August Engelhardt

August Engelhardt (1911)

August Karl Engelhardt (* 27. November 1875 in Nürnberg; † 6. Mai 1919 auf Kabakon, heute Papua-Neuguinea) war ein Deutscher, der eine neue religiöse Gemeinschaft mit dem Namen Sonnenorden – Aequatoriale Siedlungsgemeinschaft gründete. Er entwickelte darin den Kokovorismus, eine Ernährungsweise, in deren Zentrum der Verzehr der Kokosnuss steht.

Ab 1909 wurde Engelhardt zu einer lebenden kuriosen Sehenswürdigkeit für Touristen, die Deutsch-Neuguinea besuchten. Die Plantage, seit 1909 betrieben als Firma Engelhardt & Co., bewirtschaftete er zusammen mit seinem Verwalter Wilhelm Bradtke. 1910 versuchte er, ein Grundstück von 50 Hektar auf der Insel Towalik (westlich von Kabakon) als sein Eigentum im Grundbuch eintragen zu lassen. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Engelhardt zunächst 1915 in Rabaul interniert, konnte aber bald auf das nun australisch besetzte Kabakon zurückkehren. Seine Kokosplantage hatte er an Wilhelm Mirow, einen Deutschen mit australischer Ehefrau, verpachtet und widmete sich dem Studium einheimischer Heilpflanzen und der Homöopathie.

Engelhardt starb Anfang Mai 1919 abgemagert an Malaria, seine Leiche wurde am 6. Mai aufgefunden; seine Grabstätte ist unbekannt. Sein nachfolgender Pächter schüttete seine Bibliothek ins Meer. Mirow wurde am 26. Juli 1919 zum Testamentsvollstrecker ernannt, agierte jedoch unredlich. Durch das australische Enteignungsgesetz über deutsches Vermögen (expropriation ordinance) fiel das verbliebene Vermögen von sechs Pfund am 6. Mai 1920 dem australischen Staat anheim.

Kabakon

Kabakon ist eine Insel der Duke-of-York-Inseln, einer Inselgruppe im zu Papua-Neuguinea gehörenden Bismarck-Archipel.

Die Insel – oder zumindest ein großes Grundstück auf ihr – wurde zur Jahresmitte 1879 durch den Naturforscher Theodor Kleinschmidt erworben. Verkäufer waren einige Stammesangehörige der Nachbarinsel Utuan, die auf Kabakon Land hielten. Als Beleg gilt ein Privatbrief an Rev. Benjamin Danks, in dem Kleinschmidt unter dem 5. Januar 1880 über den von ihm getätigten Kauf von „Kambe Kounae (Kapakon)“ berichtet. Laut anderen Quellen erwarb Kleinschmidt das nordöstliche Ulu.

Zu deutschen Kolonialzeiten befanden sich auf Kabakon (Lage) Kokosplantagen. 1902 ließ sich August Engelhardt auf dem Eiland nieder und gründete eine Gemeinschaft mit dem Namen „Sonnenorden – Aequatoriale Siedlungsgemeinschaft“. Der Sonnenorden trat für den ausschließlichen Verzehr von Kokosnüssen und für Nudismus ein. Teilweise soll der Orden bis zu 30 Mitglieder gezählt haben. Der Sonnenorden und die Kokosdiät wurden in Deutschland mit Prospekten beworben: „Nackter Kokovorismus ist Gottes Wille. Die reine Kokosdiät macht unsterblich und vereinigt mit Gott.“ Viele deutsche Zivilisationsflüchtlinge, die dem Ruf Engelhardts folgten, erkrankten jedoch oder verstarben bald nach ihrer Ankunft auf Kabakon. Andere kehrten entmutigt in ihre Heimat zurück. Die letzten Sonnenanbeter verließen nach dem Ersten Weltkrieg die Insel. Engelhardt selbst starb 1919 auf Kabakon.

Flugzeug absturz auf Kabakon

Der Flugzeugabsturz auf Kabakon Island ist ein (tragisches) Fußnoten-Ereignis in der Geschichte des exzentrischen Kokono-Königreichs. Während Engelhardt und seine Anhänger versuchten, die Zeit zurückzudrehen und nur von Kokosnüssen zu leben, krachte die moderne Industriewelt in Form eines Flugzeugs in ihr isoliertes Refugium.

Die Junkers F 13 (interne Werksbezeichnung J 13; in den USA von der Junkers-Larsen Aircraft Corporation als Larsen JL-6 vermarktet) war bzw. ist ein Verkehrs- und Frachtflugzeug der Junkers Flugzeugwerke in Dessau. Der 1919 entwickelte Typ war das erste Ganzmetallflugzeug der zivilen Luftfahrt. Der einmotorige Tiefdecker bot in einer geschlossenen Kabine vier Passagieren Platz. Insgesamt wurden von 1919 bis 1932 etwa 320 Maschinen gebaut, von denen rund 110 in Deutschland zugelassen waren.

(https://maps.app.goo.gl/zx13fPB1DWUoQvsP6)

Imperium (Kracht)

Imperium ist der Titel eines 2012 erschienenen, zwischen Persiflage und Pastiche oszillierenden Romans des Schweizer Schriftstellers Christian Kracht. Er erzählt die tragikomische Geschichte des deutschen Aussteigers August Engelhardt, der sich 1903 auf der Insel Kabakon im damaligen deutschen Kolonialgebiet Deutsch-Neuguinea ansiedelte, um dort eine Kokosplantage zu bewirtschaften und einen natur-religiösen „Sonnenorden“ zu gründen. Der fanatisch-missionarische Vegetarier und Vertreter einer alternativen Lebensweise verehrte die Kokosnuss als eine göttliche Frucht und proklamierte den Kokovorismus als die ideale Ernährungs- und Lebensgrundlage der Menschen.

Emma Kolbe ‘Queen Emma’

Emma Eliza Kolbe, geboren als Emma Eliza Coe, später durch Heirat Emma Eliza Forsayth, dann Emma Eliza Farrell, auch Queen Emma genannt (* 26. September 1850 auf Savaiʻi – nach anderen Quellen in Apia auf Upolu[1] – Samoa; † 21. Juli 1913 in Monte Carlo), war eine samoanischamerikanische Geschäftsfrau und Plantagenbesitzerin. Sie war eine der wohlhabendsten, aber auch skandalösesten Unternehmerinnen ihrer Zeit und speziell im Südseeraum.

Kracht lässt in seinem Roman neben Engelhard die historischen Personen HahlSolf und Emma Kolbe und zwei Sonnenorden-Anhänger, Heinrich Aueckens und Max Lützow, auftreten, verändert aber ihre Biographie in Verbindung mit fiktiven Personen und Handlungen: z. B. heiratete Max Lützow nicht die reiche Plantagenbesitzerin. Sie war zu diesem Zeitpunkt mit ihrem dritten Mann Paul Kolbe verheiratet. Lützow erkrankte schwer auf Kabakon und wollte im Februar 1905 das Hospital in Herbertshöhe aufsuchen; er gelangte jedoch in stürmischer See nur bis zur Insel Lamassa, wo er entkräftet starb.

Max Lützow

Lützow (früher auch Lützau) ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammhaus (heute Dreilützow, Ortsteil der Gemeinde Wittendörp im Amt Wittenburg des Landkreises Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), nordöstlich der Ortslage der Stadt Wittenburg), das in zwei Linien – Mecklenburg/Preußen und Österreich/Böhmen – geteilt ist.

August Engelhardt (stehend) und Max Lützow

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