Jörg Faßbinder, auch Jörg W. E. Faßbinder und Jörg Fassbinder (* 1954 in Heidelberg), ist ein deutscher Geophysiker und war bis zu seinem Ruhestand 2020 Leiter des Arbeitsbereichs Geophysikalische Prospektion am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Seither forscht er am Institut für Geophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Für einen Großteil seiner internationalen Forschungsarbeiten legte Faßbinder die Erstbeschreibungen vor.
A-Z
Mesopotamien ist ein griechischer Begriff, der „zwischen zwei Flüssen“ bedeutet und sich auf die Flüsse Tigris und Euphrat bezieht.
Äthiopien war ein Name, den die Griechen normalerweise für jede Region im äußersten Süden (aber nördlich des Äquators) verwendeten. Ursprünglich bezeichnete es vielleicht das Licht, das die Bewohner des Ostens vom Morgenstern reflektierten, doch schon bald bekam es die Bedeutung des Landes der „Menschen mit den verbrannten Gesichtern“.
Ägypten bedeutet offiziell “schwarzes Land” und bezieht sich auf den fruchtbaren schwarzen Boden rund um den Nil im Gegensatz zum roten Sand der Wüste. Der Name wird im Koptischen noch heute verwendet – die Kopten nennen sich selbst “rem en khēmi”, „Volk Ägyptens“. Der Name Ägypten stammt vom griechischen Aigyptos und letztlich vom ägyptischen Hikuptah. In Wahrheit bedeutet das Wort Ägypten nicht schwarz, es kommt von „Hiku-ptah“, was „die Heimat der Seele von Ptah“ bedeutet.
Die Sumerer nannten ihr Land ‘Emegir’ oder ‘Kengir’, das ‘Land der edlen Herscher‘.
Der Ursprung der Sumerer ist nicht bekannt, aber das Volk von Sumer bezeichnete sich selbst als „Schwarzköpfige“ oder „Schwarzköpfiges Volk“. Beispielsweise beschrieb sich der sumerische König Shulgi selbst als „König der vier Viertel, Hirte des schwarzköpfigen Volkes“. Die Akkader nannten die Sumerer auch „schwarzköpfiges Volk“ oder “ṣalmat-qaqqadi” in der semitischen akkadischen Sprache.
Sumer
Als Sumer (Geschichte der Menschheit) bezeichnet man die Kulturlandschaft des unteren mesopotamischen Schwemmlandes, das sich zwischen dem antiken Nippur 180 km südlich der heutigen Stadt Bagdad und dem Persischen Golf erstreckte, dessen Küste damals etwas weiter nördlich lag als heute. Ihre Bewohner werden Sumerer genannt. Die Kulturlandschaft von Sumer ist vom 4. Jahrtausend bis zum 2. Jahrtausend v. Chr. angesetzt und dauerte etwa 2000 Jahre. In Sumer wurde erstmals in der Menschheitsgeschichte der Übergang zu einer Hochkultur vollzogen. Die Sumerer lebten in Stadtstaaten mit bis zu Zehntausenden von Einwohnern. Einige der ältesten Schriftstücke der Menschheit wurden in Sumer gefunden. Sie schrieben ihre keilschriftähnliche Bilderschrift zunächst auf Tontafeln, daraus entwickelte sich später eine Silbenschrift, die Keilschrift.
Ur (Stadt)
Ur, der heutige تل المقير / Tall al-Muqayyar, ist eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen und altes Zentrum in Mesopotamien (Zweistromland, im heutigen Irak). Eine Zikkurat des Mondgottes Nanna gehört zu ihren wichtigsten Bauwerken. Die Anfänge der Stadt reichen bis ca. 4000 v. Chr. zurück. Sie ist heute eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte. Die Stadt liegt in der Nähe der heutigen Stadt Nasiriya. Nach der Überlieferung des Alten Testaments der Bibel stammt der Patriarch Abraham aus Ur (Gen 11,28.31 EU). Die archäologischen Stätten von Ur zählen, zusammen mit denen von Uruk und Eridu und Marschlandgebieten im Südirak, zum UNESCO-Welterbe.
Sumerische Königsliste ‘SKL‘
Die sumerische Königsliste (abgekürzt auch SKL) ist ein antikes sumerisches Werk, das sumerische und akkadische Herrscher aus der Zeit vom Ende des vierten bis zum Beginn des zweiten Jahrtausends v. Chr. mit Namen, Herrschaftsort und Dauer der jeweiligen Regentschaft enthält. Vermutlich diente sie dazu, die Hoheitsansprüche verschiedener Königreiche und Stadtstaaten im südlichen Mesopotamien zu untermauern. Niedergeschrieben ist sie in sumerischer Sprache auf dem Weld-Blundell-Prisma, einem Keilschrift–Tonquader. Die Abfassung der sumerischen Königsliste wird frühestens in die Regierungszeit des Utuḫengal (Ende des dritten Jahrtausends v. Chr.), spätestens in die Isin-Epoche (Anfang des zweiten Jahrtausends v. Chr.) datiert.
Liste der assyrischen Könige ‘AKL‘
Die Liste der assyrischen Könige nennt in chronologischer Reihenfolge die Namen der Könige des assyrischen Reiches sowie deren Regierungszeiten. Die Schreibweise mancher Namen variiert zum Teil beträchtlich. In manchen Publikationen werden die Namen getrennt oder zusammen geschrieben. Auch ist die Schreibweise selbst unterschiedlich. So wird manchmal „Š“ oder „Sch“ geschrieben. Für Assur gibt es allein vier verschiedene Schreibweisen: Assur – Aššur – Aschur – Aschschur. Die einzelnen Namensbestandteile werden durch Bindestriche abgetrennt, der Gottesname wird groß geschrieben. Die Schreibweise Š/š wird wie ein Sch gesprochen, das S wie ein normales S. Namen, die sich mit abweichender Aussprache fest eingebürgert haben, werden im „Kommentar“ genannt. Hauptquelle für die assyrischen Könige, ihre Abfolge und Regierungszeiten, ist die assyrische Königsliste. Sie gilt bis zur Zeit von Aššur-dan I. als verlässlich, da sie auch durch die Eponymenlisten gestützt wird, welche die eponymen Beamten für jedes Regierungsjahr aufzählt. Für die Zeit vor Aššur-dan I. gehen die Angaben in den Quellen teilweise auseinander. Die synchronistische Königsliste stellt assyrische und babylonische Könige gegenüber, sie gilt jedoch als unzuverlässig, da die Herrscher einfach nacheinander gestellt werden, ohne auf wirkliche Gleichzeitigkeit zu achten. Die aufgeführten Datierungen nennen immer das erste Regierungsjahr, das nicht identisch mit dem Thronübernahmejahr sein muss. Nach mesopotamischer Tradition erfolgte die offizielle Vereidigung mit Beginn der Neujahrsfeierlichkeiten. Das Todesjahr des alten Königs wurde in voller Länge dem alten Herrscher zugerechnet, sofern der Tod nicht in den letzten zwei Monaten vor dem Neujahrsfest eintrat und die Vereidigung deshalb im selben Jahr vollzogen wurde (Assyrischer Kalender).
Liste der babylonischen Könige
Die Liste der babylonischen Könige gibt einen Überblick bezüglich aller bekannten Herrscher des Babylonischen Reiches auf.
Liste der Könige von Akkad
Liste der Könige von Akkad. Die Reihenfolge der Könige von Akkad ist aus der sumerischen Königsliste bekannt. Ihre absolute Datierung hängt davon ab, wie man die Regierungszeit von Hammurapi ansetzt; in diesem Artikel sind zwei verschiedene Chronologien in Gebrauch: die kurze und die mittlere Chronologie.
König von Sumer und Akkad
König von Sumer und Akkad (sumerisch: 𒈗𒆠𒂗𒄀𒆠𒌵 lugal-ki-en-gi-ki-uri, akkadisch: šar māt Šumeri u Akkadi) war ein Königstitel im alten Mesopotamien, der die Titel „König von Akkad“, den Herrschertitel der Monarchen des Akkadischen Reiches (2334–2154 v. Chr.), mit dem Titel „König von Sumer“ vereinte. Der Titel beanspruchte zugleich das Erbe und den Ruhm des alten Reiches, das von Sargon von Akkad (Regierungszeit 2334–2279 v. Chr.) gegründet worden war, und drückte den Anspruch aus, über ganz Untermesopotamien (bestehend aus den Regionen Sumer im Süden und Akkad im Norden) zu herrschen. Obwohl die akkadischen Könige sowohl den Titel „König von Sumer“ als auch „König von Akkad“ führten, wurde der Titel in seiner kombinierten Form erst unter dem neusumerischen König Ur-Nammu (ca. 2112–2095 v. Chr.) eingeführt. Er schuf ihn, um die südlichen und nördlichen Teile Untermesopotamiens unter seiner Herrschaft zu vereinen. Die älteren akkadischen Könige selbst könnten gegen eine solche Verbindung von Sumer und Akkad gewesen sein. In späteren Jahrhunderten der mesopotamischen Geschichte, als Assyrien und Babylon die bedeutendsten Reiche waren, wurde der Titel hauptsächlich von den babylonischen Monarchen verwendet, da diese Untermesopotamien beherrschten. Für die assyrischen Könige wurde der Titel zu einer formalen Bekräftigung ihrer Autorität über die Stadt Babylon und ihr Umland. Nur jene assyrischen Herrscher, die Babylon tatsächlich kontrollierten, führten diesen Titel. Nachdem Assyrien Babylon endgültig an das Neubabylonische Reich verloren hatte, übernahmen dessen Herrscher den Titel. Der letzte König, der sich als König von Sumer und Akkad bezeichnete, war Kyros der Große (Regierungszeit ca. 559–530 v. Chr.) aus dem Achämenidenreich. Nach seiner Eroberung Babylons im Jahr 539 v. Chr. nahm er mehrere traditionelle mesopotamische Titel an.
Nanna
Nanna, auch Nannar, (akkadisch Su’en, assyrisch/babylonisch Sin, elamisch Nannara) ist der Name des sumerischen Mondgottes. Das akkadische Äquivalent ist der Mondgott Sin. Sein Hauptheiligtum stand in Ur, dementsprechend gilt er auch als Stadtgott von Ur. In der Genealogie ist er der Sohn des Enlil und der Ninlil. Seine Gattin ist Ningal, seine Kinder sind unter anderem der Sonnengott Utu, Inanna und der Wettergott Adad.
Adamu alias Adam
Adamu (akkadisch: 𒀀𒁕𒈬, romanisiert: A-da-mu) war laut der Assyrischen Königsliste (AKL) der zweite assyrische Monarch und regierte in der Frühzeit Assyriens, obwohl er in keinem bekannten zeitgenössischen Artefakt belegt ist. Er wird in den Mesopotamischen Chroniken unter den „siebzehn Königen, die in Zelten lebten“ aufgeführt. Die Mesopotamischen Chroniken geben an, dass Adamu die Nachfolge von Tudiya antrat. Der Assyriologe Georges Roux datierte Tudiya auf das 25. Jahrhundert v. Chr. Die früheste bekannte Verwendung des Namens „Adam“ als historischer Name ist Adamu. Wie schon bei seinem Vorgänger ist die Existenz Adamus archäologisch nicht bestätigt und wird durch keine andere Quelle untermauert. (Adam und Eva)
Ninti alias Eva
Ninti (sumerisch 𒊩𒌆𒋾) ist die sumerische Göttin des Lebens. Sie ist eine von acht heilenden Göttinnen, die von Ninḫursanga erschaffen wurde, um Enkis Körper zu heilen. Das Wort ti (𒋾) steht für Rippe. Ihre Aufgabe war es, die Rippenschmerzen zu heilen. Da Enki verbotene Blumen gegessen hatte, wurde er von Ninḫursanga verflucht. Anschließend wurde sie von den Göttern gezwungen, ihn zu pflegen. Einige Forscher vermuten, dass diese Erzählung die Grundlage für die Erschaffung Evas aus Adams Rippe war. Judy Chicago widmete Ninti eine Inschrift auf den dreieckigen Bodenfliesen des Heritage Floor ihrer 1974 bis 1979 entstandenen Installation The Dinner Party. Die mit dem Namen Ninti beschrifteten Porzellanfliesen sind dem Platz mit dem Gedeck für die Fruchtbarkeitsgöttin zugeordnet. (Adam und Eva)
Das Grab Evas, auch bekannt als Evas Grabstätte, ist eine archäologische Stätte in Dschidda, Saudi-Arabien. Es gilt einigen Muslimen als die Begräbnisstätte Evas. Prinz Faisal, Vizekönig des Hedschas, zerstörte es 1928. 1975 wurde die Stätte von religiösen Autoritäten, die das Gebet von Pilgern an Gräbern missbilligen, mit Beton versiegelt. Richard Francis Burton erwähnt es in seiner Übersetzung von Tausendundeiner Nacht. Im Islam gilt Eva als Großmutter der Menschheit, was den Namen „Dschidda“ beeinflusst hat, der im Arabischen Großmutter bedeutet.
Inanna alias Lilith
Inanna (auch Ninanna, Niniana, Ninsianna, Inana, Innin, Ninegal; sumerisch , dINANNA) war eine der bedeutendsten sumerischen Göttinnen unter An oder nach Besitznahme des Heiligtums Eanna in Mesopotamien auch neben An. Sie ist die früheste bekannte Gottheit, von der ein Abstieg in die Unterwelt bekannt ist. (Lilith)
Anunnaki ‘Jene, die vom Himmel kamen’
‘Königliches Blut – Nachkommen des Himmelsgottes’
Die Anunnaki, akkadisch, selten auch Anunaki, Anunaku, sumerisch Anunna (seit Adad-nīrārī III. dGÍŠ.U) verkörpern im mesopotamischen Schöpfungsmythos die Götter des oberen Süßwasser-Himmels, die denen im unteren Teil dieses kosmischen Ur-Ozeans, den Igigu, gegenübergestellt sind. In einer aus Babylon bekannten Version des sumerischen Schöpfungsberichts, dem Mythos Enūma eliš, müssen die Igigu für die Anunnaki arbeiten, bis sie dagegen rebellieren. Das Athrahasis-Epos führt aus, wie diese Götterparteien in auf verschiedene Gebiete spezialisierter Kooperation die mesopotamische Steppe Eden urbar machen, um sodann zu versuchen, ihren darüber ausgebrochenen Konflikt mittels der Herstellung eines ersten Paares von Menschen, ihren sich künftig übermäßig vermehrenden Arbeitssklaven, zu befrieden. Das von Enlil in Gang gesetzte Vorhaben eines diese Massen wieder auslöschenen Genozids – als Sintflut-Erzählung von der Bibel ebenso übernommen wie die Erschaffung des ersten Menschenpaares Adam und Eva – scheitert infolge des weiter andauernden Konflikts.
Igigu ‘Die Goldsklaven jener Zeit‘
Die Igigu sind ein Bestandteil der sumerischen und akkadischen Mythologie. Bei den Igigu handelt es sich um eine kleine Gruppe semitischer Gottheiten, die zunächst in das sumerische Pantheon den Anunna-Gottheiten untergeordnet wurden. Die Beziehung zwischen den beiden göttlichen Kategorien ist nicht klar: Manchmal sind die beiden Namen austauschbar, aber im semitischen Mythos der Flut von Atra-ḫasis stellen die Igigi die sechste Generation von Gottheiten dar, die für die Anunnaki arbeiten müssen. Nach ihrer Rebellion werden sie durch die Menschheit ersetzt, die bei dieser Gelegenheit geschaffen wird.
Zucht
Als Zucht wird in der Biologie die kontrollierte Fortpflanzung mit dem Ziel der genetischen Umformung bezeichnet. Dabei sollen gewünschte Eigenschaften verstärkt und unerwünschte Eigenschaften durch entsprechende Zuchtauslese zum Verschwinden gebracht werden. Um die Ziele zu erreichen, wird entweder durch den Züchter selbst oder durch einen Zuchtverband (zum Beispiel nach einer Sortenprüfung) eine Zuchtwertschätzung durchgeführt, um dann gezielt Individuen mit gewünschten Eigenschaften auszuwählen (künstliche Selektion) und anhand eines Kreuzungsplans miteinander zu kreuzen oder zu verpaaren. Wesentliche Voraussetzung ist die Kenntnis der Mendelschen Regeln und der quantitativen Genetik. Es können aber auch auf künstlichem Weg Mutationen ausgelöst oder Organismen gentechnisch modifiziert werden. Neue Pflanzensorten oder Tierrassen werden als Neuzüchtungen bezeichnet, diese unterliegen gesetzlichen Bestimmungen. Herkömmliche Zuchtverfahren der Kreuzung und Paarung sind in ihren Möglichkeiten der Genkombination begrenzt, da insbesondere bei Tieren eine fruchtbare Fortpflanzung unter artfremden Individuen stark eingeschränkt ist (siehe Maultier). Um diese artspezifische Begrenzung zu überwinden, wird die Gentechnik eingesetzt, deren Verfahren kontrovers diskutiert werden.
Gentechnik
Als Gentechnik bezeichnet man Methoden und Verfahren der Biotechnologie, die auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik aufbauen und gezielte Eingriffe in das Erbgut (Genom) und damit in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglichen. Als Produkt entsteht zunächst rekombinante DNA, mit der wiederum gentechnisch veränderte Organismen (GVO) hergestellt werden können. Der Begriff Gentechnik umfasst die Veränderung und Neuzusammensetzung von DNA-Sequenzen in vitro (z. B. im Reagenzglas) oder in vivo (in lebenden Organismen). Dazu gehört auch das gezielte Einbringen von DNA in lebende Organismen. Gentechnik wird sowohl zur Herstellung neu kombinierter DNA innerhalb einer Art, als auch über Art-Grenzen hinweg verwendet. Dies ist möglich, weil alle Lebewesen denselben genetischen Code benutzen, von dem nur in wenigen Ausnahmefällen leicht abgewichen wird (siehe codon usage). Ziele gentechnischer Anwendungen sind beispielsweise die Veränderung von Kulturpflanzen, die Herstellung von Medikamenten oder die Gentherapie.
Homunkulus ‘Menschlein‘
Der Homunkulus oder lateinisch Homunculus („Menschlein“) bezeichnet einen künstlich geschaffenen (kleinen) Menschen. Die Idee des Homunkulus wurde im Spätmittelalter im Kontext alchemistischer Theorien entwickelt. Häufig erscheint der Homunkulus als dämonischer Helfer magischer Praktiken. Das Motiv des Homunkulus wurde in der Literatur oft aufgegriffen, insbesondere um die Ambivalenz der modernen Technik zu illustrieren. Die vielleicht bekannteste Verwendung der Homunkulus-Idee findet sich in Goethes Faust II.
Klonen von Menschen
Die Klonung eines Menschen bezeichnet die Erzeugung einer genetisch identischen Kopie eines Menschen. Der Begriff wird im Allgemeinen für die künstliche Klonung verwendet, also die Reproduktion menschlicher Zellen und Gewebe. Er bezieht sich nicht auf die natürliche Zeugung und Geburt eineiiger Zwillinge. Die Möglichkeiten der Klonung von Menschen haben Kontroversen ausgelöst. Diese ethischen Bedenken haben mehrere Länder veranlasst, Gesetze zur Klonung von Menschen zu erlassen. Zwei häufig diskutierte Arten der Klonung sind die therapeutische und die reproduktive Klonung. Bei der therapeutischen Klonung werden Zellen eines Menschen für medizinische Zwecke und Transplantationen geklont. Dies ist ein aktives Forschungsgebiet und wird weltweit in der Medizin angewendet. Zwei gängige Methoden der therapeutischen Klonung, die derzeit erforscht werden, sind der somatische Zellkerntransfer und (in jüngerer Zeit) die Induktion pluripotenter Stammzellen. Bei der reproduktiven Klonung wird ein ganzer Mensch geklont, anstatt nur bestimmter Zellen oder Gewebe.
Hwang-Affäre
Die Hwang-Affäre, auch Hwang-Skandal oder Hwanggate genannt, ist ein Fall von wissenschaftlichem Fehlverhalten und ethischen Problemen um den südkoreanischen Biologen Hwang Woo-suk, der 2004 behauptete, die ersten menschlichen embryonalen Stammzellen durch Klonen erzeugt zu haben. Hwang und sein Forschungsteam an der Seoul National University berichteten in der Fachzeitschrift Science, dass sie erfolgreich eine Methode des somatischen Zellkerntransfers entwickelt hatten, mit der sie die Stammzellen herstellten. 2005 veröffentlichten sie erneut in Science die erfolgreiche Klonierung von elf personenspezifischen Stammzellen mithilfe von 185 menschlichen Eizellen. Die Forschung wurde als bahnbrechende wissenschaftliche Leistung gefeiert. Hwang wurde zum „Stolz Koreas“, zum „Nationalhelden“ und zum „herausragenden Wissenschaftler“ erhoben und erlangte internationale Anerkennung und Berühmtheit. Es folgten umgehend Auszeichnungen und Ehrungen, darunter der südkoreanische Präsidentenpreis für Wissenschaft und Technologie. Das Time Magazine listete ihn unter den „Menschen, die 2004 wichtig waren“ und unter den einflussreichsten Persönlichkeiten („The Time 100“).
Verdacht und Kontroversen entstanden Ende 2005, als Hwangs Mitarbeiter Gerald Schatten von der Universität Pittsburgh die wahre Herkunft der in der Studie von 2004 verwendeten Eizellen erfuhr. Die Eizellen, die angeblich von mehreren freiwilligen Spenderinnen stammten, stammten tatsächlich von zwei Forschern Hwangs, was Hwang später bestritt. Aufgrund der ethischen Bedenken brach Schatten die Zusammenarbeit mit Hwang umgehend ab. Im Dezember 2005 informierte ein Whistleblower die Zeitschrift „Science“ über die Wiederverwendung von Daten. Die Nachforschungen der Zeitschrift deckten weitere Datenfälschungen auf. Die SNU untersuchte die Forschungsarbeiten umgehend und stellte fest, dass sowohl die Veröffentlichungen von 2004 als auch von 2005 gefälschte Ergebnisse enthielten. Hwang wurde zum Rücktritt von der Universität gezwungen und gestand im Januar 2006 öffentlich, dass die Forschungsarbeiten auf gefälschten Daten basierten. „Science“ zog die beiden Artikel daraufhin umgehend zurück.
Im Jahr 2009 verurteilte das Bezirksgericht Seoul Hwang wegen Veruntreuung und Verstößen gegen bioethische Richtlinien zu einer zweijährigen Haftstrafe. Der Vorfall ging als Skandal in die Geschichte ein, der die Wissenschaftswelt erschütterte, und wurde zu einem der meistdiskutierten und allgemein enttäuschendsten Fälle von wissenschaftlichem Betrug in der Geschichte.
Homo sapiens
Homo (lateinisch hŏmō [ˈhɔmoː] „Mensch“, „Mann“) ist eine Gattung der Menschenaffen (Hominidae) in der Klasse der Säugetiere, zu welcher der anatomisch moderne Mensch (Homo sapiens) und seine nächsten ausgestorbenen Verwandten gehören. Eine genaue Abgrenzung der Gattung Homo von verwandten Gattungen innerhalb der Hominini ist schwierig. Häufig wird der Gebrauch von bearbeiteten Steinwerkzeugen (Geröllgerät) als Kriterium genannt. Als ein wichtiges gemeinsames Merkmal (Synapomorphie) aller Arten der Gattung Homo gilt die Zahl der Höcker (Tuberculum) auf den hinteren Backenzähnen (Molaren): Bei Homo sind es sechs oder sieben Höcker, bei den Australopithecinen waren es weniger.
Mensch (Homo sapiens, lateinisch für „verstehender, verständiger“ oder „weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch“) ist nach der biologischen Systematik eine Art der Gattung Homo aus der Familie der Menschenaffen, die zur Ordnung der Primaten und damit zu den höheren Säugetieren gehört. Menschen sind die einzige rezente Art der Gattung Homo. Die Art ist in Afrika seit rund 300.000 Jahren fossil belegt und entwickelte sich dort über das als archaischer Homo sapiens bezeichnete evolutionäre Bindeglied vermutlich aus der Art Homo erectus. Zwischen Homo sapiens, den Neandertalern und den Denisova-Menschen gab es nachweislich – vermutlich mehrfach – einen Genfluss. Weitere, jedoch deutlich jüngere fossile Belege gibt es für die Art von allen Kontinenten außer Antarktika. Von den noch lebenden Menschenaffen sind die Schimpansen den Menschen stammesgeschichtlich am nächsten verwandt, am zweitnächsten die Gorillas.
Menschliches Erscheinungsbild ‘Die Goldsklaven heutzutage‘
Das menschliche Erscheinungsbild ist der äußere Phänotyp oder das Aussehen des Menschen. Es gibt praktisch unendlich viele Variationen menschlicher Phänotypen, obwohl die Gesellschaft diese Vielfalt auf bestimmte Kategorien reduziert. Das äußere Erscheinungsbild des Menschen, insbesondere jene Merkmale, die als wichtig für die Attraktivität gelten, beeinflusst laut Anthropologen maßgeblich die Persönlichkeitsentwicklung und die sozialen Beziehungen. Viele Menschen sind sehr sensibel für ihr Aussehen. Manche Unterschiede im Aussehen sind genetisch bedingt, andere durch Alter, Lebensstil oder Krankheit, und viele durch persönlichen Schmuck. Die Wahrnehmung des menschlichen Körpers basiert nicht nur auf dem visuellen Erscheinungsbild, sondern auch auf anderen Sinneswahrnehmungen wie Stimme und Geruch. Manche Menschen bringen bestimmte Unterschiede mit der ethnischen Zugehörigkeit in Verbindung, beispielsweise die Skelettform, Prognathie oder einen verlängerten Schritt. Verschiedene Kulturen legen unterschiedlich viel Wert auf das Aussehen und dessen Bedeutung für den sozialen Status und andere Lebensbereiche.
Ziqqurrat von Ur
Die Ziqqurrat von Ur ist die bisher älteste bekannte Art dieser Architektur, deren andere Beispiele aus Uruk, Eridu und Nippur bekannt sind. Sie wurde von Urnamma, dem ersten König der III. Dynastie von Ur, gegründet. Sie stand auf einer Fläche von 43 × 62,5 m. Der Turm war vermutlich dreistufig, wobei sich nur zwei Stufen erhalten haben, die unterste bis eine Höhe von 11 m. Er bestand aus einem Lehmziegelkern, der von einem leicht geböschten Backsteinmantel geschützt war. Bitumenmörtel diente als Bindemittel der Außenwände. Der Zugang erfolgte über eine dreiteilige Treppenanlage. Zwei Treppenläufe lehnten sich an die Frontmauer an und die 28 m lange Haupttreppe lief in der Mittelachse auf die Ziqqurrat zu. Alle drei Treppenteile führten auf ein 12 m hohes Podest. Von dort ist der weitere Verlauf nur hypothetisch. Auf jeden Fall führte die Treppe zur obersten Ziqqurratstufe, auf der das Heiligtum des Mondgottes zu ergänzen ist. Auf der Nordecke der Ziqqurrat lag eine mehrräumige Anlage, die offensichtlich als Küche benutzt wurde. Dafür sprechen verschiedene Installationen und Kleinfunde, einige Öfen, ein Ziegelbehälter, zahlreiche Tierknochen und Fischgräten. Die Ziqqurrat stand inmitten eines Hofes, in dessen Umschließung sich zahlreiche Räume befanden, die als Wirtschafts- und Amtsräume zu deuten sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dort auch kleine Kapellen eingerichtet waren. Der Zugang zu diesem Hof erfolgte von Nordosten über einen Vorderhof. Laut Gründungsinschriften von Urnamma hieß der Tempelturm è-temen-ní-gùr.
Zikkurat des Mondgottes Nanna
Die Zikkurat des Mondgottes Nanna (sumerisch Etemennigur), häufig Zikkurat von Ur, ist eine altorientalische Zikkurat mit einer Basislänge von 62,5 × 43 Metern und einer Höhe von 25 Metern. Der frühantike Stufentempel liegt im Süden des heutigen Irak, ca. 15 km westlich von Nasiriya. Er wurde von den Sumerern in Ur unter der Herrschaft des Königs Ur-Nammu und seines Sohnes Šulgi vor über 4.000 Jahren erbaut. Die Zikkurat ist ein massiver Bau aus Lehmziegeln mit 2,5 m dicken Mauern aus gebrannten Ziegeln. Die Ecken des Gebäudes zeigen in die vier Himmelsrichtungen. Im Gegensatz zu anderen Zikkuraten unterscheiden sich die Höhen der Stufen stark: Die unterste Stufe hatte eine Höhe von elf Metern, die der zweiten und dritten Stufe werden auf 5,7 beziehungsweise 2,9 m geschätzt. An der Nordostseite führten drei Treppen zu einem Torhaus zwischen zweiter und dritter Stufe. Gekrönt wurde die Anlage durch den eigentlichen Tempel für den Mondgott Nanna. 1854 untersuchte der britische Konsul John George Taylor (fälschlicherweise oft als J. E. Taylor ausgewiesen) die Ruinen. 1922 bis 1934 führte der britische Archäologe Leonard Woolley umfangreiche Ausgrabungen auf dem Tell durch. Er versuchte auch das ursprüngliche Aussehen der Anlage mittels alter Beschreibungen und Darstellungen zu rekonstruieren, was ab dem zweiten Stufenstockwerk jedoch spekulativ bleiben musste. In den 1980er Jahren veranlasste Saddam Hussein, dass die Fassade und Treppen restauriert wurden.




Königsfriedhof von Ur
Der Königsfriedhof von Ur, manchmal auch Königsgräber von Ur, ist ein in Tell el-Muqejjir gefundenes frühdynastisches Gräberfeld, in welchem neben einer Vielzahl von Privatpersonen auch Eliteangehörige bestattet wurden, darunter vermutlich mehrere Könige der 1. Dynastie von Ur. Die dortigen Grabanlagen wurden von 1926 bis 1934 durch Charles Leonard Woolley ausgegraben, wobei er auf einige besonders reich ausgestattete Bestattungen traf. Sie zählen bis heute zu den bedeutendsten Befunden aus Mesopotamien. Die Funde befinden sich im Iraq-Museum, British Museum und University Museum Philadelphia. Der Friedhof wurde in der ersten Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr. südöstlich des späteren Tempelbezirks angelegt. Der Friedhof wurde auch noch in der Akkadzeit und während der 3. Dynastie von Ur genutzt. Die als Königsgräber bezeichneten Bestattungen sind in der Zeit zwischen ca. 2600 und 2450 (jünger-Frühdynastisch) angelegt worden. In unmittelbarer Nachbarschaft der Königsgräber befanden sich einfachere Bestattungen von Einwohnern Urs, östlich und westlich wurde der Friedhof durch Abhänge begrenzt. Obwohl manche Gräber bereits in der Antike ausgeraubt wurden, sind die Bestattungssitten in Ur anhand der erhaltenen Überreste Gegenstand umfangreicher Forschungen. Besonders auffällig ist dabei, dass es sich bei den Königsbestattungen offensichtlich um Gefolgschaftsbestattungen handelt. In den Grabschächten der Königsgräber fanden sich Skelette von Soldaten, Dienerinnen und Dienern sowie komplette Wagen mit Rindergespannen. Das am besten bekannte Grab ist PG 800 der Königin Puabi, in welchem ihr berühmter Kopfschmuck gefunden wurde. Zu den berühmtesten Funden aus den Königsgräbern zählen ferner die Standarte von Ur sowie der Helm des Meskalamdug.
Standarte von Ur
Die Standarte von Ur ist ein Holzkasten aus einem Königsgrab (Nr. 779) auf dem Königsfriedhof von Ur, heute Irak. Datiert wird das Grab in die Frühdynastische Zeit, was in etwa dem Zeitraum von 2850 bis 2350 v. Chr. entspricht.
Helm des Meskalamdug
Der Helm des Meskalamdug ist einer der bekanntesten Funde aus den Königsgräbern von Ur. Das in das Frühdynastikum (um 2550 v. Chr.) zu datierende Werk befindet sich heute im Besitz des Irakmuseums in Bagdad. Der Helm befand sich im Grab des Meskalamdug (PG 755), der vermutlich dem Königshaus angehörte, in der Sumerischen Königsliste jedoch nicht erwähnt wird. Der Helm wurde in Goldblech getrieben und war daher kaum als Schutzkleidung für den Krieg geeignet. Eventuell kam er eher im zeremoniellen/kultischen Bereich zum Einsatz. Von den seitlich herausgearbeiteten Ohren abgesehen ähnelt das Werk insgesamt eher einer Perücke, da seine feinen Gravuren eine wellenförmige Frisur nachahmen. Seitlich befinden sich dagegen Locken, die durch einen um den Kopf gelegten Zopf von der Wellenfrisur abgetrennt werden. Der Zopf ist am Ende des Kopfes zu einem Knopf geknotet. Am Rand besitzt der Helm eine Reihe von kleinen Bohrungen, an welchen vermutlich ein Futter befestigt war. Eine stark vereinfachte Darstellung eines solchen Helmes befindet sich auf der Geierstele, wo sie den Kopf des Eannatum schmückt. Der sogenannte Kopf eines akkadischen Herrschers aus Aššur belegt, dass derartige Haartrachten bis in die akkadische Zeit gebräuchlich waren.
Babil
Babil (arabisch بابل, DMG Bābil) ist ein Gouvernement im Irak, das bis 1971 noch Hilla hieß. Es hat eine Fläche von 6468 km²; die Größe des Gebietes hat sich mehrmals geändert. Die Einwohnerzahl beträgt 1.856.064 (Berechnung 2010). Die Hauptstadt des Gouvernements ist Hilla. In Babil sind die Ruinen von Babylon zu finden. Am 15. Oktober 2005 stimmten von 543.779 Wählern 94,56 % mit Ja für die neue Verfassung.
Babylon ‘Babel‘
Babylon oder Babel war als Hauptstadt Babyloniens eine der wichtigsten Städte des Altertums. Sie lag am Euphrat, etwa 90 km südlich Bagdads im heutigen Irak (Provinz Babil). Die Ruinen der Stadt sind unter anderem von Robert Koldewey Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise freigelegt worden. Der Ort war die Hauptstadt des gleichnamigen Stadtstaates, der zeitweise über weite Teile des südlichen Zweistromlandes sowie Gebiete westlich des Zweistromlandes (Syrien, Israel) herrschte. Die Blütezeit der antiken „Weltstadt“ Babylon lag zwischen 1800 und 140 v. Chr. Babylon/Babel diente in der westlichen Kulturgeschichte als Sinnbild von Neid, Hochmut und Niedergang („Sündenbabel“); diese Vorstellung geht auf die biblischen Berichte über die Stadt zurück (Turmbau zu Babel, babylonische „Gefangenschaft“ der Juden).
In der jüdischen Tora und dem christlichen Alten Testament wird für das antike Babylon der hebräische Name Babel verwendet, gedeutet als angelehnt von bâlal’ „überfließen, vermischen, verwirren“. Es wird ein gewaltiger Turmbau zu Babel erwähnt (Gen 11,1–9 EU). Um die Macht der Menschen zu beschränken, habe Gott die Menschen verwirrt und ihnen verschiedene Sprachen gegeben (Gen 11,9 EU). Aufgrund dieser Kommunikationsstörung mussten sie dann den Bau beenden. Diese Geschichte ist der Ursprung der Redensart „babylonisches Sprachgewirr“ oder „babylonische Verwirrung“.
Um 600 v. Chr. eroberte Nebukadnezar II. Jerusalem und veranlasste die Umsiedelung von Teilen der Bevölkerung, vor allem der Oberschicht, nach Babylon. Dieses babylonische Exil war ausschlaggebend für die Entwicklung eines Identitätsgefühls als jüdisches Volk und wird in der Bibel ausführlich beschrieben: Babylon wird als Ort des Unglaubens, der Unzucht und der Unterdrückung dargestellt, eine Sichtweise, die sich später im Neuen Testament wiederfindet. Dabei ist zu bedenken, dass die Bibelautoren das Exil als große Gefahr für den jüdischen Glauben ansahen, dementsprechend negativ gefärbt ist ihre Beschreibung des Aufenthalts, der als Sklaverei wahrgenommen wurde. Die meisten Hebräer führten jedoch ein angenehmes Leben in der Metropole; babylonische Keilschrifttafeln zeigen, dass viele von ihnen hohe Positionen in Militär und Wirtschaft einnahmen.
Im Neuen Testament wird der Name Babylon bzw. das Attribut babylonisch zwölfmal erwähnt. Dies geschieht zum einen in Rückblicken auf die Geschichte Israels, zum anderen in der Offenbarung des Johannes in prophetischen Bildern über die Zukunft der Welt. Offb 17,3–5 EU wird Babylon die Große als eine in Purpur und Scharlach gekleidete, reichgeschmückte Frau beschrieben, die auf einem scharlachfarbenen wilden Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern sitzt. Auf ihrer Stirn steht ein Name geschrieben, „ein Geheimnis: ‚Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde‘“. Babylon bezeichnet hier das irdische widerchristliche Machtzentrum im Gegensatz zur Stadt Gottes, dem himmlischen Jerusalem, dessen Zerstörung in den letzten Gerichten Gottes vorausgesagt wird. In 1. Petrus 5,13 EU grüßt der apostolische Schreiber seine Gemeinde aus Babylon. Manche Ausleger vermuten, dass hier Babylon als ein Pseudonym für Rom gebraucht wird. Andere hingegen verweisen auf den nicht genau feststellbaren Zeitpunkt des Verfalls der Stadt und nehmen die Bezeichnung Babylon wörtlich.
Babylonier
Die Babylonier sind die Bewohner der südmesopotamischen Ebene im Umland von Babylon. Babylon war mehrfach Zentrum eines Stadtstaates oder eines ausgedehnteren Reiches (Karduniaš), zum Beispiel in Altbabylonischer Zeit und in der Neubabylonischen Zeit.
Babylonische Religion
Unter der Bezeichnung Babylonische Religion werden die aus schriftlichen Quellen rekonstruierten polytheistischen Glaubensinhalte der Einwohner des babylonischen Reiches zusammengefasst. Sie entwickelten sich unter anderem aus der sumerischen Religion. Obwohl die sumerisch-babylonische Religion weder historisch noch geographisch bzw. kulturell ganz voneinander zu trennen ist, gibt es aufgrund archäologischen Befundes und Textevidenz auch eindeutige Zuordnungen für einige Götter und deren Kultorte, die den Zugang zur religiösen Annahme der Babylonier ermöglichen.
Turm von Babel ‘Das Tor der Götter‘
Der Turmbau zu Babel bzw. Turm von Babel (hebräisch מִגְדַּל בָּבֶל Mīgdal Bāḇel, griechisch Πύργος της Βαβέλ, lateinisch turris Babylonis), (Gen 11,1–9 EU), ist zusammen mit der babylonischen Sprachverwirrung trotz ihres geringen Umfangs von nur neun Versen eine der bekanntesten biblischen Erzählungen des Alten Testaments. Theologen werten das Turmbau-Vorhaben bzw. dessen Narrativ als Versuch der Menschheit, Gott gleichzukommen. Wegen dieser Selbstüberhebung bringt Gott den Turmbau unblutig zum Stillstand, indem er eine Sprachverwirrung hervorruft, welche wegen unüberwindbarer Verständigungsschwierigkeiten zur Aufgabe des Projektes zwingt und die Erbauer aus dem gleichen Grunde über die ganze Erde zerstreut (Gen 11,7-8 EU).
Da eine Stadt in einem nicht hebräischsprachigen Land jedoch kaum nach einer hebräischen Verbform benannt wurde, handelt es sich bei dieser Herleitung lediglich um eine Volksetymologie und ist somit als falsch zu bewerten. Die Bedeutung des Namens der Stadt Babylon leitet sich stattdessen vom Akkadischen bāb-ilim ab, was „Tor der Götter“ bedeutet. Jedoch ist auch die Ur-Etymologie des akkadischen Namens nicht unstrittig, da die akkadische Bezeichnung auf einen älteren nichtsemitischen Namen zurückgehen könnte. (Näheres s. im Abschnitt „Etymologie“ des Artikels Babylon).
Babylonisches Exil
Als babylonisches Exil (häufig auch babylonische Gefangenschaft) wird eine Epoche der jüdischen Geschichte bezeichnet. Sie beginnt 597 v. Chr. mit der ersten Eroberung Jerusalems und des Königreiches Juda durch den babylonischen König Nebukadnezar II. und dauert bis zur Eroberung Babylons 539 v. Chr. durch den Perserkönig Kyros II.
Nach dem Ende der babylonischen Gefangenschaft zog eine Gruppe freigelassener Juden über die Seidenstraße Richtung Osten und ließ sich in den damaligen Wirtschaftszentren Buchara und Samarkand nieder. Hier begründeten sie eine blühende jüdische Kultur. Heute gibt es in diesem Gebiet Usbekistans nur noch eine kleine jüdische Gemeinschaft.
Hure Babylon
Die Hure Babylon ist eine der biblischen Allegorien für die Gegner der Gläubigen im Allgemeinen und das römische Weltreich im Speziellen. Ihre wirkungsreichste Beschreibung findet sich im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes im Kapitel 17 und 18.
Babel ‘Sündenpfuhl‘
Das Wort Sündenpfuhl bezeichnet einen Ort, an dem nach bestimmten Vorstellungen besonders „sündiges“, unmoralisches oder verwerfliches Verhalten besteht. Historisch bezieht sich der Begriff dabei häufig auf sexuelle Handlungen und wird mit Lust, Dekadenz, Prostitution oder Orgie assoziiert. In der heutigen Verwendung wird meist ironisch die Missachtung konservativer Moralvorstellungen gemeint. Der Begriff wird eher metaphorisch gebraucht, wörtlich zusammengesetzt aus „Sünde“, im christlichen Verständnis eine falsche, von Gott getrennte Lebensweise oder verwerfliche Tat, sowie „Pfuhl“, einem kleinen, eher schmutzigen Tümpel oder als feuriger Pfuhl die Hölle in der Lutherbibel. Der Duden verweist in der Begriffserklärung auf das seltener genutzte Wort Sündenbabel, womit ein „Ort, Stätte moralischer Verworfenheit, wüster Ausschweifung, des Lasters“ gemeint ist. Hier zeigt sich die christliche Herkunft der Bezeichnung, hergeleitet vom antiken Babylon („Babel“), das in der Bibel als Ort des Unglaubens und der Unzucht dargestellt wird und auch in der Beschreibung der Hure Babylon ihren Ausdruck findet. Ebenso gelten Sodom und Gomorra als typischer Sündenpfuhl. Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm führt Verwendungen des Wortes in der deutschen Literatur seit dem 16. Jahrhundert auf und erklärt es als 1) zustand schlimmster sündenbefleckung sowie ebenso als 2) stätte des lasters. In dieser Zeit wurden vor allem das ausschweifende und freizügige Leben der Großstadt als Sündenpfuhl bezeichnet, vor allem in Paris oder Berlin. Vereinzelt findet sich auch der Ausdruck Sündenstadt.
US-Armee vor Babylon

US-Armee vor Babylon. Nach dem Irakkrieg richteten US-amerikanische Truppen im April 2003 einen Stützpunkt um Babylon ein, um die antike Stadt vor Plünderern und Grabräubern zu schützen. Polnische Truppen stießen einige Monate später hinzu und übernahmen am 3. September 2003 die Lagerführung. Der Stützpunkt beherbergte bis zu 2000 Soldaten. Beim Bau des Lagers wurden Flächen für Park- und Hubschrauberlandeplätze freigeräumt und mit Schotter aufgeschüttet. Zudem wurden Schützengräben gebaut und Sandsäcke mit Sand aus den Ausgrabungsstätten gefüllt. Laut zweier Berichte des Konservators des British Museum John Curtis aus den Jahren 2003 und 2005 wurde die Ruinenstadt erheblich beschädigt. Unter anderem seien die Drachen des Ischtar-Tors bei dem Versuch eines Unbekannten, Steine herauszubrechen, in Mitleidenschaft gezogen worden. Zudem sei die 2600 Jahre alte gepflasterte Prozessionstraße durch die Befahrung mit schweren Militärfahrzeugen zerstört worden. Mohammed Tahir al-Shahk Hussein, Archäologe des irakischen Staatsrates für Antiquitäten und Kulturerbe und ehemaliger Museumsdirektor, relativiert hingegen die Kriegsschäden und sieht das größere Problem in den unter Saddam Hussein errichteten Neubauten. Tausende von Menschen leben derzeit in Babylon innerhalb der alten äußeren Stadtmauern, und die Bevölkerung wächst schnell. Gesetze schränken den Bau ein. Babylon hatte einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bagdad–Basra.
Prä-Astronautik
Die Prä-Astronautik (auch Paläo-SETI genannt, ein Begriff, der 1989 von dem Geologen Vladimir Avinsky (UdSSR) geprägt wurde) ist eine Parawissenschaft oder vielmehr eine Pseudowissenschaft, welche die Untersuchung der vermeintlichen Präsenz außerirdischer Intelligenzen auf der Erde während der Vorgeschichte und des Altertums zum Ziel hat. Von ihren Anhängern wird die Prä-Astronautik als Protowissenschaft verstanden, die Erkenntnisse aus den Altertumswissenschaften und der Astronautik verbindet. In der akademisch institutionalisierten Forschung, insbesondere in den Altertumswissenschaften, gilt sie als Pseudowissenschaft, deren Thesen nicht belegbar sind. Themen wie Ufoglaube oder Raelismus können Teil prä-astronautischer Anschauungen sein, auch bestehen Überlappungen zu Verschwörungstheorien, dem Glauben an paranormale Phänomene und Rechtsextremismus. Die Prä-Astronautik ist nicht zu verwechseln mit der technisch-wissenschaftlich orientierten Suche nach außerirdischen Zivilisationen (Search for Extraterrestrial Intelligence).
Kuipergürtel
Der Kuipergürtel [ˈkœypərɡʏʁtl̩] (englisch Kuiper belt) ist eine nach Gerard Peter Kuiper benannte ringförmige, relativ flache Region, die sich im Sonnensystem außerhalb der Neptunbahn in einer Entfernung von ungefähr 30 bis 50 Astronomischen Einheiten (AE) nahe der Ekliptik erstreckt und schätzungsweise mehr als 70.000 Objekte mit mehr als 100 km Durchmesser sowie viele kleinere Objekte enthält. Die Objekte in diesem Bereich werden als Kuipergürtelobjekte (abgekürzt KBO, von engl. Kuiper Belt Objects, manchmal auch EKO von engl. Edgeworth-Kuiper Belt) bezeichnet und gehören zu den transneptunischen Objekten (TNO). Man vermutet, dass ein Großteil der Kometen mit mittleren Perioden aus dem Kuipergürtel stammt. Seine Gesamtmasse wird auf ungefähr 1/10 der Erdmasse geschätzt.
Planet Neun
Planet Neun ist der vorläufige Name eines hypothetischen planetenartigen Himmelskörpers, der im äußeren Sonnensystem weit außerhalb der Umlaufbahn des Planeten Neptun vermutet wird. NASA – Gibt es Planet X wirklich?
Planet X
Planet X ist ein fiktiver Planet, der nach der Entdeckung Neptuns die bis dahin unerklärten Anomalien in den Umlaufbahnen von Uranus und Neptun erklären sollte. Da sich die Messtechniken seit Percival Lowells Zeiten (Anfang des 20. Jahrhunderts) deutlich verbessert haben, ist klar geworden, dass seine Berechnungen auf falschen Daten beruhten und daher fehlerhaft sind. Nach heutigem Kenntnisstand ist kein neunter Planet nötig, um die Umlaufbahnen der anderen Planeten zu erklären. Ähnlich wie Neptun entdeckt wurde, nachdem seine ungefähre Position anhand der Umlaufbahnanomalien von Uranus berechnet worden war, berechnete Lowell den Standort dieses neuen, unbekannten (Zwerg-)Planeten. Dieser erhielt den Arbeitstitel Planet X, wobei X für „unbekannt“ steht.
Planet Zehn alias ‘X‘
Planet Zehn ‘X‘. Die erste Hypothese über einen möglichen Planeten am äußersten Rand des Sonnensystems stammt von Daniel Whitmire. Im Jahr 1985 nannte er ihn noch „Planet X“. Ergebnisse aus dem Vergleich der Bahndaten des Zwergplaneten Sedna und dem Ende 2012 entdeckten Asteroiden 2012 VP113 lassen sich gemäß einer Anfang 2014 veröffentlichten Untersuchung einiger Forscher damit erklären, dass es einen unentdeckten Planeten mit mindestens der zehnfachen Erdmasse außerhalb des Kuiper-Gürtels in einer Entfernung von „einigen hundert AE“ geben könnte. Es werden aber auch andere Erklärungen solcher Bahndaten diskutiert. Eine kurz darauf (März 2014) veröffentlichte Arbeit verneint auf Grund der Messung von Bahnstörungen bekannter Objekte des Sonnensystems im Rahmen der heute erzielbaren Messgenauigkeit die Existenz eines Planeten mit doppelter Erdmasse innerhalb von etwa 500 AE Sonnenabstand, und für einen Planeten mit 15-facher Erdmasse innerhalb von etwa 1000 AE. 2016 postulierten die US-Astronomen Batygin und Brown (California Institute of Technology) die Existenz eines Planeten mit mindestens etwa der 10-fachen Erdmasse und einer Umlaufzeit von bis zu 20.000 Jahren anhand mathematischer Berechnungen.
Nibiru (Babylonische Astronomie)
Nibiru (auch Neberu, Nebiru; dné-bé-ru, mulni-bi-rum) ist einerseits der Name einer sumerischen und babylonischen Gottheit, andererseits die sumerische und babylonische mythologische Bezeichnung eines Himmelsobjekts in Verbindung mit einer astronomischen Konstellation.
Die Nennungen in babylonischen Keilschrifttafeln lassen offen, ob die Gottheit Nibiru ein Himmelsobjekt oder eine bestimmte Konstellation am Nachthimmel repräsentiert. In den Aufzählungen wird Nibiru an verschiedenen astronomischen Erscheinungspunkten in Verbindung mit Positionen von Sternen oder Planeten genannt. Die jeweiligen Sterne oder Planeten unterlagen dabei keinen festen Zuordnungen. Der Stern des Ea wurde beispielsweise an verschiedensten Offenbarungspunkten beschrieben, der wahlweise als Gestirn Segel des Schiffs, Fomalhaut oder Venus benannt wurde. Ähnliche Zuweisungen erfuhren auch die anderen Sterne der Götter, weshalb ebenso bestimmte Himmelskoordinaten in Frage kommen, an denen die Sterne der Götter auftauchten. Im Zuge der Theorien zum Weltuntergang 2012 wurde auch wiederholt Nibiru als Quelle des Untergangs bezeichnet. Nach der Theorie würde es sich um einen Planeten auf einer rund 3.600-jährigen Umlaufbahn um die Sonne handeln; einige Theorien bezeichneten Nibiru auch als Braunen Zwerg. Die NASA erklärte daraufhin, dass keine Anzeichen für ein solches astronomisches Objekt vorliegen. In den Büchern von Zecharia Sitchin ist Nibiru die Heimatwelt der Anunnaki, welche vor 432.000 Jahren die Erde kolonisiert und die Menschen als Arbeitssklaven erschaffen hätten.
Nibiru-Katastrophe
Die Nibiru-Katastrophe ist eine vermeintliche, katastrophale Begegnung der Erde mit einem großen planetaren Objekt (entweder eine Kollision oder ein Beinahe-Zusammenstoß), die nach Ansicht bestimmter Gruppen Anfang des 21. Jahrhunderts stattfinden sollte. Anhänger dieses Weltuntergangsszenarios bezeichnen dieses Objekt üblicherweise als Nibiru oder Planet X. Die Idee wurde erstmals 1995 von Nancy Lieder, der Gründerin der Website ZetaTalk, geäußert. Lieder behauptet, Kontaktperson zu sein und durch ein Implantat in ihrem Gehirn Botschaften von Außerirdischen aus dem Sternsystem Zeta Reticuli empfangen zu können. Sie gibt an, auserwählt worden zu sein, die Menschheit zu warnen, dass das Objekt im Mai 2003 (ein später verschobener Termin) durch das innere Sonnensystem rasen und eine Polverschiebung auf der Erde auslösen würde, die den Großteil der Menschheit vernichten würde.
Die Vorhersage verbreitete sich in der Folge über Lieders Website hinaus und wurde von zahlreichen Internet-Weltuntergangsgruppen aufgegriffen. Ende der 2000er-Jahre wurde sie eng mit dem Phänomen von 2012 verknüpft. Seit 2012 taucht die Nibiru-Katastrophe immer wieder in den Medien auf, meist im Zusammenhang mit astronomischen Objekten, die Schlagzeilen machten, wie dem Kometen ISON oder Planet Neun. Obwohl der Name „Nibiru“ auf die Werke des Prä-Astronautik-Autors Zecharia Sitchin und seine Interpretationen babylonischer und sumerischer Mythologie zurückgeht, bestritt dieser jeglichen Zusammenhang zwischen seinen Werken und verschiedenen Behauptungen über eine bevorstehende Apokalypse. Die Vorhersage des selbsternannten „christlichen Numerologen“ David Meade, die Nibiru-Katastrophe würde am 23. September 2017 eintreten, fand breite mediale Beachtung.
Die Vorstellung, dass ein planetengroßes Objekt in naher Zukunft mit der Erde kollidieren oder sie in geringem Abstand passieren wird, entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und wird von Astronomen und Planetenforschern als Pseudowissenschaft und Internet-Schwindel zurückgewiesen. Ein solches Objekt hätte die Planetenbahnen so stark destabilisiert, dass seine Auswirkungen heute leicht zu beobachten wären. Astronomen haben zahlreiche Planeten jenseits des Neptun postuliert, und obwohl viele davon widerlegt wurden, bleiben einige, wie beispielsweise Planet Neun, weiterhin denkbar. Alle aktuellen Hypothesen beschreiben Planeten auf Umlaufbahnen, die sie während ihres gesamten Umlaufs weit jenseits des Neptun halten würden, selbst wenn sie der Sonne am nächsten sind.
Ur ist eine der bedeutendsten und ältesten bekannten Städte der Welt, aber nicht unbedingt die älteste durchgehend bewohnte Stadt. Ur wurde nach einigen archäologischen Erkenntnissen nicht durchgehend bewohnt. Die Stadt erlebte mehrere Blütezeiten und Niedergänge.
Saddam Hussein

Saddam Hussein (arabisch صدام حسين عبد المجيد التكريتي Saddām Husain ʿAbd al-Madschīd at-Tikrītī, DMG Ṣaddām Ḥusain ʿAbd al-Maǧīd at-Tikrītī, kurdisch سەددام حوسێن Sedam Huseyn; * 28. April 1937 in al-Audscha bei Tikrit; † 30. Dezember 2006 in al-Kazimiyya bei Bagdad) war ein irakischer Politiker (Baath-Partei). Von 1979 bis 2003 war er Staatspräsident und gleichzeitig von 1979 bis 1991 sowie 1994 bis 2003 Premierminister des Iraks. Er regierte das Land diktatorisch und wurde später wegen Massakern an Schiiten und Kurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.
„Säuberung“ in der irakischen Baath-Partei 1979

Saddams Rede während der Säuberungsaktion der Baath-Partei im Jahr 1979
Die „Säuberung“ in der irakischen Baath-Partei 1979 (arabisch تطهير حزب البعث), auch das „Genossenmassaker“ genannt, war eine öffentliche politische Säuberung der Irakischen Baath-Partei, welche am 22. Juli 1979 von dem damaligen Präsidenten Saddam Hussein, 6 Tage nach seiner Amtseinführung am 16. Juli 1979 durchgeführt wurde. Es wurde für den 22. Juli in der Al-Khuld-Theaterhalle in Baghdad eine Parteikonferenz einberufen, bei der 68 hochrangige Parteimitglieder verhaftet wurden, von denen kurze Zeit später 21 hingerichtet wurden. Die Liste der betroffenen Personen umfasste vor allem jene Mitglieder, die Saddam Hussein bei seinem Aufstieg entgegenstanden, unter anderem Muhyi Abdul-Hussein Mashhadi, der ehemalige Sekretär des Präsidenten, welcher, nach Folter, vor versammelter Menge ein Geständnis ablegte und zugab sich gegen Saddam Hussein verschworen zu haben. Daraufhin rief Saddam Hussein die Namen von über 60 Parteimitgliedern auf, welche aus der Halle gebracht und verhaftet wurden.
Gefangennahme von Saddam Hussein

Gefangennahme von Saddam Hussein. Saddam Hussein, der abgesetzte Präsident des Irak, wurde am 13. Dezember 2003 von US-amerikanischen Streitkräften in der irakischen Stadt Ad-Dawr gefangen genommen. Die Militäroperation zu seiner Gefangennahme trug den Codenamen „Operation Red Dawn“, nach dem gleichnamigen US-amerikanischen Film von 1984. Die Mission wurde von der gemeinsamen Operationsgruppe Task Force 121 durchgeführt – einem Elite- und verdeckt operierenden gemeinsamen Spezialoperationsteam, unterstützt von der 1. Brigade Combat Team (unter der Führung von Oberst James Hickey) der 4. Infanteriedivision unter dem Kommando von Generalmajor Raymond Odierno. Sie durchsuchten zwei Orte, „Wolverine 1“ und „Wolverine 2“, außerhalb von Ad-Dawr, fanden Saddam jedoch nicht. Eine fortgesetzte Suche zwischen den beiden Orten führte schließlich dazu, dass Saddam um 20:30 Uhr irakischer Ortszeit in einem Erdloch versteckt aufgefunden wurde. Saddam leistete keinen Widerstand.
Hinrichtung von Saddam Hussein

Hinrichtung von Saddam Hussein. Saddam Hussein, der ehemalige Präsident des Irak, wurde am 30. Dezember 2006 hingerichtet. Er wurde zum Tode durch den Strang verurteilt, nachdem er vom irakischen Sondertribunal wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem Massaker von Dujail – der Ermordung von 148 irakischen Schiiten in der Stadt Dujail im Jahr 1982 als Vergeltung für ein angebliches Attentat auf Saddam – schuldig gesprochen worden war. Die irakische Regierung veröffentlichte ein offizielles Video seiner Hinrichtung, das zeigt, wie er zum Galgen geführt wird und endet, nachdem ihm die Schlinge um den Kopf gelegt wurde. Internationale Kontroversen entstanden, als eine Handyaufnahme der Hinrichtung Saddams zeigte, wie er von einer Gruppe seiner Landsleute umringt war, die ihn auf Arabisch verhöhnten und den schiitischen Geistlichen Muqtada al-Sadr priesen, bevor er durch die Falltür des Galgens stürzte. Saddams Leichnam wurde am 31. Dezember in seinen Geburtsort Al-Awja bei Tikrit überführt und neben den Gräbern anderer Familienmitglieder beigesetzt.
Saddam Husseins antikes Sternentor
Eine Theorie besagt, dass Präsident Bush nur deshalb in den Irak einmarschierte, weil er entdeckt hatte, dass Saddam Hussein über ein „Sternentor“ verfügte, das ihm die Reise zwischen verschiedenen Teilen des Universums ermöglicht. Es wird behauptet, amerikanische Streitkräfte hätten das Gerät, das in einem geheimen Stützpunkt nahe Al-Ouja versteckt war, ins Visier genommen, weil Hussein Außerirdischen damit bei der Invasion der Erde geholfen habe.
USA – Stargate Projects
Das Project Stargate war ein Programm der US-Regierung, paranormale und übersinnliche Fähigkeiten für militärische und geheimdienstliche Zwecke zu nutzen. Eine geheime Einheit der US-Armee wurde 1978 in Fort Meade, Maryland, von der Defense Intelligence Agency (DIA) und SRI International gegründet, um das Potenzial übersinnlicher Phänomene für militärische und inländische Geheimdienstanwendungen zu untersuchen. Das Projekt und seine Vorläufer und Schwesterprojekte trugen ursprünglich verschiedene Codenamen darunter Gondola Wish, Stargate, Grill Flame, Center Lane, Project CF, Sun Streak, Scanate – bis sie 1991 zusammengefasst und in Stargate Project umbenannt wurden. Im Januar 2017 veröffentlichte die CIA Aufzeichnungen über das Stargate-Projekt als Teil des CREST-Archivs.
Das Stargate-Projekt (Eigenschreibweise: Stargate Project) ist ein amerikanisches Unternehmen (Stargate LLC) für künstliche Intelligenz (KI), das von OpenAI, SoftBank, Oracle und MGX gegründet wurde. Das Unternehmen plant, bis 2029 bis zu 500 Milliarden Dollar in die KI-Infrastruktur in den Vereinigten Staaten zu investieren. Es wurde am 21. Januar 2025 von US-Präsident Donald Trump angekündigt. Masayoshi Son wird der Vorsitzende des Unternehmens sein.
USA marschierten in den Irak ein, um Saddam Husseins ‘Alien-Portal’ zu erobern, behauptet ein Verschwörungstheoretiker
Die von den USA angeführte Invasion des Irak im Jahr 2003 wurde durchgeführt, weil der ehemalige Diktator Saddam Hussein über ein Portal zu einer fremden Welt verfügte, behauptete ein Verschwörungstheoretiker.

Salla sagt, dass sich das Portal unter einem der alten Zikkurat-Tempel des Irak befindet
Die US-geführte Invasion des Irak im Jahr 2003 wurde eingeleitet, weil der ehemalige Diktator Saddam Hussein über ein Portal zu einer fremden Welt verfügte, behauptet ein Verschwörungstheoretiker. Michael Salla, ein australischer Experte für „außerirdische Politik“, glaubt, dass die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten in das Land einmarschierten, um Husseins Zugang zu außerirdischen Waffen durch das Sternentor zu kontrollieren. Salla glaubt, dass Außerirdische von einem unentdeckten zehnten Planeten im Sonnensystem sich schon lange in die Politik der Menschheit einmischen. „Ich denke, das war ein wesentlicher Grund, warum die Bush-Regierung in den Irak einmarschierte: um Hussein davon abzuhalten, diese Informationen preiszugeben, und um selbst die Kontrolle zu erlangen“, sagte Salla laut der britischen Zeitung The Daily Star. Er fügte hinzu, dass die USA und Großbritannien den Vorwand von Massenvernichtungswaffen und angeblichen Verbindungen zwischen Saddam und al-Qaida nutzten, um in den Irak einzumarschieren, Saddam zu stürzen und sich das Portal zu sichern. Salla sagt, das Portal befinde sich unter einem der alten Zikkurat-Tempel des Irak. Zu den weiteren Theorien des „exopolitischen“ Analysten gehört, dass die älteste Pyramide der Welt unter Schnee in der Antarktis verborgen liegt und dass die US-Marine ein geheimes Weltraumprogramm betreibt. Mehr als eine Million Iraker wurden infolge der Invasion und der anschließenden Besetzung des Landes getötet. Der Irak versank in konfessionellen Konflikten, nachdem die US-Besatzer Husseins Regierung und Militärapparat zerschlagen hatten. Das Chaos trug zur Entstehung des Islamischen Staats bei, der durch seinen Vorgänger Al-Qaida im Irak entstand. Viele Beobachter glauben, dass die Beschlagnahmung der irakischen Ölreserven und die Vertreibung Husseins die Hauptgründe für die US-geführte Invasion waren.
Haben die USA den Irak angegriffen, um Zugang zum ‘alten Stargate’ zu erhalten?
Saddam Hussein’s Sternentor
‘Etemennigur’ bedeutet ‘Tempel, dessen Fundament Aura erzeugt’
Es sind fast zwei Jahrzehnte vergangen, seit die USA 2003 in den Irak einmarschierten. Doch Theorien über die Gründe der US-Regierung für die Invasion verbreiten sich weiterhin. Seit der Invasion wurden zahlreiche Hypothesen in Umlauf gebracht, von der offiziellen Darstellung, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen solle verhindert werden, bis hin zu Hypothesen der Kriegskritiker, bei denen es um Öl und geopolitische Interessen geht. Die Komplexität der Gründe für den US-Militäreinsatz hat auch zahlreiche Verschwörungstheorien ausgelöst.

Auf einem Archivfoto ist die Große Zikkurat von Ur zu sehen – ein historisches Wahrzeichen, von dem Verschwörungstheoretiker glauben, dass es ein uraltes außerirdisches Sternentor beherbergt.
Eine solche Verschwörungstheorie ist kürzlich in einem Reddit-Beitrag wieder aufgetaucht. Der Beitrag, der sich in der Verschwörungs-Community der Plattform befindet, zeigt ein Bild des historischen Wahrzeichens des Irak, der Großen Zikkurat von Ur.
„Das ist der wahre Grund, warum wir in den Irak einmarschiert sind. Ein uraltes, außerirdisches Stargate-Portal in der Großen Zikkurat von Ur im Irak“, sagte der Reddit-Benutzer Palatable Mahogany.
Der Reddit-Beitrag hat auf der Plattform 1,7.000 Upvotes erhalten. Viele andere Reddit-Benutzer diskutierten die Behauptung im Kommentarbereich. „Wow, ich habe mir nie die Mühe gemacht, nachzuschauen. Aber ja, das macht Sinn. Damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe“, sagte ein Reddit-Benutzer. Andere waren sich nicht so sicher, ob die Theorie Sinn ergab. „Bilder vom Stargate, oder es ist nicht passiert“, sagte ein anderer Reddit-Benutzer. Ein anderer Reddit-Benutzer sagte: „Und die ganze Zeit dachte ich, es wäre Öl und Gold … Aber ja, das Stargate. Macht Sinn.“ Die große Zikkurat von Ur ist ein antikes Bauwerk, das sich einst im Zentrum Mesopotamiens befand, einer historischen Region in Westasien. Die Zikkurat wurde ursprünglich in der Frühbronzezeit erbaut und im 6. Jahrhundert rekonstruiert. Laut dem Madain-Projekt, einem Online-Archiv für abrahamitische Geschichte und Archäologie, steht es heute bemerkenswert gut erhalten in einer abgelegenen Wüstengegend in der irakischen Provinz Dhi Qar. Das Bauwerk (und andere Bauwerke dieser Art) wird oft als „Iraks Antwort auf die Pyramiden“ bezeichnet. Im Gegensatz zu den flachen Wänden der Pyramiden bestand es typischerweise aus mehreren terrassierten Ebenen, verfügte jedoch über keine Innenkammern. Laut der kunstgeschichtlichen Quelle Smarthistory war es ursprünglich zwischen 21 und 30 Meter hoch. Mesopotamien war die Heimat der Sumerer, einer der ältesten Zivilisationen überhaupt, deren Geschichte bis ins Jahr 3000 v. Chr. zurückreicht. Laut dem Oxford Companion to World Mythology von David Leemings verehrte diese Zivilisation eine Gruppe von Gottheiten namens Anunnaki. Dies könnte der wahre Kern der „Stargate“-Geschichte sein, denn Verschwörungstheoretiker glaubten, die Anunnaki seien in Wirklichkeit Außerirdische gewesen, die den damals lebenden Menschen „Stargate“-Portale geschenkt hätten, wie aus einem VICE-Artikel aus dem Jahr 2017 hervorgeht. Stargate-Portale sind hypothetische Geräte, die oft in der Science-Fiction dargestellt werden und die schnelle Reisen von einem entfernten Ort zum anderen ermöglichen, und Benutzer sozialer Medien behaupteten, dass sich eines dieser Stargates in der Großen Zikkurat von Ur befindet. Es gibt jedoch keinerlei wissenschaftliche Beweise für die Behauptung, dass sich in der Großen Zikkurat von Ur, die um 2100 v. Chr. von König Ur-Nammu aus der 3. Dynastie von Ur erbaut wurde, ein außerirdisches Stargate befindet. Noch weniger gibt es Belege dafür, dass es bei der US-Invasion im Irak eine Rolle gespielt hat. Der Standort wurde ursprünglich von den Streitkräften des irakischen Führers Saddam Hussein als Militäranlage genutzt, der Tallil Air Base, der US-Militärunterlagen zufolge 1991 von den amerikanischen Streitkräften größtenteils zerstört wurde. 2003 eroberten die USA ihn dann zurück und das Pentagon sperrte den öffentlichen Zugang zum angrenzenden Land, nachdem dort ein neuer Flugplatz und eine Militärbasis errichtet worden war, wie Fox News 2009 berichtete. Wie Fox News und andere Berichte aus dieser Zeit feststellten, wurde durch den Umzug zwar der öffentliche Zugang zu dem Gebiet eingeschränkt, doch blieb es für das dort stationierte US-Militärpersonal geöffnet, was den Ort zu einer Art Touristenattraktion für die amerikanischen Truppen machte. Dies war für die irakischen Bürger, denen der Zutritt zur heiligen Stätte verwehrt wurde, ein großer Frust, zumal es Berichte – auch des Guardian unter Berufung auf lokale Hilfskräfte – über Fälle von Vandalismus an dem antiken Bauwerk gab. Diese Vorfälle, so der Bericht, führten dazu, dass der Zutritt zur Zikkurat auch für US-Truppen kurzzeitig gesperrt wurde. Wie aus US-Militärunterlagen hervorgeht, übergab das Pentagon im Mai 2009 die Kontrolle über das archäologische Wahrzeichen schließlich an die irakische Regierung zurück und verlegte es damit außerhalb des offiziellen Geländes des Stützpunkts. Es sind fast zwei Jahrzehnte vergangen, seit die USA 2003 in den Irak einmarschierten. Doch Theorien über die Gründe der US-Regierung für die Invasion verbreiten sich weiterhin. Seit der Invasion wurden zahlreiche Hypothesen in Umlauf gebracht, von der offiziellen Darstellung, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen solle verhindert werden, bis hin zu Hypothesen der Kriegskritiker, bei denen es um Öl und geopolitische Interessen geht. Die Komplexität der Gründe für den US-Militäreinsatz hat auch zahlreiche Verschwörungstheorien hervorgerufen. Der Luftwaffenstützpunkt selbst wurde bis zum vollständigen Abzug der USA im Dezember 2011 von US-Streitkräften sowie zeitweise von australischen und rumänischen Truppen gehalten. Zu diesem Zeitpunkt übergab das Pentagon im Rahmen der Operation New Dawn die Kontrolle an den Irak zurück. Für das weitaus komplexere und umstrittenere Thema – die Gründe für den Irak-Krieg – wurden viele Gründe genannt. Doch der allgemeine Konsens, wie er vom Council on Foreign Relations und von Historikern dargelegt wurde, besteht weiterhin darin, dass der wichtigste, wenn nicht einzige Grund, das Ende des Regimes von Saddam Hussein war. Die USA rechtfertigten die Invasion mit der Behauptung, der Irak verstecke Massenvernichtungswaffen und stelle daher eine große Gefahr für die Sicherheit dar. Doch während der Irak während des Iran-Irak-Krieges von 1980 bis 1988 über derartige Waffen verfügte, war dies im Jahr 2003, zur Zeit des Krieges, nicht mehr der Fall. Was wir mit Sicherheit wissen, ist, dass die USA schon immer „langjährige geopolitische Interessen im Großraum Mittlerer Osten“ hatten, sagte Jason Opal, Professor für Geschichte an der McGill University, gegenüber Newsweek. „Einige dieser Besitztümer haben sie von früheren imperialen Mächten wie Großbritannien und Frankreich geerbt“, sagte Opal. Bei diesen Interessen geht es vor allem, wenn auch nicht ausschließlich, um den Zugang zum Öl – nicht nur darum, dieses Öl für US-Verbraucher und Unternehmen zu sichern, sondern auch darum, feindlichen Nationen wie Russland und China dasselbe Öl vorzuenthalten. “Besonders nach seiner Invasion Kuwaits am 2. August 1990 wurde Saddam Hussein – früher ein US-Verbündeter gegen den Iran – zu einer großen Bedrohung für diese Interessen, und seine allgemeine Brutalität und Unberechenbarkeit machten ihn für viele US-Führer inakzeptabel.” Bis 2001 waren die USA entschlossen, Hussein einzudämmen und zu isolieren, doch die Ereignisse des 11. September hätten Präsident George W. Bush einen Vorwand gegeben, ihn „mit Gewalt abzusetzen“, so Opal. “Die Beweislage deutet darauf hin, dass die Bush-Regierung die Hinweise auf Husseins Verbindungen zu Terroristen und sein Atomprogramm stark betonte und der US-Öffentlichkeit den Krieg auf der Grundlage übertriebener Behauptungen, wenn nicht gar regelrechter Lügen, verkaufte”, sagte Opal. „Aber es gibt absolut keinen Grund, sich irgendwelche anderen verborgenen Motive vorzustellen. Ihr Ziel war es, Husseins Regime zu zerstören, eine US-freundliche Regierung zu installieren und die Dominanz der USA (und damit auch Israels) über die Region zu fördern. Punkt, Schluss. “Es gibt viele Gründe, den von der Bush-Regierung genannten und tatsächlichen Gründen für den Beginn dieses Krieges skeptisch gegenüberzustehen. Es gibt aber auch viele Möglichkeiten, die zugrunde liegenden Gründe zu erklären, ohne in faktenfreie Verschwörungstheorien zu verfallen.” Während der konkrete Grund für den Irak-Krieg weiterhin Gegenstand von Debatten ist, ist die Behauptung, dass ein außerirdisches Stargate die Invasion ausgelöst hat, aus mehreren Gründen falsch. Der Konsens der Historiker über die Motive der Bush-Regierung beruht auf mehreren echten Faktoren, darunter geopolitische und wirtschaftliche. Die Zikkurat von Ur ist eines der noch heute stehenden antiken Bauwerke der Mesopotamier. Sie wurde zweimal – in der Antike und erneut in den 1980er-Jahren – rekonstruiert. Für die Behauptung, dass es sich dabei um ein außerirdisches Stargate handelt oder dass sich dort ein solches befindet, gibt es jedoch keine wissenschaftliche Grundlage. Obwohl der Flughafen eine Zeit lang tatsächlich unter US-Kontrolle stand (aufgrund seiner Lage neben einem bestehenden, von den Amerikanern übernommenen Luftwaffenstützpunkt), wurde er kurz vor dem vollständigen Abzug der US-Truppen aus dem Land an die irakische Regierung zurückgegeben.
Die Einstein-Rosen-Brücke ‘Wurmloch‘

Portal (Architektur)
Als Portal wird der durch architektonische Gliederung oder plastischen Schmuck hervorgehobene Eingang von Bauwerken bezeichnet. Insbesondere Hofeinfahrten und Zugänge von repräsentativen Gebäuden wie Tempeln, Kirchen, Palästen, Bürgerhäusern und Rathäusern wurden in der Vergangenheit mit stattlichen Portalen ausgestattet. Tunneleinfahrten werden auch heute noch durch monumental gestaltete Portale hervorgehoben.
Sonnentor
Das Sonnentor, auch bekannt als Tor der Sonne (in älterer Literatur einfach „(großes) monolithisches Tor von Ak-kapana“ genannt), ist ein monolithisches Tor der Tiwanaku-Kultur in Tiahuanaco, einer andinen Zivilisation Boliviens, die um 500–950 n. Chr. in der Gegend um den Titicacasee in den Anden West-Südamerikas blühte. Tiwanaku liegt in der Nähe des Titicacasees auf etwa 3.825 Metern Höhe nahe La Paz, Bolivien. Das Sonnentor ist etwa 3 Meter hoch und 4 Meter breit und wurde aus einem einzigen Steinblock gehauen. Sein Gewicht wird auf 10 Tonnen geschätzt. Als der Megalith Mitte des 19. Jahrhunderts von europäischen Forschern wiederentdeckt wurde, lag er waagerecht und wies einen großen Riss auf. Er steht heute noch an seinem Fundort, obwohl man annimmt, dass dies nicht sein ursprünglicher Standort ist, der weiterhin ungewiss ist. Einige Elemente der Tiwanaku-Ikonographie verbreiteten sich in ganz Peru und Teilen Boliviens. Obwohl es verschiedene moderne Interpretationen der rätselhaften Inschriften auf dem Objekt gibt, wird angenommen, dass die Schnitzereien, die das Tor schmücken, astronomische und/oder astrologische Bedeutung besitzen und möglicherweise einem kalendarischen Zweck dienten. Darüber hinaus vermuten Wissenschaftler, dass das Muster unterhalb der zentralen Figur Himmelszyklen darstellt. Als späteres Monument an diesem Ort könnte das Sonnentor aufgrund seiner Ausrichtung zur Sonne im Westen auch einen Übergang von einer Mondreligion zu einer Sonnenreligion symbolisiert haben.
Aramu Muru ‘Tor der Götter‘
Aramu Muru (Quechua: Ajayu marka, Aymara: Aramumuru von iranama, ‚Hang‘ oder ‚Seite‘ und muru, ‚Schnitt‘; auch bekannt als Tor der Götter) ist ein historischer Ort im äußersten Süden des Bezirks Ilave in der peruanischen Provinz El Collao (Departement Puno). Es befindet sich nahe dem Titicacasee. Der Ort wird von Esoterikern aus aller Welt heimgesucht. Aramu Muru ist Gegenstand von New-Age-Spekulationen und Verschwörungstheorien. Die flache Steinbearbeitung ist ungefähr 7,0 m groß und mit einer T-förmigen Nische von 198 cm Höhe versehen.
Meher Kapısı ‘Mithras-Tor‘
Meher Kapısı (Mheridur, Meher Kapı,armenisch Մհերի դուռ Mheri dur), das „Mithras-Tor“ bedeutet, ist ein urartäisches Ḫaldi-Heiligtum bei Van in der Türkei. Weitere Namen für das Heiligtum sind Tac Kapi, „Steintor“, oder Çoban Kapisi, „Hirtentor“. Die lange, zweisprachige Inschrift des Meher Kapısıs stellt die bisher wichtigste Quelle zur urartäischen Religion dar. Sie wurde unter Išpuini und Menua um 820 v. Chr. verfasst. Die Inschrift bezeichnet das Heiligtum in Form einer Nische als „Tür“. Auf einer tiefer gelegenen Terrasse wurden vermutlich Opfer dargebracht. Die Inschrift nennt die Reichsgötter Ḫaldi, den Wettergott Teišeba und den Sonnengott Šiwini sowie eine Vielzahl lokaler Gottheiten. Auch Pässe, Seen und Berge (Eidoru) wurden mit Opfern bedacht, sowie die Waffen des Haldi und das Haldi Tor selbst. Insgesamt erhielten 79 Wesenheiten im Monat Šiuini Opfer von Rindern und Schafen.
Naupa Iglesia ‘heiliger Ort aus früheren Zeiten‘
Naupa Iglesia (spanisch Iglesia ‚Kirche‘), auch Ñaupa Iglesia, Naupa Huaca, Ñaupa Waka (Ñaupa für „uralt, aus früheren Zeiten“) Wak’a für „heiliger Ort oder heiliger Gegenstand“, also etwa „heiliger Ort aus früheren Zeiten“; Höhle von Choquequilla (Quechua für „Goldmond“), der goldene Mond oder Mondtempel, ist eine archäologische Stätte in der Nähe von Pachar Peru wenige Kilometer von Ollantaytambo entfernt. Der Ort ist Pilgerstätte für Esoteriker und Gegenstand von Spekulationen verschiedenster Art.
Ploutonion in Hierapolis ‘Plutos Tor‘
Das Ploutonion von Hierapolis (Altgriechisch: Πλουτώνειον Ploutonion, wörtlich „Ort des Pluto“; Latein: Plutonium) oder Pluto-Tor war ein Ploutonion (eine dem Gott Pluto geweihte Kultstätte) in der antiken Stadt Hierapolis nahe Pamukkale in der heutigen türkischen Provinz Denizli. Die Stätte wurde 1965 von italienischen Archäologen entdeckt, die im Laufe des Jahrzehnts Berichte über ihre Ausgrabungen veröffentlichten. Nach den 1998 vor Ort durchgeführten Untersuchungen erkannte der Geologe Luigi Piccardi vom italienischen Nationalen Forschungsrat, dass der Ursprung sowohl des Ploutonions als auch des nahegelegenen Apollonorakels von Hierapolis mit der oberflächlichen Spur einer seismischen Verwerfung zusammenhängt. Beide Heiligtümer wurden gezielt auf dieser Verwerfung errichtet, die als Tor zum Hades verehrt wurde. 2013 wurde sie von italienischen Archäologen unter der Leitung von Francesco D’Andria, Professor für Archäologie an der Universität Salento, weiter erforscht. Im Rahmen eines Restaurierungsprojekts wurde eine Nachbildung der Marmorstatue von Hades und Kerberos an ihren ursprünglichen Standort zurückgebracht. Die Statue stand dort nachweislich bereits in der Antike.
Pforten der Hölle
Die Pforten der Hölle sind verschiedene Orte an der Erdoberfläche, die sich einen legendären Ruf als Eingänge zur Unterwelt erworben haben. Oft befinden sie sich in Regionen mit ungewöhnlicher geologischer Aktivität, insbesondere in Vulkangebieten, oder manchmal auch an Seen, Höhlen oder Bergen.
Schwarzschild-Wurmloch
In der Allgemeinen Relativitätstheorie ist ein Schwarzschild-Wurmloch eine Lösung der Einsteinschen Feldgleichungen, die aus der Schwarzschild-Metrik (welches ungeladene und nicht rotierende Schwarze Löcher beschreibt) durch Koordinatentransformation hervorgeht und topologisch als Wurmloch zwischen zwei verschiedenen Universen interpretiert werden kann. Anschaulich gesehen werden zwei äußere Schwarzschild-Lösungen am Ereignishorizont aneinandergeklebt. Optisch ist dieses daher nicht von einem Schwarzen Loch zu unterscheiden und praktisch nicht durchquerbar, da die benötigte Zeit dafür unendlich lang ist. Die erste Beschreibung der Metrik eines Schwarzschild-Wurmloches wurde erstmals von Albert Einstein und Nathan Rosen am 1. Juli 1935 veröffentlicht.
Reissner-Nordström-Wurmloch
In der Allgemeinen Relativitätstheorie ist ein Reissner–Nordström-Wurmloch eine Lösung der Einsteinschen Feldgleichungen, die aus der Reissner–Nordström-Metrik (welches geladene und nicht rotierende Schwarze Löcher beschreibt) durch Koordinatentransformation hervorgeht und topologisch als Wurmloch zwischen zwei verschiedenen Universen interpretiert werden kann. Anschaulich gesehen werden zwei äußere Reissner-Nordström-Lösungen am äußeren Ereignishorizont aneinandergeklebt. Optisch ist dieses daher nicht von einem Schwarzen Loch zu unterscheiden und praktisch nicht durchquerbar, da die benötigte Zeit dafür unendlich lang ist. Die erste Beschreibung der Metrik eines Reissner–Nordström-Wurmloches wurde erstmals von Albert Einstein und Nathan Rosen am 1. Juli 1935 veröffentlicht.
Ellis-Wurmloch
Das Ellis-Wurmloch ist ein Spezialfall des Ellis-Abflusslochs, in dem der Äther nicht fließt und keine Gravitation herrscht. Es bleibt ein reines, durchquerbares Wurmloch, bestehend aus zwei identischen, nicht flachen, dreidimensionalen Regionen, die an einer Zwei-Sphäre, dem „Hals“ des Wurmlochs, verbunden sind. Wie in der Abbildung zu sehen ist, sind die zweidimensionalen äquatorialen Querschnitte des Wurmlochs katenoide „Kragen“, die weit entfernt vom Hals asymptotisch flach sind. Da keine Gravitation wirkt, kann ein Inertialbeobachter (Testteilchen) an jedem Punkt im Raum ewig ruhen. Wird er jedoch durch eine Störung in Bewegung gesetzt, folgt er – wie auch ein Photon – einer Geodäte eines äquatorialen Querschnitts mit konstanter Geschwindigkeit. Als Spezialfall des Ellis-Wurmlochs, das selbst ein „durchquerbares Wurmloch“ ist, geht das Ellis-Wurmloch auf die Entdeckung des Wurmlochs im Jahr 1969 (Datum der ersten Einreichung) durch H. G. Ellis und etwa zur gleichen Zeit unabhängig davon durch K. A. Bronnikov zurück. Ellis und Bronnikov leiteten das ursprüngliche durchquerbare Wurmloch als Lösung der Einsteinschen Vakuumfeldgleichungen ab, erweitert durch die Einbeziehung eines Skalarfelds ϕ, das minimal an die Geometrie der Raumzeit gekoppelt ist, wobei die Kopplungspolarität der orthodoxen Polarität entgegengesetzt ist (negativ statt positiv). Einige Jahre später fertigten M. S. Morris und K. S. Thorne eine Nachbildung des Ellis-Wurmlochs an, um es als Hilfsmittel zum Unterrichten der allgemeinen Relativitätstheorie zu verwenden. Sie behaupteten, die Existenz eines solchen Wurmlochs erfordere das Vorhandensein von „negativer Energie“, eine Ansicht, die Ellis zwar in Betracht gezogen, aber ausdrücklich abgelehnt hatte, da die Argumente dafür nicht überzeugend seien.
Einstein-Rosen-Brücke (Wurmlöcher)
Wurmlöcher sind theoretische Gebilde, die sich aus speziellen Lösungen (Kruskal-Lösungen) der Feldgleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie ergeben. Erstmals wurden sie im Jahre 1916 von Ludwig Flamm sowie erneut im Jahre 1935 von Albert Einstein und Nathan Rosen beschrieben. Sie werden daher auch Einstein-Rosen-Brücke genannt. Der englische Begriff wormhole wurde 1957 von John Archibald Wheeler geprägt. Der Name Wurmloch stammt von der Analogie mit einem Wurm, der sich durch einen Apfel hindurchfrisst. Er verbindet damit zwei Seiten desselben Raumes (der Oberfläche) mit einem Tunnel. Das veranschaulicht das Merkmal der Kruskal-Lösungen, zwei Orte im Universum zu verbinden. Es gibt keine experimentellen Hinweise auf die tatsächliche Existenz von Wurmlöchern in unserem Universum.
Stargate (Gerät)
Ein Stargate ist ein fiktives Portalgerät, das auf der Einstein-Rosen-Brücke des Stargate-Universums basiert und die nahezu augenblickliche, direkte Teleportation zwischen zwei weit entfernten Orten mit einer festgelegten Adresse ermöglicht. Die Geräte tauchten erstmals 1994 in Roland Emmerichs Film „Stargate“ auf und wurden anschließend in den Fernsehserien „Stargate SG-1“, „Stargate Infinity“, „Stargate Atlantis“, „Stargate Universe“ und „Stargate Origins“ sowie in den Fernsehfilmen „Stargate: Die Arche der Wahrheit“ und „Stargate: Continuum“ verwendet. In diesen Produktionen dient das Stargate als Handlungselement und ermöglicht den Hauptfiguren den Besuch fremder Planeten ohne Raumschiffe oder andere Technologie. Das Gerät ermöglicht die nahezu augenblickliche Teleportation über interstellare und extragalaktische Distanzen.
Das Sternenportal, das Stargate, von Irak

Über die angebliche Entdeckung eines „Sternenportals“ oder „Stargates“ oder eine geheime Technologie im Zikkurat des Mondgottes Nanna gibt es keine seriösen archäologischen Belege in den verfügbaren Quellen. Die Fundberichte konzentrieren sich auf stadtarchäologische Strukturen, Bewässerungssysteme und Kanäle sowie das mögliche Grab. Die Ausgrabungen mussten wegen des Irakkriegs 2003 abgebrochen werden, und seither blieb das Gebiet unberührt.

US-Soldaten der 17. Fires Brigade steigen die rekonstruierten Stufen der Zikkurat von Ur hinauf, 2010.

US-Soldaten verteidigen die Zikkurat von Ur, Tell el-Muqayyar, Irak.

Das gepanzerte Sicherheitsfahrzeug M1117 ist neben der 4.000 Jahre alten Zikkurat in Ur geparkt.

Ein Angehöriger des 1.–160. Infanterieregiments der kalifornischen Nationalgarde, posiert auf den Stufen der Zikkurat in Ur. Während Saddam Husseins Amtszeit konnten nur wenige Westler die Stätte besuchen, doch seit 2003 haben amerikanische Militärangehörige problemlosen Zugang zu der Stätte.

Dieses Foto aus dem Jahr 2008 zeigt den Laden am Fuße der Zikkurat. Im Vordergrund ist der Bitumenmörtel des Denkmals zu sehen. Die klebrige schwarze Substanz (auch black goo genannt) trug zur Erhaltung der Struktur bei und ist eine der ersten Nutzungen der südirakischen Ölfelder.

Der Soldat wartet an einem Kontrollpunkt etwa eine Meile von den Ruinen von Ur entfernt.
Wiege der Zivilisation: US-Soldaten bei der Übergabezeremonie in Ur

Ruinen in der untermesopotamischen Stadt Ur, 2016, wo Ibrahim geboren worden sein soll, was daher auch den Namen „Abrahams Haus“ trägt (30°57′42.75″N 46°06′21.3″E).
Fehl am Platz-Artefakt ‘OOPArt‘
Ein Out-of-place-Artefakt (OOPArt) ist ein Artefakt von historischem, archäologischem oder paläontologischem Interesse, das in einem ungewöhnlichen Kontext gefunden wurde und durch sein Vorhandensein in diesem Kontext die konventionelle historische Chronologie in Frage stellt (bzw. in Frage zu stellen scheint oder behauptet wird). Solche Artefakte können für die zu ihrer Zeit bekannte Technologie zu fortschrittlich erscheinen oder auf die Anwesenheit von Menschen zu einer Zeit hinweisen, als es noch keine Menschen gab. Andere Beispiele deuten auf einen Kontakt zwischen verschiedenen Kulturen hin, der mit dem herkömmlichen Verständnis für Geschichte nur schwerlich zu erklären ist.
Sonnensymbol
Ein Sonnensymbol ist ein Symbol mit Bezug zur Sonne. Sonnensymbole können neben anderen Bereichen Bedeutung in Psychoanalyse, Symbolismus, Semiotik, Astrologie, Religion, Mythologie, Mystizismus, Wahrsagerei, Heraldik und Vexillologie haben. Die Sonnenscheibe konnte auf verschiedene Weise verändert werden, insbesondere durch das Hinzufügen von Strahlen (die in der Bronzezeit in ägyptischen Darstellungen des Aton zu finden sind) oder eines Kreuzes. Im Alten Nahen Osten konnte die Sonnenscheibe auch durch das Hinzufügen des Uräus (einer aufgerichteten Kobra) modifiziert werden, und im alten Mesopotamien wurde sie mit Flügeln dargestellt.
Himmelsscheibe von Nebra
Die Himmelsscheibe von Nebra ist eine kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, die als die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung gilt. Ihr Alter wird auf 3700 bis 4100 Jahre geschätzt. Das Artefakt der Aunjetitzer Kultur aus der frühen Bronzezeit Mitteleuropas zeigt astronomische Phänomene und religiöse Symbole. Längere Zeit nach der Entstehung eingearbeitete Gold-Tauschierungen und die vermutlich bewusste Vergrabung vor etwa 3600 Jahren lassen den Schluss auf einen längeren, möglicherweise religiösen Gebrauch zu. Seit Juni 2013 gehört die Himmelsscheibe von Nebra zum UNESCO–Weltdokumentenerbe in Deutschland. Gefunden wurde sie am 4. Juli 1999 von Raubgräbern auf dem Mittelberg in der damaligen Gemeinde Ziegelroda nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt. Seit 2002 gehört sie zum Bestand des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle. Den Ort, an dem die Himmelsscheibe 3600 Jahre im Boden lag, überwölbt das „Himmelsauge“, eine Scheibe aus poliertem Edelstahl.
Mechanismus von Antikythera
‘Der weltweit erste Analogrechner – Analoge Computer’
Der Mechanismus von Antikythera ist ein antikes, mit einer astronomischen Uhr vergleichbares Gerät, das mit Hilfe von Zahnrädern und Zifferblättern astronomisch–kalendarische Zusammenhänge zeigte. Es wurde im Jahr 1900 von Schwammtauchern zusammen mit anderen Funden, darunter Bronzestatuen und Münzen, in einem Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera (Andikythira) entdeckt. Die Münzen erlaubten eine Datierung des Schiffuntergangs auf den Zeitraum von 70 bis 60 v. Chr. Das Gerät ist unvollständig erhalten und daher nicht mehr funktionsfähig. Seine 82 Fragmente befinden sich im Archäologischen Nationalmuseum in Athen, das die drei größten in der Abteilung für Bronzegegenstände öffentlich ausstellt. Der Fund des Mechanismus stellte eine Sensation dar, da er wesentlich komplexere Darstellungen erlaubte als die astronomischen Uhren des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die Herstellung eines technisch so anspruchsvollen Geräts in der Antike war bis dahin nicht für möglich gehalten worden. Die umfangreiche, noch immer andauernde Rekonstruktion ergab, dass der Mechanismus als Modell für die beobachtbaren Bewegungen von Sonne und Mond durch Anzeigen auf runden Skalen diente. Die mehrheitlich als Kalender skalierten Anzeigen ließen sich mit einer Einstellhilfe synchron verändern. Rekonstruktion nach Derek de Solla Price im Archäologischen Nationalmuseum (Athen).
Zikkurat von Ur ‘Das Sternentor’
‘Aktion Stargate’
Fast 23 Jahre nach dem Einmarsch der USA im Irak im März 2003 halten sich hartnäckig Gerüchte, dass der offizielle Grund für die Invasion – die Suche nach Massenvernichtungswaffen – nur ein Vorwand war. Doch was, wenn die wahren Motive in den Tiefen der mesopotamischen Geschichte verborgen liegen? Was, wenn es um etwas ging, das weit über Öl, Geopolitik oder Terrorismusbekämpfung hinausgeht? Was, wenn es um ein uraltes, außerirdisches „Sternentor“ ging?
Die Einstein-Rosen-Brücke: Wissenschaft oder Science-Fiction?
Theoretische Physiker beschreiben Wurmlöcher (Einstein-Rosen-Brücken) als hypothetische Tunnel durch Raum und Zeit. Die Zikkurat von Ur könnte ein solches „Stargate“ sein – ein funktionales Portal, das von den Sumerern genutzt wurde. 1935 Albert Einstein und Nathan Rosen beschrieben erstmals die Möglichkeit von Wurmlöchern. 2020 ein geheimer DIA-Bericht erwähnt „energetische Anomalien“ in Ur – könnte dies ein Hinweis auf ein aktives Portal sein?
Was suchten sie wirklich?
Husseins „Alien-Programm“: Gerüchte besagen, Saddam Hussein habe in den 1990er-Jahren geheime Forschungen zu außerirdischer Technologie betrieben. Sein Schwiegersohn, Hussein Kamel, soll vor seiner Flucht 1995 Dokumente über „ungewöhnliche Funde“ im Irak mitgenommen haben.
Die Anunnaki-Verbindung: In kurdischen Regionen des Irak und Irans tauchten in den 2000er-Jahren Berichte über 12.000 Jahre alte „Anunnaki-Mumien“ auf. Offizielle Stellen bezeichneten sie als Fälschungen – doch Whistleblower wie Corey Goode behaupten, es handele sich um echte Überreste einer außerirdischen Spezies.
Die Zikkurat von Ur: Tor zu einer anderen Welt?
Die Große Zikkurat von Ur, ein 4.000 Jahre altes Bauwerk im Süden des Irak, ist eines der besterhaltenen Monumente der sumerischen Zivilisation. Doch für Verschwörungstheoretiker und Exopolitik-Experten ist sie weit mehr: ein Portal zu anderen Dimensionen, gebaut von den Anunnaki – einer außermenschlichen Spezies, die laut alternativen Geschichtstheorien die Menschheit einst beeinflusste.
Die Theorie: Saddam Hussein wusste von der Existenz des „Stargates“. Michael Salla, ein australischer „Exopolitik“-Forscher, behauptet, die USA seien in den Irak einmarschiert, um Husseins Zugang zu dieser Technologie zu blockieren. „Die Bush-Regierung wollte verhindern, dass Hussein diese Informationen preisgibt – oder sie selbst kontrollieren“, so Salla. Seine These: Das Portal befindet sich unter der Zikkurat von Ur, einem der heiligsten Orte der Sumerer.
Archäologische Sensationen und militärische Geheimhaltung
2003, kurz nach der Invasion, übernahmen US-Truppen die Kontrolle über die Region um Ur. Die Zikkurat wurde zeitweise für die Öffentlichkeit gesperrt – offiziell, um sie vor Plünderungen zu schützen. Doch Augenzeugen berichten von ungewöhnlicher militärischer Aktivität in der Nähe des Bauwerks. US-Soldaten posierten auf den Stufen der Zikkurat, während gepanzerte Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe stationiert waren.
Die Rolle der USA: Öl, Macht – oder etwas anderes?
Offiziell rechtfertigte die Bush-Administration den Krieg mit Massenvernichtungswaffen – die nie gefunden wurden. Kritiker vermuten geopolitische Interessen: die Kontrolle über irakisches Öl und die Schwächung eines regionalen Gegners.
Doch Ex-Militärs und Insider sprechen von einem dritten, geheimen Motiv. Ein ehemaliger FBI-Agent, der an den Verhören Saddams beteiligt war, berichtete unter der Bedingung der Anonymität: „Hussein erwähnte mehrmals ‚Technologien aus der Antike‘, die er in Ur entdeckt habe. Die CIA war besessen davon.“
War die Zikkurat der wahre Schatz?
2003–2011: Die US-Armee kontrollierte die Region um Ur. Die Zikkurat wurde militärisch abgesichert, während Archäologen keinen Zutritt erhielten.
2009: Das Pentagon übergab die Stätte an die irakische Regierung – doch was wurde in den sechs Jahren davor gefunden?
2020: Ein geleakter Bericht des Defense Intelligence Agency (DIA) erwähnt „ungewöhnliche energetische Anomalien“ in der Nähe der Zikkurat. Der Bericht wurde nie offiziell bestätigt.
Die Anunnaki: Götter, Außerirdische – oder eine Lüge?
Die sumerischen Texte beschreiben die Anunnaki als mächtige Wesen, die „vom Himmel kamen“ und den Menschen Wissen brachten. Verschwörungstheoretiker interpretieren dies als Beweis für außerirdischen Kontakt. Zecharia Sitchin, Autor von „Der 12. Planet“, behauptete, die Anunnaki seien eine extraterrestrische Rasse vom Planeten Nibiru, die vor 450.000 Jahren auf der Erde landete. Mainstream-Archäologen wie Jörg Faßbinder (LMU München) betonen, dass es keine handfesten Beweise für außerirdische Einflüsse gibt. Die Zikkurat von Ur sei ein religiöses Bauwerk, kein Technologie-Portal. Doch warum die Geheimhaltung? Wenn es nur um einen Tempel geht – warum wurde die Stätte jahrelang von Militärs bewacht?
War der Irak-Krieg ein moderner Kreuzzug nach uralter Technologie?
Die offizielle Geschichtsschreibung wird die „Stargate“-These niemals bestätigen. Saddams Interesse an Ur – er ließ die Zikkurat in den 1980ern restaurieren. Die US-Militärpräsenz direkt nach 2003 – nicht nur in Bagdad, sondern speziell in Ur. Geheimdienstdokumente, die von „ungewöhnlichen Funden“ sprechen. Die Anunnaki-Legenden, die sich hartnäckig in der Popkultur halten. Die Zikkurat von Ur bleibt ein Rätsel. Und solange die Archive der Geheimdienste verschlossen bleiben, wird die Spekulation weitergehen.
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