz mit 1.600-cm³- (FC-00) und 1.800-cm³-Motoren (FC-02) als SEAT 124 Sport gebaut.


Lizenznachbauten

Lizenznachbauten. Die international mit Abstand größte Verbreitung fand das Fiat-124-Baumuster durch die umfangreiche Lizenzproduktion der Sowjetunion in Toljatti. Die im RGW als Schiguli und im NSW als Lada bezeichneten Fahrzeuge des Herstellers AwtoWAS waren mit dem Fiat 124 nicht identisch. Unter anderem besaßen sie einen eigenentwickelten Motor mit obenliegender Nockenwelle und waren an schlechte Wegstrecken und härtere klimatische Verhältnisse angepasst worden.

Die im Geschäft mit den Italienern entstandenen Kosten beglich die Sowjetunion angeblich mit Karosserieblechen, die sich jedoch als problematisch herausstellten, da der Recycling-Stahl stark rostanfällig gewesen sei. Mutmaßungen zufolge sei dadurch der jahrzehntelang nachwirkende Ruf entstanden, Fiat und Alfa Romeo würden ausschließlich Rostlauben produzieren. Tatsächlich aber zahlte die Sowjetunion für die italienische Unterstützung mit Erdöl, wurde in Italien selbst ausreichend Stahl produziert und hatten jedoch diese italienischen Hersteller damals allgemein keinen besonderen Wert auf Korrosionsschutz gelegt: Weitergehende Rostschutzmaßnahmen wie Hohlraumversiegelung oder Unterbodenschutz wurden damals im Fiat-Konzern kaum angewendet. Ab 1979 wurde der Nachfolger des WAS-2101, der WAS-2105, in Produktion genommen, der bis 2012 gebaut wurde, zuletzt in Tschetschenien.

In Spanien wurde der Fiat 124 als Seat 124 von 1968 bis 1980 gebaut; parallel dazu gab es von 1969 bis 1975 den auf Basis des 124 weiterentwickelten Seat 1430. Das Fiat 124 Coupé wurde ebenfalls von Seat gebaut, als Seat 124 Sport Coupé von 1970 bis 1976.

In Lizenz wurde der Fiat 124 von 1971 bis 1977 unter dem Namen Murat 124 bei Tofaş in Bursa (Türkei) gebaut. Insgesamt wurden dort 134.867 Fahrzeuge dieses Typs mit einem 1,2-Liter-Motor produziert. Bekannt wurde der Murat 124 auch unter dem Namen Serçe (Spatz). Seit den 1990er-Jahren wird er im Volksmund auch „Hacı Murat“ genannt.

Von NSU-Fiat und Pirin-Fiat wurde der Fiat 124 ebenfalls gefertigt – als Fiat 124. Zwischen 1966 und 1968 entstanden aus Originalteilen 758 Exemplare der Pirin-Fiat-Modelle 124 als Limousine (274 Stück) und Kombi (35 Stück) sowie 850 als Limousine (360 Stück) und Coupé (89 Stück).

Auch in Asien wurde der Fiat 124 unter Lizenz gefertigt. So war dieses Modell der erste PKW der koreanischen Marke Asia Motors und wurde von 1970 bis 1975 als Asia-Fiat 124 gebaut. In Indien baute Premier (wie vorher schon andere Fiat-Modelle) den Fiat 124 ab 1986 in Lizenz als Premier 118 NE und später mit Dieselmotor als Premier 137D.

Asia-Fiat ‘Kia-Fiat

Die Kia Motors Corporation ist ein Autohersteller aus Südkorea, der seit 1998 zur Hyundai Motor Group gehört. Der Name Kia setzt sich zusammen aus Koreanisch „ki“ (Hanja: 起, Hangeul: 기) für aufsteigen und „a“ (Hanja: 亞, Hangeul: 아) für Asien.

Asia Motors war ein 1965 gegründeter südkoreanischer Hersteller von Geländewagen, LKW, Bussen, speziellen militärischen Fahrzeugen, Motoren und anderen Kfz-Komponenten. In den Jahren 1970 bis 1973 wurde als Joint Venture mit Fiat der Fiat 124 in Korea bei produziert. Kia übernahm den Hersteller 1976. Da wiederum die Hyundai Group im Jahr 1998 Kia Motors übernahm, wurde Asia Motors mit Kia Motors 1999 vollständig fusioniert und die Hyundai Motor Group gebildet. Das Hauptprodukt der Marke ist der Jeep-ähnliche Asia Rocsta, der von 1990 bis 1999 gebaut wurde. Nach der Asienkrise 1997, der Übernahme durch Kia und der Einstellung der Marke Asia wurde der Nachfolger Retona hauptsächlich als Kia Retona verkauft. In Australien gibt es noch eine unabhängige Firma Asia Motors Australia Pty Ltd., die jedoch nur den Namen Asia nutzt und hauptsächlich Busse vertreibt.

Bis in die 60er und 70er Jahre hinein schien jeder, der sich die Mühe machte zu fragen, sofort die Erlaubnis zu erhalten, FIAT 124 in Lizenz zu montieren. Der bekannteste Hersteller war zweifellos AutoVAZ, der mit seiner sowjetischen Lada-Version des 124 als Limousine und Kombi den Erfolg von FIAT wohl sogar übertraf. Aber der wichtigste Hersteller… nun, das könnte Kia gewesen sein? Da die Russen aus der Lizenzmontage des FIAT 124 nicht wirklich gelernt hatten und der Lada bis heute ihr einziger großer Verkaufserfolg im Automobilbereich geblieben ist, hat AutoVAZ im Grunde nichts anderes getan, als die kleine italienische Limousine robuster zu machen und sie dann in großen Stückzahlen zu produzieren. Man könnte sagen, Kia verfolgte den genau gegenteiligen Ansatz. Die ersten Schritte zur Montage des FIAT 124 in Korea verliefen holprig. Damals hieß das Unternehmen Asia Motors und plante, die Produktion Ende der 1960er-Jahre aufzunehmen, was jedoch erst 1970 geschah. Hauptgrund war die prekäre finanzielle Lage – und die Produktionsverzögerung verschärfte die Situation natürlich zusätzlich. Ende 1969 wurde Asia Motors von Dongkuk Steel übernommen, und mit neuen Investitionen konnte die Automobilproduktion endlich anlaufen. Sie bauten allerdings nicht viele: weniger als 2.000 im ersten Jahr, und selbst im letzten Jahr des Lizenzvertrags (1973) schafften sie es nur, knapp 7.000 Fahrzeuge zu montieren. Die Zusammenarbeit zwischen FIAT und Asia Motors ist erstaunlicherweise schlecht dokumentiert, aber ich kann nur vermuten, dass sie CKD-Bausätze aus Italien bezogen. CKD steht für „Completely Knocked Down“ (komplett zerlegt), was bedeutet, dass die Fahrzeuge in Einzelteilen geliefert und im Ausland montiert – nicht gefertigt – wurden. Die Briten beherrschten diese Disziplin einst meisterhaft, doch Asia Motors entschied sich, ihre CKD-Bausätze woanders zu beziehen. Hatten sie vielleicht die düstere Zukunft der britischen Autoindustrie vorausgesehen? Glücklicherweise war FIAT in diesem Bereich ebenfalls sehr versiert und erwies sich für Asia Motors wohl als die sicherere Wahl. Dass es sich um CKD-Bausätze handelte, liegt schlicht an den geringen Produktionszahlen. Es wäre schlichtweg unmöglich gewesen, Autos von Grund auf selbst zu fertigen, wenn sich nur so wenige Fahrzeuge verkauften. Wenn dem so war, verstehe ich viel besser, warum die Koreaner mit ihrer Autoproduktion Schwierigkeiten hatten, Gewinn zu erzielen. Nach dem Auslaufen des Vertrags mit FIAT geriet Asia Motors erneut in finanzielle Schwierigkeiten. Daraufhin sprang Kia Industrial 1976 ein und kaufte die Überreste von Asia Motors auf, wodurch Kia Motors in seiner heutigen Form entstand. Doch Asia Motors/Kia Motors nahm zumindest etwas aus dieser Erfahrung mit: Wie man ein Auto baut. Im Gegensatz zu den Lkw und anderen Nutzfahrzeugen, die sie damals produzierten, war der FIAT 124 kein Einzelfall. Die Koreaner unterhielten bis in die 1970er-Jahre hinein auch Partnerschaften mit Mazda und Peugeot. Tatsächlich stieg FIAT etwas später mit dem FIAT 132 erneut in diese Kooperation ein. Die größte Überraschung dürfte aber wohl der Peugeot 604 sein – der damals größte und luxuriöseste Peugeot, vielleicht sogar aller Zeiten. Oder vielleicht versuchten sie ganz bewusst, so viele und unterschiedliche Autos wie möglich zu beschaffen, um den Ingenieuren und Arbeitern im Werk möglichst viel beizubringen. Nachdem die Militärdiktatur Kia 1981 die Autoproduktion verboten hatte, war das offensichtlich das Ende der koreanischen Mazdas, Peugeots und FIATs. Doch es scheint ein Muster erkennbar zu sein: Als Kia 1986 die Autoproduktion wieder aufnehmen durfte, fand man umgehend einen neuen Partner in Ford Europa. Rund zehn Jahre später waren die Ambitionen so groß, dass man die Rechte zum Bau des Lotus Elan M100 vollständig erwarb. Damit war Kia plötzlich auch ein Sportwagenhersteller. Die koreanische Version wurde je nach Land entweder als Kia Elan oder als Vigato vermarktet. Wie wir alle wissen, hat sich Kia seitdem recht gut entwickelt. Und ein Teil dieses Erfolgs gebührt sicherlich FIAT. Wobei, was die sportlicheren Modelle angeht, wohl auch Lotus seinen Anteil hat.

AwtoWAS WAS-2101 alias Lada Nova 1200

Der BA3-2101, deutsche Transkription WAS-2101, international gebräuchliche Transkription VAZ-2101, ist eine Limousine aus der von AwtoWAS hergestellten Schiguli-Reihe (russisch: Жигули). Das Fahrzeug ist ein Lizenznachbau des Fiat 124, mit einigen wesentlichen technischen Änderungen. Die Produktion wurde am 19. April 1970 aufgenommen und 1988 eingestellt. Es entstanden rund 4,7 Millionen Exemplare. Für den Export wurde teilweise der Markenname Lada verwendet, ab 1976 auch in der DDR. In der Sowjetunion hingegen blieb es bei der Bezeichnung als Schiguli mit Schriftzug in kyrillischen Buchstaben am Heck. Im russischen Volksmund wurden zumindest die Limousinen der Modellreihe WAS-2101 Kopeika (zu Deutsch Pfennig/Groschen) genannt. Der Export wurde 1984 eingestellt. Bereits ab 1980 löste der WAS-2105 nach und nach den WAS-2101 ab. Auf Basis des WAS-2101 entstand auch eine Kombiversion, die eine eigene Typenbezeichnung hat: WAS-2102. WAS-2101 war die erste, ab 1970 produzierte Variante, ausgestattet mit einem 1,2-Liter-Motor mit 60 DIN-PS (44 kW) und einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h bei einer Beschleunigung 0–100 km/h in etwa 22 Sekunden. Der Exportname dieses Modells war unter anderem Lada 1200. Wie lange dieses erste WAS-Modell produziert wurde, lässt sich aufgrund sehr unterschiedlicher Literaturangaben nicht feststellen. Allerdings fehlt der WAS-2101 in einer Produktionsaufstellung von 1986 bereits, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die Serienfertigung vor 1986 endete. Der ВАЗ-2107, deutsche Transkription WAS-2107, internationale Transkription VAZ-2107, ist eine Limousine der Schiguli-Reihe des Herstellers AwtoWAS aus Toljatti. Zwischen 1982 und 2014 wurden an verschiedenen Produktionsstandorten insgesamt rund 3,1 Millionen Exemplare produziert. Hauptproduktionsstandort war lange Zeit Toljatti; am 16. April 2012 verkündete der Hersteller AwtoWAS ohne nähere Terminangabe den endgültigen Produktionsstopp – begründet wurde dies mit einem Einbruch der Nachfrage um 76 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der letzte Produktionsstandort war „Lada Egypt“ in Ägypten; dieser brannte im August 2014 ab. Damit endete die Produktion des WAS-2107 endgültig. Der WAS-2107 war als luxuriöse Variante des Schigulis in der Modellpalette über dem WAS-2105 positioniert und bei seiner Markteinführung der leistungsstärkste Schiguli. Außerhalb der Sowjetunion wurde der Wagen meist unter dem Markennamen Lada verkauft. In Finnland bot der dortige Importeur Konela von 1984 bis 1986 eine Version des WAS-2107 mit Turbolader an.

Der Begriff „Lada Nova“ wird oft mit zwei verschiedenen Fahrzeugen der russischen Marke Lada verwechselt. Je nachdem, wonach man sucht, ist damit wahrscheinlich entweder die Limousine Lada Nova (in vielen Ländern als Riva vermarktet) oder der Geländewagen Lada Niva gemeint. Der Lada Nova war in Westdeutschland und einigen anderen europäischen Ländern die Bezeichnung für die VAZ-2105-Baureihe. In Großbritannien und Australien wurde dieses Auto unter dem Namen Lada Riva vermarktet. Es war ein Fahrzeug, das sich auf das Wesentliche konzentrierte und aufgrund seiner Langlebigkeit und einfachen Reparierbarkeit zu einem Symbol sowjetischer Automobiltechnik wurde.

Premier Automobiles

Premier Automobiles Limited war ein indischer Automobilhersteller in MumbaiIndien. Das Unternehmen wurde am 27. Juni 1944 gegründet und erlebte seine Blütezeit von 1950 bis zu Beginn der 1990er Jahre, als Indien durch Zollschranken von Importen und ausländischen Investitionen abgeschottet war. Hergestellt wurden zunächst Kraftfahrzeuge nach ausländischen Lizenzen. Ab 1949 wurden Fahrzeuge der Chrysler Corporation (ein Plymouth und ein DodgeLKW) unter den Markennamen Dodge, Plymouth, DeSoto und Fargo gebaut. Später fertigte Premier für den indischen Markt Lizenznachbauten der Fiat-Modelle 1100 (Millecento) als Premier Padmini und 124 als Premier 118. Der Fiat Millecento erschien 1953 und wurde in verschiedenen Modellvarianten bis 1969 gebaut. In Indien fertigte man bis in die 1990er Jahre das Modell 1100D, dessen erste Version in Europa am Beginn der 1960er Jahre hergestellt wurde; in Deutschland produzierte man dieses Modell – ebenfalls in Lizenz – als NSU-Fiat Neckar oder Europa von 1963 bis 1965 in Heilbronn. Der Premier 100Delight entsprach dem 4m langen viertürigen Fiat 1100D mit dem 40PS starken 1200-cm³-Motor. Angeboten wurde auch das sogenannte Drive-Away-Chassis. Dieser Version fehlte die Karosserie ab der B-Säule, so dass Kombi-, Ambulanz- und Pick-up-Aufbauten möglich waren. Der später hinzugekommene Premier 118 NE erhielt seine Bezeichnung nach dem 1180cm³-Motor, der dem Nissan Cherry entlehnt war. Die Karosserie und die übrige Technik entstammen einer Version des Fiat 124 aus den 1960er Jahren, der in Indien bis zur Einfuhr moderner PKW in den 1990er Jahren als Luxusauto angesehen wurde. Verwendet wurde die Karosserie des Seat 124D, einer spanischen Lizenzversion des Fiat. Nach der Liberalisierung des indischen Marktes in den 1990er Jahren verband sich Premier mit Peugeot und fertigte den Peugeot 309 in Lizenz. Anfangs war die Nachfrage hoch. Probleme mit der Belegschaft und dem schlechten Service durch die Händler, die sich aus der Zusammenarbeit mit dem alten Partner Fiat bei der Produktion des Fiat Uno ergaben, führten allerdings 2001 zum Rückzug der Franzosen. Vom Peugeot 309 wurden in Indien lediglich wenige tausend Exemplare verkauft. Die gleichen Probleme, Streiks und mangelnder Service, beeinträchtigten auch den Absatz der Fiat-Modelle: Ein Streik im Jahre 2001 führte zur Schließung der Fabrik und schädigte den Ruf der Marke in Indien nachhaltig. Im November 2004 nahm Premier mit dem kleinen dieselgetriebenen Lieferwagen Premier Sigma die Fertigung wieder auf. Das Fahrzeug basiert auf einer Lizenz des Mitsubishi Minicab aus den 1980er Jahren von China Motor in Taiwan. Es wird von einem aus dem Peugeot 309 stammenden Motor angetrieben und hauptsächlich für den Taximarkt gebaut. 2009 erfolgte der Wiedereinstieg in den PKW-Markt mit dem RiO, einem kleinen SUV, der einen Lizenzbau des chinesischen Zotye Nomad darstellte, der wiederum auf der ersten Generation des Daihatsu Terios basiert. Im Dezember 2018 meldete Premier Insolvenz an. Die Produktion des RiO ist mittlerweile eingestellt, und das Land, auf dem sich die Firma befindet, wurde 2019 verkauft.

Tofas Serce

Der Automobilhersteller Tofaş (von „Türk Otomobil Fabrikası Anonim Şirket“) wurde im Jahr 1968 durch Vehbi Koç als Joint Venture von Koç Holding und dem FIAT-Konzern gegründet. Die beiden Partner hielten jeweils über ein Drittel der Anteile, durch Fusionen auf Fiat-Seite gehören dessen Anteile heute Stellantis. Die Grundsteinlegung für die Fabrik von Tofaş in Bursa erfolgte am 4. April 1969, am 12. Februar 1971 wurde sie eingeweiht. Die Anlage war ursprünglich für eine Jahresproduktion von 20.000 Fahrzeugen ausgelegt, die Belegschaft zählte anfangs 1000 Mitarbeiter. In den Jahren 2011 und 2012 wurden bei anhaltend schwankender Auslastung zwischen 80 % und 60 % rund 300.000 beziehungsweise 250.000 Kraftwagen pro Jahr gefertigt, von denen zwei Drittel leichte Nutzfahrzeuge waren und 60 % exportiert wurden. Tofaş fertigte von Anfang an Autos von Fiat in Lizenz. Das erste Modell war ein Nachbau des Fiat 124, der als Tofaş Serçe bis 1994 gebaut wurde. Später wurde auch der Fiat 131 als Şahin (Basismodell), Kartal (Kombi) und Doğan (Luxusvariante) in Lizenz produziert. Eine überarbeitete Version des Şahin wurde danach in Äthiopien als Holland Car DOCC bei Holland Car hergestellt.

Fiat 131 mirafiori

Der Fiat 131 mirafiori ist ein Fahrzeug der unteren Mittelklasse des italienischen Automobilherstellers Fiat und wurde von Herbst 1974 bis Ende 1984 produziert. Der 131 mirafiori war das einzige Modell von Fiat mit einer numerischen Bezeichnung und einem zusätzlichen Namen in der Modellbezeichnung. Mirafiori ist der Name des Vororts von Turin mit dem Hauptstandort von Fiat, dem Mirafiori Complex. In den USA wurde er als Fiat Brava verkauft. In kleinen Stückzahlen gelangte er über das Unternehmen Genex auch in die DDR. Der Antriebsstrang wurde im Wesentlichen vom Vorgänger Fiat 124 übernommen. Der vorn eingebaute Vierzylindermotor treibt über ein Vierganggetriebe und eine geteilte Kardanwelle die Hinterachse an. Sie ist starr und mit vier Längslenkern und einem Panhardstab geführt. Die Schraubenfedern sind gemeinsam mit den Teleskopstoßdämpfern an der Achse montiert. Neu war die Vorderradaufhängung mit MacPherson-FederbeinenQuerlenkern und Stabilisator. Dazu gab es ein Bremssystem mit Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten und eine Zahnstangenlenkung. Vom Motorblock des Fiat 124 abgeleitet wurde ein auf 1,3- beziehungsweise 1,6-l Hubraum aufgebohrtes Triebwerk mit hoch im Block liegender Nockenwelle (OHV-Steuerung) mit Zahnriemenantrieb entwickelt. Diese Kombination war neu und eher ungewöhnlich, sie fand auch im Fiat Campagnola II Anwendung.

Der Seat 131 war ein von Anfang 1975 bis Anfang 1985 produzierter Pkw der unteren Mittelklasse. Es gab ihn als viertürige Stufenhecklimousine und als fünftürigen Kombi. Mit dem 131 ersetzte Seat die Baureihe Seat 1430. Er wurde in Spanien mit der Karosserie des Fiat 131, aber vom italienischen Original abweichender Motorisierung gebaut: Der Seat 131 L erbte den Motor des Seat 1430 mit 1438 cm³ und 55 kW/75 PS. Seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 155 km/h. Der Seat 131 E erhielt den Motor des Seat 1430 Especial 1600 mit 1592 cm³ und 70 kW/95 PS. Er fuhr bis zu 170 km/h schnell. Beide Fahrzeuge wurden von 1975 bis 1981 angeboten. Der Seat 131 Diesel hatte einen 4-Zylinder-Reihenmotor von Perkins mit 1760 cm³ und 36 kW / 49 PS. Ab 1980 wurde stattdessen ein 2,5-l-Motor von SOFIM (der 8140) eingesetzt. Wie beim Fiat 131 wurden beim Seat ab Frühjahr 1978 auch Supermirafiori-Versionen angeboten. Der Seat 131 Supermirafiori 1800 entwickelte 79 kW / 107 PS aus 1756 cm³ Hubraum, der Seat 131 Supermirafiori 1900 80 kW/109 PS aus 1920 cm³ Hubraum. Beide Versionen, die bis 1985 erhältlich waren, fuhren bis zu 175 km/h schnell. Anfang 1985 wurde die Produktion des Seat 131 beendet. Sein Nachfolger hieß Malaga.

Seat 1430

Der Seat 1430 war eine Weiterentwicklung des Seat 124. Die viertürige Limousine und ein fünftüriger Kombi Seat 1430 5 puertas erschienen 1969 mit veränderter Front- und Heckansicht und dem Motor des Fiat 124 Special (1438 cm³ und 51 kW (70 PS)). Der neue Wagen, der mit seinen Doppelscheinwerfern dem Fiat 124 Special ähnlich sah, brachte es auf 155 km/h. Ab 1973 hatte der Motor 55 kW (75 PS) und machte das Auto bis zu 158 km/h schnell. Gleichzeitig erschien der Seat 1430 Especial 1600 mit 1592 cm³ Hubraum und 70 kW (95 PS). Er fuhr bis zu 175 km/h. In der spanischen Rallye-Meisterschaft 1973 belegten diese Fahrzeuge die ersten Plätze und schnitten auch bei internationalen Wettbewerben (RAC-RallyeRallye Zypern und 24 Stunden von Ypern) gut ab. Ab 1970 gab es auch eine „Fórmula Seat 1430“, in der Privatfahrer in Monoposti mit im Heck eingebauten Seat-1430-Motoren starteten. 1976 wurde der Seat 1430 eingestellt. Nachfolger waren die „Especial“-Modelle des Seat 124 D und der Seat 131.


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