Jerusalem (hebräisch יְרוּשָׁלַיִםⓘ/? Jeruschalajim [jeʁuʃa’lajim];[A 1] arabisch أورشليم القدس, DMG Ūršalīm al-Quds ‚Jerusalem das Heiligtum‘, bekannter unter der Kurzform القدسⓘ/?, DMG al-Quds ‚das Heiligtum‘; altgriechisch Ἱεροσόλυμα Hierosólyma [Neutrum Plural], oder Ἰερουσαλήμ Ierousalḗm [f., indecl.]; lateinisch Hierosolyma [n. pl. oder f. sg.] Hierosolymae [f. pl.] Hierusalem oder Jerusalem [n., indecl.]) ist eine Stadt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer mit rund 925.000 Einwohnern. Der politische Status der Stadt ist international umstritten und Teil des Nahostkonflikts. Nach israelischem Verständnis ist Jerusalem die Hauptstadt Israels, jedoch erkennen die Vereinten Nationen und die Mehrheit ihrer Mitgliedstaaten Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt an. Jerusalem wurde 1980 von Israel, das das gesamte Stadtgebiet kontrolliert, durch das Jerusalemgesetz zu seiner vereinigten und unteilbaren Hauptstadt erklärt. Auch der Staat Palästina beansprucht Jerusalem als seine Hauptstadt.
In Jerusalem begegnen sich viele Kulturen der Antike und Moderne. Die Altstadt ist in das jüdische, christliche, armenische und muslimische Viertel gegliedert und von einer aus osmanischer Zeit stammenden Befestigungsmauer umgeben. Die Mauern der Altstadt umschließen einige bedeutende Orte der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam: die Klagemauer, die Grabeskirche und die Al-Aqsa-Moschee mit dem Felsendom.
In der Neustadt Jerusalems befinden sich der Sitz des Staatspräsidenten, die Knesset und das Oberste Gericht als Teil des politischen Systems Israels. Am Stadtrand liegen die 1918 gegründete Hebräische Universität sowie die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem und der Israel National Cemetery am Herzlberg.
Bis zum Sechstagekrieg (1967) befand sich nur Westjerusalem unter israelischer Herrschaft; Ostjerusalem wird von gemäßigten Palästinenser-Organisationen als Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates beansprucht, während radikale Palästinenser-Organisationen die gesamte Stadt als Hauptstadt fordern.
Deutsche im Heiligen Land
Die deutschen Kolonien (offiziell Schutzgebiete genannt) wurden vom Deutschen Reich ab den 1880er Jahren angeeignet und nach dem Ersten Weltkrieg gemäß dem Versailler Vertrag von 1919 abgetreten. Die deutschen Kolonien waren 1914 das an Fläche drittgrößte Kolonialreich nach dem britischen und französischen. Gemessen an der Bevölkerungszahl lag es an vierter Stelle nach den niederländischen Kolonien.[1] Die deutschen Kolonien waren kein Bestandteil des Reichsgebiets, sondern überseeischer Besitz des Reiches. In den deutschen Kolonien kam es zu mehreren Aufständen, die blutig niedergeschlagen wurden. In Deutsch-Südwestafrika begingen die deutschen Kolonialherren den Völkermord an den Herero und Nama, den ersten in der Geschichtsschreibung anerkannten Völkermord des 20. Jahrhunderts (siehe Kolonialkrieg). Bei der Niederschlagung des Maji-Maji-Aufstands von 1905 bis 1907 im damaligen Deutsch-Ostafrika kamen etwa 75.000 bis 300.000 Menschen durch eine Politik der verbrannten Erde ums Leben. Das deutsche Kolonialreich umfasste ganz oder teilweise das Territorium der heutigen Staaten Namibia, Kamerun, Togo, Tansania, Ruanda, Burundi und Papua-Neuguinea, sowie kleinere Teile der heutigen Staaten Volksrepublik China, Mosambik, Gabun, Republik Kongo, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Nigeria und Ghana, zudem mehrere Inseln im Westpazifik und Mikronesien. Ausgewanderte Deutsche gründeten in Übersee Siedlungen, die bisweilen als „deutsche Kolonien“ bezeichnet werden, aber keine Souveränitätsrechte des Herkunftslandes ausübten.
Die deutschen Templerkolonien in Palästina waren Siedlungen, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von der deutschen pietistischen Templerbewegung im Osmanischen und Mandatsgebiet Palästina gegründet wurden. Während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Kolonien entvölkert und ihre deutschen Bewohner nach Australien deportiert. Auf ihrem Höhepunkt zählte die Templer-Gemeinde in Palästina 2000 Mitglieder.
Palästinareise Kaiser Wilhelms II.
Palästinareise Kaiser Wilhelms II.. Vom 25. Oktober bis 4. November 1898 unternahm der Deutsche Kaiser Wilhelm II. seine Palästinareise, an deren Höhepunkt er die deutsche Erlöserkirche in Jerusalem einweihte. Die Palästinareise war Teil des zweiten Staatsbesuchs Wilhelms II. im Osmanischen Reich (1889 erste Staatsvisite, dritte 1917), der am 14. Oktober in der Hauptstadt, Istanbul, begannt und am 12. November 1898 mit Abreise aus Beirut endete. Im Rahmen seines Reiseabschnitts in der damals osmanischen Levante besuchte Wilhelm II. außer oben genannte auch die Orte Haifa (osmanisches Vilâyet Beirut), Sarona, Jaffa, Mikwe Israel, Jerusalem, Bethlehem (alle osmanisches Mutesarriflik Jerusalem), Baalbek und Damaskus (beide osmanisches Vilâyet Syrien). Der Kaiser stützte die Macht von Sultan Abdülhamid II. im labilen Osmanischen Reich seit der Balkankrise, bemühte sich um eine politische Stärkung des Christentums, vor allem der evangelischen Kirche, und ermutigte die deutschen christlichen und jüdischen Siedler, ohne sich politisch für sie einsetzen zu wollen.
NSDAP im Mandatsgebiet Palästina
Die NSDAP im britischen Mandatsgebiet Palästina, auch bekannt als Nazi Partei von Palästina und der Levante, war ein lokaler Ableger der NSDAP im britisch verwalteten Mandatsgebiet Palästina. Sie wurde von Mitgliedern der deutschen Templerkolonien in Palästina gegründet. Der Ableger entstand im März 1933 und wurde während des Zweiten Weltkriegs von den britischen Behörden durch die Deportation seiner Mitglieder und deren Familien schrittweise zerschlagen. Einige Parteimitglieder traten in die deutsche Wehrmacht ein und beteiligten sich an Operationen der Achsenmächte, darunter die berüchtigte Operation Atlas, die sich gegen das Mandatsgebiet Palästina richtete.
Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ‘OESSH‘
Der Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem (lateinisch Ordo Equestris Sancti Sepulcri Hierosolymitani, Ordenskürzel OESSH, auch als Grabesritter bekannt) ist neben dem Malteserorden einer der zwei Päpstlichen Ritterorden. Der Orden ist ein im 19. Jahrhundert konstituierter römisch-katholischer Laienorden. Im Jahre 1868 wurde diese Laienvereinigung als Ritterorden vom Heiligen Grab durch Papst Pius IX. konstituiert. Die Gründung der deutschen Statthalterei dieses Päpstlichen Laienordens erfolgte am 8. Dezember 1933. Aufgabe des Ordens ist es seitdem, die katholische Kirche im Heiligen Land zu fördern und durch weltweite Aktivitäten zu unterstützen. Von allen geistlichen Ritterorden der katholischen Kirche, z. B. der Malteserorden und der Deutsche Orden, die beide bereits während der Kreuzzüge im Heiligen Land gegründet worden sind und dort auch ansässig waren, ist der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem demnach zum einen der jüngste päpstliche Ritterorden; zum anderen war er – in Rom gegründet – nie im Heiligen Land beheimatet. Der Orden steht aufgrund historischer, rechtlicher und geistiger Bande direkt unter dem Schutz des Heiligen Stuhls und ist eine juristische Person des kanonischen Rechts gemäß Bestätigung durch Papst Pius XII. vom 14. September 1949, Johannes XXIII. vom 8. Dezember 1962 wie auch Papst Paul VI. vom 19. Juli 1977 sowie – aufgrund einer Bestätigung durch Papst Johannes Paul II. vom 1. Februar 1996 – eine juristische Person des Vatikanstaates und dadurch eine päpstlich anerkannte Gemeinschaft katholischer Laien und Priester. Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem genießt die gleiche unmittelbare Anerkennung wie der Malteserorden. Beide sind die einzig vom Heiligen Stuhl anerkannten Ritterorden der katholischen Kirche, die zudem in einem besonderen Souveränitätsverhältnis zum Heiligen Stuhl stehen. Beide Orden haben ihren Ursprung nicht einer päpstlichen Stiftung zu verdanken, allerdings ist der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem kein Orden im Sinne des CIC.
Deutsche Statthalterei
Deutsche Statthalterei. Eine deutsche Ordensprovinz konstituierte sich am 8. Dezember 1933 in Köln, nachdem schon im Sommer 1932 ein Statthalter berufen worden war. 1950 rekonstituierte sich der Orden in Deutschland als Deutsche Statthalterei. Die Deutsche Statthalterei umfasst etwas über 1400 Mitglieder, davon etwa 1000 weltliche Ritter, 250 Damen sowie 150 Geistliche (Stand 2011). Die Deutsche Statthalterei ist in sechs Ordensprovinzen aufgeteilt (Ostdeutsche, Rhein-Main, Norddeutsche, Rheinisch-Westfälische, Bayerische, Südwest-Deutsche Ordensprovinz). Diese Ordensprovinzen sind in insgesamt 36 örtliche Komtureien gegliedert (genaue Aufzählung siehe unten). Ordenskirche der Statthalterei ist die ehemalige Stiftskirche St. Andreas in Köln, in der sich das Grab des Heiligen Albertus Magnus befindet. Großprior der Deutschen Statthalterei ist seit 7. Oktober 2006 der damalige Bischof von Trier und jetzige Erzbischof von München und Freising Reinhard Kardinal Marx. Seit 2019 ist Michael Schnieders, Vorsitzender Richter am OVG Münster, Statthalter des Ritterordens.
Deutsche im Heiligen Land – Fazit
Obwohl die Anzahl der Templer mit maximal 2.000 Mitgliedern im Vergleich zur jüdischen Einwanderung und der arabischen Bevölkerung klein war, hatten sie eine überproportionale symbolische, geopolitische und infrastrukturelle Bedeutung.
1. Modernisierung und “Brückenkopf” des Westens (Die Templerkolonien) Die Templer spielten lange vor der Staatsgründung Israels eine Rolle als Modernisierer. Ihre Siedlungen (wie Sarona in Tel Aviv, Wilhelma und die Kolonien im Galiläa – Bethlehem (Galiläa) ) führten neue landwirtschaftliche Methoden und europäische Architektur ein. Sie fungierten als eine Art Brückenkopf westlicher Zivilisation im osmanischen und später britischen Palästina.
- Einfluss auf den Konflikt: Ihre Präsenz trug zur infrastrukturellen Erschließung des Landes bei, was später sowohl jüdischen als auch arabischen Nationalisten zugutekam. Nach ihrer Deportation blieb ihr baulicher und landwirtschaftlicher Reichtum zurück. Diese hochwertigen Ländereien und Siedlungsstrukturen wurden später vom britischen Militär beschlagnahmt und nach 1948 vom jungen Staat Israel übernommen (z.B. wurde Sarona zum Regierungsviertel). Die Deutschen schufen also physische Strukturen, die später Teil des israelischen Staates wurden.
2. Radikalisierung und Frontenbildung (Die NSDAP-Gruppe) Die Information, dass die NSDAP bereits im März 1933 in Palästina aktiv war, ist entscheidend. Sie zeigt, dass die ideologische Spaltung Europas (Nationalsozialismus vs. Demokratie/Judentum) direkt in den Nahen Osten exportiert wurde.
- Einfluss auf den Konflikt: Die Templer, die zu großen Teilen der NSDAP beitraten, stellten für die jüdische Bevölkerung (Yishuv) eine direkte physische und ideologische Bedrohung dar. Das Wissen, dass mitten in Palästina Deutsche lebten, die swastikafahnen hissten und Hitler huldigten, trug massiv zur Verunsicherung und Radikalisierung der jüdischen Verteidigungsbereitschaft bei. Es zeigte den jüdischen Siedlern frühzeitig, dass sie nicht nur von arabischer Seite, sondern potenziell auch von europäischen Achsenmächten im Land bedroht waren.
3. Die “Fünfte Kolonne” und die britische Reaktion Die Briten mussten während des Zweiten Weltkriegs nicht nur gegen die Araber und Juden agieren, sondern auch gegen diese deutschen Siedler kämpfen, die als potenzielle “Fünfte Kolonne” für Hitler-Deutschland galten.
- Einfluss auf den Konflikt: Die Internierung und Deportation der Templer durch die Briten band militärische und administrative Ressourcen, die eigentlich für die Konfliktbewältigung zwischen Juden und Araben gedacht gewesen wären. Die Operationen gegen die Templer (wie die Zerschlagung ihrer Spionageringe) zeigten, wie sehr der globale Krieg (WWII) den lokalen Konflikt überlagerte.
4. Militärische Sabotage und Versuch der Destabilisierung (Operation Atlas) Die von Ihnen erwähnte “Operation Atlas” ist ein besonders düsteres Kapitel. Es handelte sich um einen Einsatz deutscher Fallschirmjäger zusammen mit drei Palästinensern, wobei deutsche Templer als lokale Unterstützer fungierten. Das Ziel war, jüdische Siedlungen zu vergiften und das Wasserwerk von Tel Aviv zu zerstören.
- Einfluss auf den Konflikt: Dies war einer der wenigen direkten militärischen Versuche der Nazis, aktiv in den Kampf in Palästina einzugreifen und jüdisches Leben gezielt zu vernichten. Ziel war es, einen arabischen Aufstand zu entfachen. Obwohl die Operation scheiterte, symbolisiert sie den Versuch, den lokalen Konflikt für die Vernichtungspolitik der Nazis zu instrumentalisieren.
5. Nachkriegszeit und diplomatische Verwicklungen Die Deportation nach Australien war nicht das Ende der Geschichte. Nach dem Krieg verlangten viele Templer die Rückkehr in ihre Heimat oder Entschädigung für ihr konfisziertes Eigentum.
- Einfluss auf den Konflikt: Dies führte zu komplexen Rechtsstreitigkeiten im jungen Staat Israel. Israel befand sich im Kriegszustand und sah die Templer als Feinde, weigerte sich aber lange Zeit, ihr Eigentum zurückzugeben. Dies wurde später zu einem diplomatischen Thema zwischen Deutschland und Israel (Teil der Wiedergutmachungsverhandlungen), da es um Entschädigungen für das Eigentum deutscher Staatsbürger in Israel ging.
Die Deutschen hatten in Palästina keinen entscheidenden Einfluss auf die territorialen Grenzen oder die Gründung des Staates selbst (das lag bei der UN und den Großmächten). Doch ihr Einfluss war signifikant in drei Bereichen:
- Infrastruktur: Sie hinterließen ein wertvolles Erbe an Siedlungen, das Israels Aufbau half.
- Sicherheit/Psychologie: Durch ihre NS-Diaspora verschärften sie das Klima der Angst und Bedrohung für die jüdische Bevölkerung.
- Kriegsschauplatz: Sie verwandelten Palästina kurzzeitig in einen Nebenschauplatz des europäischen Krieges durch Spionage und Sabotageakte wie die Operation Atlas.
Vom Trauma des Konflikts zum Wandel der Verantwortung
Die Betrachtung der Geschichte Palästinas und der darin verwobenen deutschen Spuren offenbart ein düsteres Bild eines unlösbar scheinbaren Ringens um Land, Identität und Sicherheit. Die Situation, die sich aus den verfehlten Friedensplänen seit 1920 entwickelte, hat zu einer tiefen Spaltung geführt: Auf der einen Seite ein etablierter, militärisch starker jüdischer Staat, auf der anderen eine palästinensische Bevölkerung, die oft unter Besatzung, in Exil oder in prekären Autonomiegebieten lebt.
Vor dem Hintergrund dieses existenziellen Konflikts dient die deutsche Geschichte im Heiligen Land als ein warnender und lehrreicher Mikrokosmos für die Art und Weise, wie externe Akteure auf die Region einwirken.
1. Die historische Warnung: Ideologie statt Dialog Die Geschichte der Templerkolonien und der lokalen NSDAP zeigt eindrucksvoll, wie fatal es sein kann, wenn geopolitische Ideologien in den Brennpunkt des Nahen Ostens getragen werden. Was im 19. Jahrhundert als wohlmeinende modernisierende Mission begann, endete im 20. Jahrhundert in einer Radikalisierung, die den lokalen Konflikt mit der Vernichtungsideologie des Nationalsozialismus infizierte. Die deutschen Siedler wurden von Partnern zu einer „Fünften Kolonne“, und ihre Deportation nach 1945 markierte das schlagartige Ende eines politischen und territorialen deutschen Einflusses. Dieser Abschnitt verdeutlicht, wie sehr der Nahostkonflikt durch die Importierung europäischer Hassideologien zusätzlich angeheizt wurde – eine Hypothek, die bis heute nachwirkt.
2. Der heutige Wandel: Von Macht zu Mitverantwortung Vergleicht man dies mit der heutigen Rolle des Ritterordens vom Heiligen Grab, so zeigt sich ein radikaler Paradigmenwechsel. Der deutsche Einfluss ist nicht mehr national, politisch oder territorial motiviert, sondern hat sich in eine universal-kirchliche und humanitäre Verantwortung verwandelt. Während die Templer siedeln und beherrschen wollten, unterstützt der moderne Orden heute das bloße Überleben der christlichen Minderheit und das Zusammenleben der Religionen durch Schulen und Krankenhäuser. Der „deutsche Beitrag“ ist heute fast ausschließlich finanzieller und caritativer Natur, bewusst politisch neutral und unter päpstlicher Aufsicht. Er stellt keinen Gegenpol zu einer der Konfliktparteien dar, sondern versucht, im Kleinen zu heilen, was im Großen zerbrochen scheint.
3. Das Gesamtbild Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Konflikt in Palästina ist ein Weltbrand, der durch lokale Unabhängigkeitsbestrebungen entfacht und durch globale Ideologien (vom Kolonialismus über den Nationalsozialismus bis zum Kalten Krieg) befeuert wurde. Die deutsche Geschichte in dieser Region – von den ambitionierten Siedlungen des Kaisers und der Templer über die schändliche NS-Kollaboration bis zur heutigen stillen Unterstützung durch den Ritterorden – spiegelt die Entwicklung des Westens im Nahen Osten wider.
Der Weg führt weg von der Suche nach Einfluss und Macht (wie bei den Templern oder dem Kaiser) hin zur Übernahme von Verantwortung für das menschliche Überleben (wie beim heutigen Orden). Angesichts der Komplexität und Härte des Konflikts mag dieser Einfluss unscheinbar wirken, er ist jedoch das einzige nachhaltige Modell ausländischer Präsenz, das aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben scheint: Nicht Flaggen zeigen, sondern Menschen helfen.
Palästina (Region)
Als Palästina (von altgriechisch Παλαιστίνη Palaistínē, „Philisterland“; arabisch: Falasṭīn oder Filasṭīn (فلسطين)) wird ein historischer Landstrich in der südöstlichen Levante zwischen der Mittelmeerküste und dem Jordangraben bezeichnet, der heute zu Israel und den von der Palästinensischen Autonomiebehörde beanspruchten Gebieten im Westjordanland und im Gazastreifen gehört.
In verschiedenen historischen Kontexten trägt Palästina andere Namen, etwa Land Kanaan in der hebräischen Bibel und Gelobtes oder Heiliges Land in der jüdischen und christlichen Tradition. In altägyptischen Texten wird es als Retenu, aber auch bereits als Kanaan bezeichnet. Für das Judentum, die Samaritaner, das Christentum und den Islam besitzt es eine besondere geschichtliche und religiöse Bedeutung. Das Königreich Israel, das in Kanaan entsteht, und die Stadtstaaten der Philister (hebräisch Peleschet nach ägyptisch Peleset), auf deren Name die spätere griechisch-lateinische Bezeichnung des Landstrichs zurückgeht, waren einige der in Kanaan gebildeten Kleinstaaten – neben den phönizischen Stadtstaaten im Norden (oft, aber nicht immer werden das Libanongebirge und die ihm vorgelagerte Küste zu Kanaan gerechnet), Juda um Jerusalem, Ammon östlich davon, Moab und Edom im Süden. Die rabbinische Tradition prägte die jüngere hebräische Bezeichnung Eretz Israel, also Land Israels (im Sinne von: Land der Israeliten), die heute im Hebräischen neben Palästina die üblichste Bezeichnung ist. In der arabischen Tradition war Palästina ein Teil von Bilad al-Scham (Großsyrien), das die gesamte Levante umfasste und dessen Zentrum Damaskus war; diese Vorstellung ist seit der Teilung der Levante in die Territorien der heute bestehenden Staaten im Lauf des 20. Jahrhunderts verblasst.
Neben der Bezeichnung Palästina bürgert sich im deutschen Sprachgebrauch seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert die hebräische Bezeichnung Eretz Israel ein, die den politischen Anspruch des jüdischen Staates Israel oder des jüdischen Volkes auf das Gebiet Palästinas bekräftigen soll, während Palästina im Zuge der Anerkennung des Rechts der arabischen Bevölkerung Palästinas auf politische Selbstbestimmung seit den 1960er Jahren zunehmend allein oder vor allem mit den Arabern Palästinas assoziiert wird. Beide Begriffe beziehen sich auf dasselbe Gebiet und stehen unter dem Eindruck des Nahostkonflikts in Konkurrenz zueinander.
Das Adjektiv zu Palästina ist palästinisch (in älteren Quellen) und palästinensisch (im modernen Sprachgebrauch). Unter Palästinensern versteht man heute in der Regel nur noch die Araber Palästinas. Das Adjektiv palästinensisch bezieht sich in ethnografischer und politischer Hinsicht meist auf sie, während es in geografischer Hinsicht eine weiter gefasste Bedeutung haben kann. Die jüdischen Bewohner des Landes werden in der Fremd- und Selbstbezeichnung gemeinhin nicht als Palästinenser, sondern als Juden oder Israelis oder aber als jüdische Israelis (im Unterschied zu den arabischen israelischen Staatsbürgern) bezeichnet.
Palästina (Staat)
Der Staat Palästina (arabisch دولة فلسطين, DMG Daulat Filasṭīn) ist ein De-facto-Staat in Vorderasien. Er beansprucht die Gebiete des Westjordanlandes mit Ostjerusalem und den Gazastreifen. Palästina wird von 157 der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen als Staat anerkannt; das Nachbarland Israel, die USA, Deutschland, Österreich, die Schweiz sowie einige weitere Staaten der westlichen Welt tun dies hingegen nicht, pflegen aber offizielle Beziehungen zu ihm.
Im Jahr 1988 erfolgte die Unabhängigkeitserklärung vonseiten der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), die seitdem das gesamte von Israel seit 1967 besetzte Gebiet beanspruchte, mit Ostjerusalem als Hauptstadt. Durch mehrere Abkommen kam es ab 1994 zu einem Teil-Rückzug Israels und damit zu einer eingeschränkten Unabhängigkeit Palästinas in den Autonomiegebieten. Zu deren Selbstverwaltung wurde die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) gegründet, welche von der Fatah angeführt wird und die seit 2013 als „Staat Palästina“ auftritt.
2007 zerfiel Palästina jedoch wegen des Fatah-Hamas-Konflikts in zwei Hoheitsgebiete: Das von der PA bzw. Fatah regierte Westjordanland mit etwa drei Millionen Einwohnern und den von der radikal-islamischen Hamas kontrollierte Gazastreifen mit etwa zwei Millionen Einwohnern. Sowohl das Westjordanland als auch der Gazastreifen werden autoritär regiert. Nach 2006 wurden in keinem der beiden Gebiete mehr Wahlen abgehalten. Die Presse- und Meinungsfreiheit sind stark eingeschränkt.
2024 erklärte der Internationale Gerichtshof in einem Rechtsgutachten, dass Israel den Gazastreifen, das Westjordanland und Ostjerusalem völkerrechtswidrig besetze. Israel müsse alle israelischen Siedler aus den besetzten Gebieten evakuieren und den Schaden ersetzen, der durch die Besatzung entstanden sei. Das Gutachten selbst ist nicht rechtsverbindlich; die auf dem Gutachten basierende Resolution ES-10/24 wurde am 18. September 2024 mit großer Mehrheit von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen.
Palästinenser
Als Palästinenser (seltener Palästiner, arabisch فلسطينيون, DMG Filasṭīnīyūn, von altgriechisch Φιλισταίοι Philistaioi – Philister und arabisch فلسطين, DMG Falasṭīn [falasˈtˁiːn] oder Filasṭīn [filasˈtˁiːn] – Palästina) werden heute zumeist Arabisch sprechende Bewohner Palästinas bezeichnet, insbesondere die Bevölkerung des Westjordanlands und des Gazastreifens sowie die Nachkommen der 1948 im Palästinakrieg Geflohenen und Vertriebenen, die heute in der Diaspora leben. Nicht hinzugerechnet werden arabischsprachige Juden, die oder deren Vorfahren aus Palästina oder anderen Regionen der arabischen Welt stammen und in Palästina ansässig waren; sie werden in der Regel als palästinensische Juden, irakische Juden, marokkanische Juden etc. bezeichnet. Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft werden oft als israelische Palästinenser, arabische Israelis oder israelische Araber bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch in Israel wird Letzteres bevorzugt und Palästinenser vorwiegend zur Bezeichnung der Bürger der Palästinensischen Autonomiegebiete verwendet. Von 1920 bis 1948 galten alle Bewohner des britischen Mandatsgebiets Palästina unabhängig von ihrer Sprache und Religion in rechtlicher Hinsicht als Palästinenser. Ihre Selbst- und Fremdbezeichnungen jedoch variierten, meist wurde in der Bezeichnung von Gruppen und Individuen nach Konfession und Ethnie unterschieden in Briten, Juden und Araber oder Briten, Juden und arabische Christen und Muslime.
In der Selbstsicht der Araber der gesamten arabischsprachigen Welt unterscheidet man traditionell zwischen den einzelnen arabischen Regionen oder Nationen, etwa Marokkanern, Ägyptern und Jeminiten, und der arabischen Nation, die alle Araber zusammen bilden (siehe auch Umma). Zwischen diesen beiden Polen schwankt die Selbstwahrnehmung des Individuums. Traditionell wurde Palästina ebenso wie der Libanon als Teil eines größeren Syrien begriffen, mit dem die Bewohner Palästinas und des Libanons in vielfältigen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bezügen standen, sodass keine klare Abgrenzung zu Syrien und einer syrischen Nation bestand (siehe auch „Bilad al-Scham“, Großsyrien).
Das Entstehen einer palästinensischen Identität wurde gefördert durch die politisch-rechtliche Abtrennung Palästinas (1920/1922) von Syrien im Zuge der Aufteilung der Region in eine britische und eine französische Einflusszone, die als Palästina bzw. Syrien bezeichnet wurden und aus denen in der Folge außerdem die gesonderten Territorien Jordaniens und Libanons hervorgingen. In welcher Ausprägung sich seither eine palästinensische Nationalidentität herausgebildet hat, ist in der Forschungsliteratur nicht eindeutig beschrieben. Im politischen und medialen Diskurs bezeichnen sich die Araber Palästinas heute durchweg als Araber und Palästinenser; mit Einschränkung trifft dies auf die israelischen Araber zu. In rechtlicher Hinsicht spielt außerdem die Staatsbürgerschaft eine Rolle; erhebliche Teile der palästinensischen Bevölkerung sind staatenlos oder Bürger Libanons, Jordaniens, Israels etc. und werden damit – zusammen mit den zuvor genannten Fremd- und Selbstbezeichnungen – auch als Libanesen, Jordanier, Israelis etc. wahrgenommen.
Umriss von Palästina
Umriss von Palästina. Der Staat Palästina ist ein Land im Nahen Osten, das politisch unter der Jurisdiktion der palästinensischen Regierung und der Hamas-Regierung im Gazastreifen steht. Seit der palästinensischen Unabhängigkeitserklärung von 1988 und dem darauf folgenden Beitritt zur UNO als Beobachterstaat im Jahr 2012 wird Palästina heute von drei Vierteln der Länder der Welt anerkannt. Ostjerusalem ist die proklamierte Hauptstadt, Ramallah das Verwaltungszentrum. Obwohl Palästina kürzlich den Status eines Nichtmitgliedstaates in der UNO erlangt hat, übt es keine vollständige Kontrolle über sein Territorium aus und unterhält historisch bedingt angespannte Beziehungen zu Israel und großen Teilen des Westens.
Jordanien
Jordanien (arabisch الأردن, DMG al-Urdunn), amtlich Haschemitisches Königreich Jordanien (arabisch المملكة الأردنية الهاشمية, DMG al-Mamlaka al-Urdunniyya al-Hāšimiyya) ist ein Staat in Vorderasien. Es grenzt an Israel, Palästina (wobei die Grenze unter israelischer Kontrolle steht), Syrien, Irak, Saudi-Arabien und an das Rote Meer am Golf von Akaba (an dem es eine Seegrenze zu Ägypten hat). Jordanien zählt zu den Maschrek-Staaten. Der Großteil der mehr als 11,5 Millionen Einwohner sind sunnitische Araber. Die Hauptstadt und zugleich größte Stadt ist Amman.
Jordanien entstand nach dem Ersten Weltkrieg infolge der Arabischen Revolte gegen das Osmanische Reich. Vom 1920 gebildeten Völkerbundsmandat für Palästina wurde es im Jahr darauf abgetrennt und existierte (weiterhin als britisches Protektorat) bis 1946 als „Emirat Transjordanien“. Während das westlich gelegene Cisjordanien noch bis 1948 britisches Völkerbundsmandats-Gebiet blieb, wurde Jordanien 1946 unabhängig (also zwei Jahre vor der Staatsgründung Israels).
Jordanien begab sich daraufhin direkt in einen jahrzehntelangen militärischen Konflikt mit Israel um das angrenzende Westjordanland, der erst 1994 mit einem Friedensvertrag beendet werden konnte. Seit einiger Zeit ist das Land vor allem durch die Aufnahme von vielen Flüchtenden geprägt; Jordanien ist weltweit derjenige Flächenstaat mit dem zweithöchsten Anteil von Geflüchteten an der Landesbevölkerung (nach dem Libanon, Stand 2020).
Seit 1921 ist die Regierung Jordaniens durchgehend eine Monarchie unter Herrschaft der Haschimiten. Durch die autoritäre Regierung unter dem König kommt es regelmäßig zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte, bspw. Folter oder politisch motivierte Gefängnisstrafen.
Jordanien ist Gründungsmitglied der Arabischen Liga und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Das Land weist einen hohen Index der menschlichen Entwicklung auf und zählt zur Gruppe der Volkswirtschaften mit niedrigem mittleren Einkommen. Die jordanische Wirtschaft, eine der kleinsten in der Region, ist aufgrund ihrer qualifizierten Arbeitskräfte für ausländische Investoren attraktiv. Das Land ist ein bedeutendes Touristenziel und zieht aufgrund seines gut entwickelten Gesundheitssektors auch Medizintouristen an. Dennoch haben ein Mangel an natürlichen Ressourcen, ein großer Zustrom von Flüchtlingen und regionale Unruhen das Wirtschaftswachstum gebremst.
Westjordanland
Das Westjordanland (arabisch الضفة الغربية, DMG aḍ-Ḍaffa al-Ġarbiyya, aḍ-Ḍiffa al-Ġarbiyya, hebräisch הגדה המערבית haGada haMa’arawit) oder die West Bank (englisch) erhielt seinen Namen aufgrund seiner Lage westlich des Jordans. Es ist das größere der beiden palästinensischen Gebiete (das andere ist der Gazastreifen), die den De-Facto-Staat „Palästina“ bilden.
Als ein Binnengebiet nahe der Mittelmeerküste in der Levante Vorderasiens grenzt es im Osten an Jordanien und das Tote Meer sowie im Süden, Westen und Norden an Israel (entlang der Grünen Linie). Seit 1967 steht das Gebiet unter israelischer Besatzung, die von der internationalen Gemeinschaft als völkerrechtswidrig angesehen wird. Einige Vororte Ostjerusalems wurden von Israel annektiert und zu Jerusalemer Stadtgebiet erklärt; den nicht annektierten Teil des Westjordanlands bezeichnet Israel als „Judäa und Samaria“ (hebräisch יהודה ושומרון Jehuda we-Schomron). Es hat die nicht-israelischen Bewohner unter israelische Militärgerichtsbarkeit gestellt.
Von Israel offiziell anerkannt wird knapp die Hälfte des Westjordanlands als Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete verwaltet. Dieses Gebiet besteht aus zahlreichen Enklaven. Offiziell gehört zu diesen Gebieten auch der Gazastreifen, der jedoch seit 2007 von der radikal-islamischen Hamas kontrolliert wird.
Das Westjordanland hat eine Fläche von etwa 5800 Quadratkilometern; rund 220 Quadratkilometer davon sind Wasserfläche. Von den 2023 geschätzt rund 3,17 Millionen Bewohnern sind etwa 2,7 Millionen Palästinenser (Muslime, Christen und Samaritaner) und etwa 468.000 Juden, die in ca. 213 israelischen Siedlungen und deren 132 Außenposten leben.[1] In diese Zahlen nicht einberechnet sind ca. 236.000 Israelis auf dem Gebiet des von Israel annektierten Ostjerusalem. Der Internationale Gerichtshof (IGH) erklärte die Besetzung bzw. Annexion der palästinensischen Gebiete in einem am 19. Juli 2024 veröffentlichten Gutachten für völkerrechtswidrig. Basierend auf dem Gutachten fordert die Resolution ES-10/24 der UN-Generalversammlung den Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten innerhalb eines Jahres.
Gaza (Stadt)
Gaza [ˈgaːza], auch Gasa (arabisch غزة Ghazza, DMG Ġazza), im Gouvernement Gaza ist die größte Stadt im Gazastreifen, der seit 1994 de jure unter Verwaltung des Staates Palästina bzw. der Palästinensischen Autonomiebehörde steht; die Stadt stand de facto von Juni 2007 bis Anfang 2024 unter der Verwaltung der Organisation Hamas. In Gaza befanden sich der Verwaltungssitz der Autonomiebehörde und ein Seehafen am Mittelmeer. Die Bevölkerungszahl wurde 2017 mit 590.481 angegeben; in der Agglomeration Gazastreifen lebten im selben Jahr mehr als 1,8 Millionen Menschen.
Gazastreifen
Der Gazastreifen oder Gasastreifen (arabisch قطاع غزّة, DMG Qiṭāʿ Ġazza, kurz Gaza) ist ein dicht besiedeltes Küstengebiet von Palästina am östlichen Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten mit Gaza-Stadt als Zentrum. Den Namen „Gazastreifen“ und seine geografische Form erhielt er durch ein Waffenstillstandsabkommen nach dem Palästinakrieg (1948/49). Palästinensische Flüchtlinge aus dieser Zeit, beziehungsweise deren Nachkommen, stellen mehr als die Hälfte der Einwohner Gazas. Der Großteil der Bevölkerung sind muslimische Araber. Sie gelten in den Staaten, die Palästina nicht als Staat anerkennen, als staatenlos.
Der Gazastreifen wird offiziell durch den Staat Palästina bzw. die Palästinensische Autonomiebehörde gemäß den Oslo-Abkommen verwaltet. De facto wird das Gebiet seit Juli 2007 von der militant-islamistischen Hamas verwaltet und seither autoritär regiert. Es gab seit ihrer Herrschaftsübernahme keine Wahlen mehr und die Meinungsfreiheit ist stark eingeschränkt. Die Hamas wird von Israel und den meisten westlich orientierten Staaten als terroristische Vereinigung eingestuft.
Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verlor die Hamas im Krieg zwischen Israel und der Hamas im November 2023 die Kontrolle über mehrere Bereiche im Gazastreifen.
Nahostkonflikt
Als Nahostkonflikt bezeichnet man den Konflikt um die Region Palästina, der dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Juden bzw. jüdischen Israelis und muslimischen Arabern bzw. Palästinensern entstand. Er führte wiederholt zu Kriegen zwischen dem am 14. Mai 1948 gegründeten Staat Israel und einigen seiner Nachbarstaaten (israelisch-arabischer Konflikt), zahlreichen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern (israelisch-palästinensischer Konflikt) sowie seit 1979 zu Auseinandersetzungen mit dem Iran (Iranisch-israelischer Konflikt). Der internationale Konflikt in der Region dauert bis heute an.
Israel
Israel (hebräisch יִשְׂרָאֵל Jisra’el; arabisch إِسْرَائِيل ʾIsrāʾīl), amtlich Staat Israel (hebräisch מדינת ישראלⓘ/? Medinat Jisra’el), ist ein Staat in Vorderasien an der Ostküste des Mittelmeers. Israel ist der einzige Staat der Erde mit mehrheitlich jüdischer Bevölkerung und versteht sich gemäß seinem Nationalstaatsgesetz als „Nationalstaat des jüdischen Volkes“. De facto ist Israel jedoch ein multiethnischer Staat, in dem ein erheblicher Teil der Bevölkerung (rund 23 Prozent) Nichtjuden sind.
Israel gehört geographisch zum Maschrek und grenzt an den Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten sowie an den Gazastreifen und das Westjordanland. Die Hauptstadt und bevölkerungsreichste Stadt Israels ist Jerusalem; jedoch erkennen die Vereinten Nationen und die Mehrheit ihrer Mitgliedstaaten Jerusalem nicht als israelische Hauptstadt an, da Teile der heutigen Stadt auf 1967 im Sechstagekrieg von Israel besetztem und später annektiertem Gebiet liegen. Der größte Ballungsraum ist Gusch Dan um die am Mittelmeer gelegene Metropole Tel Aviv-Jaffa.
Das Gebiet des heutigen Israel gilt als Wiege des Judentums (inklusive der Samaritaner) und der beiden jüngeren abrahamitischen Religionen (Christentum und Islam). Israelitische Königreiche bestanden von ca. 1000 bis 587 v. Chr. (Israel bis 722, Juda bis 587); danach geriet das Gebiet unter die Herrschaft der Babylonier, Perser sowie Alexanders des Großen (ab 332 v. Chr.) und der ihm nachfolgenden Diadochen. Nach einer Phase der erneuten Unabhängigkeit unter den Hasmonäern (ab 165 v. Chr.) stand es seit 63 v. Chr. nacheinander unter römischer, byzantinischer, sassanidischer, arabischer, osmanischer und britischer Herrschaft. Die dort seit rund 3000 Jahren ansässigen Juden (nach biblischem Sprachgebrauch Israeliten oder Hebräer) wurden im Laufe der Geschichte mehrmals vertrieben oder zur Emigration gedrängt (jüdische Diaspora). Vom ausgehenden 19. Jahrhundert an bestanden unter europäischen Juden nicht zuletzt aufgrund des in Europa zunehmenden Antisemitismus (Dreyfus-Affäre, Pogrome in Osteuropa usw.) Bestrebungen, im damals osmanischen Palästina einen jüdischen Staat zu errichten (Zionismus). Ein Grundstein wurde dafür auf dem ersten Zionistenkongress 1897 in Basel unter der Führung Theodor Herzls gelegt. Der Plan einer Staatsgründung nahm durch die britische Balfour-Deklaration von 1917 konkretere Formen an. Von 1920 bis 1948 bestand das Völkerbundsmandat für Palästina, das nach der Auflösung des Osmanischen Reiches Großbritannien übertragen worden war. Eine verstärkte jüdische Einwanderung und der Aufbau protostaatlicher Strukturen führten zu ersten Konflikten mit der arabischen Bevölkerung. Der UN-Teilungsplan für Palästina von 1947 hatte das Ziel, diese zu befrieden, doch wurde er von arabischer Seite abgelehnt, da die Teilung mit einem erheblichen territorialen Verzicht zu Ungunsten der Araber verbunden war. Während des Palästinakriegs erfolgte am 14. Mai 1948 die israelische Unabhängigkeitserklärung. Die folgenden Jahrzehnte sind vom andauernden arabisch-israelischen Konflikt geprägt, der weiterhin nicht gelöst ist (siehe z. B. Zweistaatenlösung); Israels Besetzung der palästinensischen Gebiete (Westjordanland und Ostjerusalem, beide mit Hunderttausenden israelischer Siedler, sowie Gazastreifen) wurde 2024 in einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs als „illegal“ bezeichnet.
Das politische System Israels basiert auf einem parlamentarischen Regierungssystem. Regierungschef ist der von der Knesset eingesetzte Ministerpräsident; das Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der überwiegend repräsentative Aufgaben erfüllt. Israel ist als freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat mit einem ausgeprägten Sozialstaat verfasst; das Land wird oft als die „einzige Demokratie im Nahen Osten“ bezeichnet. Der überwiegend zentralistisch verwaltete israelische Staat ist in sechs Bezirke unterteilt, und diese sind wiederum in 71 Städte, 141 Gemeinden und 53 Regionalverbände (Zusammenschlüsse kleinerer Ortschaften zu Verwaltungsgemeinschaften) gegliedert.
Das dicht besiedelte Land hat 2025 etwa 10 Mio. Einwohner, davon ca. 7,7 Mio. Juden (76,9 %), 2,1 Mio. muslimische, christliche und drusische Araber (21 %) und weitere rund 490.000 Einwohner, darunter insbesondere einige im Land beheimatete Minderheiten wie christliche Aramäer, Samaritaner, Armenier, Tscherkessen und Roma. Das Rückkehrgesetz gestattet es allen Juden der Erde, sich in Israel niederzulassen. Seit etwa 1990 leben auch zunehmend legale asiatische und osteuropäische Arbeitsmigranten sowie illegale Einwanderer aus Afrika im Land.
Die jüdische Bevölkerung setzt sich aus Aschkenasim, Mizrachim, Sephardim, Falaschen und jemenitischen Juden zusammen, doch ist eine zunehmende Verschmelzung dieser Gruppen zu beobachten. Die Mehrheit der arabischen Israelis sind Muslime, eine Minderheit bilden arabische Christen und Drusen.
Trotz widriger äußerer Umstände (exponierte geografische Lage, Kriege mit den Nachbarstaaten, begrenzte Wasser- und Rohstoffvorkommen, Abhängigkeit von ausländischem Kapital) ist es Israel gelungen, einen hoch entwickelten Wirtschafts- und Wissenschaftssektor aufzubauen. Die israelische Wirtschaft ist von einer fortschrittlichen intensiven Landwirtschaft und einer spezialisierten, stark exportorientierten Industrie geprägt. Wichtige Industriesektoren sind die Diamantenverarbeitung, die chemische und pharmazeutische Industrie sowie die Halbleitertechnik; im Dienstleistungssektor sind vor allem die Finanzwirtschaft, die Softwareentwicklung und der Tourismus nennenswert. Von wachsender Bedeutung ist die High-Tech-Industrie. Das Land hat die höchsten Ausgaben für Forschung und Entwicklung pro Einwohner und die höchste Dichte an Start-ups weltweit.
Der Staat Israel ist seit 2010 Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nach dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) befindet er sich auf Platz 19 (Platz 1 im Nahen Osten, Platz 3 in Asien, Stand 2020). Im Jahr 2025 wurde Israels Pro-Kopf-BIP auf 60.100 US-Dollar geschätzt, was es mit weltweit Platz 14 zu einem der reichsten Industrieländer macht. In Bezug auf das durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenem, Innovation und Lebenserwartung liegt es im Nahen Osten an erster, in Bezug auf Pressefreiheit an zweiter Stelle, aber nur an 112. Stelle weltweit. Laut Global Finance lag Israel im Jahr 2022 auf Platz 6 der technologisch fortschrittlichsten Länder.
Israelische Besetzung des Westjordanlandes
Israelische Besetzung des Westjordanlandes. Das Westjordanland, einschließlich Ostjerusalem, steht seit dem 7. Juni 1967 unter israelischer Militärbesatzung. Damals eroberten israelische Streitkräfte das von Jordanien verwaltete Gebiet im Sechstagekrieg. Das Westjordanland ist Teil des Staates Palästina, und sein Status als militärisch besetztes Gebiet wurde vom Internationalen Gerichtshof (IGH) und – mit Ausnahme von Ostjerusalem – vom israelischen Obersten Gerichtshof bestätigt. Das Westjordanland wird, mit Ausnahme von Ostjerusalem, von der israelischen Zivilverwaltung, einer Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums, verwaltet. Die israelische Besetzung gilt als Paradebeispiel eines „unlösbaren Konflikts“ und ist die längste in der modernen Geschichte. Obwohl die Besetzung illegal ist, hat Israel mehrere Gründe für den Verbleib des Westjordanlandes innerhalb seines Einflussbereichs angeführt: historische Rechte, die sich aus der Balfour-Deklaration ergeben; Sicherheitsgründe, sowohl im Inneren als auch im Äußeren; und der symbolische Wert des Gebiets für Juden.
Israel hat umstritten und völkerrechtswidrig zahlreiche jüdische Siedlungen im Westjordanland errichtet. Der UN-Sicherheitsrat hat wiederholt bekräftigt, dass die Siedlungen in diesem Gebiet einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht darstellen, zuletzt 2016 mit der Resolution 2334. Auch der Internationale Gerichtshof (IGH) hat die Errichtung israelischer Siedlungen als völkerrechtswidrig eingestuft. Die Entstehung und der fortwährende Ausbau der Siedlungen haben dazu geführt, dass Israels Politik als Beispiel für Siedlerkolonialismus kritisiert wird.
Israel wird schwerer Verstöße gegen internationales Menschenrechtsrecht, darunter Kollektivstrafen, in der Verwaltung der besetzten palästinensischen Gebiete beschuldigt. Israelische Siedler und Zivilisten, die im Westjordanland leben oder es durchqueren, unterliegen israelischem Recht und sind in der Knesset vertreten. Palästinensische Zivilisten hingegen, die größtenteils in verstreuten Enklaven leben, unterliegen dem Kriegsrecht und dürfen nicht an den israelischen Parlamentswahlen teilnehmen. Dieses Zwei-Klassen-System hat Israel den Vorwurf der Apartheid eingebracht, den Israel entschieden zurückweist. Israels erhebliche militärische Überlegenheit mit einer modernen Armee und Luftwaffe im Vergleich zu den palästinensischen Guerillataktiken hat zu gegenseitigen Kriegsverbrechensvorwürfen geführt: Israel wird unverhältnismäßige Gewalt vorgeworfen, den Palästinensern wahlloses Vorgehen.
Die Besatzung stößt auch innerhalb Israels auf zahlreiche Kritiker; einige israelische Wehrpflichtige verweigern aufgrund ihrer Ablehnung der Besatzung den Wehrdienst. Der rechtliche Status der Besatzung selbst, und nicht nur die im Rahmen dieser Besatzung ergriffenen Maßnahmen, wird zunehmend von der internationalen Gemeinschaft und von Völkerrechtlern hinterfragt. Die meisten kommen zu dem Schluss, dass die Besatzung, unabhängig davon, ob sie zu Beginn rechtmäßig war, im Laufe der Zeit illegal geworden ist.
Israelisch-palästinensischer Konflikt
Der israelisch-palästinensische Konflikt um die Region Palästina bildet den Kern des Nahostkonflikts bzw. israelisch-arabischen Konflikts, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Juden und Arabern entstand. Konfliktursachen sind der Besitz von Territorien, die Sicherheit von Grenzen und die Staatlichkeit zweier Nationen. Dabei werden laut eines Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofs der Gazastreifen, das Westjordanland und Ostjerusalem seit 1967 völkerrechtswidrig von Israel besetzt. Die auf dem Gutachten basierende Resolution ES-10/24 der UN-Generalversammlung vom 18. September 2024 fordert Israels Rückzug aus den besetzten Gebieten innerhalb eines Jahres.
Krieg in Israel und Gaza seit 2023
Der Krieg in Israel und Gaza seit 2023 ist ein bewaffneter Konflikt zwischen der israelischen Armee (IDF) und der Terrororganisation Hamas sowie den mit ihr verbündeten militanten Gruppierungen im Gazastreifen. Er begann mit dem langfristig von der Hamas geplanten Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023, an dem auch der mit der Hamas verbündete Islamische Dschihad in Palästina (PIJ) und andere im Gazastreifen operierende Terrorgruppen beteiligt waren. Darauf reagierte Israel ab dem Folgetag mit der Operation „Eiserne Schwerter“, die das Ziel hatte, die am 7. Oktober in den Gazastreifen verschleppten Geiseln zu befreien und die militärischen Fähigkeiten der Hamas dauerhaft auszuschalten.
Dieser Gazakrieg ist der bislang jüngste bewaffnete Konflikt in der Region Palästina. In dessen Verlauf griff auch die im Libanon operierende islamistische Terrororganisation Hisbollah, die sich mit der Hamas solidarisiert hatte, seit Oktober 2023 wiederholt und im verstärkten Maß Städte und Dörfer im Norden Israels mit Raketen an, woraufhin die IDF im Herbst 2024 im Rahmen der Bodenoffensive im Südlibanon die Blaue Linie zum Libanon überschritten und Ziele der von der Islamischen Republik Iran unterstützten libanesischen Hisbollah attackierten.
Am 7. Oktober 2023 ermordeten Terroristen der Hamas und anderer mit ihr verbündeter militanter Gruppierungen 1139 Menschen und verschleppten nach Geiselnahmen während des Terrorangriffs 250 Menschen in den Gazastreifen. Eine Reihe der Geiseln konnten während zwischen Israel und der Hamas vereinbarten Waffenstillständen im November 2023 sowie von Mitte Januar bis Mitte März 2025 nach Israel zurückkehren, andere wurden ermordet oder starben und konnten nur noch tot nach Israel zurückgeführt werden. Anfang März 2025 hielt die Hamas nach Angaben der israelischen Regierung noch 24 männliche erwachsene Geiseln sowie 35 Leichen von Verschleppten im Gazastreifen fest.
Bei den israelischen Militäroperationen im Gazastreifen wurden laut Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza und der Vereinten Nationen über 60.000 Bewohner getötet und zehntausende weitere schwer verletzt; Experten sehen die offiziellen Opferzahlen als konservative Schätzungen an. Bis Mitte Dezember 2023 mussten rund 1,9 der etwa 2,2 Millionen Einwohner Gazas ihre Häuser und Wohnungen wegen der Kämpfe verlassen und in von der IDF ausgewiesene Evakuierungsgebiete fliehen. Dort war und ist nicht sichergestellt, dass die Evakuierungen unter zufriedenstellenden Bedingungen hinsichtlich Hygiene, Gesundheit, Sicherheit und Ernährung ablaufen.
Israel blockierte wiederholt die Einfuhr humanitärer Hilfslieferungen in den Gazastreifen; Experten und Hilfsorganisationen warnten regelmäßig vor dem Risiko einer Hungersnot. Am 22. August 2025 rief die von den Vereinten Nationen unterstützte IPC-Initiative offiziell eine Hungersnot im Gouvernement Gaza, einschließlich der Stadt Gaza, aus und prognostizierte eine Ausweitung der menschengemachten humanitären Katstrophe auch auf weite Teile des restlichen Gazastreifens für September 2025. Bereits eine halbe Million Menschen seien von der Hungersnot allein im Gouvernement Gaza betroffen. Das Leben von 132.000 Kindern unter fünf Jahren sei bereits bedroht, 41.000 davon würden als besonders akute Fälle betrachtet. Die Lage im Gouvernement Nordgaza werde trotz unvollständiger Daten als mindestens ebenso ernst wie die in Gaza-Stadt eingeschätzt. Israel verwehrt internationalen Medien seit Beginn des Krieges freien Zugang zum Gazastreifen.
Beiden Kriegsparteien werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Im November 2024 erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Joaw Galant sowie den Hamas-Führer Mohammed Deif. Der Internationale Gerichtshof prüft in einem Verfahren den Vorwurf, Israel begehe im Gazastreifen einen Völkermord. Auch Menschenrechtsorganisationen, Historiker und Genozidforscher erhoben Völkermordvorwürfe gegen Israel.
Am 10. Oktober 2025 trat auf amerikanische Initiative eine Waffenruhe in Kraft, die zu einem dauerhaften Frieden führen soll.
Intifada
Intifada (arabisch انتفاضة, DMG intifāḍa; hebräisch אינתיפאדה) ist das arabische Wort für Erhebung, Volksaufstand. Das dem Substantiv zugrundeliegende Verb نفض (nafaḍa) bedeutet so viel wie sich schütteln, sich erheben (Volk). Abgeleitet davon wurde Intifada ein arabischer Begriff für einen Aufstand oder eine Rebellion. Außerhalb der arabischsprachigen Welt erlangte der Begriff vor allem während zweier palästinensischer Aufstände gegen Israel Bekanntheit.
Volksfront zur Befreiung Palästinas
Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (arabisch الجبهة الشعبية لتحرير فلسطين, DMG al-Ǧabha aš-šaʿbiyya li-taḥrīr Filasṭīn, englisch Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP)) ist eine dem linken Flügel des Panarabismus zuzurechnende, 1967 gegründete Palästinenserorganisation, die politisch, terroristisch und militärisch aktiv ist. Die EU und die USA führen die PFLP auf ihren Listen von Terrororganisationen.
Freies Palästina-Bewegung
Die Bewegung „Freies Palästina“ (arabisch: حركة فلسطين حرة) ist eine palästinensisch-syrische bewaffnete Bewegung und Gemeinschaftsorganisation unter der Führung des Geschäftsmanns Yasser Qashlaq, die die Baath-Regierung Syriens unterstützte. Die Organisation lehnt die Existenz Israels ab und war vor 2012 vor allem für ihren politischen Aktivismus und ihre sozialen Dienste zugunsten der Palästinenser in Syrien und im Gazastreifen bekannt. Mit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs bildete die Bewegung jedoch eigene Milizen und kämpfte offen an der Seite der Baath-Regierung gegen verschiedene Rebellengruppen bis zum Sturz des Assad-Regimes im Jahr 2024.
Anarchist Marxist: Auf den Punkt.
Vagabund – Alternative Berichterstattung [The Anarchist Marxist – AM]
Die Geschichte Palästinas seit dem Beginn des britischen Völkerbundsmandats im Jahr 1920 stellt sich als eine lange und schmerzhafte Abfolge von gescheiterten Friedensinitiativen, militärischen Auseinandersetzungen, anhaltender Besatzung und einer stetigen Zunahme gegenseitiger Spannungen dar. Was einst als Vision einer koexistierenden Zweistaatenlösung oder einer binationalen Entität gehandelt wurde, ist im Laufe eines Jahrhunderts zu einem der tief verwurzeltesten und komplexesten geopolitischen Konflikte der Weltgeschichte geworden.
Die historischen Wurzeln der Misere liegen in der wachsenden Unvereinbarkeit der nationalen Bestrebungen beider Seiten im 20. Jahrhundert. Während der jüdische Bevölkerungsteil nach der Schoah und jahrhundertelanger Verfolgung einen sicheren Zufluchtsort und einen eigenen, souveränen Staat forderte – ein Anliegen, das von der internationalen Gemeinschaft zunehmend unterstützt wurde –, sah sich die arabische Bevölkerung Palästinas in ihren nationalen Aspirationen ignoriert und zunehmend durch die Einwanderung verdrängt. Dies mündete in Kriege wie 1948 und 1967, welche die geografischen und demografischen Realitäten der Region für immer veränderten. Infolgedessen wurde Israel als militärisch starker und wirtschaftlich prosperierender jüdischer Staat etabliert, der – trotz permanenter Sicherheitsbedrohungen durch externe Akteure und innere Konflikte – eine funktionierende Demokratie und Institutionenentwicklung vorweisen kann.
Das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung entwickelte sich jedoch diametral entgegengesetzt. Ein großer Teil lebt heute in der Diaspora, als Flüchtlinge in Nachbarländern oder weit entfernt von ihrer historischen Heimat, oft ohne staatsbürgerliche Rechte. Für jene Palästinenser, die im verbliebenen Gebiet verblieben sind, ist die Realität durch tiefgreifende Ungleichheit gekennzeichnet: Sie leben entweder unter direkter militärischer Besatzung in der Westbank, unter strenger Blockade im Gazastreifen oder in prekären Autonomiegebieten. Diese Gebiete sind oft fragmentiert, die Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt, und die politische Selbstbestimmung sowie der Zugang zu Ressourcen und Grundrechten sind von israelischen Sicherheitsinteressen überlagert.
Die zahlreichen Friedenspläne der vergangenen Jahrzehnte – von Oslo über Camp David bis zu diversen Roadmaps – scheiterten stets an unüberbrückbaren Gräben in Fragen der Jerusalemer Status, der Siedlungspolitik, des Rückkehrrechts für Flüchtlinge und der territorialen Grenzen. Die israelische Siedlungsexpansion in den besetzten Gebieten, die von weiten Teilen der internationalen Gemeinschaft als illegal angesehen wird, hat die Aussicht auf einen zusammenhängenden palästinensischen Staat zunehmend erschwert, während terroristische Gewalt und innere palästinensische Spaltungen das Vertrauen auf israelischer Seite untergraben haben.
Somit präsentiert sich der Konflikt heute nicht mehr nur als ein territorialer Streit, sondern als ein verfestigtes System asymmetrischer Machtverhältnisse. Er ist zu einem Dauerbrenner der Weltpolitik geworden, der nicht nur die Sicherheit und Identität von Millionen Menschen in der Region beeinflusst, sondern auch die Stabilität des gesamten Nahen Ostens bedroht und die internationale Diplomatie vor eine kaum lösbare Herausforderung stellt.
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