Wittmer Galapagos Insel – Floreana

Floreana

Floreana (auch Santa María, englisch Charles) ist eine der kleineren Inseln im Süden des Galápagos-Archipels und gehört somit politisch zu Ecuador.

1929 begann die deutsche Besiedlung. Zuerst ließen sich der Berliner Zahnarzt Friedrich Ritter und die Lehrerin Dore Strauch auf der Insel nieder. Beide hatten ihre Ehepartner verlassen, um auf der Insel ein alternatives Leben zu führen. Sie gründeten die Farm Frido, lebten in einer Wellblechhütte und bestellten einen Morgen Acker. 1932 gelangte die Österreicherin Eloise Wagner de Bousquet, die sich als Baronin und später als Kaiserin von Galapagos bezeichnete, auf die Insel. In ihrer Begleitung waren zwei deutschstämmige Liebhaber sowie Kühe, Esel und Hühner. 80 Zentner Zement, die sie mit sich brachten, sollten dem Bau eines Hotels für amerikanische Touristen dienen. Die Pläne für die Hacienda Paradiso, so der Name des Touristikprojekts, scheiterten jedoch. Während der sogenannten Galápagos-Affäre 1934 verschwand Eloise Wagner unter mysteriösen Umständen mit einem ihrer Gefährten. Die sterblichen Überreste ihres zweiten Begleiters wurden später am Strand einer Nachbarinsel gefunden. Der Zahnarzt Ritter fiel einer Fleischvergiftung zum Opfer. Nur Dore Strauch kehrte nach Deutschland zurück.[4] Auf Dauer sesshaft wurde das aus Köln stammende Ehepaar Heinz und Margret Wittmer, das 1932 auf der Insel gelandet war. Seine Nachfahren betreiben heute ein Hotel auf Floreana. Die Geschichte um diese Auseinandersetzungen wurde von Ron Howard unter dem Titel Eden verfilmt, der Film erschien 2024.

Die Besiedlung durch Ecuadorianer begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Gegenwärtig leben in der einzigen Siedlung Floreanas, Puerto Velasco Ibarra, rund 100 Menschen, hauptsächlich von der Landwirtschaft. Die ecuadorianische Marine unterhält einen kleinen Stützpunkt auf der Insel.

Galapagos-Affäre

Der von Journalisten geprägte Begriff Galapagos-Affäre bezeichnet Ereignisse, die sich zwischen März und November 1934 hauptsächlich unter deutschen Ansiedlern auf der zum Galápagos-Archipel gehörenden Insel Floreana ereigneten. Im Verlauf der Ereignisse kamen drei Menschen unter teilweise ungeklärten Umständen zu Tode und drei weitere verschwanden spurlos. Die Vorfälle, die niemals restlos aufgeklärt wurden, beschäftigten weltweit die Massenmedien und regten bis in die jüngste Vergangenheit auch literarische und filmische Verarbeitungen an.

Nach Aussage von Margret Wittmer suchte die Baronin am 26. März 1934 das Ehepaar Wittmer auf, traf aber nur Frau Wittmer an. Sie bat sie, Lorenz die Nachricht zu überbringen, dass sie und Philippson vorhätten, mit einer vor Floreana vor Anker liegenden amerikanischen Jacht die Insel in Richtung Tahiti zu verlassen. Dieses Gespräch stellt, wenn Margret Wittmers Darstellung zutrifft, das letzte Auftreten der Baronin vor Zeugen dar. Sie und Philippson verschwanden in der Folge spurlos. Lorenz verkaufte daraufhin das gesamte Eigentum der Gruppe um die Baronin, inklusive des in die „Hacienda Paradiso“ eingebauten Baumaterials, an Ritter und die Wittmers und verließ im Juli 1934 die Insel auf dem Boot des norwegischen Fischers Trygve Nuggerud in Richtung Santa Cruz. Dort heuerte Lorenz Nuggerud an, ihn nach San Cristóbal (Chatham) weiterzutransportieren, wo er auf die Möglichkeit einer Schiffspassage nach Europa hoffte. Nuggeruds Boot kam jedoch nie auf San Cristóbal an. Am 17. November 1934 wurden die Leichen von Lorenz und Nuggerud auf der zum Galápagos-Archipel gehörenden unbewohnten Insel Marchena entdeckt, die sie mit dem Rettungsboot von Nuggeruds Boot erreicht hatten. Nuggeruds Motorboot und sein zwölfjähriger ecuadorianischer Schiffsjunge José Pasomino wurden nie gefunden. Am 21. November 1934 verstarb Friedrich Ritter auf Floreana an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung, wobei die Umstände seines Todes den Verdacht nahelegen, dass die tödliche Vergiftung von Dore Strauch mit Absicht herbeigeführt worden sein könnte. Strauch verließ Floreana im Dezember 1934 in Richtung Deutschland, wobei sie sich unmittelbar vor ihrer Abreise Verhören durch einen Vertreter der ecuadorianischen Behörden und durch den deutschen Konsul in Ecuador stellen musste. Die Einvernahme durch die ecuadorianischen Behörden war jedoch augenscheinlich nur eine Formsache, es wurde nicht einmal ein beeideter Dolmetscher beigezogen.

Dore Strauch kehrte nach dem Tod Ritters nach Deutschland zurück und ließ sich in Berlin nieder. Dort starb sie am 11. Mai 1943 in Berlin-Buch, an den Folgen ihrer MS-Erkrankung, im Alter von zweiundvierzig Jahren (Treherne und Bremer geben 1942 als Todesjahr an). Harry Wittmer ertrank 1951 vor Floreana bei einem Bootsunglück, sein Vater Heinz starb 1963 auf Floreana an den Folgen eines Gehirnschlags. Seine deutlich jüngere Ehefrau Margret Wittmer überlebte alle anderen Zeugen der Affäre um Jahrzehnte; sie verstarb am 21. März 2000 im Alter von beinahe 96 Jahren auf Floreana. Dort betreiben ihre Nachkommen heute in Puerto Velasco Ibarra ein Hotel und ein Bootsunternehmen für Touristen. Die Insel hat mittlerweile, infolge einer gezielt betriebenen Ansiedelungspolitik der ecuadorianischen Regierung, etwa 100 Bewohner – Neuansiedlungen werden allerdings seit geraumer Zeit auf dem Galápagos-Archipel von den Behörden aus Gründen des Umweltschutzes nicht mehr zugelassen.

Friedrich Ritter

Friedrich Ritter und Dore Strauch im Jahr 1932 auf Floreana

Friedrich Ritter und Dore Strauch im Jahr 1932 auf Floreana.

Friedrich Ritter (* 9. Mai 1898 in Quentel; † 9. April 1989 in Puerto de la CruzTenerife) war ein deutscher Geologe und Botaniker, der besonders als Kakteensammler bekannt wurde. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „F.Ritter“.

Friedrich Ritter studierte an der Universität Marburg Biologie, Geologie und Paläontologie. Noch vor Abschluss seines Studiums wanderte er 1920 mit seinen Eltern nach Mexiko aus. In Mexiko arbeitete er für verschiedene Minengesellschaften. In dieser Zeit begann er sich intensiver mit Kakteen zu beschäftigen. Ab 1930 unternahm er Studienreisen nach PeruBolivienArgentinienBrasilien und Chile. 1937 bis 1952 lebte er in Deutschland und diente auch in der Deutschen Wehrmacht. 1952 emigrierte er erneut nach Südamerika und ließ sich in Chile nieder. Von 1972 bis Ende 1976 lebte er in Paraguay. Ab Ende 1976 wohnte er wieder in Deutschland bei seiner Schwester in Spangenberg bei Kassel. 1982 zog er auf die Kanaren.

Dore Strauch

Dore Strauch and Freidrich Ritter, Galapagos, 1932

Dore Strauch und Friedrich Ritter, Galapagos, 1932.

Dore Strauch wurde in Berlin geboren und war 28 Jahre alt, als sie 1929 gemeinsam mit ihrem Liebhaber, dem deutschen Arzt Friedrich Ritter, ihre Heimat verließ, um auf der damals unbewohnten Insel Floreana ein neues Leben zu beginnen. Ihr Hintergrund war geprägt von einer unglücklichen Ehe und einer schweren Erkrankung: Sie litt an Multipler Sklerose, was ihr Leben von Beginn an auf Floreana erschwerte. Ritter und Strauch nannten ihre Siedlung „Friedo“ (eine Kombination ihrer Vornamen) und wurden von der internationalen Presse als „Adam und Eva von Galapagos“ bezeichnet. Ihr Ziel war es, die Zivilisation und ihre gesellschaftlichen Zwänge hinter sich zu lassen und ein einfaches, naturnahes Leben nach philosophischen Prinzipien (insbesondere inspiriert von Nietzsche) zu führen. Nach dem Tod von Friedrich Ritter kehrte Dore Strauch 1935 nach Deutschland zurück. Sie veröffentlichte 1935 ihre Memoiren unter dem Titel „Satan Came to Eden“ (Satan kam nach Eden), in der sie ihre eigene Version der Ereignisse auf Floreana schilderte. Ihr Buch war eine Mischung aus autobiografischen Erlebnissen und philosophischen Betrachtungen, bot aber auch eine Darstellung der Geschehnisse, die teils von anderen Versionen, etwa der von Margret Wittmer in ihrem Buch „Floreana: A Woman’s Pilgrimage to the Galapagos“, abwich. Später suchte Strauch noch eine Behandlung in einem Sanatorium.

Dore Strauch war eine Frau, die nach Freiheit, Selbstfindung und einer reineren Lebensweise suchte. Sie war mutig genug, ihr gesamtes Leben aufzugeben und in die Wildnis zu ziehen. Ihr Weg war jedoch geprägt von Krankheit, harter Realität, menschlicher Egoismen und schließlich von mysteriösen Tragödien, die sie nie ganz überwinden konnte. Ihre Geschichte ist ein cautionary tale über die Gefahren utopischer Projekte, aber auch ein Zeugnis der unerschütterlichen menschlichen Sehnsucht nach einem „Paradies auf Erden“.

Eloise Wagner de Bousquet

Baronin

‘Kaiserin von Galapagos’

Die Baronin Wagner empfängt Besucher im Boudoir ihrer Hacienda Paradiso auf Florena, 1934.

In ihrem Boudoir der “Hacienda Paradiso” hielt Eloise Wagner de Bousquet Hof. Bis sie verschwand

Die Baronin hatte sich eine neue Rolle ausgesucht, oder vielleicht war sie ausnahmsweise einfach nur natürlich. Sie war freundlich und überaus charmant. Sie war weder jung noch besonders hübsch, aber diese kleinen Makel vergaß man in ihrer Gegenwart schnell. Sie unterhielt mich mit Geschichten vom Wiener Kaiserhof, wo ihre Mutter, wie sie sagte, als Hofdame gedient hatte. Irgendwie schaffte sie es, mir diese Geschichte glaubwürdig erscheinen zu lassen. Sie strahlte unverkennbar Klasse aus und hegte eine tiefe Verachtung für die Menschheit. Sie sagte, nichts amüsiere sie mehr, als die Leute hinters Licht zu führen. Sie nahm mich mit auf die „Hacienda Paradise“ und zeigte mir ihre Fanbriefe und Zeitungsausschnitte aus der europäischen Presse. Ich glaube, sie war nach Floreana gekommen, um einen Millionär zu finden, der ihr den Bau eines Touristenhotels finanzieren würde, und mit der Zeit wäre es ihr wohl gelungen. Kurze Zeit nach meinem Besuch nahm sie einen jungen Dänen in ihren Bann. Aus mir unbekannten Gründen schoss sie auf ihn und verletzte ihn schwer, was beweist, dass sie gefährlich sein konnte. Ich frage mich, warum sie mich in Post Office Bay nicht umgebracht hat. Sie besuchte mich in Santa Cruz, und wir waren bis zuletzt beste Freundinnen.

Eines Tages kam Lawrence [sic, Lorenz] nach Santa Cruz. Er hatte eine seltsame Geschichte zu erzählen. Er sagte, die Baronin und Phillipson hätten die Insel auf einer fremden Yacht verlassen. Ich hatte gerade von einem deutschen Kannibalen in Hamburg gelesen, der Unmengen an Menschenfleisch in seinem Haus eingesalzen hatte, und sagte wie immer spontan: „Sie haben sie gegessen.“ Nun, vielleicht haben sie sie nicht gegessen, aber die Geschichte mit der Yacht hat einige Ungereimtheiten. Reisen ist nicht mehr so ​​einfach, seit die Welt für die Demokratie sicherer gemacht wurde. Wohin man auch geht, verfolgt einen eine Schar von Narren, die seine Papiere kontrollieren und einem die Lebensfreude rauben. Es kann also nicht so einfach sein, fremde Leute ohne Papiere aufzugreifen. Noch etwas erscheint mir seltsam. An einem Ort wie den Galapagosinseln, wo die Menschen monatelang keine Nachrichten aus der Außenwelt erhalten, ist es ganz normal, dass ein Boot, sobald es ankommt, mit hochgezogenem Heck und glühenden Reifen zur Küste rast. In diesem Fall geschah nichts dergleichen, und deshalb kannte niemand auf der Insel den Namen des Bootes oder irgendetwas über es. Auch auf den anderen Inseln sah niemand dieses Boot, was ziemlich seltsam anmutet. Tatsache ist, dass die Baronin spurlos verschwand, sich versteckte, hupte und schrie, und man bis heute nichts mehr von ihr gehört hat. Ich vermisse sie. Sie durchbrach die Eintönigkeit des Galapagos-Lebens, und ich liebte es, zu sehen, wie sie die Mächtigen und die Fast Mächtigen hinters Licht führte.

Nun schien es, als wären diese Ereignisse für eine Insel mit neun Einwohnern ausreichend gewesen, doch es sollte noch schlimmer kommen. Ritter starb auf mysteriöse Weise an einer Arsenvergiftung (vermutlich Lebensmittelvergiftung). Dore gab mehrere, völlig widersprüchliche Erklärungen ab. Das mag an seiner Verwirrung gelegen haben, löst das Problem aber nicht. Die Lokalregierung begann zu ermitteln, doch die armen Kerle waren von alldem so fassungslos, dass sie völlig den Überblick verloren, und die Ermittlungen verliefen im Sande. Zeitungen in Guayaquil schickten Reporter los, und es wurde viel Unsinn geschrieben. Dore ging nach Deutschland und schrieb ein Buch, das niemand liest.

Die Baronin Wagner und ihre Liebhaber bildeten eine der drei Parteien, die auf der Galapagosinsel Floreana in Konflikt gerieten.

Die Hochstapler: Eloise Wagner und ihre Liebhaber Robert Philippson (r.) und Rudolf Lorenz

Rudolf Lorenz

Rudolf Lorenz war ein deutscher Siedler, der gemeinsam mit der selbsternannten Baroness Eloise von Wagner-Bousquet und deren anderem Liebhaber Robert Philippson 1932 auf die Insel Floreana kam. Er stammte aus Deutschland und war Teil der exzentrischen Gruppe, die auf der Insel ein luxuriöses Hotelprojekt namens „Hacienda Paradiso“ verwirklichen wollte.

Rudolf Lorenz ist eine der komplexesten und tragischsten Figuren der Galapagos-Affäre. Er war ein Mann, der im Strudel der Ereignisse zwischen Egoismen, Machtspielen und menschlicher Tragik gefangen wurde. Sein Tod an Wassermangel auf einer trostlosen Insel ist ein Symbol für das Scheitern des utopischen Experiments und ein bleibendes Rätsel, das die Fantasie der Welt bis heute fesselt.

In der berühmten Postfässchen-Station auf Floreana hinterließ Lorenz einen verzweifelten Zettel, in dem er um Hilfe bat und von einem passing ship abgeholt werden wollte. Dieser Hilferuf blieb jedoch unbeantwortet.

Hacienda Paradiso

Die Hacienda Paradiso war eines der ehrgeizigsten und zugleich seltsamsten Projekte in der Geschichte der Galapagos-Inseln. Das Projekt sollte auf der Insel Floreana realisiert werden, die zu diesem Zeitpunkt bereits von Friedrich Ritter und Dore Strauch sowie kurz darauf von der Familie Wittmer besiedelt war. Dies führte zu massiven Konflikten und Überbevölkerung auf der winzigen Insel. Mit dem Tod der „Baroness“ und dem Tod von Friedrich Ritter (der ebenfalls 1934 an einer Lebensmittelvergiftung starb) war das Projekt der Hacienda Paradiso endgültig gescheitert. Die Hütten verfielen und wurden von der Natur zurückerobert. Heute sind nur noch wenige Ruinen und Fundamente erkennbar, die an das utopische und zugleich traurige Unternehmen erinnern.

Die Überreste der Hacienda Paradiso sind heute ein Mahnmal für die Gefahren menschlicher Hybris und ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der Galapagos-Inseln.

Robert Philippson

Robert Philippson war eine der zentralen und zugleich schicksalhaftesten Figuren in der mysteriösen „Galapagos-Affäre“. Als einer der beiden Liebhaber der exzentrischen „Baroness“ Eloise von Wagner-Bousquet spielte er eine tragische Rolle im Drama auf der Insel Floreana.

Robert Philippson war ein junger Mann, der in den Strudel der Eitelkeit und Eifersucht der „Baroness“ geriet. Sein Leben und sein Tod sind ein Symbol für die Tragödie der Galapagos-Affäre: ein Projekt, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, und eine Reihe von Ereignissen, die in einem Meer aus Rätseln endeten. Philippson verschwand aus der Geschichte, aber sein Schicksal bleibt als warnendes Beispiel für die Gefahren menschlicher Hybris und die dunklen Seiten des menschlichen Herzens zurück.

Eine der populärsten Theorien besagt, dass die Baroness und Philippson die Insel heimlich verließen. Es gibt Berichte, dass kurz nach ihrem Verschwinden ein unbekanntes Schiff in der Nähe von Floreana gesehen wurde. Diese Theorie wird durch einen Brief gestützt, den die Baroness an einen Freund geschrieben haben soll, in dem sie von ihren Plänen sprach, die Insel zu verlassen.

Margret Wittmer

Floreana

Die Wittmers vor ihrem Wohnhaus auf Floreana im Jahr 1933.

Margret Wittmer (geb. Walbroel; 12. Juli 1904 – 21. März 2000) war eine deutsche Frau und eine der ersten Kolonistinnen der Insel Floreana. Ihre Erlebnisse auf der Insel dokumentierte sie in ihrer 1959 erschienenen Biografie „Postlagernd Floreana: Ein außergewöhnliches Frauenleben am Ende der Welt“, die auf Englisch unter dem Titel „Floreana: A Woman’s Pilgrimage to the Galapagos“ veröffentlicht wurde.

Floreana

Margret Wittmer mit 80 Jahren auf Floreana, aufgenommen im Jahr 1984.

Wittmer wurde am 12. Juli 1904 in Köln als Tochter von Eva (geb. Leuchtenberg) und Johannes Walbroel, einem Goldschmied, geboren. Ihre Erfahrungen als eine der ersten Siedlerinnen beschrieb sie in dem Buch „Postlagernd Floreana. Erlebnisbericht deutscher Siedler“ (1959). 1960 kehrte sie nach Deutschland zurück, um ihr Buch vorzustellen. Margrets Buch lockte mehr deutsche Touristen auf die Insel Floreana. Sie ließ mehrere Bungalows errichten, um die verschiedenen Touristen und Wissenschaftler, die Floreana besuchten, unterzubringen. Die Wittmer Lodge der Familie ist noch heute auf der Insel in Betrieb. Wittmer, ihr Ehemann Heinz und dessen Sohn Harry aus erster Ehe zogen 1932 nach Floreana, kurz nach der Ankunft des deutschen Arztes Friedrich Ritter und seiner Frau Dore Strauch. Wittmer war im vierten Monat ihrer ersten Schwangerschaft, als sie dort ankamen, und brachte auf der Insel einen Sohn, Rolf, und eine Tochter, Ingeborg, zur Welt. Wittmer verbrachte den Großteil ihres restlichen Lebens auf Floreana, kehrte jedoch zweimal nach Deutschland zurück, 1935 und 1960, um ihr Buch „Floreana: Eine Pilgerreise einer Frau zu den Galapagosinseln“ vorzustellen. Wittmer starb am 21. März 2000 im Alter von 95 Jahren. Sie wurde auf der Insel Floreana neben ihrem Ehemann Heinz beigesetzt, der 1963 verstorben war. Margrets Stiefsohn Harry kam 1951 bei einem Bootsunfall ums Leben. Ihr Sohn Rolf revolutionierte den Ökotourismus auf den Galápagos-Inseln mit der Gründung des Ausflugsbootunternehmens Rolf Wittmer Turismo, Ltd. Ihm zu Ehren wurde die Rolf Wittmer Stiftung gegründet.

Die Wittmer Lodge der Familie auf Floreana wurde 2017 noch von Margrets Tochter Ingeborg und deren Tochter Erika geführt.

Ingeborg Wittmer (rechts), die letzte Überlebende der erste Siedlergeneration, und ihre Tochter Erika.

Die Kaiserin von Floreana

The Empress of Floreana

„Die Kaiserin von Floreana“ ist ein 1934 auf der Insel Floreana gedrehter Stummfilm, der von einem Millionärskapitän stammt. Dieser war ursprünglich mit seiner Crew zu zoologischer Forschung auf die Galapagosinseln gekommen. Die Crew hatte sich für Floreana entschieden, weil Gerüchte über die einzigen beiden Bewohner der Insel kursierten: das deutsche Diaspora-Ehepaar Dr. Friedrich Ritter und Dore Strauch. Die beiden schlossen sofort Freundschaft mit ihnen, sodass die Crew fortan alle paar Monate mit Proviant für ihre Gastgeber zurückkehren wollte. Bei ihrem zweiten Besuch erfuhren sie, dass zwei weitere Gruppen auf der Insel angekommen waren: eine dreiköpfige Familie, deren zweites Familienmitglied unterwegs war, und Eloise von Wagner Bosquet, eine herrische, selbsternannte Baronin, die von zwei jüngeren Gigolos, Robert und Rudolf, begleitet wurde. Diese stellte sie als Architekten und Ingenieur eines Grandhotels vor, das sie gegen den Willen der anderen Inselbewohner auf der Insel errichten wollte. Von Wagners Charme erwies sich als so vielversprechend, dass Kapitän George Allan Hancock bei ihrem dritten Besuch ein Drehbuch über sie schrieb und drehte. Am 21. Januar 1934 kehrte die Besatzung mit Filmausrüstung zurück, um die geplante Produktion zu realisieren, wobei viele Schiffsmitglieder als Schauspieler und Filmcrew mitwirkten.

Der Film erzählt die Geschichte eines frisch verheirateten Paares (Regisseur Emery Johnson übernahm die Rolle des Ehemanns, der Zoologiestudent Ray Elliott die der Ehefrau), das auf der Insel Floreana strandet. Die titelgebende Protagonistin (von Wagner) und ihr Verehrer (gespielt von Philippson, einem ihrer Liebhaber im wahren Leben) sind die einzigen Bewohner der Insel und haben ganz andere Pläne mit dem hilflosen Paar.

Der Film ist bemerkenswert, da er in „The Galapagos Affair“ gezeigt wurde und Anfang der 1930er Jahre dazu beitrug, Floreana und die Galapagosinseln bekannt zu machen. Ein Teil des Filmmaterials ist auch im Abspann von „Eden“ (Film von 2024) zu sehen, Ron Howards Version der Geschichte aus dem Jahr 2024.

Wittmer Lodge

Hotel ‘Wittmer’

 Das Hotel Wittmer ist bereits im Rohbau fertig.

Das Hotel Wittmer ist bereits im Rohbau fertig.

Das uralte Hostal Wittmer ist gegründet und geführt bis heute von der legendären Familie Wittmer, und seine Einrichtung einfach ein bisschen heruntergekommen. Die ältesten Zimmer sollte man meiden. Die moderneren Zimmer sind zwar auch nichts besonderes, aber geräumiger und besser gehalten.

Insgesamt liegen die Servicestandards höher als in der nah gelegenen Lava Lodge, so dass wir immer mehr das Hostal Wittmer mehr für unsere Insel-Hupf-Programme auf Galapagos einsetzen.

Wittmer Hotel on Floreana Island

(https://maps.app.goo.gl/TcjAgFQ1MpabgMEg6)

Kaptain Rolf Wittmer

Kapitän Rolf Wittmer nimmt einen einzigartigen Platz in der Geschichte ein, da er im Januar 1933 als erster Mensch auf der Galapagos-Insel Floreana geboren wurde. Seine Eltern, Margret und Heinz Wittmer, kamen nach einer langen Reise aus Deutschland und bauten sich in diesem abgelegenen Paradies ein Zuhause auf, nachdem sie extreme Entbehrungen und die Isolation überwunden hatten. Ihre inspirierende Geschichte wird in Margrets Buch „Floreana“ ausführlich erzählt, das ursprünglich 1960 in Deutschland erschien und später in 15 Sprachen übersetzt wurde.

Rolf Wittmer wurde zu einem Pionier des Ökotourismus auf den Galapagosinseln, einer Branche, die heute floriert. Zwischen 1962 und 1967 transportierte er Wissenschaftler und Abenteurer an Bord seines Fischerbootes „Cologne“ und ermöglichte ihnen so einen frühen Einblick in die einzigartige Artenvielfalt des Archipels.

1969 revolutionierte Rolf Wittmer den Galapagos-Tourismus mit der Entwicklung und dem Stapellauf der Tip Top I, einer erstklassigen Motoryacht für exklusive Expeditionen mit nur sechs Gästen. Sein Streben nach Exzellenz und persönlichem Service setzte neue Maßstäbe für nachhaltige Kreuzfahrten in der Region. Dies war der Grundstein für ein Familienunternehmen, das bis heute erstklassige Galapagos-Kreuzfahrten anbietet und Reisenden ein unvergleichliches Erlebnis in einem der außergewöhnlichsten Reiseziele der Welt ermöglicht.

(https://www.rwittmer.com/about-us)

Mitten auf dem Pier thront auf einem Sockel der goldene Torso von Rolf Wittmer, dem ersten auf Floreana geborenen “Insulaner”.

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