Ein Kit Car (zu Deutsch Bausatzauto) ist ein Bausatz („Kit“), der zum Bau eines Fahrzeugs benutzt wird, oder ein Komplettfahrzeug („fully-build form“), das aus einem Bausatz entstand. Ziel ist es, entweder ein seltenes, teures Fahrzeug optisch nachzubilden (vor allem teure Oldtimer oder Supersportwagen) oder ein völlig individuelles Fahrzeug zu schaffen. Fahrzeuge dieser Art sind insbesondere in Großbritannien weit verbreitet.
Volkswagen ‘VW‘
Volkswagen (VW) ist die Kernmarke der Volkswagen AG. Ursprung des Markennamens war 1937 das von Adolf Hitler geforderte Projekt zum Bau eines „Volksautos“, das erstmals einer breiten Bevölkerung ein bezahlbares Auto ermöglichen und damit die Massenmotorisierung in Deutschland einleiten sollte. Bis dahin waren Automobile durch einen hohen Preis überwiegend in der Oberschicht vorzufinden. In der Nachkriegszeit wurde 1949 durch Gründung der Volkswagen G.m.b.H. der Markenname Volkswagen gefestigt. 2020 wurden weltweit rund 50 Modelle unter der Marke Volkswagen hergestellt. Das Land Niedersachsen ist Großaktionär von VW. 2023 war die Volkswagen AG der größte Konzern Europas und der größte Autohersteller der Welt nach Umsatz.
KdF-Wagen ‘VW Käfer‘
Die nationalsozialistische Massenorganisation Kraft durch Freude (KdF) wurde am 27. November 1933 als Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront (DAF) mit dem Ziel gegründet, den Totalitätsanspruch des NS-Regimes mit der „Bildung einer wirklichen Volks- und Leistungsgemeinschaft aller Deutschen“ zu erfüllen. Mit dem Amt für Reisen, Wandern und Urlaub war KdF der größte Reiseveranstalter in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Organisation mit Sitz in Berlin bestand von 1933 bis 1945, wobei sich die meisten ihrer Aktivitäten mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 auf die Frontbetreuung und „kulturelle Zerstreuung“ der deutschen Truppen beschränkten. Der als Volkswagen im Wortsinne geplante KdF-Wagen – nach damaliger Schreibung auch: KdF.-Wagen – war eines der wichtigsten Projekte der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF). Das Automobil sollte mit 990 Reichsmark (nach heutiger Kaufkraft ca. 5.300 Euro) für alle erschwinglich sein. Als Urheber des VW-Käfer-Vorläufers gilt Ferdinand Porsche. Seine Konstruktion basierte zum Teil auf Entwürfen des von Hans Ledwinka konstruierten Tatra V 570 sowie maßgeblich des österreichischen Autokonstrukteurs Béla Barényi. Kaufinteressenten konnten einen von der NS-Propaganda umfangreich beworbenen Sparvertrag abschließen, mit dem sie den Kaufpreis ansparen sollten. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 waren erst 630 Exemplare des KdF-Wagens gebaut worden, die jedoch komplett an die Wehrmacht geliefert wurden. Im Anschluss produzierte das Werk nur noch für das Militär. Als Nachwirkung des Krieges verloren die etwa 340.000 „KdF-Sparer“ ihre gezahlten Einlagen zunächst komplett, nach erheblichen juristischen Bemühungen erfolgte jedoch zumindest eine Teil-Kompensation.
„Brezelkäfer“ ist die scherzhafte Bezeichnung für die ersten Versionen des VW Typ 1 bzw. VW Käfer. Der Spitzname entstand rückblickend in Anspielung auf das zweigeteilte kleine Heckfenster mit Mittelsteg, das entfernt an eine Brezel erinnert. Die Teilung des Fensters war nötig, weil in der Entstehungszeit des Volkswagens gebogenes Glas, das sich dem gewölbten Heck angepasst hätte, für einen billigen Kleinwagen zu teuer gewesen wäre. Auch die Frontscheiben fast aller Vorkriegsautos waren plan; manche Wagen hatten zwei Frontscheiben, durch einen Steg geteilt. Im März 1953 wurde der Mittelsteg entfernt und das bisherige „Brezelfenster“ durch ein einteiliges ovales Heckfenster ersetzt. Die später „Ovali“ genannte Scheibe aus Sicherheitsglas war leicht gewölbt und um 23 % größer als die zwei kleinen Scheiben. Die Zubehörindustrie bot das durchgehende Heckfenster auch zum nachträglichen Einbau in die älteren Modelle an. Heutzutage werden solche Umbauten aus nostalgischen Gründen wieder zurückgebaut; es gibt Umbausätze, die den vormals herausgeschnittenen Mittelsteg wieder einzuschweißen erlauben. Dem Brezelfenster wurde in Wolfsburg, dem Produktionsort des Brezelkäfers, ein Denkmal gesetzt. Diese Skulptur mit dem Titel „Rückblick“ wurde 1988 von Wolfgang Itter aus Königslutter am Elm geschaffen und steht auf dem Robert-Koch-Platz vor dem ehemaligen Gebäude der Volkswagen-Betriebskrankenkasse.
VW Typ 197 Country Buggy alias ‘Sakbayan‘
Der VW Country Buggy war ein Buggy, der 1967–1969 von der Volkswagen Australasia Ltd. gebaut wurde. Der Country Buggy, auch als Typ 197 geführt, wurde vom geschäftsführenden Direktor der Gesellschaft, Rudi Herzmer, und dem VW-Ingenieur Cyril Harcourt für die rauen Straßenverhältnisse Australiens konstruiert und in der Fabrik in Clayton (Victoria) gebaut. Der Country Buggy basierte auf dem Fahrgestell des in Australien gefertigten VW Käfer, von dem auch der Motor stammte. Die Vorderachse und die Hinterachse mit Getriebe und Vorgelege waren vom VW-Transporter der ersten Generation. Ursprünglich sollte der Country Buggy ein Amphibienfahrzeug sein, aber VW erklärte sich mit diesen Plänen nicht einverstanden. Im Juli 1967 begann die Fertigung und die Wagen wurden auf die Philippinen, nach Singapur, Neuseeland und einige andere, kleine pazifische Staaten exportiert. Die philippinischen Country Buggy wurden als Sakbayan, eine Zusammenziehung der Wörter „Sasakyan“ (dt.: Fahrzeug) und „Bayan“ (dt.: Nation oder Land), angeboten. Im Pam-Grier-Film Black Mama, White Mama kann man etliche Country Buggy als Polizeifahrzeuge sehen. Eigentlich waren es Sakbayan, da der Film auf den Philippinen gedreht wurde. VW Wolfsburg entwickelte den VW 181 auf Basis des australischen Modells. Einen Country Buggy mit Stoffdach kann man deutlich in einer australischen Coca-Cola-Werbung von 1969 sehen, in der eine australische Band namens The Executives auftaucht. Insgesamt war dem Wagen kein großer Verkaufserfolg beschieden. Frühe Exemplare litten an mangelnder Zuverlässigkeit und den späteren Markttrend zum Buggy gab es noch nicht. Die Fertigung wurde 1969 eingestellt; 1.956 Stück wurden insgesamt gebaut. Nur wenige Country Buggy haben bis heute überlebt, aber der Sakbayan wird auf den Philippinen häufig restauriert, weil dort steigendes Interesse am originalen VW Käfer besteht.
VW Strandbuggy
Ein Dünenbuggy, auch Strandbuggy genannt, ist ein geländegängiges Freizeitfahrzeug mit großen Rädern und breiten Reifen, das für den Einsatz in Sanddünen, an Stränden und in der Wüste konzipiert ist. Es handelt sich in der Regel um ein offenes Fahrzeug mit Heckmotor. Ein Dünenbuggy kann durch Umbau eines bestehenden Fahrzeugs oder durch Eigenbau entstehen.
Brubaker Box
Brubaker (Automarke) war eine US-amerikanische Automarke. Brubaker Group oder Brubaker Industries hatte seinen Sitz in Los Angeles in Kalifornien. Betreiber war Curtis Brubaker. 1972 stellte das Unternehmen Automobile her, entworfen von Curtis Brubaker. Es gab auch Pläne für Kit Cars. Der Markenname lautete Brubaker. Insgesamt entstanden drei Fahrzeuge. Das einzige Modell war der Box. Die Basis bildete ein Fahrgestell des VW Käfer. Darauf wurde eine für die damalige Zeit untypische Karosserie in Form eines Minivans montiert. Das fünfsitzige Fahrzeug hatte nur eine Tür. Dies war eine Schiebetür an der rechten Fahrzeugseite. Die Stoßstangen bestanden aus Holz. Ein luftgekühlter Vierzylinder–Boxermotor mit 1600 cm³ Hubraum trieb die Fahrzeuge an. Automecca setzte die Produktion unter eigenem Markennamen bis 1978 fort.
Lotus Cars
Lotus Cars ist ein Hersteller von Automobilen mit Sitz in Hethel bei Norwich (Norfolk), Großbritannien, der von Colin Chapman gegründet wurde. Mit dem Fahrzeughersteller verbunden war das ehemalige Rennsportteam Team Lotus. 1996 wurde Lotus Cars vom malaysischen Konzern Proton übernommen. Im Januar 2012 wurde dieser und mit ihm Lotus vom ebenfalls malaysischen Konzern DRB-HICOM gekauft. Am 24. Mai 2017 übernahm der chinesische Konzern Geely 51 % der Gesellschaftsanteile.
Lotus Seven
Der Lotus Seven ist ein zweisitziges, offenes Sportwagenmodell von Lotus Cars. Der spartanisch ausgestattete, leichte und verhältnismäßig kleine Sportwagen wurde zwischen 1957 und 1972 als Lotus produziert.
Durch das damalige Steuersystem (Purchase Tax, Verbrauchssteuer) konnte das Auto günstiger verkauft werden, indem man es als Kit Car anbot, da so der Steueraufschlag entfiel, der bei fertig montierten Fahrzeugen angefallen wäre. Die Steuergesetze besagten jedoch, dass den Bausätzen keine Bauanleitungen beigelegt werden durften. Lotus nutzte jedoch eine Lücke im Gesetzestext und lieferte den Kunden Demontageanleitungen, welche zur Montage des Fahrzeugs nur noch in umgekehrter Reihenfolge befolgt werden mussten. Mit dem Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EWG am 1. Januar 1973 musste die britische Regierung die Verbrauchssteuer durch die Mehrwertsteuer ersetzen. Damit entfielen die steuerlichen Vorteile, und die Lotus-Seven-Bausatzfahrzeuge fanden ihr Ende.
Caterham Seven
Der Caterham Seven ist ein Roadster, der aus dem Lotus Seven (1957–1972) weiterentwickelt wurde. Er wird seit 1973 hergestellt. Bis 2023 wurden in mehr als 100 Varianten 22.000 Fahrzeuge verkauft.
Donkervoort
Die Geschichte von Donkervoort ist eng mit dem Konzept des Bausatzautos verbunden. Joop Donkervoort gründete seine Marke 1978 aus Leidenschaft für leichte Sportwagen, unter anderem inspiriert vom Lotus Seven, einem klassischen Bausatzauto. Das allererste Donkervoort-Modell, die S7, war als Bausatz erhältlich.
Donkervoort ist ein in den Niederlanden ansässiger Automobilhersteller. Das Unternehmen wurde von dem Niederländer Joop Donkervoort 1978 gegründet und produziert ausschließlich Roadster, die ursprünglich vom Lotus Seven abgeleitet waren und ihm heute noch ähnlich sehen. Donkervoort baut in Lelystad von Hand neue Komplettfahrzeuge. Der Fahrzeugtyp Donkervoort D8 wurde vom Gründer Joop Donkervoort neu entwickelt und weist, abgesehen von äußerlichen Ähnlichkeiten, mit dem Ausgangsmodell Lotus Super 7 kaum noch Gemeinsamkeiten auf. Donkervoort benutzt Materialien, wie kohlenstofffaserverstärkten Kunststoff (CfK) und andere moderne Verbundwerkstoffe für seine Autos. Der Motor wurde mittlerweile von Audi geliefert (2,5-l-TFSI-Fünfzylinder-Turbo-Motoren). Die Leistung der 2,5-l-Fünfzylinder-Motoren reicht serienmäßig von 250 bis 367kW (340 bis 500PS). Ende Januar 2026 wurde das auf 150 Stück limitierte Modell P24 RS vorgestellt. Es hat einen 3,5-l-V6-Biturbo-Motor von Ford mit 294 bis 441kW (400 bis 600PS). Dank des extrem geringen Gewichts der Donkervoort-Fahrzeuge sind Beschleunigungen von 2,5s auf 100km/h (Donkervoort F22) sowie extreme Kurvengeschwindigkeiten und Verzögerungen möglich. Die Autos haben weder ein Antiblockiersystem (ABS) noch ein Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP). Allein eine einstellbare Traktionskontrolle, Vollgasschaltfunktion sowie Launchkontrolle werden als Option angeboten.
Donkervoort D8
Der Donkervoort D8 ist eine Baureihe ultraleichter Sportwagen, die seit 1993 vom niederländischen Automobilhersteller Donkervoort in Lelystad, Niederlande, produziert werden. Es wurden mehrere Varianten hergestellt, angefangen mit dem ursprünglichen Donkervoort D8 Zetec (1993-1998), der Motoren von Ford verwendete; seit 1999 werden Motoren des deutschen Automobilherstellers Audi eingesetzt.
..,-