European Sky Shield Initiative

Atomstreitkraft

Mit Atomstreitkraft ist im Allgemeinen die Militärmacht einer Nation gemeint, die in Kombination mit den klassischen Teilstreitkräften zu Lande, zu Wasser und in der Luft eine Atommacht darstellt, welche den Einsatz von Atomwaffen ermöglicht bzw. ein entsprechendes Potential als Abschreckung gegen mögliche Feinde unterhält.

Nukleare Teilhabe

Die nukleare Teilhabe ist ein Konzept innerhalb der Abschreckungspolitik der NATO, das Mitgliedstaaten ohne eigene Nuklearwaffen in die Zielplanung und in den Einsatz der Waffen durch die NATO einbezieht.

Nukleare Schutzschirm

‘EU Nuclear umbrella’

Der „nukleare Schutzschirm“ ist eine Garantie eines Atomwaffenstaates, einen nichtnuklearen Verbündeten zu verteidigen. Dabei handelt es sich in der Regel um die Sicherheitsbündnisse der USA mit Australien, Japan, Südkorea, der NATO (große Teile Europas, der Türkei und Kanadas) und dem Pakt über freie Assoziation (die Föderierten Staaten von Mikronesien, die Marshallinseln und Palau). Diese Bündnisse wurden aufgrund des Kalten Krieges und der Sowjetunion geschlossen. Für einige Länder war er eine Alternative zum Erwerb eigener Atomwaffen, andere Alternativen sind regionale atomwaffenfreie Zonen oder die nukleare Teilhabe.

European Sky Shield Initiative

Die European Sky Shield Initiative (ESSI), auch European Skyshield Initiative geschrieben, ist ein geplantes Projekt zum Aufbau eines verbesserten europäischen Luftverteidigungs– und Raketenabwehrsystems.

Frankreich will seinen Atomschirm auf Europa ausdehnen

Frankreich ist offen für die Stationierung von Atomwaffen in Europa als Ersatz für das US-Arsenal

Macron: France Open to Placing Nuclear Weapons in Europe to Replace U.S. Arsenal
Der französische Präsident Emmanuel Macron hält am 24. Februar 2025 im East Room des Weißen Hauses in Washington, DC, eine Rede während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump.

Laut dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in einem Interview mit Le Figaro am 2. März ist Frankreich bereit, seine Atomwaffen auf verbündetem Gebiet zu stationieren, um die US-Atomwaffen in Europa zu ersetzen.

Macron erklärte, er sei für eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit europäischen Partnern in Bezug auf die nukleare Abschreckung offen.

„Der Präsident der Republik trifft die Entscheidung zum Einsatz von Atomwaffen auf völlig souveräne und stets vertrauliche Weise“, sagte er.

„Wer den Dialog mit uns vertiefen möchte, kann, falls nötig, an Abschreckungsübungen teilnehmen. Dieser Austausch wird zur Entwicklung einer echten strategischen Kultur unter den Europäern beitragen.“

Das französische Militär könnte in Abstimmung mit den Streitkräften seiner Verbündeten die Stationierung von Atomwaffen in deren Ländern in Erwägung ziehen. Ziel wäre es, die USA, die derzeit in Europa über Atomsprengköpfe verfügen, schrittweise abzulösen.

Macron versichert jedoch: „Es gibt keinen Grund, dieses Thema zu fürchten“, betont aber: „Dies ändert nichts an unserer Doktrin.“

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angedeutet, dass die nukleare Abrüstung eine Schlüsselinitiative für die globale Sicherheit sein könnte, und hinzugefügt, dass sich auch China und Russland an diesem Prozess beteiligen könnten.

Zuvor hatte Nordkorea am 28. Februar einen neuen Marschflugkörper getestet, der mit Atomsprengköpfen bestückt sein kann, und ihn als „strategische“ Waffe bezeichnet, wie aus von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zitierten Berichten der Staatsmedien hervorgeht.

Französische Streitkräfte

Die französischen Streitkräfte (französisch Forces armées françaises, auch Armée française) sind das Militär der Französischen Republik. Sie gelten als eine der schlagkräftigsten Streitkräfte der Welt (Rang 11). Frankreich ist seit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs (BREXIT) die einzige Atommacht in der Europäischen Union. Der französische Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte („chef des armées“) und ist der einzige, der einen nuklearen Angriff befehlen kann.

Staatspräsident Charles de Gaulle (1890–1970) zog Frankreich 1966 aus der militärischen Struktur der NATO zurück. Seit Juni 2009 ist Frankreich erneut Vollmitglied der NATO. Der französische Verteidigungsetat betrug im Jahr 2021 insgesamt 49,7 Mrd. Euro und war damit der fünfthöchste der Welt. Frankreich investierte 1,9 % seines BIP.

Zu den französischen Streitkräften zählen:

Die Gesamtstärke der französischen Streitkräfte betrug 2018 insgesamt 270.746 (206.317 aktive Soldaten und 67.700 zivile Mitarbeiter). Des Weiteren gibt es 63.700 Reservisten. Außerdem zählen zu den Streitkräften auch noch 102.269 Angehörige der Gendarmerie Nationale, 8550 Pompiers de Paris (Berufsfeuerwehr von Paris, gehört zur Pioniertruppe) und 2423 Marines-Pompiers de Marseille (Berufsfeuerwehr von Marseille, gehört zur Marine Nationale).

Die französischen Streitkräfte unterstehen dem französischen VerteidigungsministeriumSébastien Lecornu ist (Stand November 2023) Verteidigungsminister im Kabinett Borne.

Fremdenlegion

Die Légion étrangère (Aussprache [leʒjõetʁãˈʒɛːʁ]; deutsch Fremdenlegion) ist ein Großverband des französischen Heers und die Fremdenlegion Frankreichs. In der Fremdenlegion dienen Freiwillige aus über 150 Nationen als Zeitsoldaten. Die Fremdenlegionäre sind in ihrem Mannschaftskern aus dem nichtfranzösischen Ausland angeworben. Im Sinne des Völkerrechts gelten sie als reguläre Soldaten der französischen Armee.

Die französische Fremdenlegion wurde am 10. März 1831 auf Initiative von Kriegsminister Nicolas Jean-de-Dieu Soult durch einen Erlass von König Louis-Philippe I. gegründet und diente zunächst der Eroberung und Absicherung der Kolonien Frankreichs in Afrika, mit der zu dieser Zeit in Algerien begonnen wurde (später Französisch-Nordafrika; Kämpfe bis in die 1920er-Jahre). Sie untersteht seit ihrer Gründung unmittelbar dem jeweiligen französischen Staatsoberhaupt, in der Französischen Republik also dem Staatspräsidenten.

Die Truppe umfasste Anfang der 1960er-Jahre, gegen Ende des Algerienkriegs, bis zu 35.000 Mann und wurde danach kontinuierlich, letztmals in den Jahren 2011–2013 bedingt durch Sparmaßnahmen des französischen Staates auf dem Militärsektor, auf eine zwischenzeitliche Stärke von 6.700 Mann reduziert. Bedingt durch die weltpolitische Lage (Terroranschläge in Europa, IS usw.) wurde beschlossen, die Mannschaftsstärke stufenweise zwischen 2015 und 2018 wieder auf 10.000 Mann anzuheben. Inklusive 1.500 Mann in teilaktiven Reserveeinheiten und zivilem Personal verfügt die Fremdenlegion über eine Gesamtstärke von 10.500 Mann, davon 9.000 Legionäre in den aktiven Einheiten.

Das Offizierskorps der Legion besteht seit jeher grundsätzlich aus Franzosen. Bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs gab es jedoch Offiziere mit ausländischen Patenten. Heute gelten besondere Regelungen für die Verwendung als Offizier mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Laut einer Ansprache von Colonel Morellon haben in der Légion Étrangère seit der Gründung bis Ende der 1980er Jahre mehr als 600.000 Mann aus aller Welt gedient. Über 36.000 kamen in diesem Zeitraum bei Einsätzen ums Leben.

Französische Nukleare Streitkräfte

Französische Nukleare Abschreckungsstreitmacht

Die Force de dissuasion nucléaire française ‚Französische Nukleare Abschreckungsstreitmacht‘, umgangssprachlich auch Force de frappe ‚Schlagkraft‘ ist die Atomstreitkraft der Französischen Streitkräfte.

M 51 (MSBS)

M 51 (MSBS) ist die Bezeichnung einer französischen U-Boot-gestützten ballistischen Rakete (MSBS: französisch für Mer-Sol-Balistique-Stratégique „strategische See-Boden ballistische“ Rakete), die seit 2010 das Modell M 45 (MSBS) schrittweise ersetzt. Die Reichweite der Rakete ist ein militärisches Geheimnis. Sie wird auf 8.000 km bis 9.000 km geschätzt. Die M 51 ist das Ergebnis einer kostenoptimierten Rückentwicklung aus der ursprünglich geplanten M 5 (MSBS).

ASMP-Lenkwaffe

Die ASMP-Lenkwaffe (Air-Sol Moyenne Portée, dt.: Luft-Boden-(Rakete) mittlerer Reichweite) ist eine französische Mittelstrecken-Luft-Boden-Lenkwaffe mit einem Nukleargefechtskopf. Sie gehört zur Bewaffnung der französischen Atomstreitmacht.

Streitkräfte des Vereinigten Königreichs

Die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs (englisch British Armed Forces, zu deutsch wortwörtlich Britische bewaffnete Kräfte oder Britische Streitkräfte), im offiziellen Sprachgebrauch Streitkräfte Seiner Majestät (His Majesty’s Armed Forces) oder Streitkräfte der Krone (Armed Forces of the Crown), sind das Militär des Vereinigten Königreichs. Sie gliedern sich in drei Teilstreitkräfte und umfassen ungefähr 190.000 Soldaten. Zudem beschäftigen sie zivile Mitarbeiter. Oberbefehlshaber ist de jure der Monarch des Vereinigten Königreichs und de facto der Premierminister des Vereinigten Königreichs.

Großbritannien wurde 1952 die dritte Atommacht der Welt. Britische strategische Kernwaffen sind auf U-Booten der Royal Navy stationiert. Gegenwärtig sind es Boote der Vanguard-Klasse mit Interkontinentalraketen des Typs Trident, der von den USA entwickelt wurde. Großbritannien besaß 2021 rund 225 Atomsprengköpfe. Die britischen Atom-U-Boote sind im schottischen Faslane-on-Clyde stationiert.

Tube Alloys

Tube Alloys war der Deckname eines geheimen Forschungs- und Entwicklungsprogramms des Vereinigten Königreiches und Kanadas zur Entwicklung von Kernwaffen während des Zweiten Weltkriegs. Das britisch-kanadische Tube Alloys Projekt war weltweit das erste Forschungsprojekt für Kernwaffen, es war ein Vorläufer des amerikanischen Manhattan Project.

Blue Danube (Atomwaffe)

Blue Danube war die erste einsatzfähige britische Atomwaffe. Sie war auch unter verschiedenen anderen Namen bekannt, darunter Smallboy, Mk.1-Atombombe, Spezialbombe und OR.1001, ein Hinweis auf den Einsatzbedarf, den sie erfüllen sollte. Die Bomberflotte der RAF V sollte Blue Danube ursprünglich als Hauptbewaffnung einsetzen, zu einem Zeitpunkt, als die erste Wasserstoffbombe noch nicht gezündet worden war und die britischen Militärplaner noch glaubten, dass ein Atomkrieg mit Atombomben einer ähnlichen Sprengkraft wie die Hiroshima-Bombe geführt und gewonnen werden könnte. Aus diesem Grund war ein Vorrat von bis zu 800 Bomben mit einer Sprengkraft von 10–12 Kilotonnen geplant. Die Bombenschächte der V-Bomber waren so bemessen, dass sie die „Blue Danube“ tragen konnten, die kleinste Atombombe, die mit dem damaligen Stand der Technik (1947, als die Pläne ausgearbeitet wurden) gebaut werden konnte.

Operation Grapple

Operation Grapple war eine Reihe von vier Serien britischer Atomwaffentests früher Atombomben und Wasserstoffbomben, die 1957 und 1958 auf der Malden-Insel und auf Kiritimati (Weihnachtsinsel) in den Gilbert- und Ellice-Inseln im Pazifischen Ozean (dem heutigen Kiribati) als Teil des britischen Wasserstoffbombenprogramms durchgeführt wurden. Es wurden neun Atomexplosionen ausgelöst, die dazu führten, dass Großbritannien der dritte anerkannte Besitzer thermonuklearer Waffen wurde und die nukleare Sonderbeziehung mit den Vereinigten Staaten in Form des gegenseitigen Verteidigungsabkommens zwischen den USA und Großbritannien von 1958 wiederhergestellt wurde.

Britisches Wasserstoffbombenprogramm

Das britische Wasserstoffbombenprogramm war der letztendlich erfolgreiche britische Versuch zur Entwicklung von Wasserstoffbomben zwischen 1952 und 1958. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs führte Großbritannien ein Atomwaffenprojekt mit dem Codenamen „Tube Alloys“ durch. Auf der Quebec-Konferenz im August 1943 unterzeichneten der britische Premierminister Winston Churchill und der US-Präsident Franklin Roosevelt das Quebec-Abkommen, durch das Tube Alloys in das amerikanische Manhattan-Projekt eingegliedert wurde, an dem viele der besten britischen Wissenschaftler teilnahmen. Die britische Regierung vertraute darauf, dass Amerika die Nukleartechnologie teilen würde, die sie als gemeinsame Entdeckung betrachtete, aber der United States Atomic Energy Act von 1946 (auch bekannt als McMahon Act) beendete die technische Zusammenarbeit. Aus Angst vor einem Wiederaufleben des amerikanischen Isolationismus und dem Verlust des Status Großbritanniens als Großmacht nahm die britische Regierung ihre eigenen Entwicklungsanstrengungen mit dem Codenamen „High Explosive Research“ wieder auf.

US–UK Verteidigungsabkommen

Das gegenseitige Verteidigungsabkommen zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich oder das gegenseitige Verteidigungsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA von 1958 ist ein bilateraler Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich über die Zusammenarbeit im Bereich Atomwaffen. Der vollständige Name des Vertrags lautet „Abkommen zwischen der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und der Regierung des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland über die Zusammenarbeit bei der Nutzung der Atomenergie für gegenseitige Verteidigungszwecke“. Das Abkommen ermöglicht den USA und dem Vereinigten Königreich den Austausch von nuklearen Materialien, Technologien und Informationen. Die USA haben mit anderen Ländern, darunter Frankreich und anderen NATO-Ländern, Abkommen zur nuklearen Zusammenarbeit unterzeichnet, aber dieses Abkommen ist bei weitem das umfassendste. Aufgrund des strategischen Werts des Abkommens für Großbritannien nannte es Harold Macmillan (der Premierminister, der den Beitritt des Vereinigten Königreichs zum Abkommen leitete) „den großen Preis“.

Atomic Weapons Establishment

Atomic Weapons Establishment (AWE), zuvor Atomic Weapons Research Establishment (AWRE), ist ein öffentliches Unternehmen, das für die Entwicklung, Bau, Wartung und Stilllegung von britischen Kernwaffen zuständig ist. Von hier stammen die britischen Atomwaffen, die Freifallbombe WE.177 sowie Gefechtsköpfe für U-Boot-gestützte ballistische Raketen Polaris und Trident. Der Hauptsitz befindet sich bei Aldermaston, der zweite Standort ist bei Burghfield. An dem Außenstandort Blacknest wird zudem die seismische Überwachung von Kernwaffentests durchgeführt.

WE.177

Die WE.177 war eine britische nukleare Fliegerbombe. Sie wurde von 1966 bis 1998 einsatzbereit gehalten. Es handelte sich um die letzte nukleare Fliegerbombe Großbritanniens. Es existierten drei Varianten, die WE.177A mit einer Sprengkraft von etwa 10 Kilotonnen, die WE.177B mit einer Sprengkraft von bis zu 200 Kilotonnen und die WE.177C mit einer Sprengkraft von bis zu 400 Kilotonnen. Die letzten WE.177 wurden im März 1998 ausgemustert und im August desselben Jahres verschrottet.

UGM-27 Polaris

Die UGM-27 Polaris war eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete (SLBM) aus den Vereinigten Staaten. Bei ihrer Einführung war sie die weltweit erste Mittelstreckenrakete mit Feststoffantrieb die in Serie hergestellt wurde. Weiter waren die Polaris-Raketen die ersten SLBM der United States Navy sowie der Royal Navy.

Trident (SLBM)

Trident bezeichnet eine Klasse von U-Boot-gestützten ballistischen Interkontinentalraketen (SLBM) aus den Vereinigten Staaten. Die Raketen tragen die Bezeichnung UGM-96 Trident I und UGM-133 Trident II.

Verträge über Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich zwischen Frankreich und Großbritannien 2010

Bei den Verträgen über die Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik zwischen Großbritannien und Frankreich (englisch UK-France Defence Cooperation Treaty, auch: Lancaster House treaty for defence and security cooperation) (französisch Déclaration sur la coopération de défense et de sécurité) handelt es sich um sicherheitspolitisch und militärisch bedeutende Vereinbarungen zwischen den europäischen Atommächten und NATO-Mitgliedsstaaten Großbritannien und Frankreich und hat zur Zielsetzung bei abnehmenden Verteidigungsbudgets der Staaten die kollektive Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen und auch zu einer Verbesserung im Rahmen des NATO-Bündnisses und der Europäischen Union beizutragen. In den britischen Medien wurden diese Vereinbarungen auch als Verteidigungspakt betitelt.

Im Bereich der Kernwaffenforschung und der Wartung des Kernwaffenarsenals sollen Kooperationen entstehen, wozu in Frankreich bis 2022 der Bau eines neu errichteten Kernwaffen-Simulationszentrums (joint nuclear facility) in Valduc (Côte-d’Or) und jetzt bereits die Zusammenarbeit mit dem Atomic Weapons Establishment (AWE) in Aldermaston (West Berkshire) vorgesehen ist.

Merz erwägt Ausweitung des französisch-britischen Atomschirms über Deutschland

Angesichts der schwindenden transatlantischen Sicherheitsbeziehungen erklärte Deutschlands wahrscheinlicher nächster Bundeskanzler, er müsse „mit den Briten und den Franzosen“ über alternative Vereinbarungen sprechen.

Friedrich Merz, CDU-Kanzlerkandidat und CDU-Bundesvorsitzender, spricht mit Moderator Andreas Wunn im Interview in der ZDF-Morgensendung „Moma vor der Wahl“.

BERLIN – Deutschlands voraussichtlicher nächster Bundeskanzler Friedrich Merz hat versprochen, mit Frankreich und Großbritannien über eine Ausweitung ihres nuklearen Schutzes auf Deutschland zu sprechen, während Donald Trump Andeutungen macht, er könnte seinen NATO-Verpflichtungen nicht nachkommen.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass Donald Trump die gegenseitige Beistandsverpflichtung der Nato nicht mehr bedingungslos einhalten wird“, sagte der konservative Kanzlerkandidat Friedrich Merz am Freitag im ZDF.

Europa müsse „jetzt alle Anstrengungen unternehmen, um zumindest in der Lage zu sein, den europäischen Kontinent aus eigener Kraft zu verteidigen“, forderte er, da Trumps Vorgehen gegenüber Russland und dessen Krieg in der Ukraine die transatlantischen Sicherheitsbeziehungen in Frage stelle.

Der US-Präsident hatte zuvor angedeutet, dass die USA sich im Falle eines Angriffs möglicherweise nicht mehr dazu verpflichtet fühlten, andere Bündnismitglieder zu schützen – eine Verpflichtung, die ihnen laut Vertrag der Organisation obliegt.

Merz sagte am Freitag, Deutschland müsse deshalb mit den beiden europäischen Atommächten Frankreich und Großbritannien über eine Ausweitung ihres Abschreckungsschirms auf Deutschland verhandeln.

“Dass wir mit den Briten und Franzosen darüber reden müssen, ob ihr nuklearer Schutz auch auf uns ausgeweitet werden könnte, ist ein Thema, das die französische Regierung gegenüber der deutschen Regierung immer wieder angesprochen hat”, sagte Merz. Solche Angebote seien “immer unbeantwortet geblieben”.

„Wir müssen miteinander reden, wie das aussehen kann“, fügte Merz hinzu, als er gefragt wurde, ob er als Kanzler den deutschen Ansatz ändern würde. Seiner Partei wird ein Sieg bei der Bundestagswahl am Sonntag vorausgesagt.

Eine Abkehr von den USA und eine Hinwendung zu westeuropäischen Verbündeten wäre für Deutschland und insbesondere für Merz‘ CDU, die sich seit langem entschieden für eine transatlantische Sicherheitsdoktrin einsetzt, von historischem Wert.

Eine Ausweitung der französischen und britischen nuklearen Abschreckung auf andere europäische Länder steht schon seit mehreren Jahren auf dem Tisch, hat jedoch mit dem schrittweisen Rückzug der USA aus der europäischen Sicherheitsarchitektur an Dringlichkeit gewonnen.

Zuletzt hatte der französische Präsident Emmanuel Macron Anfang 2024 die Schaffung eines neuen „strategischen Dialogs“ über die französische Nuklearstrategie mit wichtigen europäischen Partnern angeregt und gemeinsame Abschreckungsübungen angeboten.

Macron bekräftigte diese Ansicht am Donnerstagabend in einem Live-Chat in den sozialen Medien.

Die „grundlegenden Interessen der Nation“, die die Entscheidung des französischen Präsidenten zum Einsatz von Atomwaffen bestimmt hätten, „hatten schon immer eine europäische Dimension“, sagte Macron.

„In den kommenden Monaten und Jahren werden wir diese Doktrin mit einer Reihe von Partnern besprechen und entscheiden, ob und wie wir diese Solidarität [zur Abschreckung] verstärken sollten“, sagte Macron.

Anders als Großbritannien, das Mitglied der Nuklearen Planungsgruppe der NATO ist und dessen Atomsprengköpfe in den USA entwickelt werden, produziert Frankreich seine Atomwaffen im eigenen Land und ist nicht an gemeinsame NATO-Verpflichtungen gebunden. Dies gibt Paris mehr Spielraum, seine Doktrin nach Belieben zu definieren, wie The Economist letztes Jahr darlegte.

Deutschland kritisiert Forderungen nach EU-Atomsprengköpfen

„Das Letzte, was wir jetzt wirklich brauchen, ist die Atomdebatte“ – Verteidigungsminister Boris Pistorius

Germany criticizes calls for EU nuclear warheads

BERLIN

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius kritisierte am Mittwoch europäische Politiker dafür, dass sie den amerikanischen „Atomschutzschirm“ in Frage stellten und die EU aufforderten, ein eigenes Atomwaffenarsenal aufzubauen.

„Das Letzte, was wir jetzt wirklich brauchen, ist die Atomdebatte“, sagte Pistorius vor Journalisten in Brüssel im Vorfeld eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister und betonte, dass der nukleare Schutzschirm der USA weiterhin unverzichtbar sei.

„Wir haben den amerikanischen Atomschutzschirm, und wir sollten ihn nicht leichtfertig aufgeben oder in Frage stellen, dafür gibt es keinen Grund“, sagte er und wollte sich nicht zu den Wahlkampfreden des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump äußern.

Trump, der im Rennen um die US-Präsidentschaft 2024 nach wie vor der republikanische Spitzenkandidat ist, warf den europäischen Verbündeten letzte Woche vor, nicht genug für die Verteidigung auszugeben und die Last auf die amerikanischen Steuerzahler abzuwälzen.

In einer Wahlkampfrede gab Trump seine früheren Gespräche mit europäischen Staats- und Regierungschefs bekannt, in deren Verlauf er mit dem Entzug der US-Unterstützung gedroht hatte.

Er sagte, „einer der Präsidenten eines großen Landes“ habe ihn einmal gefragt, ob die USA ihr Land immer noch verteidigen würden, wenn es von Russland angegriffen würde.

„Nein, ich würde Sie nicht beschützen. Tatsächlich würde ich sie ermutigen, zu tun, was immer sie wollen. Sie müssen dafür bezahlen. Sie müssen Ihre Rechnungen bezahlen“, sagte Trump.

Mehrere führende EU-Abgeordnete, darunter der Konservative Manfred Weber und die Sozialdemokratin Katarina Barley, erklärten, die Europäer könnten sich nicht länger auf den amerikanischen Atomschutzschirm verlassen.

Sie forderten die EU auf, angesichts der jüngsten Äußerungen Trumps ein eigenes Atomwaffenarsenal aufzubauen und bereit zu sein, sich auch ohne US-Unterstützung zu verteidigen.

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