Donald Trumps Anspruch auf Friedensstiftung ist ein oft diskutiertes Thema. Seine Herangehensweise an Außenpolitik und Friedensprozesse ist unkonventionell und unterscheidet sich stark von traditionellen diplomatischen Methoden. Er verfolgt oft einen „Dealmaker“-Ansatz, der auf persönlichen Beziehungen, wirtschaftlichem Druck und direkten Verhandlungen basiert.
Internationale Friedenspreis
Der Internationale Friedenspreis (auch Weltfriedenspreis genannt) wurde auf dem 1. Weltfriedenskongress (Paris, April 1949) ins Leben gerufen und erstmals auf dem 2. Weltfriedenskongress (Warschau, November 1950) an Künstler für besondere Leistungen um den Weltfrieden verliehen. Ab 1951 wurden die Preise vom (im Anschluss an den Warschauer Kongress konstituierten) Weltfriedensrat vergeben. Letztmals wurde der Internationale Friedenspreis 1956 verliehen. Im November 1957 lehnte der nominierte Bertrand Russell die Annahme des Preises ausdrücklich ab.
Aachener Friedenspreis
Aachener Friedenspreis ist der Name sowohl eines 1988 gegründeten Vereins mit Sitz in Aachen als auch der von diesem Verein vergebenen Auszeichnung. Einer der Anlässe für die Gründung des Vereins war die stark umstrittene Verleihung des Karlspreises 1987 an Henry Kissinger.
Friedensnobelpreis
Der Friedensnobelpreis ist der wichtigste internationale Friedenspreis und eine Kategorie des von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel gestifteten Nobelpreises. Nach Maßgabe des Stifters soll er an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat. Die Auszeichnung wird seit 1901 jedes Jahr am Todestag Alfred Nobels, dem 10. Dezember, in Oslo verliehen. Sie ist seit 2023 mit 11 Millionen Schwedischen Kronen (ca. 1.035.000 Euro) dotiert. Für die Vergabe ist, im Gegensatz zu den anderen Preiskategorien des Nobelpreises, keine schwedische Institution zuständig, sondern ein vom norwegischen Parlament bestimmtes fünfköpfiges Komitee, weswegen der Preis als einziger unter den Nobelpreisen nicht in Stockholm verliehen wird. Eine Aufstellung aller Preisträger findet sich unter Liste der Friedensnobelpreisträger.
Donald Trump soll nach Antritt seiner zweiten Präsidentschaft der Vereinigten Staaten 2025 auf Vorschlag des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu für den Preis nominiert werden.
“Ein Tyrann und Diktator, ein Kriegsverbrecher, Netanjahu schlägt Trump, Tyrann und möchtegern Diktator, vor für einen Friedenspreis!? Wie Bitte? Dies ist eine Farse!” Zitat: Spencer X
Friedensrat
Trump kündigte in Davos die Gründung eines „Friedensrats“ an, an dem Vertreter von etwa einem Dutzend Ländern teilnehmen sollen. Ziel sei es, globale Konflikte – vor allem den Ukraine-Krieg – zu lösen und eine neue „Sicherheitsarchitektur“ zu schaffen. Der Rat soll als Alternative zu den Vereinten Nationen fungieren, die Trump regelmäßig als ineffektiv kritisiert. Trumps Friedensrat ist bisher vor allem ein PR-Instrument. Ob er tatsächlich zur Konfliktlösung beiträgt oder nur neue Spannungen schafft, bleibt abzuwarten.
Friedensrat (Trump)
Der Friedensrat (englisch Board of Peace) ist ein vom US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump persönlich auf Lebenszeit geführtes zwischenstaatliches Gremium, dessen erklärter Zweck darin besteht, „Stabilität zu fördern, eine verlässliche und rechtmäßige Regierungsführung wiederherzustellen und dauerhaften Frieden in von Konflikten betroffenen oder bedrohten Gebieten zu sichern“. Seine Einrichtung wurde von Trump im September 2025 als Lösungsschritt für den seit 2023 andauernden Konflikt zwischen der Hamas im Gazastreifen und Israel vorgeschlagen. Seine Gründung wurde von Trump am 15. Januar 2026 bekannt gegeben. Aufgrund der Resolution 2803 des UN-Sicherheitsrates, die von den Vereinigten Staaten ausgearbeitet und im November 2025 verabschiedet wurde, ist der Friedensrat allein damit beauftragt, die Verwaltung, den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung des Gazastreifens nach einem Ende des sogenannten Gazakrieges zu unterstützen. In seiner Gründungscharta ist davon jedoch keine explizite Rede mehr; stattdessen wird er als neues, dauerhaftes Gremium mit Trump als zentraler Figur etabliert. Einige Staaten, darunter auch Deutschland, haben Bedenken geäußert, dass er eine private Parallelorganisation zu den Vereinten Nationen gründen und diese damit untergraben wolle.
Trump Friedensstifter oder Friedensstörer?
Donald Trumps Rolle als Friedensstifter oder Friedensstörer ist ein komplexes und stark umstrittenes Thema. Es gibt Argumente für beide Seiten, und die Bewertung hängt oft stark von den politischen Perspektiven und den gewählten Kriterien ab. Er hat durchaus Bahnbrechendes geleistet (z.B. die Abraham-Abkommen), hat aber auch massive Schäden angerichtet (z.B. durch seine einseitige Nahost-Politik, seine Kritik an der NATO und seine unbeständige Iran-Politik).
Donald Trump, ein Friedensstörer erster Güte
Donald Trump ist kein Friedensstifter – er ist ein systematischer Friedensstörer, dessen Außenpolitik auf Eitelkeit, Machtgelüste und transaktionalem Denken basiert. Sein selbsternannter „Friedensrat“ (Board of Peace) ist kein Instrument für Weltfrieden, sondern ein imperiales Machwerk, das internationale Zusammenarbeit untergräbt und Demokratie verhöhnt.
1. Der „Friedensrat“ – Eine Farce der Macht
- Diktatorische Struktur: Trump hat sich selbst als lebenslangen Vorsitzenden dieses Rates installiert. Er entscheidet allein über Mitglieder, Finanzen und die Auslegung der Charta – ein personenkultisches Konstrukt, das internationale Zusammenarbeit auf die Idee eines Mannes reduziert.
- „Pay‑to‑Play“‑Demokratie: Staaten müssen mindestens 1 Milliarde US‑Dollar zahlen, um dauerhafte Mitgliedschaft und Einfluss zu erhalten. Das ist keine Diplomatie, das ist Geopolitik gegen Gebühr – nur Reiche und Willige dürfen mitmachen, während Demokratien wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu Recht abgelehnt haben.
- UN‑Feindliche Konkurrenz: Der Rat ist als Konkurrenz zur UN aufgebaut, nicht als Partner. Trump hat aus einem Gaza‑UN‑Mandat ein globales Gremium geformt, das die Völkerrechtsgemeinschaft aushebeln soll. Sein Ziel ist nicht Frieden, sondern Machtverlagerung in seine eigene Hände.
2. Transaktionale Außenpolitik – Frieden als Geschäft
Trump betrachtet Frieden nicht als kollektives Gut, sondern als Deal für seinen eigenen Nutzen:
- Einseitige Parteinahme: Im Nahostkonflikt hat er einseitig Partei für Israel ergriffen, palästinensische Rechte ignoriert und den Konflikt damit verschärft statt gelöst.
- Verrat an Verbündeten: Er hat NATO‑Partner gedemütigt, Sicherheitsgarantien infrage gestellt und internationale Abkommen wie den Iran‑Deal und das Pariser Klimaabkommen gebrochen – ein ** Vertrauensverlust**, der jahrelang anhaltende Instabilität schafft.
- Ungelöste Konflikte: Seine „Friedensgespräche“ mit Nordkorea waren rein inszenierte PR‑Events ohne echte Abrüstung, und sein Ukraine‑Plan (2025) forderte territoriale Zugeständnisse an Russland – ein Sieg für Aggression und ein Präzedenzfall für künftige Eroberungskriege.
3. Personalisierung statt Professionalität
Trump ersetzt professionelle Diplomatie durch Eitelkeit und Show:
- Gipfel als Reality‑TV: Seine Treffen mit Kim Jong Un waren keine Diplomatie, sondern Selbstbeweihräucherung, die Diktatoren legitimierten ohne Ergebnis.
- Inszenierung über Substanz: Seine Außenpolitik ist ein Zirkus der Eigenwerbung – wichtig ist nicht, was erreicht wird, sondern wie es auf Trump wirkt. Friedensprozesse werden abgebrochen oder manipuliert, wenn sie nicht seinen unmittelbaren Bedürfnissen dienen.
4. Das Erbe: Ein zerstörtes Vertrauen
Trump hinterlässt eine Welt, die weniger sicher und weniger kooperativ ist:
- Untergrabung der regelbasierten Ordnung: Er hat die Glaubwürdigkeit der USA als verlässlichen Partner zerstört und Autokraten wie Putin und Xi Jinping ermutigt, aggressiver aufzutreten.
- Polarisierung statt Versöhnung: Seine Rhetorik und Politik haben gesellschaftliche Spaltungen weltweit vertieft und den Boden für weitere Konflikte bereitet.
Fazit: Ein Brandstifter, kein Feuerwehrmann
Donald Trump ist kein Friedensstifter. Er ist ein brandstiftender Charismatiker, der globale Sicherheit als Spielwiese für seinen Egoismus betrachtet. Sein „Friedensrat“ ist ein Schaufenster seiner Machtgier, seine Diplomatie eine Folterkammer für Demokratie. Wer Frieden will, muss Trumps Einfluss begrenzen – nicht ihn als Friedensnobelpreiskandidaten feiern.
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