Made in Germany

Made in Germany (englisch für Hergestellt in Deutschland) ist eine Herkunftsbezeichnung. Ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts als Schutz vor vermeintlich billiger und minderwertiger Importware im Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland eingeführt, gilt die Bezeichnung heute in den Augen vieler Verbraucher als Gütesiegel. Gemäß einer internationalen Studie von 2017 genießt Made in Germany ein hohes internationales Ansehen und liegt auf Platz 1 von 52 Ländern des Made-in-Country-Index.

Bisher (2013) sind „Made in …“-Ursprungsbezeichnungen in der EU freiwillig. Auch sind die Hersteller relativ frei darin, ihre Erzeugnisse als „Made in Germany“ zu bezeichnen, obwohl sie zu einem großen Teil im Ausland gefertigt wurden.

Am 17. Oktober 2013 hat sich der Binnenmarktausschuss im Europäischen Parlament dafür ausgesprochen, Hersteller und Importeure von Produkten zur Angabe des Herkunftslandes zu verpflichten. Sie sollen sich dabei an den EU-Zollregeln orientieren; dies dürfte es vielen deutschen Unternehmen erschweren oder unmöglich machen, teilweise im Ausland gefertigte Produkte noch als „Made in Germany“ zu verkaufen.

Die EU-Kommission erwägt, den Zollkodex zu ändern. Dann wäre der größte wertsteigernde Teil des Herstellungsprozesses entscheidend – und der liegt bei vielen „Made in Germany“-Produkten zum Beispiel in China. In Kraft treten kann die geplante Änderung, wenn sich EU-Kommission und das Europäische Parlament auf eine gemeinsame Position geeinigt haben. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.

Die Hersteller begründen die Verwendung des Gütesiegels „Made in Germany“ bei Produkten, die ganz oder teilweise im Ausland gefertigt werden mit Forschung, Design und Qualitätssicherung, die in Deutschland angesiedelt sind und deutschen Wertvorstellungen entsprechen.

Deutsche Wertarbeit

Deutsche Wertarbeit ist ein auf technische Eigenschaften bezogenes Stereotyp. In dieser Hinsicht wird Wertarbeit als ein Merkmal verstanden, das deutschen Produkten und Dienstleistungen im Ausland zugeschrieben wird. Es enthält Bedeutungen wie Zuverlässigkeit, Funktionalität, Wertbeständigkeit, Know-how, Erfindergeist und Innovation. Im Nationalsozialismus war die deutsche Wertarbeit vielfach ein politisches Bekenntnis. Im Ausland hat sie wieder ein gutes Image, auf dem die deutsche Exportwirtschaft aufbaut. Die Herkunftsbezeichnung Made in Germany kann als Garant für deutsche Wertarbeit betrachtet werden.

Assembled in Germany

In Deutschland montiert

Ein Produkt mit ausländischen Komponenten kann ohne Einschränkung als „Assembled in Germany“ bezeichnet werden, wenn die Hauptmontage in Deutschland erfolgt und die Montage wesentlich ist. Voraussetzung für die Gültigkeit der „Montage“-Behauptung ist, dass auch die letzte wesentliche Verarbeitung des Produkts in Deutschland stattgefunden hat. Die schraubendreherartige Montage ausländischer Komponenten zu einem Endprodukt am Ende des Herstellungsprozesses in Deutschland berechtigt in der Regel nicht zur „Assembled in Germany“-Behauptung.

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